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Nummer 95

MMmoch. de« Ä4. April LS 18

11. Jahrgang

Tageszeitung

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16 469 999 sklüliche Tullllge seit Knegslikgi«« nrr|enht,

689009 Tonne« im War;. Rittmeister von Dichthofen gefallen. Englische Angriffe gescheitert.

Kämpfe in Mazedonien. Gin Seelreffen in der deutschen Sucht.

Wilmßn«. Pitljotrn irftln.

Jeglichem kommt endlich sein Tag! So hat denn das Schick­sal den hehrsten Helden der Lust dahin gerafft und Freiherr von Nichthofen, der erfolgreichste deutsche Kampfflieger hat dem Tode sein Opfer gezollt. Wie es dereinst von dem unvergeß- lichen Freiheitskämpfer Friesen geheißen hat: Ihn hat in offe­nem Kampfe keines Sterblichen Klinge gefällt, so kann sich keiner unserer Feinds rühmen, Freiherrn von Richthofen im Streit besiegt zu haben. Das Flugzeug, das feinen Lenker so oft zum Kampfe und Siege geführt hatte, versagte und brachte den Hel­den zu Fall. Wohl hatten und haben wir in unserem Heer viele wackeren Kämpfern, viele schon deckt der kühle Rasen, keiner aber konnte sich an Erfolgen mit Richthosen messen, er ist der Schrecken der Feinde gewesen und unwiderstehlich war sein An- griff. Nun ist er dahin gegangen, von wannen es ke-ne Wieder­kehr gibt. In dem Heldenbuch aber, worinnen so viele deutsche Streiter ihren Namen eingetragen haben, wird sein Name mit goldenen Lettern prangen und ewig unvergeßlich wird in dem Heldenkampf Deutschlands um fein Dasein gegen eine ganze Welt voll Feinde der Name F Le iherr von Richthofen Strahlen.

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Berlin. 29. April. Im Hauplausschuß des Reichstages wurde heute den Abgeordneten davon Mitteilung gemacht, daß Deutschlands erfolgreichster Flieger, Rittmeister vom Nicht- Affe«! om der Westfront gefallen ist.

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Berlin, 29. April. (MTB. Amtlich.) Am 21. April ist Rittmeister Manfred Freiherr von Nicht Hofen von einem Jagdfllkg an der Somme nicht zurückgekehrt. Nach über­einstimmenden Wahrnehmungen seiner Begleiter und verschie­dener Erdbeobachrer stieß Richthofen einem feindlichen Jagd­flugzeug in der Verfolgung bis in eine geringe Höhe nach, als ihn anscheinend eine Motorstörung zur Landung hinter den feind­lichen Linien zwang. Da die Landung glatt verlief, bestand die Hoffnung, daß Freiherr von Richthofen unversehrt gefangen sei.

Eine Meldung des Neuterschen Bureaus vom 23. April aber läßt keinen Zweifel mehr, daß Rittmeister Freiherr von Richt- hofen den Tod gefnade« hat. Da Richthofen als Verfolge, von fernem Gegner in der Luft nicht getroffen worden sein kann, so scheint er einem Zufallstreffer von der Erde zum Opfer gefal­len zv sein. Nach einer englischen Meldung wurde Freiherr von Nichthofen ans dem Kirchhofe in der Nähe seines Landungs­platzes am 22. April unter militärischen Ehren bestattet.

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Haag, 23. April. Reuter meldet aus London: Der Kor­respondent desDaily EhromUe" bei dem englischen Heer in Frankreich berichtet, daß das Geschwader Richthofen in der Stärke vcn ungefähr 30 Aufklärungsflugzeugen am Sonntag oberhalb der englischen Linie im Sommetal erschien und Jagd auf die englischen Flieger machte. Es schwenkte dann in nörd­licher Richtung ob. Rasch waren ungefähr 50 Flieger im Kamps. Alle Flugzeuge mischten sich in den Kampf. Es kam zu einem allgemeinen Luftgefecht, in dem es unmöglich war, die Kämpfer zu unterscheiden. Man sah jedoch Richthofen nur 150 Meter über der Erde hinwegfliegen, als sein Apparat vor dem Feinde ntederstürzte. Als man seine Leiche aufnahm, entdeckte man, daß er dicht unter dem Herzen einen Schuß erhalten hatte.

Amsterdam, 23. April. (WTB.) Reuters Berichterstatter an der Front telegraphiert: Die Beisetzung des Freiherrn von Richthofen war sehr eindrucksvoll. Der gefallene Flieger wurde auf einem hübschen kleinen K'cchhofe nicht weit von der Stelle, an der er niedergebracht worden war, beerdigt. Eine Abteilung der könialichen Luftstreitkräfte erwies ihm die letzte Ehre. Der Berichterstatter fügt hinzu: Wenn es auch mdft unsere Aufgabe ist. der übrigen Welt Kultur aufzuzwingen, so werden wlr doch nicht aushören, uns unseren Feinden gegenüber ritterlich zu er­weisen.

