Graue Gefahren.
Roman aus der Gegenwart von M. Gontard - Gchnik.
Nachdruck verboten«
»,?¥ort? Und wohin, wenn ich fragen darf?- * „Ich weih es nicht!"
„Du weißt es nicht? Aber daß er fort ist, fas weißt Du? Sollte Tein Bruder ein Geheimnis vor Dir haben?"
Scfarf kamen die Worte von seinen Lippen und trafen sie wle ein Peitschenhieb.
Ab.oehrend, wie vor einem -körperlichen Schlag, hob Helen die Hände. „Papa, Papa! Bitte, nicht! Ich kann doch nicht dafür!"
„So, Du kannst nichts dafiir! Dann erkläre mir doch bitte alles." sagte er höhnisch.
Helen erzählte den Vorgang von gestern. Die Ausfahrt -ur Stadt und wie Archibald den Wagenführer durch'eine Llst entfernt habe, um dann mit dem Automobil zu ttüchren ^« Berkheim sah ihr scharf in die Augen. „Und Du hast wrrkttch nichts davon gewußt? Wirklich gar nichts?"
Helen wurde verlegen. Dunkle Glut stieg ihr in die vorher blasseil Wangen.
90 „ist mit!“ sagte Werkheim hart. „Jedes weitere Wort ,st überflüssig. Deine Schuld steht deutlich genug auf Lernem Gesicht. Uebrtgeus ist auch jedes Wort der Cut- schuldrgiina wertlos gegenüber den Tatsachen. Ware die 6 ucht ohne Deinen Willen geschehen, so würdest Du mich gestern sofort benachrichtigt haben. Du wußtest, wo ich war Es wäre dann noch Zeit gewesen, den Flüchtling zu verfolgen Depeschen nach allen Richtungen hin zu senden. Dazu stt
handillt äu Du hast also äußerst klug ge-
Helen ttwr dem Umsinken nahe. Die Kehle war ihr wie zugeschnurt. Kein Wort brachte sie hervor.
Was half es auch, wenn sie jetzt versicherte, daß sie daran gar mcht gedacht habe, Daß ihr der Gedanke an -ine Der- tolgung gar nicht gekommen^e iI Der strenge alte Mann da,
Beir.: Verbot des An- und Ve^
. kaufs von Garni'on-Veklei-
dungs- und Wäschestücken.
Kekanntmachnng
Durch amtliche Mitteilung und auch durch Mitteilungen von Bri- vatper-onen ist schon rviederholi £is meiner Kenntnis gekommen, daß in letzter Zeit seitens Mili- tarper,onen den hiesigen Althänd- « rr""^E»uch Pnvatper>onen Garnison-Betteidun 7S- und Wäschestücke zum Kauf anqeboten und datz dieie auch tatsächlich gekauft worden find.
Es ist doch ganz selbstverständlich. dag Soida en nicht im Besitze von eigener Wäsck« sein können, die mit dem Stempel der Militärverwaltung versehen ist 2n solchen Fällen kann nur Diebstahl vorliegen.
2ch sehe mich daher veranlaßt, vor derartigen Ankäufen hierdurch strengstens zu rrarnen.
Weilers derartige Verfehlungen und Begehung strafbarer Handlungen von An- und Verläufen solcher Gegenstände werden der Slrafbehörde rücksichrslos zur Anzeige erbracht und die sofortige Beschlagnahme dieser angeordnet.
Fiedberg. den 16. April 191-8.
Der Bürgermeister.
2. V.: Damm.
»er sie mit so kalte«, erSanmingsÜM' AuO» MaK Slird- ihr ja fach nicht glauben.
So stand sie bewegungslos — Sekunden — Minuten — ffe wußte es nicht.
Da schlug wieder Me harte Stimme an ihr Ohr. .Haft Du oder Dem ehrenwerter Herr Bruder denn eine Ahnung davon, was rhr mir getan habt? Du wußtest so gut wie er, daß ich mich fiu ihn verbärgt habe! Freilich, ich hätte es wissen sollen! In einem Lande, wo Treu und Glauben nur dazu da sind, um geschändet zu werden, kann eine andere Gesinnung ja gar nicht gedeihen."
Sie hörte hastige Schritte, die Tür fiel ins Schloß, und als sie bie Augen hob, war sie allein.
Mit hängenden Armen stand sie da. Bewegungslos — gedankenlos. Ter alte Friedrich kam, um den Frühstücks- ttsch abznrüumen. Sie schrak auf und sah verwirrt nm \vh Dann Tief sie wie gehetzt zur Tür, die Treppe hinauf in 'hr Zimmer. —
Verwundert sah der Alte ihr nach. „Da muß doch wohl was an dem Gerede fein, was der Berger erzählt," murmelte
er.
ich hätt's nicht gedacht!"
Die alte treue Seele konnte sich nicht zurechtfinden. Tie schöne junge Frau war sein besonderer Liebling, und nun sollte sie —
. „Nicht möglich! Nicht möglich!" murmelte er immer wieder. „Freilich, es ist ihr Bruder! Und dann diese Engländer!" '
XXIV.
