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Graue Gefahren.

No man ans der Gegenwart von M. Gontard. Schuck. 81) Nachdruck verboten.

Hoffnung? Sagen Sie mir, wann die Hoffnung stirbt. Und wenn mir morgen einer sagte: Ich habe mit meinen eigenen Augen gesehen, wie U 57 unterging, so toitröe ich doch noch denken: Dsa Schiff ist untergegangen aber er- kann leben, er kann gerettet sein. Me Hoffnung stirbt nicht so leicht. Obgleich"

Sie waren kürzlich in Kiel? Was sagte man Ihnen da?"

Man weiß nichts, oder gibt vor, nichts zu wissen. Ich selbst würde das alles ja eher ertragen obgleich die traurigste Gewißheit besser ist als diese folternde Ungewiß­heit wenn ich nicht täglich diese Augen sehen müßte. Es ist zum Verzweifeln."

Ist es denn überhaupt möglich, daß das Boot wieder auftaucht?"

Der Baron zuckte die Schultern.In Kiel sagen sie ja. Ich selbst glaube es nicht. Es sind jetzt genau zehn Wochen, seit wir nichts gehört haben. Wo sollte er denn sein?"

Zlber einerseits muß man sich auch wieder sagen, wenn ü 57 vernichtet wäre, würden die Engländer sich schon-längst dainit gebrüstet haben. Die hätten's nicht verschwiegen."

Je nachdem! Vielleicht ist etwas dabei zu verbergen. Oder der Untergang hat keine Zeugen gehabt."

Ist es nicht möglich, daß der Herr Kapitänleutnant unten bei den Dardanellen ist? Haben Sie übrigens den Aufsatz heute gelesen: Deutsche U-Boote bei Gibraltar?"

Nein, ick habe nichts gelesen. Ich bin noch nicht dazu gekommen. Aber wenn U 57 ins Mittelmeer beordert wäre, so müßten sie es in Kiel doch wissen."

Das werden sie auch. Damit ist natürlich nicht gesagt, daß sie es auch sagen."

Der Baron schwieg einige Minuten.

Ich bin so froh, daß wir das Kind durchgebracht haben.

Schließlich lvie die Sachen lagen mußte ich damit rechnen, daß mein Sohn eines Tages Unglück hatte, so zu­versichtlich er auch immer war. Sollte mir nun wirklich die Gegenwart genonnnen werden, so habe ich doch immer noch, die Zukunft meines Hauses das Kind. Aber auch seine Mutter möcht' ich behalten, denn ich bin alt."

Die niedergedrückte Art des sonst so aufrechten alten Herrn ergnff den Arzt.

Mein lieber Baron, Sie sehen auch gleich zu schwarz. Gewiß, es gibt wohl wenige, die in diesem Kriege niemanden zu beklagen haben. Aber damit ist immer noch nickt gesagt, daß unser tapferer Werkheim zu denen gehört, die ihr Leben lassen müssen. Und wenn es so wäre, so würde man in ganz Deutschland mit Ihnen trauern. Aber nun möchte ich

wir doch erst einmal mAne beiden Pfleglinge ansehen. ist die gnädige Frau?

Wo

Ich werde Sie begleiten, Doktor. Meine Scktvleger- tochter ist mit dem Kinde im Park."

Helen saß in einem bequemen Korbstuhl und gab sich ihren Träumen hin. Sie hatte den Kopf zurückgelehnt und hielt die Augen geschlossen. Wie schön war es doch hier! Wie wundervoll das Sonnenlicht durch die Aeste schimmerte. In der Luft war ein Singen und Klingen wie ein tausend­stimmiges Konzert.

Plötzlich zogen sich ihre Brauen schmerzlich zusammen. Waron erinnerte sie nur dieser duftreiche Frühlingstag?

Sie sann und sann. Jetzt wußte sie es. Im letzten ^ahre war es, in London in Douglas' Palast. An dem Tage, als sie zu Alfred ging.

Alfred! Wie lange hatte sie keine Nachricht mehr von ihm! Wie lange? Sie sann und sann, aber'dann gab sie es auf. Sie wußte es nicht. Sie war so müde, so müde. Und sie sollte doch gesund uttb kräftig werden, um ihren Sohn erziehen zu könne:,.

