Grane Gefahren.
Roman aus der Gegenwart von M. Goniard. Schuck.
7C ) Nachdruck verboten.
Was wird' nur Alfred sagen? Wenn er doch hier wäre! Er glaubt mir, wenn ich ihm sage, daß ich es nicht gewußt habe. Aber sein Vater! — Nein, der glaubt mir nicht? Und im Grunde genommen kann ich's ihm nicht einmal sehr verdenken. Der Schein ist gegen mich. Und ich weiß ja, wie «i'er von den Engländern denkt."
Berger kam und meldete, daß er mit einem Magen da sei. Aber nur eine Droschke. Ein Kraftwagen sei nirgends anfzutreiben gewesen.
„Es macht nichts. Wenn wir nur nach Hause Aminen. Fahren Sie erst bei Renner vor und lassen Sic sich ineine Pakete geben."
Sie stieg ein und im Zuckeltrab ging es durch die holprigen Straßen. Als man aus dem Städtchen hinaus war, nahmen die Pferde einen Anlauf und etwas beschleunigter ging es vorwärts. Je näher sie Tannenberg kamen, desto angstvoller schlug ihr Herz. Wenn doch nur erst die Unterredung überstanden wäre. Schrecklich! Tot- schämen möchte sie sich.
Ob er es nicht sofort wußte, wenn er sie mit oiesem Fuhrwerk ankonnnen sah?
Aber natürlich! Sofort wiirde er es wissen! Der war doch nicht so dumm wie sie! Hätte sie es denn nickt ahnen können?
Aber nein! Sie konnte doch ihren. Bruder nicht gleich für einen Schuft halten!
Aber alles Für und Wider half nun nichts. Immer näher kam der Wagen den altertümlichen Türmen von Tannenberg.
Als ihr in der Halle der Diener den Mantel abnahm und sie auf die Frage, wo der gnädige Herr sei, die Antwort erhielt, der Herr Baron sei noch nicht zurück, da atmete sie wie von einer großen Gefahr befreit auf. „Gott sei Dank,"
Er war so jung und starb so früh, Wer ihn gekannt, vergißt ihn nie.
Tieferschüttert erhielten wir die traurige Nach, richt, daß unser innigstgeliebter, hoffnungsvoller Sohn, Bruder, Neffe un) Vetter
Kamin Sf 6 |(irM
am 3. April nach erst kurz vollendetem 20. Lebensjahre den Heldentod für's Vaterland erlitten haL.
Bvrg-Gräfenrode, den 16. April 1913.
In tiefer Trauer:
Wilhelm Gebhardt und Frcm Gefr. Karl Gebhardt, z. Zt. im Felde.
Nutzholzversteigernng
im Mockstatztcr MarNvatt» am 19. April 1918.
Es kommen zum Verkauf:
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Aff ? zu Bohnenstangen und Baumstützen geeign.
Io rm < 5 lchten-Nutzrerstg. J ö ö
mS U aiT mntUnft vormittags 9 Uhr bei der Ziegelei Nieder-
murmelte sie, „dann will ich ihn hellte auch gar nickt mehr sehen. Morgen werde ich nicht mehr solche Furcht haben. Bef Tageslicht sieht manches anders ans."
Und froh wie ein Kind, das glücklich der erwarteten Strafe noch einmal entgangen ist, lief sie die Treppe hinauf.
„Bringen Sie nur in einer halben Stirnde den Tee in mein Schlafzimmer, Bessie. Ich bin ganz erschöpft und lege mich sofort hm," sagte sie zu der Zofe, die ihr beim Ans- kleiden behilflich war. „Sagen Sie es auch Friedrich, dünnt der Herr Baron unterrichtet ist."
Vorläufig war die Gefahr Noch einmal abgewandt. Was aber morgen? Und der Wagenführer! Gewiß würden sie es unten im Gesindczimmer jetzt schon alle wissen. Denn er hatte ihr ja nicht geglaubt, ganz gewiß nicht! Wie hätte er es auch können! Es war ja Zolles Wahnsinn, was sie geredet hatte. —
. Stundenlang lag sie wach und zermarterte sich vas Gehirn, was morgen früh werden sollte, was sie sagen wollte. —
„Ich werde ihm gleich alles selbst gestehen, ehe er mich fragt," dachte sie. „Oder ist es besser, ich warte, bis er sein Frühstück zu sich genommen hat? Aber wenn er nach Archi- bald fragt?"