Eine Stunde später 'befand sich Baron von Werkheim mr f öem Wege zur Stadt. Keinen Augenblick länger als nötig wollte er zögern mit der unangenehmen Meldung. Mochte eine sttenge Untersuchung eingeleitet werden ibm war es recht. Ja. er wünschte es sogar. —
Ein Verhör mit Berger hatte Helens Anssage bestätigt.
Aber was wollte das sagen! Das alles konnte vorher abgemacht gewesen sein, ja. fas mußte es sein, anders war es ja gar nicht möglich. Wie kam Helen plötzlich dam zur Stadt zu fahren? Was hatte sie dort zu tun? Und hätte
H Ur nicht' türffallen müssen, wenn der' Bruder zu diesH Ausfahrt drängte?
Einkäufe machen! Ms ob es nötig wäre, faswegeni zrrr Stadt zu fahren! Als ob nian fas nicht alles schicken' lassen konnte, wenn man nur wollte.
Aber man wollte eben nicht!
Werkheim redete sich in immer größere Wut hinein, rrr,8- als er zur Stadt kam, beschloß er, sofort weiter zu fahren!» und gleich in Berlin beim Generalkommando die Sache pers^ sönlich zu melden.
Wenn dieser Douglas nicht durch Zufall gefaßt wordeitzj war, auf telegraphische Anordnung hin konnte er nun nicht- mehr erreicht werden. Er mußte längst irgendwo über die, Grenze sein. Zwar — er hatte keine Papiere, aber was war> diesem Menschen denn unmöglich? —
In Berlin konnte er sofort seinen Bericht erstatten. Eine Untersuchung des Falles wurde angeordnet. Selbst- verständlich glaubte man ihm aufs Wort, daß er schuldlos sei. Trotzdem konnte man ihm aber den Vorwurf allzu großer Vertrauensseligkeit'nicht ersparen.
Dieser Vorwurf, so verbindlich er auch vorgebracht wurde, verletzte den alten Herrn tief. Sein ganzer Groll häufte sich ans die Urheberin desselben, auf Helen.
Er vermochte es nicht über sich, sofort wieder nach Hause zu fahren. ES war ihm unmöglich, sie zu sehen, zu spreche harmlos mit ihr zu verkehren.
Aber er hatte es ja vorausgesehen, faß durch diese im* glückselige Verbindung nur Unheil entstehen würde. Wie konnte er sich nur einen Augenblick durch die glatte LarvS tauschen lassen!
Immer mehr redete er sich in Groll imd Wut hinein Zu ttef war er verletzt. Hatte er doch Helen in diesen! Wochen herzlich lieb gewonnen, so faß er schon ganz mit Alfreds Wahl ausgesöhnt war.
"Daß sogar ich alter Esel noch auf fas schöne Gesicht rrrrd fas holde Lächeln heremsallen mich. Alles Verstellunak Alles Berechnung!"
Fortsetzung solat.
Gott der Herr nahm mir mein liebes Kind, unser gutes Brüderchen
Ernst Ludwig
heute Nacht 2 Uhr durch einen sanften Tod. Echzell, den 17. Apri' 1918.
Ja c > .X -Mvc
Wilhelm Jung HllSegarv Jung.
Die Beeidigung findet Fre tag Mittag 3 Uhr statt.
NMr-Nerßihmiig für Fnrdterg itib Kigrgri).
Sonntag den 28. April 1918, nachmittags 3 Uhr findet in der Wirtfchcch Zum Deutschen Haus" am Bahnhof zu Friedberg (Ellermeier) die
Zahres-Bersammlung
Zu reger Teilnahme wird aufgefordert.
Tagesordnung: Eeschäftsbericht, Rechnungsablage, Entlastung d« Vorstandes, Wahlen, Verschiedenes.
Flieüberg, den 14. April 1918.
Der Vorsitzende:
Falk.
Oie
Seti.: Die Flepchuei.orgmii für die Bevölkerung der Stadt Friedberg.
Seknmrtmachmig
Hierdurch bringe ich zur öffentlichen Kenntnis, daß der Verlauf von Rind-, und Kalbfleisch sowie Wurst für diese Woche am Frei, tast. den 18. April 1918, von nachmittags 1—6 Uhr in den sämtlichen hiesigen Metzgerläden statt- frndet.
Schweinefleisch gelangt diesmal Nicht zur Ausgabe.
Die vorstehende Verkaufszeit ist ?enau emmhallen.
Fttedberg, den 17. April 1918. Der Bürgermeister.
..__ 2,-33.: Dam m.
Haushälterin
(mit 4jährigem Kind) seilher auf dem Lande, sucht Stelle in,rau- und mutterlosem Haushalt auf dem Lande, geht auch in biär nerer.
Offerten unter itr. 755 an bic schänsstelle der „ Neuen Tages,tg...
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Kekamttmachnng.
Nächsten Montag, den 22. April, verteilen wir in der a!ten Post
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wett^os^^" ^ ^ezug .' einzeln abgeirenn e Marken sino
Friedberg. den 17. Avril 1913.
Der stellvertretende Bür-erme! er.
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