U,immer N4
Dienslas. de« 23.April 1918
LI« Jahrgang»
Neue Tageszettuz
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88 «»s!ä»v-r gkfa»»e». — G-steig-rl- Ariilienetätlgkeit in Jinli-n. — Krirgsmat-rialtranopar:- nc,— «in lüpanisch.chinrIUchca Abkommen. — Kritische Sage in Irland.
Der deutsche GeueraiKalr !==: meidet: ==s
W. T. O. Großes Hrrrrz-ttzttarttev, der- ZZ. April. Amtlich.
Westlicher Kriegsschauplatz.
An den Schlachtfronlen örtliche Infanterie-Unternehmungen. Versuche des Feindes, über den La Bassee-Kanal nordwestlich von Vethuno vorzudringen, scheiterten in unserem Feuer. Nördlich von Albert nahmen mir 88 Engländer, darunter zwei Offiziere, gefangen und erbeuteten 22 Minenwerfer und einige Maschinengewehre. Der Artilleripkampf lebte nur in wenigen Abschnitten auf.
An der übrigen Front blieb die Gefechtstätigkeit in mäßigen Grenzen.
Südwestlich von Altlirch machten wir bei einem Erkundungsvorstoß Gefangene. *
*
Gon den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.
Der Erste Eeneralquarliermeister: Ludendorff.
Aiiendbrricht.
v-rllu. 22. April, abend«. (WTB. Amtlich.) «<m den Kriegsschauplätzen nicht» Neues.
I Der österreichische Generalstab —-—= meldet: —
Wie«, rr. Aprik. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart:
Der Göschützkampf an der Tiroler Südfront und in den
Sieben Gemeinden halt an
Der Chef des Generalstabes.
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j Der lnrigarilche Gencralstab I!
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Sofia, 20. (WTB.) Eeneralstabsbericht.
Mazedonische Front: An mehreren Orten im Cernaboqen kurze Feuerangriffe seitens des Feindes. Westlich vom Marder lebhaftes gegenseitiges Artilleriefeuer. Fm Dorfe Huma zerstreuten unsere Posten eine starke feindliche Patrouille. Bei Doiran bemerkenswerte Feueriäligkeit.auf beiden Seiten. Oest- lich vom Doiran-See, südwestlich von Serres, zerstreuten wir durch Feuer mehrere feindliche Fnfanterieabteilungea. DobrudschasrontWaffenstillstand.
Das türkische Hauptquartier
meldet:
Konstantinopel, 20. April. Amtlicher Tagesbericht.
Palästinafront: Unter dem Schutze statten Artitteriefeuers machten mehrere englische Kavalleriebr:gaden, denen auch Infanterie folgte, einen Vorstoß auf das östliche Fordanufer. Fm Gegenstoß wurde der Feind zurückgeworfen. Unsere Artillerie brachte ihm schwere Verluste bei.
Kaukasussront: Unsere Bewegungen schreiten planmäßig
vorwärts. Auf den übrigen Fronten ist die Lage unverändert.
Tonnen Versenkt.
Berlin. 21. April. (WTB Amtlich.) Fm östlichen Teil des Aermellanals, auf der öinie, auf der vorwiegend die Kriegs- inaterialtransporte des Feindes vor sich gehen, schoß eines unserer U-Boore, Kommandant Oberleutnant z. S. W a r z e ch a , den vollbeladenen' englischen Dampfer „Highland Brigade" (3669 Brutteregistertcnnen) und einen weiteren mindestens 5000 Bruttoregistertonnen großen Dampfer, letzteren aus einem großen, stark gesicherten Eeleitzug heraus. Gesamttonnenzahl aus den neuerdings eingegangenen Meldungen: 15 000 Bruttoregistertonnen.
Der Chef des Aömiralstabe der Marine.
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Berlin. 21. April. (WTB.) Der drückende Mangel an Tankschiffen erfährt durch die gestern gemeldete Versenkung der
„Cardillac" eine neue Steigerung. Um den dringendsten Oel- bedarf der feindlichen Kriegsmarine zu befriedigen, mußten die Vereinigten Staaten dem New Yorker „Journal of Commerce" vom 13. Februar zufolge, 45 v. H. ihrer Oeldampfer aus dem mexikanischen Eolfverkehr und .50 v. H. aus dem Stillen Ozean herausziehen und in Fahrt nach Europa einstellen. Trotzdem verstummen nicht die Klagen über Mangel an Petroleum und an Schissen für die Einfuhr desselben. Eine Zuschrift der „Times" vom 5. Marz rügte die fehlende Aufmerksamkeit, welche die britische Regierung diesem Notstand zu widmen hätte. Maschinen zur Reinigung des Erdöls liegen seit vielen Monaten auf den New Yorker Kojen und warten auf die Verschifsungs- erlaubnis. Der starke Verlust an Tankdampfern im Sperrgebiet nötigt die Entente zu kostspieligen Umbauten von Han- delsdamvsern in Tankschiffe. Neuerdings bewilligte die englische Regierung wieder 71,4 Millionen Mark für Umbauten. Der Präsident Wilson dehnte zu Anfang Februar die Staatsaufsicht über die Oelindustrie und den Handel mit Brenn- und Heizöl aus.
