Ticken sttckstoffhaltige» Düngemittel, Lnfolgedefiea ein enormer Rückgang der Ernten, während die auf da, stark verringerte Gesamterzeugnis umzulegenden Gesamtunkosten sehr stiegen. Fer- ner Mangel an Futter und geringer Nährwert wie hoher Preis der Ersatzfuttermrttel: infolgedeffen Rückgang der Fleisch-, Fett-, Milch-, Ciererträge bei gleichzeitigem Anstieg der Generalunkosten usw. Gewiß ist es schwer, diese Verteuerung der Produk. Llonseinhcit zahlenmäßig zu erfassen und darzustellen' wenn t»as aber nicht wenigstens in Nährungswerten möglich ist. so soll man nicht die Behauptung aufslellcn. daß die Steigerung der Produkrenpreise weit über die Erhöhung der Gestehungskosten hlnausging.
Le in er verzichtet aber darauf, über die Höhe der Erzeugungskosten überhaupt etwas zu sagen und beschäftigt sich nur mit der ..enormen" Steigerung der Erzeuger Höchstpreise. Dabei kann er nun allerdings nicht die Tatsache aus der Welt schaffen, daß das Brotgetreide im allgemeinen sehr billig geblieben ist."
..Mit Ausnahme der großen Kriegsindustriellen" ist niemand nn Krieg so begünstigt worden, wie die Landwirte. Sind es wirklich nur die ..großen" Industriellen? Sind es nicht alle Industriellen beinahe, innerhalb der eisernen Schranken des Rohstoff, und Arbeitermangels? Eigentlich kommt es einem einigermaßen komisch vor. wenn stets darüber geklagt wird, daß die Landwirte, doch immerhin ein Viertel des Volkes, einen ungewöhnlichen Gewinn gemacht haben sollen, den selbst Leinert nur auf 2yi Milliarden für das Betricbsjahr 1918—17 beziffert, während die Industrie monatlich feit 3X- Jahren mindestens den gleichen Betrag verzeichnet. Nur die starre Verzauberung, mit der die Partei auf die Agrarier blickt. kann diese groteske Erscheinung erklären, die deshalb freilich bei den Führern der Partei noch lange nicht ;u entschuldigen ist"
..Ist den Landwirten wirklich „der Grund und Boden erhalten" geblieben? Beußerlich ja: weggelaufen, weggeschmolzen, wegerobert ist er ihnen nicht. Aber verarm! ist er. Alle Nährkräfte. die lange Jahre hindurch mit hohem Kapitalaufwand in ihn hineingesammelt waren, sind mehr oder weniger aufgezehrt worden. Der lanlnvirtschäftliche Boden ist nicht mehr das. was er vor 4 Jahren war. Wenn der 5'M.»a zu Ende ist. muß der Landwirt ihn wieder anreichern, ihm wieder Scrglichreii ange- deihen. ihm Arbeit und Diingcrzukomrnen lasten; dafür werden kratze Kapitalien erforderlich fein. Es ist schon etwas Nichtiges daran, wenn Lernen uns verrechnet, daß der Landwirt „Kriegs- gewtnn" gemacht habe. Er bat sein Kapital auf dem Weg über den Schleichhandel, die Steigerung der Preise für die noch nicht im Preisgebundenen Erzeugnisse, die Liquidation eines sehr großen Teiles seines Viehstandes, den Aufschub von notwendigen Reparaturen und Inventsranschaffungen exvestiert: er muß es vvch dem Kriege wieder investieren, vielleicht nicht als Privatmann. wohl aber als Glied des produzierenden Volkskörpers. Welche Preise er dann anlegen mutz, das wertz heute kein Mensch genau: nur das wissen wir alle oder könnten wir doch alle wissen: niedrig werden sie nicht sein. Dagegen scheint es mir gar nicht so sicher, datz der landwirtschaftliche Produzent immer „zu guten Preisen" Absatz haben wird. Freilich sicher zu Preisen, die über jenem Stand var dem Krieg liegen. Aber gut kann man sie doch nur nennen, wenn man gewiß ist. daß ste in vernünftigem oder wenigstens erträglichem Verhältnis zu den Ge- stehrmgskosten stehen. So wie die Brotgetreidepreise di, 1916 I
dürfe» ste allerdings «tcht fet«, Men ste »gut" geaanm z« werde« verdienen."
Auf Grund feiner Untersuchungen der Leinertschen Behauptungen. von denen er nicht eine stichhaltig findet, kommt Kra- iiold zu dem Schluffe:
„So fällt auch von diesem stolzen Gebäude Stein um Stein zu Boden, sobald man thn prüfend beklopft. Will man auf Grund solchen Bewelsmaterials wirklich noch die deutsche Landwirtschaft zum Sinnbild des Kriegsgewinnlertums stempeln?"
Es hat immer nur sehr wenige Leute in der Sozialdemokratie gegeben. Köpfe, denen es um das objektive Erkennen zu tun ist. Der grcßen Maste der „Führer" stehen die Agitations- bedürfuiffe höher als die Wahrheit. Und deshalb kann man getrost Kranolds Schlußfrage mit „Ja" beantworten.
