11* Jahrgang.
Nummer 86
JLJLJl
i-M.
Samstag; S-tt 13. April 1918
i >»2-7,.
Die „Neue Taaes?eitung" erscheint icden Werktag. Regelmäßige Beilagen „Der Kauer aus Hessen", „Die Kpinnssube". Ke?uyspreia: Bei den Postanstalten vierteljährlich Mk. 2.46 hinzu tritt noch das Bestellgeld; bei den Anenten monatlich 85 Pfg. einschließlich Trägerlohn. Anzeigen: Grundzeile 25 Pfg., totale 20Psg^ Anzeigen von auswärts werden durch PoitnachnahmL erhoben. Erfüllungsort Friedberg. Zchriftleitung und Verlag Friedberg (Hessen), oanauerstraße 12. Fernsprecher 48. Postjcheck.Lonto Nr. 4859. i n: Frankfurt a. M.
Armenticres gefalirn.
Die Keule tu der Schlacht bei Armentieres auf 20000 Gefangene und mehr al 200 GeOchurr. feit 21. März auf 1 2000 Gefangene und 1500 Geschehe gestiegen. — Im o m ' auf die Fr; rb ?< Gin Seeangriff auf Flandern. — Erhöhte Kampftätigkeil an der Krenta. — LsOOO Tonnen versenkt.
Der deutsche Generalstab ===== meldet: ======
M. T. K. Großes Hair^Lqnartier, deir IS. April. Amtlich.
Westlicher Kriegsschauplatz.
Armentieres ist gefallen. Durch die Truppen -er Generale v. Eberhardt und v. Stetten von Norden und Süden umfaßt, ihrer Rückzugsstraße beraubt, streckte die englische Besatzung — 50 Offiziere und mehr als 3000 Mann — nach tapferer Wehr die Waffen. Mit ihnen fielen 45 Geschütze, Zahlreiche Maschinengewehre, große Munitionsmengen, ein Be- kleidungslager und reiche andere Beute in unsere Hand.
Nordwestlich von Armentieres gewannen wir Raum. Westlich von Armentieres warfen die Truppen der Generale von Stetten und v. C a r l o w i tz nach Abwehr starker, mit zusammengefaßten Kräften gegen Steenwerck geführter Gegenangriffe und nach erbitt-ertem Kampf um die vierte englische Stellung, den Feind in Richtung Bailleul und Merville zurück. M e r o t l l e wurde genommen.
Auf dem Südufer der L y s erkämpften sich dis Truppen -es Generals v. Bernhardi den Uebergang über die Lawe und stießen bis in die Höhe von Merville vor.
Die Gesamlbeuts aus der Schlacht bei Armentieres beträgt nach bisherigen Feststellungen 20 000 Gefangene, darunter ein englischer und ein portugiesischer General und mehr als 200 Geschütze.
Die Ueberwindung des versumpften Trichtergeländes In und vor unserer Ausgangsstellung des 9. April stellte höchste Anforderungen an die Truppen aller Waffen der vordersten Linie. An ihrem Gelingen haben Pioniere, Armierungssoldaten und die hinteren Divisionen hervorragenden Anteil.
Auf dem Schlachtfeld zu beiden Seiten der Somme entwickelten sich heftige Artilleriekämpfe. Französische Regimenter, die auf dem Westufer der Avre, westlich von Moreuil anstürmten, brachen unter schwersten Verlusten zusammen und ließen 300 Gefangene in unserer Hand, die später durch französisches Artilleriefeuer vernichtet wurden
Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.
Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff.
Abendbericht.
Berlin, 12. April, abends. (WTB. Amtlich.) Unsere siegreichen Truppen sind im Fortschreiten durch die weite Lys-Ebene zwischen Armentieres und Merville.
|| Der österreichische Geveralstab f :r== meldet:
Wien, 12. April. (WTB.) Amtlich wird verlautbart: Im Gebirge beiderseits der Brenta erhöhte Kampftätigkeit.
Der Chef des Geusralstabes.
Das türkische HanpttzrrarLier j ►==== meldet: ==== <
Konstantinopel, 11. April. (WTB.) Tagesbericht.
Palästinafront: Starte englische Kräfte griffen nach heftiger Artillerievorbereitung unsere Stellungen westlich der Straßen von Jericho nach Nablus in breiter Front wiederholt an. Ihre teilweise in dichten Massen geführten Angriffe brachen in unserem gut liegenden Artillerie- und Maschinengewehr-
seuer zusammen. An einzelnen Brennpunkten des Schlachtfeldes kam es zu erbitterten Nahkämpfen.
