Mm nie tmrdj Kebk Leid gkjchah.
Roman von C o n r 1 h ß - M a h l e r.
^0 Nachdruck verboten.
Herr von Birkenheim sah zu der stolzen schlanken Gestalt hinüber, die ruhig die Noten zusammenlegte.
„Es wäre auch schade gewesen um dieses schöne Mädchen," dachte er. Und laut fuhr er fort:
„Jedenfalls können wir uns glücklich schätzen, daß Sie nickt zur Bühne gingen, sondern nach Birkenheim kamen. Nick dankbare Zuhörer werden Sie an uns gewiß immer linden."
So war es gekommen, daß Christa nun sehr oft des Abends musizierte. Und wenn sie sang, dann lauschten nicht nur ihre Zuhörer im Zimmer, sondern draußen drängte sich auch die Dienerschaft lauschend unter den Fenstern.
Und einmal sang und spielte Christa auch als die Flankenauer zu Gaste waren. Frau Frankenau war entzückt Ursula begeistert — nur Hans Ullrich sclw.üeg. Aber ertrug die Töne in seinem Herzen fort.
Auch Karla ließ sich zuweilen hören. Sie spielte sehr geläufig und brillant, aber ihrem Spiel fehlte der warme, beseelte Ausdruck, der Christas Spiel eigen war. Karla hatte auck ein ganz hübsches Sopranstimmchen. das freilich leicht ermüdete und heiser wurde. Aber zuweilen sang sie mit Christa ein Duett, und diese hielt dann ihren vollen Alt zurück, damit sie sich dem schwächeren Sopran anpaßte uud nicht dominierte. So klangen diese Duette ganz hübsch.
Diese Hauskonzerte machten Herrn von Birkenheini viel Freude. Sie brachten ihn wieder in eine frohere, lebhaftere Stimmung. Er konnte ganz heiter werden.
Ueberhaupt war es auffallend, wie sehr sich seine Stim
mung gebessert hatte, fett Christia HettmLt fft feinem Hause war, Sehr selten war er noch grillig und nervös, und ge- schah es doch einmal — dann gewiß nur in Christas Abwesenheit. Sobald diese wieder zu ihm trat war es, als ging ein beruhigender Zauber von ihr zu ihm.
„Wenn Sie eintreten, ist mir zumute, als gehe die Helle warme Sonne auf, Fräulein Hellmut. -Sie werden mir von Tag zu Tag unentbehrlicher, und ich weiß wirklich nicht, wie ich früher ohne Sie fertig geworden bin. Gott sei Dank, daß Sie in Birkenheim sind."
So sagte er eines Tages zu ihr.
„Das freut mich sehr — ich kann nicht sagen, wie sehr — daß ich Ihnen nützlich sein kann," erwiderte sie.
Und ihre schönen Augen strahlten froh und glücklich. Sie tat alles, was in ihrer Macht stand, um ihn heiter und zufrieden zu machen.
So war es Juli geworden und Graf Steinau hatte sich für die nächsten Tage als Gast angesagt. Er hatte ge- schrieben, daß er in Begleitung seines Neffen, Grafen Joachim Steinau, kommen würde.
Graf Joachim war Offizier in einem Gard-eregiment und er war früher sehr oft in Frankenau und Birkenheim zu Besuch gewesen.
Die Kunde von der bevorstehenden Ankunft der beiden Grafen war cubch nach Frankenau gekommen. Hans Ullrich brachte sie mit, als er in Birkenheim im Voröeirciten guten Tag gesagt hatte. Und Ursula bekam seltsamerweise bei dieser Nachricht einen roten Kopf.
„Graf Joachim auch?" fragte sie hasttg.
„Ja, er auch," erwiderte ihr Bruder.
Da lief Ursula plötzlich davon, hinauf in ihre Zimmer And dort blieb sie so lange, bis sie zu Tisch gerufen wurde. Und in ihrem Zimmer hatte sie ganz ruhig und reglos in
chrem Sessel gesessen und Hütte doch heiße Wangen unk» glänzende Augen, als sie wieder hcrunterkam.
Und nach Tisch trug sie wieder ein Körbchen mit Lek- kereien zu den Waisenkindern, wie sonst nur bei freudigen Ereignissen.
„Was ist denn heute los, Fräulein Nrselchen?" fragte die alte Dörte. Ich freue mich nur. daß die Birkenheimer Besuch, bekommen. Da wird es ein bißchen fidel."-
Frau von Frankenau hatte ihren Vorsatz ausgefuhrt und hatte der Baronin gesagt, daß ihr Sohn im Winter nach der Residenz auf die Brautschau gehen würde. Die Baronin hatte diese Kunde mit Würde ertragen, aber als sie dann mit ihrer Tochter allein war und dieser die Mitteilung machte, da sah das verschwiegene Zimmer, in dem sich die beiden Damen befanden, ein recht wenig sanftes und madonnenhaftes Ge. baren.
