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Flandern- Rie,rnkirchh»f». E »» »tmUSnlE»'«»»«, S»»«n

BttUn. 18. SfnnL ffflW» l a -Ei» «s»), Sudans Bwckwi,nlchte!em<nn«. «vor!» «

hetbt:

Möge das KriegsglÜck Ihrer nenen Armee eben so hold

Berlin. 18. April. (WTB.) Zonnebete, Pafchendaete, Poelkapelle und Langemarck sind wieder in deutschem Besitz. Auf der ganzen Welt gibt es keinen Flecken Erde, um den so viel Blut geflossen ist. wie um diese vier flandrischen Dörfer, die in Wirklichkeit nur noch Schutthaufen und Namen auf der Karte sind. In die Hunderttausend- gehen die englischen Verluste in der Flandernschlacht. Damals konnte nur dort, wo in rasen­dem Trommelfeuer das letzte Leben erstorben und die letzte Waffe verschüttet oder zerschossen war. der Brite schrittweise vorwärtskommen. So fiel Langemarck. so Poelkapelle. Zonne. bekc und Paschendaele in Englands Hand. Es waren bitter heche Kämpfe, denen jedoch jede Entschuldung versagt blieb. Jetzt ist auch der letzte Schimmer eines englischen Erfolges in der Flandernschlacht mit der Wiedcreinnahme von Poelkavelle. Zonncbeke, Pascheirdaele und Langemarck für die Engländer ausgelöscht. Die Namen bezeichnen lediglich die Rtesenkirchhöfe der Blüte des englischen Heeres.

Am 17 April wurde ein 18jähriger Engländer gefangen ge­nommen. der völlig unausgebildet und erst einige Tage als Ar­mierungssoldat an der Front war. Er wurde bewaffnet, in eine Kompagnie gesteckt und mußte sofort in vorderster Linie Mit­kämpfern Bei Laventie wurde eine ganze Armierungskompag- nie ohne Gewehre gefangen genommen. In einem Gasthofe bei Bailleul befand sich ein Dataillonsstab in Stärke von 60 Offi­zieren und Mannschaften, der an einem Tage 53 Mann verloren Wie. Alle diese Einzelheiten beweisen die Schwere der eng. ? tlfchen Verluste.

.In irr Rückzug ymn Meere."

»cUtn, 16. April. Laut Drahtmeldung der®. Z." aus Kopenhagen vom 15. April schreibt die ..Times":Die ernste militärische Lage hatte seit Kttegsbeginn kein Settenstück. Alles hängt nun davon ab. ob die Alliierten die deutsche Infanterie auf dem linken Flügel und dem Zentrum der Schlachtfront feft- halten können, da sie nur 40 Meilen von Calais steht. Die Daiy News" schreibt zur Kundgebung des Generalissimus Harg: Niemand, der wert ist. den Namen ..Engländer" zu tra­gen. spricht chne Bewegung von Saigs großem Apvell. Er ist ein 2lr ? eid*n unter vielen, daß mit Erbitterung gekämpft wird, und daß man in diesen fürchterlichen Wockev an einen Wende­punkt angelangt M der sehr ernst und für den ganzen Krieg enttcheidead werden kann. Der englische General greift nicht leichten Herzens zu dem Mittel, seinen Leuten zu sagen, daß sie ^de Stellung bis zum letzten Mann halten sollen und daß vom Rückzug keine Rede sein kann, weil sie mit dem ..Meere im Rücken" kämpfen. Die Beweggründe, die Haig hatte, fallen so- fort bei einem Blick auf die Karte in die Augen. Es wäre tö­richt. die äußerst ernste Lage und die Möglichkeit einer Kata. strcphe zu ignorieren. Zn der ..Daily Mail" schreibt unter dem Trtel: ..Unser Rückzug zum Meere" der militärische Mitarbeiter Honst: Der Feind drang 10 Meilen über die alte Front vor. Aber dieser Eeländegewinn ist im Norden doppelt so bedeu- lungsvoll, wie im Süden, weil die Landstrecke hinter uns dort schmal t r t und in dieser Zone Punkte von großer Wichtigkeit, nämlich Bahnknotenpunkte und Truppenzentren, wie Bailleul, Hazebrouck und das Kohtengebiet von Bethune liege».

sein, wie es der Südarmee unter Ihrer bewährte» Führung

treu zur Seite gestanden ist?

