Dummer 109
Samstag, den 11. Mat 1918
11. Jahrgang
Die Neue Ta"-sreitr,„g" erscheint jeden Werktag. Regelmäßige Beilagen „Der Kauer aus Hessen", „Di- Kpirmstnbe". Kerugspreis: Bei den Postanitalten vierteljährlich Mk. 2.46 himu tritt noch das Bestellgeld,' bei den Agenten monatlich 85 Pfg. einschließlich Trägerlohn. Anzeigen: Erundzelle 25 Pfg., lokale 20 Pfg^ Anzeigen von auswärts werden durch Postnachnahme d 6 erhoben. Erfüllungsort Friedberg. HchrLftlettmrg und Dertag Friedberg (Hessen), Hanauerstratze 12. Femiprecher 48. Postjcheck- Conto Nr. 4359. Amt Frankfurt a. M. _
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Piekt ein enBjcher Zperrserjlllh bei Oßende vereitelt.
Englische Teilangriffe bei Albert und ein französischer Uorstoff bei Apremont abgewiesen
26000 Tonnen versenkt.
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Der deutsche Genrraistab r — - meldet: =====5
W. T. S. Große« KanpiqxarLier, de» L 0 . Wat. Amtlich.
Westlicher Kriegsschauplatz.
Nn den Kampffronten war die Artiverietätigkeit tagsüber nur im Gebiete des Kemmel, beiderseits des Lucebaches und auf deni Westufer der Avre lebhaft. Starker Feuersteigei'ung in diesen Abschnitten folgten feindliche Vorstöße. Bei ihrer Abwehr und bei re-ger Erlundungstätigkeit machten wir Gefangene. Am Abend und während der Nacht lebte der Artitte- rielampf zwischen Yser und Oise vielfach auf.
An der übrigen Front blieb die Gefechtstätigkoit auf Er- kunduugskämpfe beschränkt.
Bon den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.
Der Erste Eeneralquartiermeister: Ludendorff.
Abendbericht.
Berlin, 10. Mai, abends. (MTB. Amtlich.) Gin englischer Telilangriff nördlich von Albert wurde abgewiesen. Ebenso scheiterte ein französischer Vorstoß im Walde von Apremont.
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Der österreichische Generalstab .—=- ■ =:= meldet: _
Wien, 10. Mat. (MTB.) Amtlich wird verlautbart: Keine besonderen Ereignisse.
Der Chef des Generalstabes.
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Der bulgarische Generalstak ^ > —. = meldet: — j
Sofia, 8 . Mai. (WB. Nichtamtlich.) Generalstabsbericht.
Mazedonische Front: Nördlich von Bitolja und östlich vom Dobropolje war das Artilleriefeuer beiderseits gewisse Zeit heftiger. In der Gegend von Moglena vertrieben unsere Posten serbische Erkundrmgstruppen. Eine englische Kompagnie, die nach ArtillerievoMcreitung in unsere Stellungen östlich des Bardar einzuoringen versuchte, wurde durch Bomben und Maschinengewehrfeuer zerstreut und ließ Gefangene in unseren Händen. In der Nähe der unteren Struma Patrouillenzusammenstöße.
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jj Das türkische Hauptquartier
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Konstantinopel, 9. Mai. (MTB.) Tagesbericht. Palästinafroni: Beiderseitiges Artilleriefeuer in mäßigen Grenzen. Rege feindliche Patrouillentätigkeit auf dem Ostufer des Jordan. Bei Ain Sinja wurde ein feindlicher Fesselballon brennend zum Absturz gebracht. Unsere Flieger griffen aus 300 Meter Höhe feindliche Kavallerielager im Jordan-Tal erfolgreich mit Bomben und Maschinengewehren ab.
Auf den übrigen Fronten «üLI». v^m,B«d«ttung.
Ileuer Zperrverliulj gegen Ostende.
Berlin, 10. Mai. (MTB. Amtlich.) Englische Soestreit- krafte unternahmen am 10. Mai, 3 Uhr morgens nach heftiger Beschießung erneut einen Sperrangriff gegen Ostende. Mehrere feindliche Schiffe, die unter dem Schutze künstlichen Nebels in den Hafen eindringen wollten, wurden durch das vortrefflich geleitete Feuer unserer Küstenbatterien abgewresen. Ein alter Kreuzer liegt gänzlich zusainmengeschossen außerhalb des Fahrwassers vor dem Hafen auf dem Grund. Die Einfahrt ist völlig unbehindert. An Bord des gestrandeten Schiffes wurden nur noch Tote vorgefunden: zwei Ueberlebende waren über Bord
gesprungen mrd sind gefangen. Nach bisherigen Ermittlungen wurden mindestens zwei feindliche Motorboote abgeschossen, '1 Monitor schwer beschädigt. Der Sperrversuch ist somit völlig vereitelt. Abermals hat der Gegner Menschenleben und Fahrzeuge mnsonst geopfert.
Der Chef des Admiralftabs der Marine.