Als . sie sich ausgetobt hatten, trugen sie freilich ihre liebenswürdigen Mienen zur Schau; aber ihre Hoffnungen, daß die Baronesse Majoratsherrin von Frankenau werden wiirde, waren sehr herabgestimmt. Ganz hatte Karla jedoch diese Hoffnung nicht aufgegeben.
Inzwischen hatte die Baronesse auf ihre Anfrage in Stockholm den Bescheid erhalten, daß die Freifrau Maria von Platen, geborene Freiin von Birkenheim, vor Jahres» frist gestorben sei.
Das hatte Mutter und Tochter sehr gefreut und ihnen ein wenig über ihren Aerger hinweggeholfen. Sie hofften nun sicher, Herrn von Birkenheims einzige Erbin zu sein, und außerdem war die Baronin sehr ftoh, daß sie nicht mehr zu fürchten brauchte, daß Maria von Platen doch noch eines Tages in Birkenheim auftaivchen könne, was für sie allerhand unliebsame Folgen hätte zeitigen können«
Fortsetzung folgt.
Bekanntmachung.
Samstag, den 15. Juni 1918
Brotkarten-Ausgabe.
Bezirk I.
Altes Postgebäude L Stock.
Nr. 1—150 von 8—9 Uhr, „ 151—300 „ 9—10
.. 3J1-450 „ 10-11 ”
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- bvl u.höher „ 12—1 _
Bezirk III.
Schule in Fauerbach.
Nr. 1—150 von 8—9 Uhr.
- Iblu. hoher.. S-ia.„
»"stehende Zeiteinteilung ist genau zu beachte». Dre Lebensmittelkarie iß vorzulegen.
Friedüerg. den 12. Juni 1918.
Der Bürgermeister
I. V.: Damm.
Bezirk II.
Museumsgebäude, Haagstr. 16 .
Nr. 1—150 von 8—9 Uhr. „ 151-300 „ 9-10 „
301-450 .. 10-11 ”
.. 451—645 „ 11—12 „
Bezirk II a.
Alles Postgebäude I. Stock. Nr. 646—800 von 8—9 Uhr „ 801-950 „ 9—10 1
.. 951-1100 „ 10-11 !
» 1101-1250 „ 11-12 l
1251 u. höher „ 12—1 „
Di- 0p-- iitii) DarlehnsW Lber-MWt,
e. E. m. u. H.,
ist durch Beschluß der Generalversammlung vom 2. Juni 1918 in eine
kkiloffeiischlist mit bkschriiilttkr ßsstpflicht
umqewandelt worden. Gläubiger, die mit diesem Beschluß nicht einverstanden sind, wollen sich bei der Kasse melden. Ober-Mockstadt, den 4. Juni 1918.
Spar- miD ZarlchMassk 8be»MWt,
e. (&. m. u. H.,
Wilhelm Mickel II. Heinrich Mickel ll.
Letr.Die Fleischver orgunz für die Stadt Friedberg.
Bekanntmachung
Ich bringe hierdurch zur öffentlichen uennlnis, dag der Veuauf von Ntnd- und Kalbfleisch sowie Wurst sür diese Woche am Frel- tcg. den 14. Juni 1918. nachmlt- ta s von 1 — 6 Ul>r m den sämtlich n hiesigen Metzgerläden statt- sindet.
Schweinefleisch gelangt nicht zur Ac 5 abe.
Xte Verkaufszeit ist genau einzuhallen.
Fnedberq, den 12. Juni 1918.
Der Bürgermeuter.
2. B.: D a m in.
Bekanntmachung
Für die städt. Berwallunz wird -um ial.iieu Eintritt (mögt. ;um l Juli) ein im Bürodienst erfahrener
Schreibgehitzs
^esul! t. Es kommen eo:l auch Damen, gut ccngealb ite e Maschinen,chreiocriun.n. in Frage Selbst eschneoene Angeoote mit Leben laus und Zeugnisabschriften sind unter Angabe der Ee- haltsnnsprüche und des Tags des frühesten Diensteinirius b,s zum 24. d. Mts. an den Unterzeichneten zu richten.
Friedberg, den 12. Juni 1918- Der Bürgermeister.
_ 2. V.: Damm.
Bekanntmachung
Am Montag. den 17. Juni, gelangen die neuen
BquMülik sür Mmiiifi
von 8 bis 1 Uhr vormittags und von 3 bis 6 Uhr nachmi tags aus Zimmer Nr. 9 des Stadthauses zur Ausgabe. Die Vollmilchaus- weistarle ist oorzulegen. Friedberg, den 11. Juni 1918 Der Bürgermeister.
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