Hummer 187 _ Freitag, den 14. Juni 1818 _11. Jahrgang.
Ttc . me Tageszeitung" erjchemt ieöen Wertla Nepelmaßige Beitaoen „Der Flauer aus Hessen", „die Spinnssube". Bezugspreis: Bei den Postanstalten otertelid^rlict) 2.4 ,J hinzu tritt noch das Bestellgeld: bei den Änenten mona'Iick 85 Psg. einschließlich Träqerlodn. Anzeigen: Grund,eite 2b Psg., totale 20 10 g., Anzeigen von auswärts werden durch Bostnachnahmo erhoben. Erfüllungsort ^riedberg. Schriftleitung und Derlag vriedbern fviesteni. ^anauerstraße 12. ^e^n or^5^r 18. Pa t, net-Lauts Br. 18>9, ’lnt Frankfurt a. 91.
Z chm erste Uerluste der Fränkosen. — Oerlliche Kämpfe bei Upern, Uaqon und südlich der Aisne. Wachsende Keule aus der Kspauschlacht: 15000 Gefangene, über 150 Gejchnhe.
22000 Tonnen versenkt.
Der deutsche Generalstad r .- —— meldet: ==z
M. T. A. (Großes Hauptquartier» den 13. Juni. Amtlich.
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.
Zeitweilig auflebender Artilleriekampf. Oerlliche In* lanteriegefechte.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
Südwestlich von Noyon führte der Franzose erneut starke Gegenangriffe beiderseits der großen Straße Noye— Estrees—St. Denis. Unter sck)wersten Verlusten brach auch dieser Ansturm zusammen. Mehr als 60 Panzerwagen liegen zerschossen auf dem Kampffelde. Die Gefangenenzahl ist auf über 15,000 gestiegen. Die Beute an Geschützen beträgt W’a bisherigen Feststellungen mchr als 150. Bei Abwehr der feindliäjen Gegenangriffe fielen einige unserer bis in die vorderen Jnfanterielinen hinein aufgesahrenen Geschütze in Feindeshand.
Nördlich der Aisne drangen Sturmabteilungen in die feindlickren Gräben. Südlich der Aisne griffen wir nach starker Artilleriewirkung den Feind an und warfen ihn aus feinen Linien östlich von Cutry-Dommiers über diese Orte hinaus zurück. Nördlich von Corcy wurde der Savieres- Grund vom Feinde gesäubert. Wir machten mehr als 1500 Gefangene.
Mehrfach wiederholte feindliche Angriffe nordwestlich von Chateau Thierry brachen verlustreich zusammen.
In den beiden letzten Tagen wurden 35 feindliche Flugzeuge abgeschossen. Hauptmann Berthold und Leutnant Menckhoff errangen ihren 33, Oberleutnant Schleich seinen 29. und 30., Leutnant Deltjens seinen 20. und 21., Haupt- mann Neinhardt seinen 20. Luftsieg.
D^r Erste Generalquartiermeister: Ludendorff. Abendbericht.
Berlin, 13. Juni, abends. (WB. Amtlich.) An den Kampffronten ist die Lage unverändert. Oerlliche Kämpfe südlich von Dpern, südwestlich von Noyon und südlich der Aisne.
Der österreichische Generalstab - meldet: --
Wien, 13. Juni. (WB.) Amtlich wird verlautbart: ,
An der italienischen Front geringe Gefechtstätigkeit. In Albanien wurde dos Vordringen der Franzosen in der Linie Mania-Sinaprento zum Stehen gebracht.
Der Chef des GeneralstabeS.
Das türkische Hauptquartier l! === meldet: ==®
Konstantinopel, 11. Juni. (WB. Nichtamtlich.) Generalstabsbericht.
Palästinafront: In den späten Abendstunden des
9. Juni erneuerte der Feind nach starker Artillerievorbereitung seinen Angriff im Küstenabschnitt. Durch unser gutliegendes Artillerie- und Muschinengewehrfeuer sowie unser Jnsanteriefeuer erlitt der Feind schwerste Verluste. Wiederum scheiterte der feindliche Angriff. An den anderen Fronten nichts von Bedeutung.
22,000 Tonnen oersenkt.
Berlin, 12. Juni. (WTB. Amtlich.) Jin Mittelm«sr wurden durch unsere N>Boot° sechs Dampfer von zusainmen
22,000 Bruttoregistertonnen
versenkt.
^ " Der Chef des Admiralstabes der Marine^
Die Schlacht im Westen.