Sine Dnliipkßrr ZlniationMkllunst.

Budapest, 18. April. Der Wiener Korrespondent des ..Az Est" erhält angeblich von einer hohen Persönlichkeit aus Hof. kreisen eine Darstellung der Entstehungsgeschichte des Kaiser- briefes. sowie die Geschichte seiner Fälschung. Dem Bericht ist felgendes zu entnehmen:

Der Brief wurde weder von Elemenceau selbst gefälscht, noch rst Elemenceau eine Fälschung beizumessen. Die Fälschung dec Briefes ist in Wien begangen worden. Der Kaiser hatte ein deutsches Konzept d-s Briefes an feinen Schwager, den Prinzen Sixtus von Parma, ausgefertigt. Das Konzept war fluchttg geschrieben und enthielt gewissermaßen nur dke Nicht- linien für die endgültige Fassung des Briefes. Der Kaiser, der nicht genügend Vertrauen zu seinem Französisch hatte, hatte die Uebersetzung des Briefes dem französischen Beichtvater der Kai­serin anvertraut. Dieser fügte aus eigener Machtvollkommen­heit ein einziges Wort ein, das den Sinn des Schreibens durch­aus veränderte. In dem Konzept des Kaisers hat nämlich fol­gender Satz gestanden: ..Ich werde die Ansprüche Frankreichs hinsichtlich Elsaß-Lothringens meinen Verbündeten vortragen und mich nach Kräften bemüben. sie zu vertreten." Der Geist, liche setzte vor das Wort Ansprüche das Wort ..gerechtfertigten" und so ging der Brief nach der Schweiz ab. Elemenceau durfte daraufhin mit Reckt sagen, er wisse, daß der Kaiser von Oester­reich hinsichtlich Elsaß-Lothringens den Standpunkt Frankreichs anerkenne. Er hat also ebenso im guten Glauben gesprochen wie Kaiser Karl selbst, der diese Behauptungen mit Entrüstung zuruckgewiesen hat wie sein Minister Graf Czernin. Es wird ungemein peinlick empfunden, daß in Deutschland an maßgeben­der Stelle nunmehr bekannt wird, daß sich in der unmittelbaren Umgebung der Kaiserin noch immer ein fanatischer Franzose befindet.^ Deshalb wurde auch die ganze Entstehungsgeschichte der Fälschung bisher geheimgehalten. Nunmehr ist auch der Satz in der letzten Wrener Erklärung verständlich, daß Prinz Sixtus nicht einer Fälschung befchuLigt werden könne und sein dem Kaiser bekannter Charakter einen solchen Verdacht aus- fchließt.

Di«ve Meldung geben wir mit allem Vorbehalt wieder da sie aus dem Vudapester Blatt zweifellos ihren Weg in die wette Welt nehmen- wird. Ja Wien wird man sich jedenfalls zu ihr äußer» müsse».

(45,68): Dormstadt 160 (8OT; Bad Homburg bfii (i); Heilbrorm 57,8 (31,8); Passau bei starken Landzeichnungen 14,6 (9.1); Ha. nau 32H (26,98); Kassel 123,87 (108,55); Limburg 8,13 (5,16); aJocnrf 25 (27*4); Dortmund 99 (86); Eisenach 14,41 (10.08): Elberfeld 98 (68); Erfurt 61 (50); Fulda 24,32 (15,40), GteßeO 35 (29); Hamburg 428.6 (264); Hannover 237 (182); Heidelberg 36,35 (28,11); Jena 14,8 (11,5); Kaiserslautern 21,50 (15,99);

f2 ( 8 ' 02) ' <! C nll ^ ut t- B. 16,3 (13,4); Mannheim 170 (160), Marburg 26 (24,4); München 416 (285); Nürnberg Okf-nbach a. Main 34,8 (24,6); R-g°n-b«« 62,5 (42,5), Rheinpfalz 178 (138; Mehrergebnis hauptsächlich aus Landwirtschaft); Stettin 190 (138); Straßburg i. Elf. 74 (C9)- Wiesbaden 105 (93); Würzburg 45 (32 %).

