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Grane Gefahren.

Roman aus der Gegenwart von M. Gontard - Schuik. S2 J Nachdruck verboten.

Schluß.

Er schwieg einige Minuten und fuhr dann fort:Man hat erst gar nicht gewußt, wer er war. Glücklicherweise fand man in seiner Tasche einen Brief seiner Schwester, den sie ihm kurz vor seinem Kommen ins Lazarett gesandt hatte. Man benach­richtigte mich und fragte an, was mit dem Wagen geschehen solle. Ich Hab' ihn zur Verfügung gestellt. Ich wollte das Ge­fährt hier nicht wieder sehen. Helen habe ich natürlich nichts gesagt. Sie war damals krank, und jetzt Ich denke, ge erfahrt es immer noch früh genug."

So hat also dieser Krieg auch Sir Edward Douglas ins Herz getroffen und ihn zu einem einsamen Manne gemacht. Er hat den Sohn verloren und wenn ich nicht irre mich die Tochter."

Ausgleichende Gerechtigkeit! Hier wenigstens hat sich die Vergeltung den rechten Mann au'-flucln"

Entgegen ihrer bisherigen Teilnahmlostgkeit war Helen jetzt von einer fieberhaften Unruhe beseelt.

_ Sie bestellte mehrere große Zeitungen und durchstöberte sie täglich nach Unterseebootsnachrichten.

Las sie von irgendeinem verwegenen Streich, dann kam sie wohl mit strahlenden Augea und frischen Wangen zu dem alten Herrn gelaufen und rief-Das ist Fred gewesen. Papa? Meinst Du nicht auch? Genau so war Freds Art und Weise."

Mit Aufmerksamkeit las dann Herr von Werkheim die be­treffende Nachricht. *

Mer ganz entschieden? Das muß er gewesen sein. Ganz ftuve Art und Weise. Sicher bekommen wir nun auch bald mal Nachricht. Geschrieben hat er ganz bestimmt schon, aber es sollen ja zu viele Briefe verloren gehen in diesen unruhigen Zeiten."

Sie^war jetzt meistens zufrieden, feit die tiefe Mutlosigkeit einer rosigen Hoft'nungsseligkeit gewichen.

Oft hielt sie ihr Kindchen im Arm und flüsterte ihm die törichtesten Sachen in die kleinen Ohren.

Er kommt, mein Süßes? Dein Vater kommt! Er muß ja kommen. Er kann doch nicht so von uns gehen? Was sollte denn sonst aus uns beiden werden?"

* S a t nn ,.l U 5 fc - riC in bcn eichen Kinderzügen nach Spuren der Ähnlichkeit mit dem Vater. Täglich entdeckte sie neue »Findest Du nicht, Papa, daß der Kleine genau weds Nase hat. fragte sie den alten Herrn und legte den ölenden Kopf schräg, um besser prüfen zu können.

Herr von Werkheim konnte nun zwar in dem kleinen wei- chen Stupsnaschen durchaus keine Aehnlichkeit mit der geraden

mt seines CoSne» !***>»* 9$T

Aehnlichkeit geradezu tu die Augen fallend.

Nur schade, daß er meine blonden Haare hak.- sagte die Mutter unzufrieden.Es wäre viel schöner gewesen, er hatte Alfreds Haare."

Das ändert sich. Kinder bekommen spater immer eine an­dere Haarfarbe," beruhigte sie der neue Großvater mit erfah­rener Miene.Und wenn er die blonden Haare behält, so freut sich sein Vater. Der hat Dein blondes Haar doch so gern."

Dunkle Schatten zogen über die eben noch strahlenden Au­gen.Wenn er wiederkommt!" sagte sie langsam.

Nun, nur nicht wieder kleinmütig werden," mahnte Herr von Werkheim.

An einem der nächsten Tage saßen Helen und ihr Schwie­gervater unter der großen Kastanie an der Westseite des Schlos­ses. Neben ihnen stand der Korb mit dem Kleinen, von dem sich Helen fast nie trennte, zum großen Schmerz der Kinderfrau, die sich oft ganz überflüssig vorkam.

Friedrich brachte dis neuesten Zeitungen und legte sie auf den großen, runden Tisch.

Beide griffen hastig danach. Lebte man doch in diesen Wochen in steter Erwartung. Es war, als ob jeder Tag etwas Neues, etwas Großes bringen müsse.

3ör einige Zeit herrschte Ruhe. Nur das Rascheln der Blätter unterbrach die Stille.

Plötzlich sprang Helen auf. Die Zeitung, in der sie gelesen,, fiel zu Boden. Mit vor Schrecken geweiteten Augen starrte sie' auf den Schwiegervater.

Was ist es, Kind? fragte der alte Herr ahnungsvoll.