Vom Felde
der Chre.
Friedberg - Fauerbach, 20 April. Dem Schützen Wilhelm Holler rcn hier wurde die Hessische Tapferkeftsmedaille ver- . liehen. Das Eiserne Kreuz erhielt er bereits früher. — Dem Gardisten Heinrich Loth von hier wurde das Eiserne Kreuz verliehen. Die Hessische Tapserkeitsmedaille erhielt er schon früher.
Nieder Florstadl. Der Gefreite Georg Schmie ge l, Sohn unseres Bürgermeisters, wurde wegen bewiesener Tapferkeit zmn Unteroffizier befördert. Herzlichen i-Vittf* wünscht
Ans der
Frkedberg. Generaloberarzt Dr. W e st p f a h l ist als La- zarettdirektor der dortigen Gornifonlazareite noch Darmstadt versetzt, und Stabsarzt Dr. Nebel ist zum Ehefarzt des Ne- servelazaretts Friedberg ernannt worden und hat als solcher heute fernen Dienst angetreten.
Nodheim v. d. Höhe. 18. Avril. Bei der Spar- und Leihkaste wurden 165 000 Mark zur 8. Kriegsanleihe gezeichnet: 130 300 Mark Stücke zur freien Verfügung der Zeichner. 31700 Mark Schuttbudnftntrogungen. Von den Schülern wurden 3800 Mark gezeichnet
Echzell. Einem hiesigen Schmied eineffter wurde, während er und seine Familie im Felde nurtoffelstEcks« beschäftigt waren, von einem frisch eingestellten 16jährigen Lehrjungen au, Frankfurt am Main die Sumrne von über 300 Mark entwen. det. Der nette Junge konnte bis heute, es sind schon 4 Tage vergangen. noch nicht gefaßt werden.
Obererlcvboch. 19. April. Ein ehemaliger Arbeiter vo« hier, welcher sich jetzt als Obsthändler betätigt, wohnhaft i« Homburg, kaufte voriges Iabr schon viel Obst hier auf. neben, bei ließ n abrt auch noch manches andere mitgehen. So wurde vorigen Herbst schon in den Obstkörben Kraut gefunden, welches beim Obstpflücken nebenbei mitgenommen wurde. Jetzt hat er tn Homburg einen Gemüseladen, und da das Gemüse sehr rar ist, so stiehlt sein Sohn in Obercrlenbach den Spinat, wobei er mit zwei Säcken voll abends erwischt wurde. Ohne Zweifel hat er noch mehr der hier in letzter Zeit getätigten Diebstähle auf dem
Gewissen, Voriges Jahr war eine Untersuchung gegen ihn t \r» gerettet, ©eil er Hunde geschlachtet hatte und auch hierher vo» dem Fleische als Wildpret geliefert hatte. Wir find kein, Freunde der Grenzsperre von Heffen gegen Preußen, aber' ka diesem Falle wäre es doch angebracht, diesem sauberen Geschäfts» mann wenigstens hier das Aufkäufen zu verbieten.
Erbprinz Philipp von Lich gefallen. Eine Nachricht, dis auch hier lebhafte Teilnahme erwecken wird, meldet die amtlich« „Darmstädter Zeitung": „Das Eroßherzcgliche Haus ist in tiefe Trauer verseht worden. Aus dem Felde ist die Nachricht hier, her gelangt, daß Erbprinz Philipp von Solms-Hohensolms-Lich, der Neffe der Erotzherzogin. gefallen ist. Der Erbprinz, der 1895 geboren ist. wurde im September 22 Jahre alt: er stand als Leutnant beim Dragoner-Regiment Nr. 24 " — Der Erbprinz besuchte mehrere Jahre das Wetzlarer Gymnasium Hid gehörte dort zu den Kriegscibiturienten des August 1914 . Er wird als ein' äuferst liebenswürdiger Mensch geschildert. Zn Wetzlar wohnte er bei Pro' Prenzel. Der Erbprinz ist der ein- zige Sohn seiner fürstlichen Eltern, die neben ihm noch 3 Töchter blitzen.
FC. Nidda. 18. April. Wegen Milchfalschung erhielt di« Witwe Louis Paul dahier eine Geldstrafe von 100 Mark evenb 20 Tage Gefängnis.
Kirchliche Nachrichten.
Sonntag Jubilate, 21. April 1918.
Gottesdienst in der Stadttirch«.
Vormittags 9X Uhr: Heer Pfarrer Ritter
Abends Sy Uhr: Herr Pfarrer Kleberger.
Gottesdienst in der Burgkirche.
Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst. Herr Pfarr«
D i e b l.
Nachmittags 2 Uhr: Katechismuslehre für die weibliche Jugend. Herr Pfarrer Ritter.
Gottesdienst im Stadtteil Fauerbach.
10 Uhr: Gottesdienst. Anschließend KatechismusleSre die Mädchen.
*
Katholische Gemeinde.
3. Fasten-Sonntag nach Ostern: 21. April ISIS.
Deichtgelegenhett am Samstag von 5 Uhr an und Sonntage ftüh von 6 Uhr.
