luste schon während der Lanbimg Aurch ein Automobil Sek'. roten Garde, das unter der Flagge des Roten Kreuze- mtt
Änem Maschinengewehr schoß.
Die Hanptnester der roten Garde waren fast sämtlich in der Nähe des Hafens gelegene StaatSgebäikde. Dom frühen Morgen bis zum Mittag des 13. April hatte daS Landungskorps der Marine und eine in der Nähe deS Hafens angetroffene Kompagnie deutscher Urger schtvere Straßenkämpfe beim Nord- und Südhafen. Die Roten bestrichen mit Maschinengewehr auch die Annäherung an den Landungsplatz, sowie die Verbiirdung zwischen dem am Süd- bafen gelegnen Drarktplatz und der Halbinsel Skatudden. Unsere Matrosen hatten auf der letzteren einen besonders schweren Stand, da die Noten das gegenüberliegende Senats- . haus besetzt hatten. Ein rotes Nest mit etwa 200 Männern ' und Frauen und Jugendlichen ergab sich bald nachdem Eingreifen der GesMtze der Mincnsuchboote und der Be- gleitschiffe.
Trotzdem die sich ergebenden dt er? r neu Hän-
; Hielt dastanden, wurde von anderen Roten auf sie und die , deutschen Begleitntannschaften geschossen. Gegen 2 Uhr nach- mittags war der schwerste Kampf überstanden. Die Roten ergaben sich allmählich. Die Hauptführer waren insbesondere im Palaste des Gouverneurs, im SenatshauZ und im kaiserlichen Palast verborgen. Die zahlreich heran strömenden Anhänger der Weißen Garde wurden bewaffnet, sie sind wertvoll für die weitere Säuberung der Stadt von den noch vielfach verborgenen Roten, znm Einsammeln der Wrffen, Wachdienst usw. Die bis dahin wie ausgestorbene schöne Stadt war bald schwarz von festlich bewegten Menschen/ die die Matrosen und Jäger immer wieder mit Hochrufen begrüßten, mit Blumen beschenkten, auf offener Straße bewirteten und den Offizieren die Hände zum Dank drückten Seit zwei Monaten unterdrückte biirgerliche Zeitungen «dwm noch im Laufe des Nachrrittags Extrablätter heraus nüt begeisterten Dankesauslassungen an Deuffchland. Tie csientti^n und Privatgebäude sind geflaggt, darunter anch viele mit den deuffchen Fahnen.
Dmm m IW) HM KrSWmWd ftr dn FlmdM mehr wert als 1000 Mart bares Geld?
GckkrmWje ZekHmtbräftt i« Gdella.
Men, 13. April. Aus dem Kriegspressequartier wird gemeldet: Die Flottenabteilung Wulff, bestehend aus vier Monitoren, zwei Patron illenfahrzeuoen und zwei Dampfern, ist am 12 April ncchmittags in Odessa eingelaufen. Die tadellose Durchführung dieser llebersahrt bedeutet umsomehr eine besondere maritime Leistung, als es sich hier durchweg um kleine Schiffssinheiten handelt, die nicht für den Seedienst g^aut wurden. Die genannten Einheiten sind befttmmt, als Reprä. stntanten der Flotten der Mittelmächte im Hafen von Odessa und in den angrenzenden Stromgebieten an der Aufrechterhaltung eines geregelten Schiffsverkehr, mitzuw-irlen.
Generaloberst Graf Sothmer.
Berlnr, 12. April. Drr König von Bayern beförderte den
General der Infanterie Grafen Felix Dothmer, der an der Ostfront mit bewährter Tatkraft die Südarmee führte, zum Generalobersten.
Die WillMistthghnng in der Schvch.
Basel, 13. April. Die sozialdemokratischen Organisationen der Schweiz bestätigten in einer Konferenz am gestrigen Freitag in Olren sämtliche vom Aktionskomitee im Kampf gegen die Milchpreiserhohung bisher gettoffenen Maßnahmen und beauftragten das Komitee, unverzüglich alle nötigen Schritte zur Durchführung des allgemeinen Landesftteiks auszuarbeiten.
Vielfach ist namentlich in Kreise« der Landwirtschaft SU Meinung verbreitet, man Vnne keine Kriegsanleihe zeichne«, wett man für die Zett nach dem Kriege flüssiges Geld zur Neuanschaffung und Ergänzung von Inventargegenstanden brauche. Demgegenüber sei auf eine neueMngs zwischen der Heeresver. waltung und der Reichsfinanzverwaltung getroffene Vereinbarung verwiesen, die bestimmt, daß die Heeresverwaltung bei Verkäufen (von Pferden. Geräten usw.) unter sonst gleichen Umständen solche Käufer bevorzugt, die in Kriegsanleihe zahlen. Die Stücke der Kriegsanleihe werden — dies ist ein weiterer erheblicher Vorteil für die Besitzer von Kriegsanleihe — zu 100 Prozent angenommen, während der Zeichnungskurs auf 98 Pro. zent festgesetzt ist. ^ Es liegt also im eigenen Interesse aller derer, die später Pferde' Gegenstände und Materialien von der Hee. resverwaltting erwerben müssen, jetzt soviel Kriegsanleihe zu zeichnen, daß der Kaufpreis seinerzeit in Kriegsanleihestücken bezahlt werden kann.
