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Dummer 98

Samstag, den 27. April 1918

11. Jaljrga^ g.

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jeden W-rltaq. Negelmätzig« BeilagenDer Sauer aus Hessen". ..Ai« KptnnssnI.-". K.Mg-prei«: Bei Sen Poltanltalten mer,el,al,rli» MI. 2.4» Agenten manalli» 85 Pjg. einichlietzlich Tiäge-lohn. Anreisen: Giundietle 25 Pfg.. lolale 20 Pig, «ni-ig-n von auswatts werden durch PdNnachnaiim« Eiiüllungsorl ^riedberg. SchriNIeitnng und Aerlas ^riedberq jheiseni.anaueritratz- 1L H-in>precher 14. Paitjgeck.Ldntd »Ir. 4S59. .'lut Uran Hurt g, M. _

Gtoi und Dranoeter genoMmen. Elm, 9000 Gefangene am Kemmel und an der Komme. Vergebliche Gegenangriffe. 17000 Tonnen versenkt. Deutschland und Holland.

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Der deutsche Generalstak = meldet: ===»

W. T. K. Großes Karrplquartier, dezr 26. April. Amtlich.

Westlicher Kriegsschauplatz.

Der Nngriss der Armee des Generals Sixt von Armin gegen den Kemmel führte zu vollem Erfolge. Der Kemmel. die weit in die flandrische Ebene blickende Höhe, ist inunse- r e m B e s i tz.

Nach starker artilleristischer Feuerwirkung brach die Infan- terie der Generale Sieger und v. Eberhard gestern zum Sturm vor. Französische Divisionen, im Rahmen englischer Truppen mit der Verteidigung des Kemmel betraut, und die bei Wytschacte und Dranoeter anschließenden Engländer wurden aus ihren Stellungen geworfen. Die großen Sprengtrichter von St. Eloi und der Ort selbst wurden genommen. Die zahlreichen in dem Kampfgelände gelegenen Betonhäuser und ausgebauten Gehöfte wurden erobert. Preußische und bayerische Truppen erstürmten Dorf und Berg Kemmel.

Unter dem Schutz der trotz schwierigen Geländes heranblei- Lenden Artillerie stieß die Infanterie an vielen Stellen bis zum Kemmelbach vor. Wir nahmen Dranoeter und die Höhen nord­westlich von Vleugelhoek. Schlachtgeschwader griffen die mit Fahrzeugen und Kolonnen stark belebten rückwärtigen Straßen des Feindes mit großem Erfolge an. Als Beute des gestrigen Kampftages sind mehr als 6500 Gefangene, in der Mehrzahl Jranzcsen, unter den Gefangenen ein englischer und ein sranzö- stscher Regimentskommandeur gemeldet.

Südlich von der Somme konnte Villers Dretonneux. in das wir eingedrungen waren, vor feindlichem Gegenangriff nicht gehalten werden. Weitere starke Gegenangriffe scheiterten hart östlich vom Dorfe und an dem dem Feinde entrissenen Wald und Dorf Hangard. Die Eefangenenzahl aus diesem Kampf­abschnitt hat sich auf 2100 erhöht.

Zwischen Avre und Oise außer zeitweilig auflebendem Feuer nichts von Bedeutung.

Auf dem Westufcr der Mosel stürmten sächsische Kompag­nien französische Gräben und drangen in Regnieville ein. Nach Erfüllung ihrer Aufgaben kehrten sie mit Gefangenen in ihre Listen zurück.

*

Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.

Der Erste Generalquartiermeifter: Ludendorff.

Abendbericht.

Berlin, 26. April, abends (WTB. Amtlich.) Gegenan- grif'e des Feindes gegen den Kemmel und im Kampfgebiet südlich von Villers-Bretoneux sind unter schweren Verlusten ge. scheitert.

Der österreichische Generalstak == ===== = meidet: =.- -

Wien, 26. April. (WTV.l Amtlich wird verlantbart: An der Südwestfront keine besonderen Ereignisse.

Der Chef des Generalstabe».

Ereignisse zur See.

In der Nacht vom 22. zum 23. April stieß eine Abteilung unserer Zerstörer in die Cüdadria gegen bic^ Otranto-Straße vor. Im Feuergefecht mit gegnerischen leichten Streitkrästen wurde ein feindlicher Zerstörer stark beschädigt. Unsere Ein­heiten kehrten ohne Verluste mrd Beschädigungen zurück.

Flottenkommando.

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Wien, 26. April. (WB.) Aus dem Kriegspressequartier wird genießet: Unsere leichten Seestreitkräfte hatten in letzter Zeit wiederholt Vorstöße gegen die Straße von Otranto unternommen, hierbei jedoch weder Tampferverkehr noch Bewachungsfcchrzeuge wahrgenommen. Bei der durch Teile der Torpedoflotille durchgeführten Erkundung in der Nacht auf den 23. April wurden im Vorfelde von Valona feindliche Torpedobootszerstörer gesichtet und angegriffen. Nach kurzem Artilleriegefecht, bei dem gute Einschläge be­obachtet werden konnten, griffen überlegene feindliche, aus Herr alarnrierten Häfen kommende Einheiten in den Kampf.