. Zuletzt übermannte sie doch der Schlaf, ohne daß sie zu ernem Entschluß gekommen war, wie sie es am klügsten anfangen wollte. —
Sehr früh am andern Morgen wurde sie wach. Der Schlaf, in dvn sie verfallen, hatte sie nicht erquickt. Von häßlichen Träumen war sie gequält worden und all ihre guten Vorsätze halfen ihr nicht über die bevorstehende Aussprache hinweg. —
Und nun stand sie am Fenster des Frühstückszimmers und sah in den trüben Morgen hinaus.
Dem herrlichen Frühlingstage von gestern war schnell wieder der Umschlag gefolgt. Die Welt sah heute trübe und traurig aus.
„Grau in mir und grau uni mich!" dachte Helen.
Da klangen Schritte an ihr Ohr.
r So, dachte sie, nun gibt es kein Entrinnen inehr. geßerf* 6 sich um und ging dem Schwiegervater eilt-
2Bettcr?"^ n ^ und bei diesem Wimmer*
rntf Ö m^a ete E' eie versuchte nur, ein Lackel« aus ihr Gesicht zu zwingen. Dann trat sie an den ahm Herrn heran und gab ihm die Hand.
„Wollen wir mit unserem Frühstück anfangen cdek warten wir auf Deinen Bruder?"
„Wir können ja beginnen." antwortete sie stockend. ES würgte ihr in der Kehle, und kaum brachte sie die Worte hervor. Plötzlich war sie wieder feige. Innerlich redete sie sich vor, sie wolle dem alten Herrn sein Frühstück nicht oer- derben, nach dem Frühstück sei auch noch Zeit. Und doch war
es rn Wirklichkeit nur Angst, nichts als Angst vor der Aussprache.
Das Frühstück verlief schweigsam. Herr von Werkh-nn warf einige Male einen verwunderten Blick auf Helen, sagt« aber nichts. J
Als der Diener die Posttasche brachte, stand ste auf »n8 trat hinter den Stuhl des Schwiegervaters. Nun wollte sie e? sagen Jetzt war die höchste Zeit. Aber ins Gesicht konnte sie ihm daber nicht sehen.
„Hier ist auch ein Brief an Deinen Bruder!" Er drehte das Schreiben von einer Seite auf die andere. „Amtlickk Wahrscheinlich wird er benachrichtigt, daß er in diesen T wen m cm Lager oder nack einer Festung iiberführt wird."
Ein sonderbarer Laut hinter seinem Rücken ließ ibn sich plötzlich nmdrehen. Leichenblaß stand Helen hinter ihm.
m !f ran ? "W"s ist — was ist geschehen, Kind? Was x)t denn los?"
Sie gab sich einen Ruck und riß sich innerlich zusammen. „Archibald ist fort!"
„Was? Was sagst Du? Fort? Archibald ist fort?" Sie nickte. Sprechen konnte sie nicht.
Fortsetzung tolat.
Bim- »ii> AOchiitOUNW.
Freitag, den IS. April, kommen im Ober-Florstädter Eemeindewald zur Versteigerung:
Buchen-Stämme 2 Sick. III. Kl.. 2,95 fm Inhalt. Buchen-Stämme 7 Stck., IV. Kl., 5,07 fm Inhalt. Buchen-Stämme 1 Sick., V. Kl. 44 im Inhalt. Eichen-Stämme 8 Stck. lV. Kl. 8,06 fm Inhalt. Eichen-Stämme 13 Stck. V. Kl. 6,99 fm Inhalt. Eichen-Stämme 9 Stck. VI. Kl. 2,06 fm Inhalt. Kiefern-Stämme 3 Stck. V. Kl. 1,75 fm Inhalt. Fichten-Stämme 1 Stck. V. Kl. 61 fm Inhalt. Buchen-Stämme 1 St. V. Kl. 46 fm Inhalt.