M

Beteiligung deutsch-russischer Kriegsgefangener.

Dem Kaiser ist folgendes Telegramm zugegangen;

Durch die Unterzeichnete Kerpsfürforgestells des 17. Armee, korps erlauben wir kriegsgefangenen Deutfch.Russen im Bereich des 17. Armeekorps Eurer Majestät alleruntertänigst mitzulei. len, daß wir uns an der 8. Kriegsanleihe mit 65 000 Mart be. teiligt haben. Euere Majestät wollen gnädigst geruhen, diese kleine Hilfe anzunehmen von dem kleinen Häuflein der kriegs- gefangenen Deutsch-Russen, deren Löhnung gering ist. Wir wol­len durch diese Zeichnung unsere deutsche Gesinnung zum Aus- druck bringen und beweisen, daß wir trotz unseres jahrzehnte- langen Aufenthalts im tiefen Rußland die Liebe zum alte, Vaterlands nicht verloren haben und daß wir den deutschen Steg nach besten Kräften unterstützen wollen. Gott schütz» Deutschland und führe es zu einem ehrenvollen Frieden.

Der Leiter der Korpsfürfvrgeftelle des 17. Armeekorps in Czersk.

Gez.: Brandt.

Im Oste».

S!nnn-Ka;Mnp!ir an der flilnMlchen KM.

Pcrris, 19. April. Die Küste von Toulon wurde durch eine Wasserhose schwer heimgesucht. Etwa 1000 Barken und Fiicher- boote Zerschellten an der Küste oder wurden ins Meer getrieben. Die große Mole am Eingang des Hafens ist beschädigt

Die KMn Irr hMnIWn Prufmlitöt.

Amsterdam. 18. April. Wie aus dem Haag gemeldet wird, hat Fnianzminister Trend heute nachmittag in der Zweiten Kammer erklärt, daß die Kriegsausgaben bereits eine Milliarde Gulden überschritten haben, und darauf hingewiesen. daß sie auf ly, Milliarde steigen werden. Augenblicklich könne nicht an eine teilweise Demobilisierung gedacht werden. Sobald aber die Gefahr für Holland vermindert fei, werde man sich die Frage verlegen könne», ob nicht eine teilweise Demobilisierung geboten erscheine.

Sic ruWifwt irföiüiiirrlnüf m Wllrirgr.

Moskau, 7. April. Die fest vollständig durchgeführte De­mobilisierung des russischen Heeres hat unter Zugrundelegung der brs zum 3. Oktober 1917 vorhanden gewesenen amtlichen Angaben aus dem großen Hauptquartier sehr große Differenzen zwischen dem etatsmäßigen Stand und den geführten Abgangs- listen einerseits und den demobilisierten Truppenziffern mit Gcfangenenlisten des Auslandes andererseits offenbar werden lassen. Rußland hotte bis zum 3. Oktober 1917 ins Feld gestellt: 12 700 000 Mann Demobilisiert wurden 3 200 000 Monn. ..Nicht gefallen oder gefangen", also eigenmächtig die Truppeneinhetten verlassen, darf bet rund 2 Millionen Mann beigefügt werden. Der gesamte Rest von 7 590 000 Mann verteilt sich auf Kriegs­gefangene, Tete und Invalide Nun werden als kriegsgefan- gene 2 600 000 Mann mit der größten Chance der Zuverlässigkeit gemeldet es werden an 3 800 000 Mann Krtegsinvalidenpcn- sioneu bezahlt; die Zoten werden mit 6 200 000 Mann nachge- miefen. Zßk man aber cn.ch dies? Ziffern summiert, immer- kommt^man ufrr die Zahl 12 700 000 mobilisierte Soldaten hin- aus. Fs bleibt nur die eine Lösung, daß die Zahl der Teten auf Kosten der wirklichen Gefangeuenzisfer (um diese niedriger zu halten) vermehrt wurde. Die Toten werden aber auf etwas mehr als 5 000 000 Mann geschätzt. Immerhin bleibt auch so noch eine unerklärliche Differenz, die auch durch Abstriche bei den Zistern der Inoalidenpenstonen nicht aufgeklärt wird. Die ge­waltigen Opfer des russischen Bottes für die Sache der Entente find aber nicht zu bestreite». Cs ist kein Anlaß, vonVerrat" -u red«.