Kaukasusfronl: Südöstlich von Vatum nahmen wir ein beherrschendes Werk vor dem Festungsgürtel. An den übrigen Fronten nichts Neues.
WMItr enßlWkr A" r ff ans (OlfH-f.
Berlin, 12. April. (WTB Amtlich.) In der Nacht vom 11. zum 12. April unternahmen englische See> reittraste, bestehend aus Monitoren, Torpedvbootfohrze'.'.zen und Flugzeugen, einen Angriff gegen die Uanönjclic Küste. £ r, c;^e wurde mit schwerem Kaliber beschossen, Zeebrügge durch Flugzeuge mtt Bomben worfen. Die Angriffe wurden durch unsere Batterien mühelos abgeschlagen. Militärischer Schaden wurde nirgends ange- richtet. Ein feindliches Torpedomotorboot, das sich Ostende näherte, wurde in Brand geschossen, von seiner Besatzung verlassen und danach mit voller Ausrüstung von uns erbeutet.
Der Chef des Ndmiralstabs der Marine.
28000 Tonnen versenkt.
Berlin, 11. April. (WTB. Amtlich.) Eines unserer Unterseeboote, Kommandant Kapitänleutnant Georg, hat in der Irischen Cee und vor dem Westausoang des Aermelkanals acht Dampfer, 2 Segler mit zusammen 28 000 Bruttoregistertonnen vernichtet. Unter den versenkten Schiffen waren an besonders wertvollen Dampfern: Ein neu gebauter Dampfer vom Ein- heitstyp von 5000 Vruttoregistertonncn, zwei Frachtdampfer von mindestens 6000 Viuttoregistertonne.r Erlaße. Einer der 6000 Bruttcregistertonnen-Dampfer war auffallend stark gesichert, gezählt wurden etwa 20 Torpedoboote, Motorboote und andere Vewachungsfahrzeuge. Drei Dampfer wurden in geschickt durchgeführten Angriffen aus stark gesicherten Geleitzügen hcrausgeschosien. Sämtliche Damvfer waren bewaffnet, die meisten b. laben. Namentlich festgeftellt wurden der englische Dampfer id ad" (£592 Bruttoregistertonnen), „Lough
Fisher" (418 Bruitoregistertonnen), „Glenford" (494 Brutto- registertcnncn) und der englische Segler „John G. Walter".
Der Ehes des NdmLralftsbs der M«ri»e-
Wie Schlacht im Weste».
Berlin» 11. April. (WTB.) Im Laufe des 10. April wurde bei fortschreitendem Angriff der Südrand von Armentieres erreicht und der Uebergaug über die Los bei Erquingham erzwungen. Nördlich Armentieres wurde das Dorf Ploegsteert im Sturm genommen. Von der 40. und 50. englischen Division, die bereits in der großen Schlacht beiderseits der Somme schwer geblutet hatten, wurden Gefangene eingebracht. Weitere Gefangene stammen von 34., 57., 14., 21., 29. und 51. Division. Die beiden letzten waren aus Flandern eiligst herantransportiert und wurden ebenfalls in abgelämpftem Zustande zum zweiten Male eingesetzt. Besonders schwer litten die Highlünder, deren Ersatz aus jungen Burschen bestand. Der Feind, der an einzelnen Stellen außerordentlich hartnäckigen Widerstand leistete, hatte schwerste blutige Verluste. Dank der ausgezeichneten deutschen Artillerievorbereitung und der völligen Ueberraschung des Feindes sowohl nördlich wie südlich von Nrmentieres blieben die deutschen Verluste gering.
Die Äcute seit 21 . Marx.
lieber 112 000 Gefangene — über 1500 Geschütze.
Berlin, 12. April. (WB.) Zum Fall von Armentlercs. Die sestungsartig nrit Betonwerken stark ausgebante Cladt Armentieres hielt sich am 11. April trotz der immer umfassenderen Einschnürung außerordentlich tapfer. Erst als in frischem Ansturm deutscher Truppen auch westwärts die Umklammerung des mächtigen Stützpunktes erreicht war,
, ergab fick der Nest der tapferen Besatzung, die während der 1 Einschließung außerordentlich schwere Verluste erlitten hatte. Straßen und Stadtrand liegen voller Leicken. Die j Beute an Maschinengewehren und Munition konnte bisher ebensowenig sestgestellt werden, wie die Bestände der übnger eroberten englischen Depots. Unter den 45 Geschütz?« befindet sich außer zahlreichen schweren ein 34 Zentümter- Eisenbahngeschütz. Tie Gesamtbeute seit dem 21. März stisH nunmehr auf über 112000 Mann Gefangene und über 1500 Geschütze. Die nach vielen Tausenden zählenden Maschinengewehre. die teils von den Deutschen sofort eiaaeseyL wurden, lassen sich nicht annähernd übersehen. Die Tank- beute erhöhte sich von 100 auf 200.