6 rm Eiche Garten-Pfosten.
2 rm Eiche Rund-Scheit.
Zusammenkunft nachmittags 2 Uhr am Eingang des Waldes.
Erobh. Bürgermeisterei Ober-Florstadt.
B 1 1 d, I e.
Feingemahlenes
HolWerstsig§rrmgen
-? en L 2s. werden versteigert aus den
?.f^nkten § losterwald 7,9 und 10, Großer Dreyer,ch 1 und 3 und Sttckes der Forstwartei Wippenbach:
Stümitie: Kiefer 111. Kl. 4 Stück = 4,95 fm. xlTutz- knuppei: Kreier 3 rm. SclieSteri Buche 1. Kl.
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1^8 rm, ,yio)te 2.) rm, Kiefer 20 rin. linuppeSreini^: liefet 7 rm. ÄNireSaSs: Buche 426 rm, Eiche 659 rm.
«rlsT*?* Buche 61 rm, Eiche 115 rm, Fichte 60 rm, vvtejet o rm«
3!jfamnienfunft vormittags 12 Uhr bei Hof Bieberberg.' Die t ^umEn des Holzes kommen nicht zum Aus-
n ^si.?orgezelgt wird, wolle man es. sich vorher
** Sorstwanap.rant'H'ofma!m
D; ^EN 23. April l. Is. werden versteigert aus den
«ö«-! AnLwch: ’ 15 ' 2Ü ’ 21 ' 22a W der Fo.st-
Stüi^c: Eiche I. Kl. (93 und 85 cm) 3-6 m lang 'l r ? 0l A Ce ^!l et = 2 Stück mit 5,70 fm, Lärche IV. 14 ~ tuc * = 2.4! lrn, Weimutskiefern 3 Stück 1 , ,<d f ,I8K8C l!eSler 1 eif ^ e 4 rm (zu Elaser- fi rm i? le y S,c2 B aeUer! Buche 1. Kl. 116 rm, 11. Kl. 16 rm. ei»»p P el: Buche 11 rm, Eiche 24 rm, Elsbeere
IX' Euch- 232 rm. Wtrelglff,
rm Elche ,0 rm. Stöcke: Buche 78 rm Eiche 10 rm, Fichte 15 rm. ' '
L5?'E^unst ro miNags 11 Uhr in der Versteigerungshalle Fmkenloch. Die blau unterstrichenen Nummern des " ,d)t ff aus 3ff- Das Sol, wird wcht °°rg°k 2*1?* - U f sich es vorher awehen. Illähere Auskunft er-
terlt der Erogh. Förster Barenz zu Forsthaus Finkenloch bei Nidda Konradsdorf, den 14. April 1918.
. lörokh. Oberförfterei Konradsdork.
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Betr.: Verbot des An- und Verck kauss von Garnison-Bekiei-^ dungs- und Wäschestücken.
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Durch amtliche Mitteilung urte 1 auch durch Mitteilungen von Privatpersonen ist schon wiederholt zu meiner Kenntnis gekommen daß in letzter Zeit seitens Mild» tärpersonen den hiesigen Althänd-' lern und Auch Privatpersone» Garnison-Bekleidungs- und Wäschestücke zum Kauf angeboten mi* daß diese auch tatsächllch gekauft worden sind.
Es ist doch ganz selbstverständlich, daß Solda en nicht im Besitze von eigener Wäsche sein können, die mit dem Stempel der Militärverwaltung versehen ist. In solchen Fällen kann nur Diebstahl vorliegen.
Ich sehe mich daher veranlaßt, vor derartigen Ankäufen hierdurch strengstens zu warnen.
Weitere derartige Verfehlungen und Begehung strafbarer Hand« lusigen von An- und Verkäufen solcher Gegenstände werden der Strafbehörde rücksichtslos zur Anzeige gebracht und die sofortige Beschlagnahme dieser angeordnet.
Fiedberg. den 16. April 1918.
Der Bürgermeister.
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