Helen preßte die Hand aufs Herz.O Gott! O Gott!" stammelte sie.

Ist etwas in der Zeitung, was Dich erregt?"

Der alte Herr bückte sich und hob das zu Boden gefallene Blatt auf. Helen zeigte auf eine Stelle.Hier!" sagte sie ton­los und setzte sich müde in ihren Stuhl.

Mit unruhigen Augen überflog der alte Herr die bezeich- nete Stelle. Die Glieder waren ihm plötzlich seltsam schwer und vor fernen Augen lag ein Nebel, so daß er nichts erkennen konnte. Er strrch sich ein paarmal über die Augen.

Norwegische Seeleute berichten, daß fie gesehen hätten, wie ern englischer Dampfer, der die Flagge eines neutralen Landes ftihrte, U 57 unter salfcher Vorspiegelung an sich heran gelockt und dann in Grund gebohrt habe.

Also nun war es da, das Entsetzliche? Das längst Gefürch­tete. Unsicher flogen die Augen des alten Herrn zu Helen.

rr n f?\® a . rf WbW die Arme über den Tisch und vergrub das Gesicht dann. Ern fassungsloses Schluchzen erschütterte den xorper.

Bekanntmachung.

Nächsten Montag, de» 29. April, verteilen wir ln der «lten Post

frische Land-Eier

5^ Zeiteinteilung wie -ei der Butterverteilung.

(Es werden abgegeben:

?uf fierkar'e gelb. Marke 24, 1 Ei zu 30 Pfg., auf abqestempelte ^Marke 25. 1 Ej -u 30 Pf^. Gegen Vorlageder

MoÄj 1 "ei ,« M n !f"" ouf ab8f ' ten,peItf I0te

Eierkarten sind mit vorzulegen. Nicht abgestempelte rote

^erecknio-n (£ierfa ! en ohne die betreffenden Morten

wer?o^ ^ äUm ® qu0; "nzeln obgeuenme Marken find

Fnedberg. den 25. Avril 1918.

Der stellvertretende Bürgermeister. ^

(Stadt. Lebensmittel-Ausschuß)

___I. A.: Langsdorf.

wünschte, ich wäre tot!" kam ee in abgerissenen Laute» vs« ihren Lippen.Hätte ich doch nie gelebt!"

Der Schrei ging dem alten Herrn durch und durch. Er kar- ans den tiefften Tiefen einer gefolterten Seele. Aber Gott f>L Dank! dachte er, fie kann endlich weinen.

Er legte besänftigend seine Hand auf das gebeugte Haupt -Tasse Dich, Kind. Sage nicht so gottlose Worte!"

Was soll ich noch auf der Welt? Warum bin ich Lbe^ Haupt da?"

Aber Kind! Me ungerecht bist Du in Deinem Schmerz! Hast Du dem Dahingegangenen nicht die Sonne in sein Daseir gebracht? Hast Du ihm nicht selige Stunden bereitet?"

Nichts bin ich nütze! Niemand braucht mich mehr! Was soll ich noch hier? Ach, wäre ich dort bei ihm! Ins Wasser nwchte ich an derselben Stelle, an der sie ihn heimtückisch mor­deten.

Cie hob plötzlich den Kopf.Ah. nun weiß ich's! Sie haben es getan, die da drüben, auf die ich einst so stolz war! Ah, pfui. Mir ekelt vor solch gemeiner Kampfesweise! Ach ich hasse sie? Ich hasse sie, diese Mörder meines Glückes!"

Der zarte Körper flog wie im Fieber. Besorgt sah Herr von Werkheim in die unruhig flackernden Augen.

Beruhige D'.ch, Helen. Du darfst Dich nicht wieder krank machen. Du hast eine Aufgabe zu erfüllen, die einen ganze?. Menschen erfordert. Du mußt Dein Kind zu einem tüchtige» Menschen erziehen. Und in dem Gedanken an seinen Vater wird es Dir gelingen. Wer eine solche Aufgabe vor sich hat, ist nicht nutzlos."

Er hielt plötzlich inne. Eine sonderbare Verändern,.- ging über das Gesicht des jungen Weibes. Eine Veränderung so unerwartet, so fremd dem welchen Gesicht, daß der alte Her, einen Augeriblick ganz benommen war.

^nweggeweht war alles Weiche. Unentschlossene. Kind, ttche. Es schien, als ob die Hand des Allmächtigen über dieft Zuge gestrichen und aus dem kindlichen Weibe eine ernste. ent* fchlossene Frau gemacht hätte.