Der Nachruf des Generals der Luftstreitkräfte.

Berlin, 23. April. (WTB. Amtlich.) Anläßlich des Heldeir- todes dcs Rittmeisters Freiherr von Richthofen erließ der kom­mandierende General der Luftstreitkräste folgenden Nachruf im Derordnungblatt für die Luftstreitkräfte:

Unserem Rittmeister Freiherr von Richthofen!

Rittmeister Manfred Freiherr von Richthofen ist von der Verfolgung eines Gegners nicht zucilckgekehrt. Er ist gefal­len! Die Armee hat einen rastlosen und verehrten Helfer, die Jagdflieger ihren fortreißenden und geliebten Führer ver­loren. Er bleibt ein Held des deutschen Volkes, für das er

kämpfte und für das er starb Sein Tod ist eine tiefe Wunde für das Geschwader und für die gesamten Luftstreitkräste. Der Wille, durch den er siegte, mit dem er führte und den er ver­erbte, wird die Wunde heilen.

Der kommandierende General der Luftstreitkräfte

von Höppner.

Der- deutsche Generaistab - meldet: s

M. T. K. Großes Kanptqrmrtier, de«

23. April. Amtlich.

Westlicher Kriegsschauplatz.

Auf den Schlachtsronten blieb die Gefechtstatigkit auf zeit­weilig auflebenden Artilleriekampf und örtliche Infanterie- Unternehmungen beschränkt.

Die englische Infanterie war namentlich zwischen Lens und Albert sehr tätig. Erkundungsabteilungen, die an zahlreichen Punkten gegen unsere Linien vorstießen, wurden überall zurück­geschlagen. Vergeblich versuchte der Feind mit starken Kräften das am 21. April am Walde von Aveluy verlorene Gelände wiederzunehmen und beiderseits der Straße VouzincourtAve­luy die Bahn nördlich von Albert zu gewinnen. In mehrfachem» verlustreichen Ansturm büßte er Gefangene ein. An den übri­gen Fronten nichts von Bedeutung.

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In beu beiden letzten Tagen wurden dreißig feindliche Flugzeuge abgefchosten. Leutnant Buckler errang seinen 32^ Leutnant M e n k h o f f seinen 25. Lustfieg.

Mazedonische Front.

Zwischen Ochrida- und Prespa-See sowie nordwestlich von Monastir Artillerie- und Minenkampf. Deutsche Abteilungen stießen westlich von Makovo in französische Stellungen vor. Bul­garische Truppen wehrten südlich des Doiran-Sees englische Teilangriffe ab. Einige Franzosen und Engländer wurden gefangen.

Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff.

Abendbericht.

Berlin, 23. April, abends. (WTB. Amtlich.) Von den Kriegsschauplätzen nichts Neues.

Der österreichische Generalstab .= meldet:

Wien. 23. April. (WTB.) Amtlich wird verlaulbart: Keine besonderen Ereignisse.

Der Chef des Generalstabe».

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Der bulgarische Generalstab ||

- meldet: =

Sofia, 22. April, (WTB.) Generalstabsbericht.

Mazedonische Front: Westlich des Prespa-Sees und an eini­gen Stellen im Cerna-Bcgen kurze Gegenseitige Feuerüberfälle. In der Moglena-Gegend verstärkte sich das beiderseitige Ar­tilleriefeuer. Bei Kukuruz zersprengten wir mehrere feindliche Jnfanteriegruppen durch Feuer. Züge französischer Infanterie versuchten an unsere Posten südlich von Eewgheli heran zu kom­men, wurden aber blutig abgeschlagen. Südwestlich von Doi- ran hält die beiderseitige verstärkte Feuertätigkeit an. Im Strumatal Erkundungstätigkeit.

Dobrudschaftont: Waffenstillstand. ^ r ^

Das türkische Hauptquartier -- meldet: =

Konstantinopel, 22. April. (WTB.) Tagesbericht Palästinafront: Bon der Wüste bis zum Jordan nur geringe Eefechtstätigkelt. Auf das östliche Jordanufer vorstoßende eng­lische Panzerkraftwagen wurden durch unser Artilleriefeuer ver­trieben. Eine gegen Maon und die Hedschesbahn gerichtete Unternehmung von Rebellen scheiterte an dem tapferen Wider­stande unserer Besatzungstruppen. Unsere herbeigeeilten Un­

terstützungen schlugen die feindlichen Banden in die Flucht u«D brachten ihnen erhebliche Verluste bei.

