Grane Gefahren.
Roman aus der Gegenwart von M. Gontard - Schuck.
Nachdruck verboten
Helen schritt verzweifelt im Zimmer hin und her. „Mi stillt Sei still! Ich kann das nicht hören! Bleib doch hier! Ich werde es dem Baron sagen, was Du vorhast, dann ist Dir Deine Flucht unmöglich."
„Helen! Untersteh Dich! Ich glaube, ich könnte Dir den Hals umdrehen. Wenn Du mir nicht Helsen willst, dann steh mir wenigstens nicht im Wege. Sollte ich aber glücklich über die Grenze kommen und Papa Wiedersehen, öann werde ich nicht verfehlen, ihm von der großen schwesterlichen seines verzogenen Lieblings zu erzählen."
Bitterer Hohn zuckte um seine Lippen. Er stieß mit deni Fuße den Stuhl hart zurück und ging nach der Türe.
„Bleib, Archie, bleib! Was soll ich denn nilr run?"
Die junge Frau saß ganz zusammengejuuken da. Die Liebe zu dem Bruder und das Gerechtigkeitsgefühl — und sicher auch ein gut Teil Zuneigung zu dem alten Herrn — kämpften einen harten Kampf.
Konnte sie es über sich gewinnen, vielleicht den Tod des Bruders zu verschulden? Aber dann — der alte Herr. Sie fürchtete sich vor seinen Augen. Wie finster und zornig würden sich die dichten buschigen Braunen zusaminenziehen.
Und Alfred! Wenn sie so vor ihm stehen müßte! Und gerade jetzt! Gerade jetzt, wo ihr Bund erst die rechte Weihe dle rechte Innigkeit erhalten sollte!
Archibald ließ den Türgriff fahren und trat wieder auf die Schwester zu. „Du willst, Helen? Bist Du endlich vernünftig?"
Sie bewegte matt den Kopf. Was soll ich tun. schien sie zu sagen. Ich sehe keinen Ausweg.'
Ein etwas weicherer Zug trat auf sein Gesicht. Es war, als täte sie ihm leid. Aber nur einen Augenblick. Er war ein Douglas, und denen ist das Mitleid eine ungewohnte Empfindung.
Ein Gedanke kam ihm, der ein neues Licht in seinen grauen Augen entzündete. „Wenn Du mir nicht helfen willst, auch gut, nur verrate mich nicht. Mach eine Ausfahrt .nnt mir nd überlaß alles andere mir. Du weißt dann von ln?-5)ts! Ich habe D ich einfach überrumpelt. Laß mich nur
gewähren, und niemand wird Dir Men Vorwurf matzen können. Und die Freiheit kannst Du mir doch gönnen!"
„Du bist hier auch frei!"
„Wie lange noch? Sicher keine acht Tage mehr. Also, Helen, willst Du?"
„Laß mich überlegen. Ich weiß weder aus noch ein. Und wenn sie Dich nun wieder einfangen? Du kannst noch kaum laufen!"
„Ich will auch nicht laufen! Selbstverständlich nicht!" Er lachte unruhig. „Würde mir auch schlecht bekommen."
„Geh jetzt! Ich bin zu Ende mit meiner Kraft. Ich werde Dir morgen sagen, was ich zu tun gedenke."
Er wollte noch etwas erwidern, doch Helen sprang auf und hob abwehreud die Hände. „Laß mich jetzt! Quäle mich nicht mehr! Ich kann einfach nicht mehr." Dann richtete sie sich plötzlich entschlossen auf und sah ihm furchtlos in die Augen. „Aber das sage ich Dir! Wie ich niich auch entscheide, ob ich Dir helfe oder nicht, wir beide sind fertig miteinander. Was ich Lue, Lue ich nicht Deinetwegen. Ich tu's für die Eltern!"
Er lachte leichtsinnig. „Sei nicht tragisch, Schwester! Es ^steht Dir nicht. Es ich mir auch ganz gleich, um wen Du s Lust, wenn Du mir nur hilfst."
Als Archibald das Zimmer verlassen Hütte, sprang Helen auf und warf sich ungestüm auf das Ruhebett. Sie drückte ihr Gesicht in das weiche Kissen und schluchzte kramv^- haft.
Das also war ihr Bruder! Ihr einziger,' geliebter Bruder! Wozu wollte er sie verleiten? Zu einer Gemeinheit. Sie durste ja nie wieder wagen, dem alten Herrn in die Augen zu sehen.
Und wenn sie seinen Willen nicht erfiillte und er wurde gefangen und erschossen! „Dann hast Du mich am dem Gewissen!" Sie schluchzte laut auf. „Wäre ich doch nur tot! Wozu lebe ich denn überhaupt?" Sie besann sich, wurde ruhiger. Ein friedliches Sinnen trat in ihre Augen. „Warum ich lebe?"
„Warum ich lebe?" Sie setzte sich aus und trocknete ihre Tränen. „Bald werde ich wissen, wofür ich lebe. M bin erne Törin, mich von Archibald so quälen zu lasten. Ich werde nicht . tun, was er verlangt. Ich will vor meinem Kinde nicht die Augen Niederschlagen müssen."