Berlin, 10. Mai. (MTB. Amtlich.) Der zweite Versuch der Engländer, an den ihnen mit jedem Tag unbequeiner werdenden flandrischen Ubootsstützpunkt hevanzukommen, traf unser Marinekorps ebenso vorbereitet wie der erste. Es war vorauszusehen, daß die englische Admiralität es bei einem Versuche nicht bewenden lassen würde. Die Gründe, warum diesmal nur ein Angriff gegen Ostende erfolgte, sind im Augenblick noch nicht zu übersehen. Zwar wurde vor Zeebrügge gleichzeitig mit dem Angriff gegen Ostende starker künstlicher Nebel von den Engländern entwickelt, .jedoch geschah dies offenbar nur zur Ab- lentuirg. Der Feind eröffnete am Morgen des 10. Mai um 2 Uhr 15 Minuten von der See und vom Lande aus das Feuer auf unsere Batterien bei Ostende. Einige Minuten später wurde starker künstlicher Nebel erzeugt. Als zwei Minuten rcach 3 Uhr- östlich Ostende zwei Kreuzer im Nebel gesichtet wurden, setzte sofort von unseren schweren Batterien gutliegendes Zielfeuer ein, nachdem schon vorher Sperrfeuer vor die Einfahrt gelegt worden war. Der eine Kreuzer drehte nach Westen ab, der andere nach Norden. Letzterer wurde. dann wiederholt wieder erkennbar und jedesmal von neuen: beschossen. Um 3 Uhr 3T tauchte er nochmals vor der Einfahrt auf und sank, von allen Seiten unter schwerstes Feuer genommen, außerhalb des Fahrwassers. Inzwischen waren von unseren Batterien vereinzelte eikeimbare Ziele auf Sec beschossen worden. Ein stilliegender und nicht feuernder Monitor, der offenbar außer Gefecht gesetzt war, wurde um 1 Uhr 13 Minuten ausgemacht. Er wurde aber gleich darauf vom Feinde wieder völlig eingenebelt. Der gestrandete Kreuzer ist, nach aufgefundenen Papieren, der „Bin- dictive".
Unsere eigenen Verluste find, wie bei dem ersten Unternehmen, wieder erfreulich gering.
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Der englische Bericht.
Haag. 10. Akai. Die Admiralität gibt bekannt: Die Operationen, dre den Zweck hatten, Ostende und Zeebrügge abzuschließen, find gestern abend mit gutem Erfolg beendet worden und zwar dadurch, daß der alte Kreuzer „Vindictive" zwischen der Landungsbrücke und dem Eingang des Hafens von Ostende versenkt worden ist. Wir haben nur ein Motorboot verloren. Unsere Verluste find gering.
26000 Tonnen versenkt.
Berlin, 9. Mat. (WTB. Amtlich.) Das unter dem Kommando des Kapitänleutnants von Glasenapp stehende U-Boot hat in der stark besuchten Irischen See und deren Zufahrtsstraßen mit bestem Erfolg gearbeitet und dem Transportverkehr unserer Feinde neuerdings empfindlichen Abbruch getan. Durch umsichtige und energische Führung und kühnen Ein. satz der Bootes gelang es dem Kommcrndcmten, sieben Dampfer — zum Teil ans gesicherten Geleitzügen heraus — und drei Segelfahrzeuge mit zusammen über 26 000 Bruttoregistertonnen zu versenken. Wertvolles Kriegsmaterial des Feindes und für die Kriegführung wichtige Rohstoffe — Kupfererz. Eisenerz. Kohlen, Kork ufw. — wurden mit den Ladungen der Schiffe vernichtet. Im einzelnen wurden folgende namentliche Feststellungen gemacht: der bewaffnete englische Dampfer „Laudonia" (2501 Vrt.), Ladung 3500' T. Eisenerz nach Glasgow, der Geschützführer des Dampfers wurde gefangen eingebracht. „Baron Herries", (1610 Vrt.), Ladung 1600 T. Kupfererz und 2000 Ballen Kork nach Glasgow, zweiter Offizier des Dampfers gefangen eingebracht. Ferner der englische Dampfer „Katung" (1611 Vrt.) und der englische Raaschuner „Ethel" mit einer Itohlen- ladung.
Der Chef des Admiralftabs der Marias
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N Kootangriff auf Carloforte.
Amsterdam, 10. Mai. Nach englischeil Blättermeldungen aus Rom beschoß am 29. April ein deutsches Unterseeboot Earlo- forte auf Sardinien, wo eine Anzahl Schiffe in der Fahrstraße lagen. Ein englischer Dampfer wurde torpediert. Beim Kampfe zwischen den Küstenbaitevien und dem Unterseeboote fielen feindliche Granaten in die Stadt, wodurch zwei Frauen getötet wurden. ■
Die Schlacht im Westen.
Erhöhte Kampftätigkeit vor Ypern.
Die „Basler Nachrichten" melden, daß der neueste Havas- kommentar von einer zunehmenden Artlllerietätigteit des Fein
des seit einigen Tagen berichtet. Besonders find: eine äußerst heftige Beschießung von Ypern und Poperinghe statt. Die alliierten Batterien erwiderten das Feuer. Die Kämpfe an der Somme hätten nur untergeordnete Bedeutung, seien aber für die spätere Schlachtentwicklung von Interesse.