Ta der Zweck des Vorstoßes, den Verkehr in der Straße zu beunruhigen und die feindlichen Kriegshäfen, in deren un­mittelbarer Nähe sich das Gefecht abfpielte, zu alarmieren, erreicht war, wurde das Gefecht abgebrochen. Ein feind­licher Zerstörer blieb mit schweren Beschädigungen liegen, ein anderer hatte nach Valona abgedreht. Die eigenen Ein­heiten erlitten weder Verluste noch Beschädigungen.

Das türkische Hauptquartier meldet: =====

Konstantinopel, 25. April. (MTV.) Amtlicher Tagesbericht.

Palästlnafrout: Stellenweise lebhafteres Artilleriefeller.

Kaukasusfront: In der Nähe ven Kars nehmen unsere Be­wegungen weiter einen günstigen Verlauf. An der Küste sind unsere Truppen über Ozurgeti hinaus im Vormarsch gegen die Eisenbahnlinie Kutais-Vatum. Sonst keine bedeutenden Er­eignisse.

Konstantinopel, 26. April. (WB. Amtlich) General­stabsbericht.

Palästinafront: Rege Patrouillentätigkeit an der

ganzen Front. Vorfühlende englische Kavalliere und Pan­zerkraftwagen wurden am Jordan abgewiesen.

Kaukasusfront: Auf ihrem Vormarsch nordwestlich von Ofurgaty schlugen unsere Truppen starke feindliche Banden in die Flucht. Sonst nichts von Bedeutung.

Die Tanchbootmeldnng.

Verl!«. 25. April. (WTB. Amtlich.) An der Westküste Englands nvurden von unseren U - Booten wiederum 17 000 Brutto-Registertonnen vernichtet. Unter den versenkten Schiffen waren ein tiefbeladener 5000-Vruttoregistertonnen-Dampfer und ein ebenfalls tiefbeladener Tankdampfer von 1000 Brutto- registertonnen.

Der Chef des Admiralstat» der Wann,.

Berlin, 25. April. (WTB.) Nach Berichten französischer Blätter ist der französische DampferMarc", 1000 Tonnen groß, von einem deutschen Unterseeboot versenkt worden.

Der Angriff ans Zeekriigge.

London. 25. April. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Nach den Erzählungen der Offiziere des Kreuzers Vindictive" haben die englischen Schiffe, die den Angriff auf Zeebrügge ausführten, sich der Küste unter dem Schutz von Rauchwolken genähert. Diese dehnten sich von Zeebrügge bis Ostende aus. Dadurch wurden die Deutschen eine Zeit lang irre, geführt, aber sobald sie die englischen Schiffe entdeckten, began­nen sie ein Bombardement, das sich, als die englischen Schiffe sichtbar wurden, zu einem unbeschreiblichen Arttllerieschnell- feuer steigerte. Von den Schifsslandungsbrücken, die an Bord des KreuzersVindictive" mitgeführt wurden, konnten nur zwei gebraucht werden. Bei den Landungstruppen traten schwere Verluste durch das Granatfeuer ein. Es gelang einer Landnngsabteilung, auf einen Torpedobootszerstörer ungefähr 50 Handgranaten zu werfen, was eine heftige Explosion zur Folge hatte. Dagegen vermochten sie sich nicht den anderen Torpedobootszerstörern zu nähern. Die Landungstruppen hat­ten noch einen Angriff auf eine Landbatterie ausgeführt, aber über den Erfolg dieses Angriffes sei nichts berichtet worden. Bei der Rückkehr habe auf derVindictive" ein vollkommenes Chaos geherrscht. Das Deck war von Blut überströmt. Ueber- all lagen Tote und Verwundete. Mit äußerster Kaltblütigkeit gab der Kapitän derVindictive" seine Befehle trotz dem Kar­tätschenfeuer und brachte das Schiff sicher unter den Schutz neuer Rauchwolken. Zwei der ältesten Tauchboote brachten unter dem Viadukt von Zeebrügge zwei Tonnen Explosivstoffe zur Ent­ladung, um die Entsendung von Verstärkungen von der Küste hcr zu verhindern.

Die Schlacht im Weste«.

Die neuen Angriffe vor Amiens.

Berlin, 25. April. (WTB.) Um den Wald von Hangard wurde wechfelooll gekämpft. Der östliche Ansläufer des Höhen, zuges zwischen dem Wald von Hangard und dem Dorf Hangard siel schließlich in deutsche Sand. Damit war das Dorf umfaßt,