Der Friede» mit Rußland.

Kiew, 18. April. (WB.) Meldung der Ukriiniick-en Telegraphenagentur. Der Volksministerrat der Ukrainischen Dolksrepublick hat in ferner Sitzung vom 17. April folg,-»- den Beschluß über den Frieden mit Rußland gefaßt-, Ter Vorschlag des russischen Volkskommissariats über Fnied'ns- verhandlungen mit der Ukraine wird von der ukrainftckien Regierung angenommen. Die Friedensvoryanblungen wer- den m der Provinzstadt des Gouvernements Kurfch statt- £?*? Spezialkurier wurde mit diesem Beschluß nach Moskau abkommandrert.

Das befreite HelfingforS.

Berlin, 19. April. (WB.) Der Vorsitzende der Stadst Verordnung von Helsingfors hat an den Herrn Reichskanz'ec folgendes Telegramm gerichtet:

Die Stadtverordneten von Helsingfors. zur ersten Sitzung versammelt, nachdem die rote Schreckensherrich^fi rn Finnlands Hauptstadt durch die unvergleichliche Tapferkeit der deutschen Truppen nledergeworfen wu-de, bitten um die Ehre, durch Vermittlung Eurer Crzellenz Semer Majestät dem Deutschen Kaiser die tiefehrfurch's- vollen Gefühle der Dankbarkeit für die Befreiung der Hauptstadt, sowohl im eigenen Namen wie auch im Numen der Stadtverordneten, unterbreiten zu dürfen.

Der Vorsitzende der Stadtverordneten: H o r r n e n.

Ansprüche der Türken.

Sokia, 19. April. Die türkischen Ansprüche auf eine Kompensation lvegen der Dobrudscha haben in Bulgarien außerordentlich überrascht. Die Bulgaren betrachten die Dobrudscha nicht als Handelsobjekt, es wird erklärt, ihr Land und ihre Konnationalen dürsten rn keinem Sinne als Tauschobjekt angesehen werden.

Helfferichs Reise nach Sofia wurde auf später ver­schoben.

Dentjche Kuriosa.

Unter dieser Ueberschrift lest» wir in bet Würzburger ..Baue. Larrdesze tung":

Die Reichsbetteidungsstelle bettelt »m alte Kleider.

Mittlerweile werden für die Damen in allen deutsche» Großstädten Modeschauen veranstaltet. Die Reichsstelle wünscht nun. daß derartige unzeitgemäße Veranstaltungen unterbleib« Da man aber auf vernünftige Wünfcke nicht achtet, wird de, zarte Wunsch der Reichsstelle keine Wirkung haben. Hierz» paßt folgendes Inserat in einer Berliner Zeitung: ..Tüchtiger 1. Arbeiterin auf französische Kleider ist Gelegenheit geboten sich tm Maßsalen zur Direktrice ausznbilden . . Mtt der deutschen Mcde scheint es endgültig vorüber zu fern!

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$!e Rot- «nd Clendschilberei der ^Ausgebeuteten"

in den sozialdemokratischen Zeitungen erhält eine sonderbar« Beleuchtung rmHamburger Echo", Organ der sozialdemokrati. schen Partei. In diesem bietet die sozialdemokratische Handels­gesellschaftProduktion" m. b. H. in einer Anzeige Weine und Sekt an. Dom Sekt kostet die Flasche 20 Mark. Da die Kaufe, der HandelsgesellschaftProduktion" m. b. H. Arbeiter sind, also zu denausgebeuteten" Masse» gehören liegt die Frage sehr nahe: Wer wohl diesen teuren Sekt kaufen kann? Es ist gewiß nrcht anzunehmen, daß ecu ^Schwettndustrieller" seinen S.ttt i» derProduktion" kauft, und Mtttesstandskrelse habv^. dazu kei» Geld. Bleiben also nur die von den Arbeitergroschen lebenDe» Führer der Sozialdenrckratie und -m der Kriegslndufttis hohe Löhne verdienenden Arbeiter übrig? Di- fozialdemokra- tische Presse sollte also deshalb in Znkzmft mit ihren Aeußerun- gen etwas vorsichtiger sein.