Ihr Sohn! Wie seltsam klang das Wort in ihrem Ohr. Ob sie sich freute sie wußte es nicht. Wenn sie das kleine, zarte Gebilde mit den winzigen Fäustchen und den dunklen Aeugelchen ansah, dann war ihr immer, als müsse sie laut ausweinen.

Freuen! Wie konnte sie sich denn freuen, wenn Alfred nicht wiederkam. Nur ein grenzenloses Mitleid wuchs in ihr hoch

Ob sie noch einmal wieder so recht von Herzen froh werden konnte?

Der Kies knirschte unter nahenden Schritten.

"Das ist recht, mein Töchterchen," rief der alte Herr schon von weitenuNur immer in Luft und Sonne mit dem kleinen Mann, damit er ein tüchtiger Kerl ist, wenn sein Vater kommt."

Helen richtete sich auf. Ein freudiges Leuchten trat in die dunklen Augen.Hast Du Nachricht? Einen Brief?"

Herr von Werkhenn erschrack vor dem verlangenden, sehnsüchtigen Ausdruck in den dunklen Augen. Er wurde unsicher. Was sollte er sagen? Da mischte sich der Medizinal- rat ins GesprächeNoch ist kein Brief angekommen, meine liebe, gnädige Frau. Aber wie ich soeben dem Herrn Baron schon gesagt habe, find unser U-Boote jetzt bei den Dardanellen. Es ist also ziemlich sicher, daß der Herr Kapitänleutnant auch dort ist."

Helen sah den Arzt mißtrauisch an. Unsicher flogen ,hre Augen von einem zum andern.

Aber warrnn schreibt er nicht?"

Herr von Werkheim zuckte die Achseln.Wer weiß, ob er dazu Gelegenheit hat. Wer kann wissen, wo sie ihren Stützpunkt haben. Dann bedenke, die lange Fahrt! Es dauert doch mindestens vier bis fünf Wocken, bis sie dort

hinkmnmen. Wir wissen natürlich nichts Bestimmtes', aller < alle Anzeichen sprechen dafür, daß Nfred da unten ist"

Fest preßte sie die Hand auf dar pochende Herz. Etwas von der alten Helen schien über sie glommen. Mrt einem Laut des Entzückens beugte sie sich über das schlafende Kind.

''Wenn es wahr wäre!' Wenn es wahr Ware! M-i-» Kind! Ach, mein Kind!" stammelte sie.

Die beiden Herren warfen sich bedeutsame Blicke af*

Auge des Barons schimmerte es feucht, und auch der Medizmalrat strich sich hastig über Stirn und Augen.

"Ja, ja, kleiue Mama! Du mußt gesund und kräftig werden. Der Vater soll sich doch über euch beide freuen, wenn er wiederkommt."

"Ja, ich will gesund und ki'äftig werden!" sagte di? tunge Frau und richtete sich entschlossen auf.

Wenn Alfred lebt, dann will ich auch leben."

So ist's recht!" lobte der Medizinalrät.Nun wird'ck 1-chon rasch gehen. Und wenn erst mal ein schöner, langet Brief kommt, dann geht es mit Riesenschritten vorwärts.*

Als die beiden Herren gleich darauf dem Schlosse wieder zuschrrtten, sagte Herr von Werkheim:Nun haben Sie e< selbst gesehen. -Doktor! Ich glaube, sie hat sich zum erftcn Male über das Kind gefreut. Sie sieht alles nur durch ihn, durch ihren Fred. Sie ist eine Natur, die vollständig imto restlos in ihrer Liebe aufgeht."

Es gibt solche Frauen. Glücklich der Mann, der eins solche Frauenliebe findet. Die gnädige Frau darf aber unter keinen Umständen schon jetzt erfahren, was ihr früher oder später vielleicht doch mrtgeteilt werden muß. Wir miiffett vor allen Dingen Zeit gewinnen. Später kann si« dann einen solchen Schlag eher ertragen."