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Die Torpedierung der Dampfer »Tripoli* und »Benghaft*.
Rom, 22. April. (WTB.) Meldung der Agenzia Stefan:. Der Dampfer „Tripoli", der den Dienst zwischen Sardinien und dem Festlande verficht, ist am 17. März 10 Uhr 20 Mtn. nachts torpediert worden. Der Marineminister ordnete eine strenge Untersuchung an. um die Umstände der Versenkung und die Vorgänge beim Rettungsdienst festzustellen. Die Untersuchung ergab, daß der Kommandant des Schiffes, der den Auftrag hatte, den Dampfer „Tripoli" zu gelösten, für die Versenkung verantwortlich zu machen sei. Er wurde demzufolge vor das Marinekriegsgericht gestellt. Außerdem wurde bei der großen Bedeutung des Verkehrs zwischen Sardinien und dem Festlande ein Ausschuß ernannt, um eine weitere Untersuchung über dieses schmerzliche Ereignis anzustellen. Ferner wurde auch Maßnahmen getroffen, um eine größere Sicherheit der Verbindung zwischen Sardinien und dem Festlande zu ermöglichen.
Veen. 21. April. (WTB.) Fm italienischen Senat interpellierte Caravettt über die Torpedierung der beiden Postschiffe „Tripolt" und „Denghasi" in der Nacht vom 17. zum 18. April außerhalb des Busens von Aranchi und wünscht Aufklärung darüber, ob in St. Maddalena der kommandierende Admiral und die Kommandanten des Geschwaders in Cioitavecchia nicht genügende Schutz- und Abwehrmittel gegen die Uboote zur Verfügung hätten, um eine einzige tägliche Schiffsverbindung mit Sardinien ficherzustellen.
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Washington, 21. April. (WTB.) Meldung des Reuterfchen Bureaus Der amerikanische Dampfer „Florence" ist am 17. April durch eine Explosion in einem französischen Hafen gefun. ken. Von der 75 Köpfe starken Mannschaft wurden 35 gerettet.
Pie Schlacht im Westen.
Der Vorstoß bei Seicheprey.
Berlin, 22. April. (WB.) Wie am 21. April gemeldet, wurde von den Deutschen das nach erfolgreicher Unternehmung gegen die Amerikaner eroberte Gelände bei Seicheprey planmäßig wieder geräumt. Der Gegner, dessen Graben- besatznng und Reserven so außerordentlich schwere Verluste erlitten hatten, fühlte erst nach Mitternacht mit Patrouillen vorsichtig wieder vor und wagte erst am 22. ds., zwischen 6 und 6 Uhr vormittags, seine alle Stellung wieder zu besetzen. Die Angaben des Eiffelturmberichtes über diese Kämpfe, vor allem über eine Wiedereroberung des verlorenen Geländes, sind frei erfunden. Die Franzosen sind scheinbar ans politischen Gründen ängstlich bemüht, die lediglich von den Amerikanern erlittene blutige Schlappe auf ihre Kappe zu nehmen. Ein Festhalten des erstürmten Ortes Seicheprey, der völlig nn Grunde liegt und zur Verteidigung durchaus ungeeignet ist, war von der deutschen Führung nie geplant.
Zm ypernbogen.
Berlin, 22. April. (WTB. Nichtamtlich.) Als die Engländer am Ende der Flandernschlacht 1917 mit einer letzte.: äußersten Anstrengung Passchendaele nehmen konnten, hatten sie den östlichen Rand des welligen Höhengeländes erreicht, durch das sie sich vlutige Monate hindurch vorgearbeitet hatten. Schon blickten sie von der hochgelegenen Ortskirche, die heute nunmehr ein rötlicher Trümmerhaufen ist, in die Ebene hinunter und sahen vor sich die Türme und Giebel von Roulers. Nur ein einziger Höhenzna bei Morslede war noch in deutscher Hand. Eng
land hoffte, das Aufmarschgelände für 1918 gewonnen zu habe^ das den letzten siegreichen Stoß bringen, die ypernf.ont auf» rollen, die U-Bootbasis den Deutschen entreißen und Belgien bes freien sollte.