Kaukasusfront: Unter steten Kämpfen nähern sich unferO Truppen der Stadt Kars. Osurgety, nordöstlich von Baturitz wurde genommen.

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Mär;beute 689 000 Tonnen.

«crUn, 22. April. lWTB. Amtlich.) Im Monat März find insgesamt 689 000 Bruttoregistertonnen des für unser« Feinde nutzbaren Handelsschiffsraum vernichtet worden.

Der unseren Feinden zur Verfügung stehende Welthandels» schiffsraum ist somit allein durch kriegerische Maßnahmen sei- Kriegsbeginn um rund 16 469 000 Bruttoregistertonnen verrin­gert worden.

Der Chef des Admiralstabs der Mariue.

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Berlin, 22. April. (WTB.) Wieder ein Markstein in un­serer opferreichen, doch unvermeidlichen und von hohen sittliche« Zielen getragenen Auseinandersetzung mit England. Ein Mo­natsoerlust von 689 000 Bruttc-Negistertonnen bedeutet VA v. Hundert, auf das Jahr umgerechnet 42 v. H. des gesamten, den Westmächten für'ihre militärischen und bürgerlichen Zwecke zur Verfügung stehenden Schiffsraums, der nach amtlicher deutscher Berechnung am 1. Januar d. I. keine 20 Millionen mehr betrug. Woher schöpft Eeddes den Mut, in seiner am 5. März gehalte­nen Parlameytsrede von einerabfälligen" Richtung der Kurve der britischen Handelsschiffsverlusie zu sprechen? In seinem Weißbuch trägt er vor, daß der Welthandelsschifssraum im Verlaufe des Krieges bis Ende 1917 nur 11,8 Millionen Brutto- Registertonnen Verluste erlitten hätte, während der deutsche Admiralstab an Kriegs- und Seeverlust unwiderleglich runh fünf Millionen Brutto-Registertonnen mehr Nachweise. Doch das Verfahren, mit dessen Hilfe die britische Admiralität das Wagnis unternimmt, der gesitteten Welt daheim und Über Se« diesen sinnfälligen Betrug vorzusetzen, ist entlarvt. Lloyd Ge­orge and Geddes veruntreuen die Verluste an in militärische« Diensten fahrenden Schiffen, die sogenannten Marineverluste, Hilfskreuzer, Wachfahrzeuge, Lazarettschiffe, sehr wahrscheinlich aber auch Truppentransporter und Munitionsdampfer, also ge­rade die Schiffe, die unseren U-Booten besonders ausgesetzt sind. Diesen Sachverhalt hat lautTimes" vom 13. Dezember i« Unterhause Dr. Mac Namara auf eine Frage des Abgeordnete« Dr. Pringle aufaedeckt. Nur diese Unterschlagung versetzt das britische Kabinett in die Lage, der stürmisch Klarheit fordern­den öffentlichen Meinung Englands eine scheinbar befriedigende Statistik zu unterbreiten. Schlimm bestellt ist es um ein Land, besten Minister zu solchen Mitteln greifen müsten. Der Tag der Abrechnung wird kommen. Das englischeWeißbuch" zeugt nicht gegen, sondern für die Richtigkeit der amtlichen deutschen An­gaben. Zu einer mörderischen Waffe gegen die Defraudanten auf Ministersesseln wird es werden, seitdem wir den Betrug entdeckten. Geddes und Lloyd George stemmen sich der ehernen Entscheidung unserer Waffen mit Lug und verzweifelter Gewalt entgegen. Sie werden Unglück haben.

Ein Kkkgelklht bki Terlchkilinß.

Berlin, 23. April. (WTB. Amtlich.) Eine unserer Patrouillen stieß am 20. April nachmittags im Grenz­gebiet der Deutschen Bucht nördlich T e r s ch e l l i n <f auf leichte feindliche Streitkräfte, die sich nach kurzem Feuer­gefecht mit höchster Fahrt zurückzogen. Der Feind Hut mehrere Treffer erhalten. Unsere Streitkräfte haben kein« Beschädigungen und keine Verluste.

Der Chef des Admiralpabs der Mar!«e.

Ein engliliher MemoiM aff Ostende nnd Zeebrügge.

Haag, 23. April. Reuter meldet aus London amtlich: Heute früh wurde ein Ueberfall der Flotte auf Ostende unlß Zeebrügge unternommen, die vom Feinde als Basis für Torpedolager und U-Boote benützt werden. Unser Ge« schwader ist im Begriff zurückzukehren, und aus den knappe« Mitteilungen, die bis jetzt vorliegen, ist zu entnehmen, daG der Angriff einen guten Erfolg gehabt hat. Mit AnsnakmO