In Erwartung.
Genf, 10. Mai. Eine Havasmeldung vom Mittwoch abend meldet: Die Ruhe an der Front wird von starkem beiderseitigem Artilleriefeuer unterbrochen. Der Feind scheint seine Kräfte zu neuem Schlage zu sammeln, der aller Wahrscheinlichkeit nach in den nächsten Tagen eintreten dürfte.
Mailänder Blätter melden aus Paris: Die ersten Linien der gemeinsamen Wesffront werden nunmehr gleichmäßig mit englischen und französischen Truppen belegt. Das „Secolo" meldet aus Paris: Die nächste Verteidigungslinie westlich von Ppern liegt nach dem Urteil der Militärkritiker be^Poperinghe.
Eine Havasnote vom 9. Mai besagt, daß die Linie Elytte bis Voormezeele durchbrochen werden könnte Die Note erklärt, daß man in diesem Falle Ypern nicht mehr zu räumen vermöchte, was jetzt noch ohne Schwierigkeiten geschehen könnte. Der Feind sei allerdings bis jetzt nur an einigen Punkten ein- gedrungen. Alle Militärkritiker der französischen Presse bereiten ihre Leser auf eine Erneuerung des deutschen Angriffes vor. Ebenso wie einige englische Fachleute meint der „Homme libre", daß der deutsche Angriff den ganzen Sommer hindurch dauern könne.
Der italienische Berichterstatter Barzini schildert die bewundernswerte wirtschaftliche Verwendung der Streitkräste. Seit dem 9. April seien kaum 15 Divisionen im Kampf gewesen. Drei Viertel des Heeres lebten ln Ruhe und Vorbereitung. Das Heer fei deshalb offenbar imstande, jeden Augenblick mit voller Kraft anzugreifen, was nach Ansicht der Verbandsführer zwischen Albert und Arras geschehen werde. Die gegenwärtige erwartungsvolle Spannung werde allgemein als Schwüle vor einem ungeheuren Gewitter empfunden.
Zwölf neue Divisionen.
Genf, 10. M<vi. Das „Petit Journal" mekdet aus London zensiert, daß feit Beginn des deutschen Angriff etwa 12 neur. Divisionen aus englischen Garnisonen nach Frankreich und Flandern abbefördert worden seien.
Aufreibung der französischen Fremdenlegion.
Berlin, 10. Mai. (MTB.) Die französische Fremdenlegion existiert, praktisch genommen, nicht mehr. Die wenigen Ueberlebenden, die bei dem Ueberraschungsangriff bei Hangard dem Kreuzfeuer der Maschinengewehre entrannen, sind in deutscher Gefangenschaft. Sie erzählen das tragische Kapitel von der rücksichtslosen Aufopferung der in der Legion kämpfenden Neutralen. Aus den im Frieden in Sidj-bel-Abbas und Saida garnisonierenden beiden Fremden-Regimeniern wurden durch lautes Rühren der Werbetrommel unter Italienern, Spaniern und Slawen im Oktober 1911 drei Marschregimenter gebildet, zu denen als viertes Regiment die Garibaldiner traten. Dieses wurde als erstes geopfert. Boi feinem ersten Einsatz in den Argonnen erlitt es derartige Verluste, daß es aufgelöst wurde und als selbständige Formation aus der französischen Armee amsschied. Die übrigen frem'den Regimenter ereilte ihr Schicksal im Frühjahr 1915 bei Souchez. Die Verluste waren derart. daß die Regimenter im Laufe des Sommers zusammengelegt werden mußten. Aus drei Regimentern zu je vier Bataillonen wurden zwei Regimeirter, das eine zu zwei, das andere zu drei Bataillonen ausgestellt. Kaum waren die beiden anderen Regimenter einigermaßen reorganisiert, so wurden sie im September 1915 aufs neue in den Kampf geworfen und zwar wiederum an der blutigsten Stelle in der Champagne. Der rücksichtslose Einsatz dezimierte die beiden Regimenter wiederum derart, daß sie zusammen mit den Resten des Garibaldi-Regiments zu einem einzigen Fremdenregiment zufammengezogen werden mußten. Dieses letzte Fromdenregiment wurde am 26. April nach völlig ungenügender Artillerievorbereitung gegen die deutschen Stellungen bei Hangard vorgehetzt. Die Gefangenen sagten aus, daß sie zusammen mit den gleichzeitig angreifenden algerischen und marokkanischen Schützen des 7. Tirallener- regiments in ein derartig mörderisches Maschincngewehrfeuer gerieten, daß der Angriff unter schweren Verlusten zusammenbrach. Die Gefangenen erklärten, sich keines ähnlichen wirksamen Feuers erinnern zu können. Rach ihrer Ansicht hat die Fremdenlegion ausgehört zu existieren. Trotzdem bisher nach jeder Offensive Ersatz aus Algier und Tonkiug nach Saloniki gesandt wurde, und sich die französische Regierung die größte Mühe gab, durch Verleihung von Auszeichnungen an das Freup