Monatelang bat das gesamte englische Heer sich durch drT flandrischen Blutsump- vorwärts gequält. Nun haben die Bris ten in wenigen Stunden den blutgetränkten Boden mit historisch gewordenen Namen von Passchendaele. Poelkapelle, Zonnebeke und Langemarck wieder aufgeben müssen. Am Nachmittag des 15. April bemerkten die deutschen Vorposten in ihre« Schlammtrichtern die Vorbereitungen des englischen Abzuges Sofort drängte die ganze Linie automatisch und instinktiv nach. Auf Lattenrosten, die über eingerammte Pfähle gelegt wurden- folgten sie dem Feinde durch die Schlammwildnis und benutzten die breiten von den Engländern angel-egtcn Bohlcnstraße« zum Nachziehen der deutschen Batterien. Nirgends hatte dek Engländer Zeit' gehabt, das zu zerstören, was er in langwierig« ster, mühseligster Arbeit im deutschen Feuer seinerzeit geschaffen hatte. Alle diese Einrichtungen kommen jetzt dem deutsche« Vormarsch durch das Sumpfgebiet zugute. Fetzt liegen die Engländer zusammen mit den Belgiern, die sie mangels eigener Kräfte zu Hilfe rufen mußten, hinter dem Steenbach. Das westliche Ufer ist zu hartnäckigster Verteidigung eingerichtet. Um jeden Preis wollen die Briten den Brückenkopf von Ypern hallen. Von dem Besitz dieser traurigen Stadttrümmer hängt der letzte Rest englischen Prestiges ab. Die Engländer, die hier in deutsche Hand freien, sind in anderer Gemütsverfassung wie jene Gefangenen von St. Quentin, Bapaume und Amiens. Mit denk Verlust des heißumkämpften Geländes, in dem sie die Blüte des englischen Heeres hingeopfert sahen, ist der Glaube an den englischen Sieg verloren. Was gefangen aus dem Ypernbogen zn- rückkommt, läßt tief den Kopf hängen. Hier hilft kein Befehl, keine noch so überzeugende Darstellung des Vorgesetzten, man Tel freiwillig zurückgegangen: jeder einzelne Mann fühlt, was es bedeutet, den blutigen Gewinn der Flandernschlachten wieder verloren zu haben. Hundertfach schlimmer als Gallipoli ist dis Preisgabe des Ypernbogens, wo vor allenr die Australier ihs bestes Blut lassen mußten. Denn hier liegen neben den Massengräbern der Australier, Neuseeländer, Kanadier, Iren tui® Schotten die Massenkirchhöfe der besten Mannen Englands.
Fm Trichterfelde vor ypcrn.
Berlin, 21 April. (WTB.) An der Ypernfront liegen dis Kanalübergänge und die Anmarschstraßen des englisch-belgisches Heeres unter deutschem Feuer. Langrcbrkanonen beschießen die Bahnhöfe von Ypern und Peperinghe. In der Nacht zum 20. April stießen deutsche Patrouillen mehrfach erfolgreich über den Stecnbach vor. Eine von K." \\ wurde dabei von starken feindlichen Kräften umgangen n lzingelt. Ts gelang ihr jedoch,
sich im Nahkampf durch?' cu und ohnx Einbuße von Gefangenen die deutschen Linien - . erreichen. Dagegen wurde ein» englische Erkundungsabteilung zurückgeschlagen. Die Deutsche« stießen nach und besetzten Wiesengut, woraus auch die südlich oM schließenden Kompagnien ihre Linie vorschoben.
In der schlammigen Oede des flandrischen Tr.chterfeldeO liegen sich die Gegner in alten deutschen und englischen Blo.tzk Häusern und Betonunierständen aus der Flandernschlacht gegen» über. Der Kampf wird mit Stotziruppen um jeden einzelne« Unterstand geführt. Dank dem sicheren Feuer der deutschen Gen schütze und Minenwerfer werden diese kleinen UnternehmungeG schnell und meist verlustlos durchgeführt.
Das rasche Nachziehen der keulschen Artillerie in das schlam» mige Trichlergelände ist auch hier wieder mustergültig. In zwei» stündiger schwerster Arbeit wurden die ersten Stoßbatterien durch das Schlammfeld voraebracht. Nach lleberwindung der vordersten Trichterzone erleichtern die infolge des hastigen englischen Rückzuges erhalten gebliebenen Bohlenstraßeu und Pfahlbauwege den weiteren Vormarsch wesentlich. Auch die Verpflegung für die ersten Tage wurde durch das Auffinden reicher englischer Lebensmittelvorräie erleichtert.
Lugano, 22. April. Nach übereinstimmenden Berichten der Londoner Korrespondenten des „Secolo" und des „Corriere della Sera" macht man sich in London auf den Fall von Ypern gefaßt. „Daily Ehronicle" schreibt: Die Ruinen der Stadt find von Wyt- scharre aus bedroht. Sollte Ypern geräumt werden müssen, so kann man aber annehmen, daß der Rückzug sehr langsam und auf nicht weit entfernte neue Stellungen, und zwar höchstens di» zum belgischen Uebersck»wemmungsgebiet geschehen wird. Fed« Gefahr für Calais und Dünkirchen scheint somit nicht nur aus« geschloffen, sondern es wird auch noch so viel Raum frei bleibe^ um den ganzen englischen Heere« die Bewegungsfreiheit M sichern