Die Wiche §MrM!1chafl und die
KrmMiriichattMmhiiWsikn.
Rede des Landtagsabgeordneten Dr. v. H e l m o l t im Hessischen Landtag.
(Sitzung vom 20. März 1918.)'
Der Herr Minister des Innern hat mit einem Dank an die Landwirtschaft geendet. Für die Anerkennung möchte ich unser« Dank aussprechen. Er hat weiter gesagt, daß ee nach dem Kriege erste Aufgabe der Regierung sein solle, für Hebung der landwirtschaftlichen Produktion zu sorgen und ich möchte unserem Bedauern darüber Ausdruck verleihen, daß die Regierung nicht bereits jetzt in erster Linie ihre Aufgabe darin erblickt, die landwirtschaftliche Produttion zu fördern, wo sie zu fordern war.
Leider Gottes beftebt über die Maßnahmen der hessischen Regierung auf landwirtschaftlichem Gebiet Unzuftiedenheit in den weitesten Kreisen: wenn diese Kreise nicht eben der Land. Wirtschaft angehörten. so würde die Regierung auf diese Unzufriedenheit wohl mehr Gewicht gelegt haben und den Gründe« dafür nachgegangen sein uird Gegenmaßnahmen getroffen haben. Man ist aber daran gewohnt, daß die Landwttte alles geduldig erttagen. man weiß, daß sie ihre Schuldigkett tun, selbst wenn sie verbittert sind. Aber, meine Herren, sorgen Sie dafür, daß die Unzuftiedenheit nicht zu große Dimensionen annimmt. Wir haben vor einiger Zeit in Friedberg eine Versammlung gehabt, in der wir uns über diese Dinge ausgesprochen haben. Anlaß zu der Versammlung haben gegeben die Maßnahmen bezüglich der Eier- und Milchversorgung. Es sind scharfe Worte gefallen. Der Herr Regierungsvertteter. Landesökonomierat Müller, hat sich darüber beklagt, daß er angegriffen worden fei. ohne daß ihm Gelegenheit gegeben gewesen wäre, sich dort zu verteidigen; ich will heute die Beschwerde wiederholen und ihm die Gelegen, heit geben, sich z« verteidigen.
Es fft uns im vorigen Jahr versprochen worden, daß auf dem Gebiete der Eierversorgung mildere Bedingungen eintteteu sollten, daß auf sämtlichen Gebieten der Dersorgungsregekung Gleichmeßigkett mit den Nachbarstaaten eintreten solle. Ich erinnere an die Speckabgabe, wo wir 4 Prozent geräucherten Speck abgegeben hatttn, wahrend man in Preußen nur 2 Prozent un- geräucherten abzugeben brauchte: ich erinnere ferner an die ver. schiedenen Kartoffelpresse, die wir und Preußen hatten. Das sind Maßnahmen, die verbitternd auf die landwirtschaftliche Bevölkerung wirken.
Bei der E, «Versorgung bat man keineswegs den Wünschen, die wir im Ausschuß an die Regierung gerichtet haben, Rechnung getragen: man hat im Gegenteil die gesetzlichen Bestimmungen
fcfrtßbtt yemn ves vorigen IahyeO wHentttch oerßchSrst. — habe» i» vo-ttge» Jahre namentlich auch gebeten, daß man dich! klein«« Hühnerhalter berüWichtige, daß man darauf Rücksichß nehme, daß diejenigen, die Familie haben, etwas von ihre» Hühnern hatten: man hat von unserer Seite verlangt, daß un» ter keinen llmständen der Satz, der erhoben wird, erhöht werden würde und es ist gebeten worden, man möchte die Sätze bei unO- i« Einklang bringen mit den Sätzen in anderen Staaten. Wie liegen aber die Verhältnisse? In Wirklichkeit hat man kein«, lei Rücksicht auf diese Forderung genommen; man hat dem Versprechen keine Rechnung getragen, und ich muß zu meinem 58«* tKniern erklären, daß wir zu dem Herrn Landesökonomierat nach den Ausführungen, die et mir gegenüber gemacht hat, keinerlei Verttauen haben, daß er irgend welches Verständnis habe fü« unsere berechtigten Forderungen. Wir müssen das offen heraussagen: es hat keinen Zweck, wenn wir immer mit unser« Meinung hinter dem Berg hallen. Wenn wir sehen, daß es bet unserer Vercrdnung über den Verkehr mit Eiern heißt, daß die Feststellung der Lieftrungspflicht in der Werfe erfolge, daß di» Zahl der Hühner einschließlich der Hahne mit 60 multipliziert hiervon 20 Prozent für Hähne und schlcchilegende Hühner ab- gezogen und sodann der Eigengebrauch in Abzug gebracht werde, so kommen wtt zu einer Zahl, die wesentlich höher ist, als im vorigen Jahre. Es werden also bei uns in Hessen zunächst z» Grunde gelegt 60 Eier für jedes Huhn und Habn, 20 Prozent werden freigelassen, so daß 48 Eier für jedes Tier, Hühner, wie Hähne, abzulieftrn sind und davon wird dem Huhnerhalter dar Recht gegeben, 40 Eier für sich und jedes Glied seiner Hausangehörigen als Eigeng-brauck zu verwenden, allerdings mit der Beschränkung, Mß es heißt: „Als Haushaltungsmttgli-d« gelten unter anderem nicht landwirtschaftliche Taglöhner, Ar- beiter und Arbeiterinnen, oder sonstige auf dem Hofe des Geflügelhalters beschäftigte Personen, sofern sie nicht mit dem G« flügelhalter in häuslicher Gemeinschaft leben und ferner nicht Kriegsgefangene."