Berlin, 13. Juni. (WB.) Der dritte Kampftag hat die erwarteten, von unserer Luftaufklärung tags zuvor mit wertvoller Genauigkeit angesagten großen feindlichen Gegenangriffe gebracht. Sie legten, wie angenommen worden war. den Schwerpunkt gegen den äußeren rechten deutschen Angriffsflügel im Raume von Ayencourt bis südlich Mery. Unter starkem Artilleriegufwand und unter Einsatz von Tankgeschwadern brandete der Franzose gegen die neue deutsche Linie an. Acht feindliche Tanks wurden an einer Stelle erbeutet. Auch gegenüber der neuen deutschen Linie südlich der Matz versuchte der Franzose unter Einsatz starker frischer Kräfte das Schlachtenglück nachträglich noch zu wenden. Auch hier zerschellten seine Angriffe durch die prächtige Haltung unserer Tritppen. Noch erbitterter erging es ihm im Ost- teil des Matzabschnittes. Hier wurde der in breiten Linien aus dem Walde nördlich von Viller-sur-Roudon angesetzte französisch^ Gegenangriff mit dem Erreichen des Waldrandes schlagartig von der in Lauerstellung harrenden deutschen Artillerie gefaßt und zerschlagen. Nur Trümmer retteten sich in wilder Panik in den Wald zurück. Die im Matz-Grunde dem Feinde bislang noch überlassene Ortschaft Ehevincourt wurde unter konzentrisches derttsches Feuer genommen. Es erfolate hastvoll die Räumung.
Der Gewinn des Höhengeländes hat sich am dritten Kampftage bereits darin ausgereift, daß der Franzose auf dem Ostufer der Oise gegeniiber Noyon den ganzen Wald von Carlepont und den südlich anschließenden Bärenforst restlos räumen mußte. Von Osten her angesetzter deutscher Druck stieß in die letzten dieser Räumungsbewegungen. Mit der Ausschüttung dieses durch den erfolgreichen Stoß gegen die Matz meisterhaft zugeschnittenen „Sackes von Noyon" ist uns neben der Gefangenen- und Materialbeute eine willkommene Frontverkürzung rmd Festigung unserer Stellung gegen Süden zugefallen.
Die erfolgreichen deutschen Angriffe,
Berlin, 13. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Der große Erfolg zwischen Montdidier und Noyon hat gezeigt, daß die Deutschen auch die stärkste französische Front durchbrechen, selbst wenn das Ueberraschungsmoment fehlt. Sämtliche Gefangenen sagen übereinstimmend aus: Der deutsche Angriff sei schon drei bis vier Tage vorher bekannt gewesen. Die französische Artillerie wurde erheblich verstärkt, Truppen wurden herangezogen und sämtliche nur mögliche Abwehrmaßnahmen getroffen. Die französischen Vorgesetzten forderten in Ansprachen und Befehlen ihre Truppen auf, bis zum letzten Mann die Stellungen zu halten. Trotzdem führte auch dieser deutsche Angriff zu einem großen und vollen Erfolge. Pie Verluste des Feindes sind außerordentlich schwer. Das 11. Kürassierregiment und das 131. Infanterie-Regiment können als aufgerieben gelten. Von dem 76. Infanterie-Regiment hat sich ein großer Teil gefangen gegeben.
Nach dieser schweren Niederlage vom 11. Juni griff am nächsten Tage wiederum der Gegner mit starken, tief gegliederten Kräften und unterstützt von zahlreichen Tanks unsere Stellungen beiderseits der Liller Straße an. In hartem Kanipf wurde er auch diesmal unter schweren Verlusten ab- aewiesen. Ein gegen 2 Uhr nachmittags gegen unsere Linien bei Antheuil eingesetzter weiterer Angriff wurde durch unser Vernichtungsfeuer zerschlagen und kam nicht zur
allen Opfern bereit sein. Die Erpressung, die Deutschland versuche, sei zwecklos. Teilweise Zerstörungen in Paris würden niemals bewirken, daß Frankreich irgendwelche Zugeständnisse oder demütigende Friedensangebote machen werde Sembat verlangt in der Zeitung „Heure", daß jetzt schon alle Maßnahmen für eine ernsthafte Verteidigung von Paris getroffen werden.
Die lH3oofe an -er Wer'kan'Men Kiiste.