so daß es konzentrisch unter Feuer genommen werden konnte. Di« Franzosen, die hier die Verteidigung hatten, schienen den in der letzten Zeit schon häufig heiß umkämpften Ort unter allen Um» ständen halten zu wollen. Jedenfalls war ihre Verteidigun§ erheblich zäher als die der Engländer auf dem nördlichen Teil des Gefechtsfeldes. Aber obwohl die" französische Führung di« ganz außergewöhnlich schweren Verluste nicht scheute, die ihre Infanterie in dem tiefliegenden und mit Feuer überschütteten Dorfe erleiden mußte, gelang es ihr dennoch nicht, durch krampf­haftes Festhalten an dieser Stelle die Schlappe der Engländer weiter nördlich wettzumachen. Zur Mittagftunde hellte da» Wetter ein wenig auf. Jetzt hatte man von den Beobachtungs­stellen aus wenigstens so viel Uebersicht, daß man die Fort­schritte der deutschen Truppen feststellen konnte. Hangard war von schwerstem Feuer zugedeckt und der darin versteckte Feind unschädlich gemacht. Roch am Abend des 21. wurde nach er­bittertem Häuserkampf das stark besetzte Dorf genommen. Hier allein wurden 506 Gefangene gemacht. Starke wiederholte Gegenangriffe des Feindes gegen Dorf und Wald Hangard scheiterten blutigst. Lange Eefangenenkolonnen, hauptsächlich Engländer, wurden von dem Kampffekde abtransportiert. Wei­ter südlich von Hangard. westlich der Avre, gelang es den Deut, schen die Hohe nordwestlich Castel zu nehmen. Die blutige» Verluste des Feindes sind auf der ganzen Front sehr schwer.' Die in vorderster Linie befindlichen französischen und englischen Di- Visionen sowie die von rückwärts zu Gegenangriffen heran­geführten frischen feindlichen Kräfte wurden teilweise schon i» der Bereitstellung von unserem zufammengesaßten Artillerie, und Maschinengewehrfeuer stark gelichtet. Von den englische« Truppen hatte hauptsächlich eine australische Division, die auch wieder im Brennpunkt der Kämpfe stand, sehr gelitten. Auch die Franzosen mußten infolge der englischen Schlappe aufs neue hohe Blvtopfer bringen.

Berlin, 25. April. (WTB.) Am 21. April früh wurde voH den deutschen Truppen zwischen Warsusee, Abancourt und de» Luce ein geplanter Angriff ausgeführt. Die Artillerievorberei­tung war kurz, aber von größter Heftigkeit und Wirkung. Si« begann kurz nach 1 Uhr 30 vormittags und deckte die feindlich« Artillerie, die anfangs zu erwidern versuchte, bald zu. Plan­mäßig um 7 Uhr trat die Infanterie auf die vordersten feind­lichen Stellungen zum Sturm an, die sofort genommen wurden. Den Angriff begleiteten mehrere Sturmpanzerwagen-Abteilim« gen, die, mit der Infanterie vorgehend, die am stärksten aus- gebauten feindlichen Stützpunkte der ersten und zweiten LiniH mit Geschützen und Maschinengewehren niederkämpften. Aus der Richtung von Warfufee^Abancourt kam der Angriff sehr schnell über die erste englische Stellung hinweg, bis an den Ost. rand von Villers-Bretonneux. Hier leisteten die Engländer hartnäckigsten Widerstand. Die deutschen Sturmpanzerwage« unterstützen jedoch durch Bestreichen der Dorfstraßen und flan­kierenden Angriff vom Nord, und Südrand des Dorfes sehr wirksam die Infanterie. Besonders erbittert war der Kampf an der Bahn und am Kirchhof südlich des Ortes. Diche Punkt« versuchte der Engländer vergeblich zu halten. Unterdessen hat­ten weiter südlich, gleichfalls von Sturmpanzerwagen unter­stützt, die deutschen Angriffstruppen von Marcelcave her die gegen das etwa 5 Kilometer entfernte Dorf Cachy sich hinzie- hende, lang gestreckte Ebene durchschritten und die erste und Zweite englische Linie überwunden Die rückwärtigen Verbin­dungen funktionierten gut. Co war es möglich, das Feuer der Artillerie mit Sicherheit zu leiten. Die Wirkung des deutsche« Artilleriefeuels zeigte sich auch bald in der ziemlich schwachen, zuweilen fast ganz aussetzenden Antwort der englischen Artille­rie, vor allem aber in der erfreulichen Tatsache, daß die deutsche Infanterie trotz des weiten, offenen und schutzlosen Geländes keine größeren Verluste erlitt.

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Im Sturm genommen.

Berlin. 26. April. (WTB.) Am 25. April setzte um 3.30 vormittags auf der Front beiderseits des Kemmel die Artillerie» Vorbereitung zum Angriffe ein. Schon gegen 7 Uhr vormittags trat die Infanterie aus ihren Stellungen zum Sturm an. Auf der ganzen Angriffsfront wurden die feindlichen Stellungen eingedrückt. Im Laufe des Vormittags war bereits die Ruine des Wirtshauses südlich St. Eloi-Berghe, das Dorf Kemmel ge­nommen, sowie die Höhenlinie des Kemmel selbst überschritten. Weiter südlich wurde ebenfalls noch am Vormittag das Dorf Dranoetre erstürntt. Die Gegenwehr des Feindes war beson­ders nordwestlich Wytschaete in zahlreichen Betonunterstände« sehr^stark. Im Laufe des Nachmittags machte der Angriff auf der ganzen Front weitere Fortschritte. Unsere leichte und schiver« Artillerie folgte der Infanterie dichtauf, erleichterte ihr das Borwärtskommen und verminderte die Verluste. Im Lank«