Was an mir liegt, so soll sie sicher nichts erfahren. Graut nur schon jetzt vor dem Zeitpunkt, wenn es einmcül soweit ist. Denn, Doktor ich fürä-te ich fürchte, all« Selbstbesckwichtigung nützt nichts. Ich werde mich damD abfinden müssen, daß ich meinen Sohn verloren habe."

Es ist das Los so vieler in diesem unseligen Kriege. Damit müssen wir uns trösten. Uebrigens, eh ich's ver­gesse, ich wollte schon immer fragen, haben Sie nie wieder etwas von dem Bruder der jungen Frau gehört? Ist er glücklich entkommen?"

Der Baron strich sich verloren über die Augen.

Man soll von den Toten nur Gutes reden," sagte er langsam.9lber von diesem Manne kann ich es nicht. Er hat mir zuviel Böses getan. Hätte er doch beinahe die Zu­kunft meines Hauses vernichtet."

So ist er tot?"

Der Baron nickte.Ja," erwiderte er.Gestürzt f in der Nacht gegen einen Schlagbaum gefahren. Er mutz sofort tot gewesen sein, denn er hatte das Genick gebrochen."

Schluß folgt.

Die Gemeinde Burq-Gräfer,- eode beabsichtigt einen jungen sprung fähigen

Eber

enzukaufen.

Besitzer solcher Tiere wollen sich bei umerzeichneter Bürger­meisterei melden.

Hur-r-Griienrode, 23. April 1918.

Grogh. Vüraermeisterei

^_ I. V. : Rahn.

Mir suchen mm so artigen Ein­tritt einen fleißigen und strebsamen

Mann

als Lagerarbeiter.

Auch Kriegsbeschädigte, die sol­che Posten versehen können, wollen sich bei uns melden.

statt.

Der Proich AttWn,'

Friedberg.

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Zu erfragen in der Geschäfts- ffelle derNeuen Tageszeirun z".

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Rudolf Vetth, Heuchelheim.

Dekauntmachung.

Am Freitag, den 26. April findet in der alten Post die Abgabe von

Margarine

Zeiteinteilung wie bei der Butteroerteilung.

, ^ ® ic Q be erfolgt nur gegen Vorzeigung der Lebensmittel­karten. Landwirtichast treibende und Milch erzeugende Hausham lungen und Haushaltungen, die Hausschlachtungen vorgenommen haben, sowie Me rituell lebende israelitiiche Bevölkerung, sind vom Bezüge ausgeschlossen. Für jede auf der Lebensmittelkarte verzeitynele Person werden

100 Gramm zum Prei'e von 40 Pfg. abgegeben.

Friedberg, den 23. April 1618.

Der stellvertretende Bürgermeister.

(städt. Lebensmittel-Ausschuß)

_ 2. A.: Langsdorf.

w

uns»mu..

Geschäftsstelle Frankfurt a. M., Kronprinzenstraße 41. (Kronprinzenbau.) Fernrus Römer 42011. Zurostunden: Momaa, Dienstag, Donnerstao, Freitag, nachmittags oer [ llbr. Eefchäftsanzeigen in diesem Raum nur für unsere Mitglieder; dieselben sind kostenlos, jedoch muß bei Aus- »e der Anzeige auf die Mitgliedschaft hingewiesen werden.

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Ta ms tag, den ll April 1818 , nachmittags 2 Uhr im HolklGrohherzag

wird Herr Dr. Bischofs-Berlin, Geschäftsführer der Kar­toffelbaugesellschaft, über:

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Fr. Weber, Friedberg i. H.

sprechen. Mir laden öu dem Vortrage dringlich ein.

Oekonomierat Breidenbach-Dorhelm,

Landtagsabgeordneter, Vorsitzender des Provinzialaus­schusses der Landwirtschaftskammer.

Graf Wilhelm zu Solms-Kaubach Arnsburg,

Präsident des Oberhessischen Landwirtschaftlichen Provinzialvereins.

Geheimer Professor Dr. Gisevius,

Direktor des Landw. Tlnioerntäts-Instituts, Vertrauens­mann der Kartoffelbaugesellschaft, Leiter der Kartoffel­versuchsstelle Gießen.

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