London, 13. Juni. (Reister.) „Daily Chronicle" meldet aus Neuyork, daß nach britischen Telegrammen aus Norfolk die Ueberlebenden des von einem U-Boot torpedierten amerikanischen Frachtdampfers „Pinardel Rio" erzählen, das U-Boot sei von einem Dampfer von ungefähr 600 Brt. mst grau angestrichenen Schornsteinen begleitet gewesen. Mährens das U-Boot angrifs, blieb der Dampfer in einer Entfernung von 2—3 Meilen, dann erhielt er den Befehl, dem U-Boot zu folgen. Hierauf verschwanden beide Schiffe. Das U-Boot war schätzungsweise 200 Fuß lang.
Englische Flieger üker Holland.
Haag. 13. Juni. „Nieuwe Rotterdamsche Eourant" schreibt: ' Als ob es sich von selbst verstünde, nehmen in der letzten Zeit die britischen Flieger bei ihren Flügen nach dem Rheinlaid oder nach den Städten des besetzten Gebietes von Belgien ihren Weg über holländisches Gebiet. Vcn deutscher Seite ist uns im Februar dieses Jahres eine Körte zuge- <andt -worden, die bei einem herurstergeholtsn englischen Flieger gefunden wurde. Aus dieser Karte ist der Weg nach Deutschland über holländisches Gebiet eingezeichnet, mit den entsprechenden Entfernungen und seither ist diese Praxis nickt besser geworden. Es erscheint begreiflich. daß die britischen Flieger lieber über holländisches Gebiet fliegen als über die deutschen Linien an der Westfront, aber die Beachtung der Rechte der Neutralen geht daraus am allerwenigsten hervor, und wenn diese Flieger von holländischer Seite beschossen würden, so würden sie sicherlich verschwinden Das Blatt dringt darauf, daß die holländische Regierung energische Abwehrmaßregeln trifft.
Mattangriff ans einen deiiiichrn Fasarelkna.
Berlin, 13. Juni. (WB.) In einer der letzten Nöcbt« ist ein deutscher Vereinslazarettzug einem absichtlichen feindlichen Fliegerangriff zum Opfer gefallen. Ein französischer Flieger ließ in der Nacht über d-m im besetzten Geknet auf einem Nebengleis stehenden Lazarettzug eine Leuchtbombe in geringer Höhe schweben, die den Zug taghell beleuchtete so daß die lange Reihe der Roten Kreuzwagen aus der geringen Höhe, in der der Flieger sich befand, deutlich erkennbar war. Trotzd-m fuchte-der Flieger sich gerade dieses Ziel aus. Zuerst nahm °r den Zug nnt seinem Ma- schinengewehr unter Feuer und lieh dann vier Bomben fallen die drei der Lazarettwagen zertrümmerten und nenn schwer beschädigten. Der Transportführer, ist bereits seinen Wun- den erlegen. D-r Hilssarzt liegt schwer verwundet im Krankenhaus. Nur durch ein Wunder sind dre übrigen ^n- fassen, abgesehen von leichten Verletzungen unverwundet geblieben.
Entwicklung.
Die nutzlosen Massenangriffe der Franzosen haben lediglich ihre Blntopfer in erschreckender Weise erhöht. D^r 11. und 12. Juni gehören mit zu den verlustreichsten Tagen des Feindes seit dein 21. März. Dazu kommt, daß der Feind am 12. Jtmi aufs neue 3500 Gefangene an uns verlor.
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Die Verteidigung von Paris.
- Bern, 13. Juni. (WB.) Anläßlich der Schaffung eines Verteidigungsausschusses in Paris weist die Presse darauf hin, daß man daraus nicht schließen dürfe, die französische Hauptstadt sei bedroht. Man wolle nur für d-n Fall einer Bedrohung und Belagerung von Paris jetzt schon alle Vorbereitungen treffen. Der ^Temps" meint, Paris werde zu.
Die nkrainiilh-rnlßilhen Verhandlnngei,.
Kiew, 12. Juni. (WB.) Die Zeitungen berichten über das Ergebnis der ukrainisch-russischen Verhandlungen: Waffenstillstand ist an allen Fronten. ^ Es wurde beschlossen, die Festlegung der Demarkationslinie dein Truppenkom* mandeur an der Front zu überlassen. Mit den Verhand- lungen über die Grenzen der Ukraine ioll sofort begonnen werden. Daher wurde die Frage der allgemeinen Demarkationslinie von der Tagesordnung abgesetzt. Vor- läufig wurde keine Einigung erzielt über die Wiederaus« nahnte des Güterverkehrs, über die Post- und Telegraphen- Verbindungen sowie über die OesfentltchEeit der Vollsitzmtgen Die ukrainische Delegation ist laut MinisterlatsbeWuß. gegen die Zulassung der Dresse unddes Publikums. Nam«