1*7 Uhr: Frühmesse.
8 Uhr- Hl. Messe
&10 Uhr: Hochamt mit Segen und Predigt.
Nachmittag, ty K Uhr: Sakrament»lisch« Bruderschaft» Andacht mit Segen.
Um 4 Uhr: Versammlung der Iunqftauen-Kongregatis».
Wahrend der Woche um y s 7 und 7 Uhr hl. Messe.
Freitag abends 8 Uhr: Kriegs-Andacht.
Rach dem Hochamt Ausgabe von Büchern an, der Borro» mäus Bücherei.
Verantwortlich für den politischen und lokalen £eil: Ctte Hirschei. Friedberg: für den Anzeigenteil: ?7t ßecner. Friedberg. Truck und Verlag der „Neuen Tageszeitung". A G.. Friedbero i &
Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau, un ere gure Mutter, Schwiegerlocher, Schwester, Schwägerin und Tante
Fm
Mckiis LilU
geb. Dönges
nach langem, schwerem mit großer Geduld ertragenem Le>c>en. versehen mit den heiligen Sterbesakramenlen. im Aller von 37 Jahren sanft dem Herrn entschlafen ist.
Ockstadt, de» 20. April 1918.
Die trauernden Hinterbliebenen!
Nikolaus Lang und Kinder Hch. Dönges, z. Zt. im Felde Gg. Dönges H<h- Schauf und Frau.
Beerdigung findet statt: Sonntag, den 21. d. Mts., nachmittags ity 2 Uhr.
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Bett: Die Beaufsich igung der Hunde in der Stadt Friedberg.
Kckmmimachnug.
Nachstehend bringe ich einen Auszug aus der Polftelverord- nnng. betr die Beaufsichtigung der Hunde in der Stadt Friedbera mit dem An füg. n *ut öfftqltichen Kenntnis, daß fernere Ueber- Uetunacu gegen dieselbe unnach sichtlich zur Bestrafung angezeigl
§ 1.
Alle bissigen, oder bösartigen, sowie alle größeren Hunde snamenmch Bullenbeißer, Bulldoggen. englische und Ulmerdogeen. Metzgerhunde, schotltm e Schäferhunde. Neufundländer. Bernhardiner und L onberger Hüne, sowie Kreuiuinen dieser Arten, mit Ausnahme der piuartiqen Jagdhunde, sowie der Hiftenhunde. iofern letztere zum Treiben oder Hü en von Vieh den itzt werden müssen wenn sie innerhalb der Siadt und des Stadtteils-Fauerbach auf Straßen und öffentli den Plätzen. sowie auf allen gangbaren Fahrwegen und Fußpfaden in den Feldgemarkungen frei umherlau en nn, einem Maulkorb rer eben sein, oder an einer kurzen Leine geführt werden. DerMaulkorb muß so beschaffen sein, daß er das Beißen wirk am verhindert.
Es können Maulkörbe von bestimmter Art und Veichaffenheit durch ortsüblich de anntzumachende Anordnung der Octspolnei- behorde vorgeschrieben werden.
§2.
-- verboten: Hunde zur Nachtzeit frei auf den Straßen und
öffentlichen Platzen herumlaufen zu taffen.
8 4-
Es ist verboten: In d-n Schloßgarten, die Friedhöfe und die osferuftchen Dierrstgebaude Hunde überhaupt mitzunehmen.
§ 5 .
,,, 3» den sämtlichen städtischen Anlagen, Wirtschaften, elnschlietz- lich der Wiriichastsg^len. auf den Wochenmarkt und-bei üff-nt. lrwen Festlichkeiten und Vergnügen,, sowie auf die Bahnsteige dürfen Hunde nur mitgenommen werden, wen« ste an einer kurzen Leine gehalten bezw. geführt werden.
8 6 .
Es ist verboten: Hunde, die Gebllsche. Grasplätze usd «eete in den städtischen Anlagen betreten zu lassen.
Die Besitzer und Pfleger von Hunden haben die erforderlichen Maßregeln zu treffen, damit die Ruhe nicht durch andauemdes Ge- bell und Geheul ihrer Hunde gestört wird. Auch haben sie Sorge zu tragen, daß das anbelleu von Personen, insbesondere auch von Nad- und Automobiliahrern. Reitern, sowie von Zug. nnd Lasttieren vermieden wird. Hunde, die tn geschloffenen Hoiraiten ftet umherlaufen, müffen so beaufsichtigt und gehalten werden, daß sie namentlich zur Nachtzeit Vorübergehende durch bösartiges Springen gegen das Hoftor oder die nach der Straße zu gelegene Ein- medigung. sofern letztere nicht förmlich geschlossen, sondern aus Ertterwerk hergestellr sind, nicht erschrecken oder belästigen können.
8 9.
Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen dieser Polizei- Verordnung werden, insofem nicht nach den bestehenden Geseken und eine höhere Strafe verwirkt ist, mit Geldstrafe bis destraft^^ Falle der Uneinbringlichkeit mit entsprechender Haft
StltWttft, de« 18. April I91& , V
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