Die Ueberraschung der Engländer.
Berlin, 12. T U. (WB.) Die Engländer wa •' .. ' jetzt wieder bei der Schlacht von Acmentieres Ha! -wer Kopf Kompagnie auf Kompagnie von Divisionen, 8 St. Quentin abgekämpft waren, planlos in den Ka'ä.vf, Dieses kopflose Verfahren lieferte den Deutschen w'r-'da geschlossene britische Kompagnie in die Hand. Ge: ? den letzten Nächten vor Beginn der Schlacht an d hatten die Engländer einen großen Teil ihrer schweren - ullerie dort herausgezogen, um ihn zwischen Ancre wfr Somme einzusetzen. Die portugiesischren Divisionen um w diese Schwächung der gemeinsamen Front teuer 5 .
Wie überraschend der neue Schlag die Engländer Icj ^ welche Ueberstürzung herrschte, geht daraus hervor, daß e bereits um 9 Uhr vormittags, also im ersten Stadium der Schlacht, eiligst den Rest ihrer sckHveren Geschütze spr? .• w. damit sie gebrauchsunfähig in deutsche Hände fielen. Handlungsweise widerspricht in so hohem Maße Kampfgebrauch, daß man sie nur als eine Verzweifln.'g!.at bezeichnen kann.
Die Schlacht an de Lus.
Berlin, 12. April. (WTB. Nichtamtlich.) In der Schl an der Lys kam dem Feinde der deutsche Artillerieeinsatz -nieder völlig überraschend. Das Feuer war von vernichtend:r Wucht. Obwohl auch die schwersten Batterien sich schon vor mehreren Wochen einschießen mußren und der Eeheimhatt;"'!g wegen diese Tätigkeit nicht wiederholen konnten, wurde die s 'nd- liche Artillerie mit großer Zielsicherheit gefaßt und fast nm ausgeschattet Bei einzelnen deutschen Divisionen erbie'.i e Angriffsartillerie während der Bereitstellung nicht einen e zigen Artillerieschuß. Auch die feindliche Artillerie u?i' ie Maschinengewehrnester waren gänzlich zugcdeckt und e - t. Aus diesen Umständen ergeben sich die geringen deutsche ? V;= lüfte. Auf breiten Abschnitten lag bis zur dritten feiiwl en Stellung kein einziger Toter. Umso schwerer waren auch in dieser Schlacht wieder die Fcindverluste Besonders stark litten die Portugiesen, denen die englische Führung absichtlich solch« Abschnitte zugewiesen hatte, in denen sie ihre Stellungen nur oberirdisch anlegen konnten und wo der Bau von Deckstollen unmöglich war. Diese aufgesetzten Stellungen wurden im wahren Sinne des Wortes vom deutschen Artilleriefeuer um geworfen.
Schwere Verluste der englischen Stäbe und Reserven.
Berlin, 12. Avril. (WTB Nichtamtlich.) Bei Beginn und während der Schlacht von Armentieres vertrieb eine gewaltige Masse deutscher Eisenbahngeschütze d!e feindlichen Stöbe aus ihren Unterkünsten und nahm gleichzeitig englische Reserven in ihren Lagern unter vernichtendes Feuer Die rückwärtigen Straßen und Bahnlinien wurden durch einen dichten Feuerriegel abgesperrt. Die großen Eisenbahngeschütze folgten während der Schlacht der Kampstruppe abschnittweise mtt der Bahn. Obgleich dichter Nebel tagsüber die Tätigkeit der Artillerieflieger stark hinderte, konnte die Schußbeobachtung durch vorgeschobene Artillerieoffiziere die auf nächste Entfernung jede» Schuß fesistellten, vorzüglich durchgcsührt werden. Ein beson.
Heloendanktag
Der 14. April ist der Nationalzeichnungstag für die 8. Kriegs'
anleihe. Jeder Tentsche muh an dieser» Tage den Söhnen und Brüdern dranhen im Felde den heißen Tank für die unvergleichlichen Heldentaten, für den siegreichen Schutz der Heimat abstatten. Die Kriegsanleihe gibt dazu die beste Gelegenheit. Darum jeder zeichnen, auch wenn er schon gezeichnet hat. Alle Zeichnnngsstellen werden nach der Ktrchzelt geöffnet sein.