Meine Herren, wir sind nicht' in der Sage, in diesen Bestimmungen irgendwelche Milderungen gegenüber dem Vorjahr» zu erblicken. Jeder, der etwas mehr Hühner hat, hat mehr abzuliefern, als im Vorjahre. Mas das in der jetzigen Zett bedeutet für die Bettiebe, die mit ftemdem Personal arbeiten müss-D und kein frisch« Fleisch bekommen, das können sich die Herr«, wohl denken.
Ich wollte noch stille fein, wenn in den Rachbarkreife» gleiche Bestimmungen wären: das ist aber nicht der Fall. I» dem Kreise Gelnhausen werden Richttmien bekannt gegeben, di» von dem preußischen Landesamt für Nahrungsmittel und Eier festgesetzt waren, rmd ich verstehe nicht, warum ähnliche Bestim- mungen nicht auch bei uns möglich sind. Da heißt es: von alle» vorharkdenen Hennen — die Hähne werden nicht gerechnet -* werden 80 Prozent als Leghennen angenommen, davon soll jede Henne «ehrend d« Legeperiode von 30 Wochen durchschnittlich ein Ei wöchentlich abliefern. Also 30 Eier snrd ebzuliefern. und der Hühnerhalter kann im eigenen Haushalt das Doppelte vo» dem verbrauchen, was der Berforgrmgsberechtigte bekomme» soll. Der Dersorgungsberechtiote soll 25 Eier bekommen, der Hühnerhalter behält demnach 50 Eier zurück. Auch die Bestinur mungen über die Haushaltangchoiigen sind wesentlich mild«. Als Haushaltangchörige gelten diejenigen Personen, die iw Haushalt des Geflügelhalter» voll beköstigt werden und in sei ner Wohnung untergebracht sind, wahrend bei uns die Fassuni zweifelhaft und unglücklich ist In Württemberg, wo die Bo. stimnruvAen verhaltnimäßig scharf waren, find für jedes Huh, im legefähigen Alter 50 Eier abzugeben, aber auf jeden Kopl der Haushaltmitglieder ist eine Henne frei. Auch das ist cmit* stiger als bei uns: da bleiben kleine Leute von der Abgabe. Pflicht überhaupt befrett und die Abgabe hat nur zu erfolge« von den Hennen, die sich wirklich im legcfähigen Alter befinden.
Run ist von dem Herrn Landesökonomierat mitgeteilt worden, daß die Vertreter der Landwirtschaft selbst diesen Bestimmungen ihre Zustimmung gegeben hätten. Ich habe meine« Zweifel ausgesprochen, ob es übechaupt möglich sei, daß 33«*
Verkäufen Mid Versteigerungen aus Beständen der Heeres, und Marius«
Verwüstung kann die Zahlung Vorzugs«
Weife durch Hingabe von Kriegsanleihe geleistsi werden. Käufer, welche die Bezahlung ln Kriegsanleihe anbieteu, werden bei sonst gleichen Geboten in erster Linie berück, stchiigt. Die Vorschrift zur Bevorzugung der Kriegsanleihe gegenüber der Annahme baren Geldes erstreckt fich auf alles, was zur Abgabe an die Bevölkerung frei wird, also insSesonders P ferds, Fahrzeugs und «Geschirre; Ksldbahngerät. Mcioilskemottveu und Kraftfahrzeuge usbsi Zubehör, Kutter.
miiisl und sonstige Von sie- LanKwir!« schsftlich s Maschinen un-Gsrätesowie Werkzeug; Kabrikeinrichtungen mit deuzugehörigsuMüschitteu urröGeräten; Eisen, Stahl und andere Metalle; Holz und sonsttges Bau. material; Mebstoffe und Rohstoffs aller Art. - Dis Kriegsanleihe wird zum vollen Nennbetrags angerschnst und bis zur Höhe des Kauf- oder Zuschlagspreises i» Zahlung genommen. - Als Kriegs« anleihe in diesem Sinne gelten sämtliche S°/«>!gsrr Schuldver« schreibuvgen des Reichs ohne Unterschied sowie die fett der 6. An. leihe auögegebenen 4tVi%i§ca auslosbaren Schahanweisungen.
Will i Du also vorteilhaft kaufte öann - zeichne
Kriegsanleihe?