*

Ein Pflaster auf die Wunde.

Die Hamburger Bürgerschaft bat den Bankier M. Marburg, der eine Schwester des Frankfurter Millionärs Moritz Opperr. heimer zur Frau hat. bei der Senatswahl durchfallen lassen, weil er ein Bruder des Mitinhabers der deutschfeindlichen New Yorker Benftirma Kuhn. Loeb u. Co. ist. Nun hat ihm der Karser den Roten Adlerorden 2. Klasse verliehen. Was wird der berüchtigte Deutschenfresser Otto Kahn, der Mitinhaber der Firma Kuhn. Loeb u. Co. ist, zu der Dekoration sagon? fra. gen selbst Berliner Blätter.

Die Erträge bezm. Mrhrerträge

werden geschätzt in Millionen Mark Kriegssteuer der Gesellschaf­ten 600, Borsensteuer usw. 214, Umsatz- und Luxussteuer 1000, Erhöhung der Postgebühren 125, Branntweinmonopol 650. Bier- steuer 340. Weinsteuer 105. Schcumweinsteuer 20, Mineralwässer usw. 50. Zell auf Kaffee. Tee. Kakao. Schokolade 7&

ZMrgtbnisst Irr 8. Knrgsiuilchr.

Fravkfurt a. M. Bei der Reichsbankhauptstelle Frankfurt ain Main betrugen die Zeichnungen 522 Millionen Mk. (siebente Anleihe 452. sechste 499, fünfte 395, vierte 406, dritte 455, zweite 328, erste 148 Millionen). Da» Ergebnis der Kriegsanleihe übertrifft demnach olle früheren. Bamberg (25.7 Millionen (7. Kriegsanleihe 17,6); Bielefeld 104.2 (88,14); Braunschweig 122 (02); Bremen 112 (112); DrerlaN 293 (260); Tobten; 66.70

Die .Jrlrpirwiii«" Irr KluilMtiHalt.

Heber die Verhältnisse in der deutschen Landwirtichaftz während des Krieges äußert sich in objektiver und sachkundiger We-se der bekannte sozialdemokratische Agrarpolitiker Herman« Kranold in denSoz-alistischen Monatsheften". Er bedauert den meist von keinerlei Sachkenntnis getrübten, immer noch grundsätzlich agrarfeindlichen Standpunkt der DurchschnrLts- fozialdemokratie und rückt dann an Hand einer Polemik gegen feinen Parteigenossen Leinert die landläufigsten Schiefheiterr dieser übelwollenden Kritik an der Landwirtschaft im Kriegs zurecht. Besonders eingehend wendet er sich daber gegr» den unhaltbaren Vorwurf übertriebener Preissteigerung und schreibt dazu u. a.:

Leinert meint, dir Preissteigerung der landiotrLschaftlichcn Erzeugnisse sei so hoch, daß sie die Mchrkcstc.l der Erzeugunz übel träfe, so daß der Landwirt einen Extragewinn, einen Kriegs­gewinn mache. Und zwar ist dieser Kriegsgewinn seiner Ansicht nach nicht gering; Leinert spricht wiederholt vonungeheuren Mehreinnahmen". Er beweist das auf folgend- Weife: 1. Die Landwirte Haben viel Kriegsanleihe gezeichnet, ihre Sckulden getilgt und ihre Spar- und sonstigen Kassengutheben vermehrt; also müssen sie doch enorm verdient haben. Zwar, daß die Le­bensmittel nicht zu Friedenspreisen zu haben fein können, fin­det auch er ..selbstverständlich"; dennauch die landwirtschaftliche Produktion hat sich verteuert". Aberdie Gewinne gehen weit Über die Produktionsvcrteuerung hinaus".

Der Beweis wird nun freilich nicht etwa dadurch geführt, daß die Gestaltung der Produktionskosten untersucht wird. Um. bedingt lagen ja da manche überraschende Tatsachen vor. Zum Beispiel die Knappheit der Arbeitskräfte, sowohl der menschlichen wir der tierischen und mechanische», der künstlichen und nattirn'