Mit einer raschen Bewegung warf sie sich vor dem Vetiche» * bes Kindes auf die Knie, schlang ihre Arme um das kleine Kör­perchen und rief:

»Ja, ich will leben! Leben für Dich, mein Kind! Du. mein« Zukunft, mein alles! Mein teures Vermächtnis meines Alfted."

Wie ein Schwur klangen die Worte.

Herr von Werkheim wischte fich die Tränen aus den Augen, aber er schämte sich dieser Tranen nicht.

So ist es recht, mein Kind! Wir brauchen Frauen, die ss

bC Ü! e ü:' b o °° n Lesern Geiste beseelt find. In ihren Hände« ruht die Zukunft unseres Volkes."

Ende.

Krkamrtmachnng.

Dienstag, den 30. April, nachmittags ooa 3S Uhr stndec in der allen Post die Abgabe von 0 » "yr

Speisefett

statt.

Uhr für die Numm»n" 6>m auswärts de- Bezirk» I von 3705 Uhr ,ur die Nummern 1500 des Beftrks il Cte abzugebende Menge beträgt für Familien:

von 12 Personen V 4 Psund und tostet 0,55 Mk.

»0 ,, 7 ^ 1 l 0

Dip !" e * r Personen"«/. Pfund "und kostet"l,65 Mk.

j-' teUcmen sind als Ausweis vorzulegen. Rituell

ln be Jl öe r l, L ae ,tB iS Emilien und Haushaltungen, die geschlachtet haoen, sind vom Bezug ausgeschlossen. * 1 } J

Friedberg, der, 24. April 1918.

Der sttllo. Bürgermeister

lstädt. L vensmiuel-Ausschuß.

2. A.: Lang s d 0 r f.

Keknnntmachnng.

m, w" i 25 i 77 1 pr i [ 77/7'« Nachtragsbekanntmachung Wr w' 7-,/,-' 7 7/ ' N > zu derBekann.machuno Nr. W. L 1771/5. 17. K. R. A. vom 1. Juli 1917 be-

und Bestanoserhebun-, der deut­schen Schachyur uyd des Wotigefälles bei den deutschen Gerbereien", erlassen worden. ' 1

£et Wonlaut der Bekanntmachung ist in den Amts- blättern und durch Anschlag veröffentlicht worden.

__Tlküv. föfiffmiuiiiifliaiiiii) 18. IrnufiorpS.

in der Oberförsters! Konradsdorf.

ben 7. Mai l. Zs., werden versteigert aus den SnttoM'fäwltl ' 6 l^nd-'holz) 15. 15 und 17 der

f'i = ° 95 !»>".. Liirck.. III. KI. ^ Kl. 5 6<<f = 2,67 Fm., V. Kl 3 Stck

« ^06 ^'Scheiter: Buche I. Kl. 28 i Rm, Knüppel- 1 V Hainbuche 3 Rm.. E^che SL W 2- Kiefer 3 Rm. Lärche 1 Rm.. Stammreistg: Buche 656 Rm., Eiche 816 Rm'. Erle 4 R, Astrein«,

M Rm., Eiche 320 Rm., Stöcke: Buche 28 Rm., Eiche 24 Rm

Sl efe od^T 2 ^'chte 10 Rm. *

^on Obstgut Breitenhaide zirka 4 Rm. Obstbau,nknüppel.

Diit.ttten^Ls?«^?' .l. 3s., werden versteigert aus den Liitrikten Höchst Abtlg. verschiedene Stein 12 und 13. Mark 1 und

StÄleim: ^ßberg und Kronberg 3 der Forst

Scheiter: Buche I. Kl. 171 Rm.. N. Kl. 20 Rm Kieker krund^ f/m.. Kmippel: Buche 210 Rm.. Eiche30 Rm Hainbuche 14 Rm Elsbeere 1 Rm., Kiefer 1 Rm.. Fichte 5 Rm Knuvpelrelig: Buche 8 Rm., Eiche 2 Rm' Kiefer 3 S

Eick7^ä^Nn.® U r? rf 20 Astreisiq: Buche 1120 Rm.,

Fichte 13 Rm ' ^ ^uche 160 Rm., Eiche 37 Rm.,

on feen ^Eiden Tagen vormittags 11 Ubr im Nie- chen Saale zu L'ßberg Die blau unterstrichenen Nummern kommen nicht zum Ausgebot. Da das Holz nicht Or0 s»r-l n * * ID0 Ü e man dasselbe vorher ansehen. Libbesg/PoU OnÄ-rg, ^ Kltpst.in zu

Konradsdorf, den 22. April 1918.

Grotzh. Oberförstrrei Konradsdorf.

Keüamttmachung.

25. 4. 18 ist eine Verordnung Nr. 31. 9. 17 W. V. 1 5 Nr. 5^6. 2. 18. W. V. 1 1 betreffend me lalilsches Natrium" erlaffelr worden.

der Bekanntmachung ist in den Alnts- blatlern und durch Anschlag veröffentlicht worden.

__Mo. AmMmMg 18. Aniirekss-S.

lIE iieien schnell UNÜ MNgst

!l nl I Nlißeslkiliiiig

* Srickkrei hbö prrl«^ J..«.

Hshversteigerung.

2n dem lSemeindewald Ober-Rosbach. Distrikt Iohannesbeck Iungerbusch nnd Wasserdöll kwnmt folgendes Hol; zur Versteigerung : Montag, den 2S. April 1918 50im Eichen-Scheiter. 17 rm Birken-Scheiter. 16 rm Kieiern- S rm Buchen-Knüppel. 113 rm Eichen-Knüppel.

Kiefern-Knuopel, 18 rm ^^ Ä UPpe ^ 00 ?'chem 2 Lellen, 2200Kiefern-Wellen, 55 rm Brühen- und Eichen-Stöcke.

Miltwoch, den 1. Mai 1918.

6 Buchen-Stämme von 30-49 cm Durchm. u. 6-7 m Länge r J von 3740 cm Durchm. U.7ll m Länge

5 7 00tl cm Durchm. u. 612 m Länge

i« N-ch^U'^tamme von24 31 cm Durchm.u. 17-18 m Länge 13 ^f?ru n 4- amn,e von 24-39 cm Durchm. u. 7-13 m Länge 13 Kjeleru-stamnie von 24-34 cm Durchm. u. 514 m Länge

L..^ demlelben Termine läßt Jacob Wilhelm Dieffenbach und udwlg Becker von Odrr-Rosbach mit versteigern:

2 Eichen-Stämme von 46 cm Durchm. und 10 m Länge 11 r a \l r ' s( §tÄmmex>on 37-40 cm Durch,,,, u. 16 m Län?e 11 Fichien-stamme von 18-27 cm Durchm. u. 16 m Länge

^"^^Enkunft und Anfang der Versteigerung ist an 2°h°nn-»h.°-. 00,m,<in< 0 Uh- °.m Wald am DistrM

Ober-Rosbach, den 23. April 1918.

«Srobh. Viirgermeisterek Ober-Rosbach

Dieffenbach.

Aktiva.

Kassenbestand Guthaben bei der Bank Guthaben in laufender Rechnung.' A^chastsguthaben bei Genossenschaften

Darlehn gegen Schuldschein .* ]

Darlehn gegen Hypothek . .

Wertpapiere, Kriegsanleihe . . .

Zinsenreste ...

Stückzinsen . . . ^ I

Passiva.

Reservefond .... Betnebsrücklage . . ^

Geschäf sguthaben der Genossen Spareinlagen und Karlengeloer Schuld bei der Bank . Reingewinn ....

Mk.

Ml.

Mk.

5 370. - ? 15 8«. u.r 250. .. 80U0.-:

30.^ 11 927,3 106 984. - 49 Oi 0.-< 3 962 2fc 237.5t

201 657.04;

Giroverbindlichkeiten . Milgtiederstand Anfang 1917 Zugang in 1917 .

Abgang in 1917 . Mitgliederstand Ende 1917

Gronau, den 25. April 1918.

9 200 .» 2 805.11 1 770.-

185 074. U 7 800.-

1007 3t

"aia. 201657.1#

56

2

2

56

Spar und Darlehnskasse e. G. m.«. H,

Job. Philips Diehl. Friedr. Adolf Wenzel.

Sisue

ln alle« Weiten.

Mayer J. Hirsch

Friedberg

dem Rathause gegenflber.

Die Gemeinde rode beabsichtigt sprungfähigen

Burg-Gräfe» einen jungem

Eber

Suche znnr 1. oder 15. ein tüchtiges, zuverlässiges

Mai

Mädchen

welches schon gedient hat und Hausarbeit versteht

Frau Apotheker Schmidt,

Echzell.

Kleineres oder mittleres

szz Gut =

M kaufen oder zu pachte» gejucht. Angebote unter F. A. 1972 an Allgemeine Anzeigen»

Gesellschaft b. H., Berlin W. 9

Budapesterftr. L

anzukaufen.

Besitzer solcher Tiere wolle« sich bei Unterzeichneter Bürger­meisterei melden.

Kurg-GralkvroLt, 23. April 191»

Büraermeifterei

2. 83.: Rahn.

ZUMlilchkil

empfehle:

Seifenvulver, K. -A.-Se ise^ Schmierwaschmittel, Wasckipoloer, Bleichsoda. Bl-ichwasser, Salmiakgeist. Kngelblaa «sw.

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Le-iedl.«», ». Kaiserstratze 7.