Sie dachte an ihren Gatten. Wie sehr würde er sich
Brief"! f, "E/ Cr ie # Sie hatte solange keinen
i° ner von ihm bekommen. Ein plötzlusies ongswoll-z V^r. la.'gen .stieg m ,hr empor. Nur eine Stunde, nur eiue Minute ihn letzt hier haben Nur einen kleinen Augenblick.
SS w v\t Ct " e ® n,ft liegen, daun war
altes gut. Sie schloß die Augen. Was war das? Wie ein
-Mer Atem wehte es sie an. Rief da uicki, jemand ihren Namen? Sie riß gewaltsam die Augen au,. Nichts war um sic. Nichts, nur der leise süßliche Zigarette,iduit der in Archibalds Kleidern hing, zog noch durchs Zimmer' Sie schellte der Jungfer. ° '
„nh fm 6em / e f rn Bessie, ich hätte Kopj-chmerzen und wollte mich gleich zur Ruhe begeben "
Es ist mir unmöglich, ich kann heute abend n,cht unten -und mit ansehen. wie Archibald freundlich und böslich
Zirm."-“** A mU iie,em hinterlistigen Plan im
Man saß beim Frühstück.
r £ ® eie ". fQ& ,ef)r b'ast aus. so daß es wirklich siksieu als habere böse Kopfschmerzen gehabt. ' '
Teilnahmsvoll hatte sich der alte Herr nach ihrem Befinden erkundigt, als sie das Frühstückszimmer betrat.
^stuhb>?des,Not stieg ihr für einige Augenblick: ins Ac- Ücht und ihre Blicke flogen unsicher zu Archibald hinüber, wvr ab-r machte ein so gleichgültiges Gesicht, daß inan sich kaum denken konnte, er habe jemals solch Ungeheuerliches von ihr vertangt.
Nach dem Frühstück brachte der Diener die Mappe mit oer Post.
„Ob heute endlich ein Brief von Alfred dabei ist?" tagte Helen, und kaum zu unterdrückende Erwartung zitterte durch ihre Stimme.
UncMduIdig sah sie auf die Finger des Schwiegervaters. Wie imiständlich war er auch immer.
Sie hätte zugreifen mögen, um mit einem einzigen schnellen Griff die ganzen Briefe an sich zu reißen. Ein ^ lick würde ihr zeigen, ob die wohlbekannte, die geliebte Schrift dabei war.
Als Her Baron alles geordnet und nichts an ihren Platz legte, fragte sie mit zitternden Lippen: „Nichts von Fred? Aluff an Dich nicht, Papa?" (Fortsetzung folgt.)
Statt besonderer Anzeine.
00 Heldenkampfe im Westen ist am
£'• Marz unser lieber, herzensguter Sohn. Bruder und Schwager
Wilhtlm NeWem
stud. med.
Leutnant und Kompagniesührer Inhaber des Eisernen Kreuzes I. und II. Klasse «nv der Hessischen Tapserkeitsmedaille
für das Vaterland, das er bei seinem auf das Ideale gerichteten Sinn mit der ganzen Glut seiner jungen Seele liebte, gefallen. *
Wdgen b. Bad-Nauheim, Kriesheim b. Darmstadt.
Familie Lehrer Fleischhauer Familie Lehrer Torr.
« Holzversteigerungl
«i? *? en 15 * April 1918, vormittags 9 Uhr, werden im
iRevrer Wich»adt. tn den Distrikten Ameisenkopf. Hirschweg Dachbaum mrd Schöneich versteigert: ' J ]
1 29-39 cm Durchm. 8-14 m lang = 4,24 fm o Wen-stamme 46-50 cm Durchm. 7-11 m lang = 4,62 fm
2 Achten-Stamme 14—31 cm Durchm. 5-13 m lang = 0 94 fm
. 6 Räumet« Eichen-Scheit ß '
170 n Buchen-Scheit
8 „ Erchen-Knüppel
27 m Buchen-Knüppel
67 „ Kiefern-Knüppel
4 „ Eichen-Stöcke
60 „ Buchen-Stöcke
9 .. Lichen-Astreiser
191 ^ Buchen-Astreiser
128 „ Kiefern-Astteiser
Zusammenkunft am Pflan;garten, Distrikt Ameisenkopf. Affenheiw, den 10. April 1918.
_ Gräfliche Rentkaminer.
Holzversteigerung. 1
T Samstag, den 13. April mittags um 2 Uhr anfangend, kommt M Gemeindewald Burg-Grafenrode, Distrikt Diebseiche, folgende« Holz zur Versteigerung: "
3 Eichenstämme von 47—53 cm Durchmesser. 6-6 20 m
Länge = 3,85 fm; ' '
4 Btrkenstämme von 13 ern Durchmesser - 0,27 fm:
150 Stuck Lärchen-Neisstangen;
schetter rm: 9,5 Eiche, 23 Birke;
Knüppel rm: 10 Eiche, 10 Birke, 10 Aspe;
Nemg rm: 62 Eiche, 60 Birke, 14 Aspe. ' -p Zusammenkunft an der Eisenbahnbrücke Erbstadt Kaichen. Burg-Gräfenrode, den 10. April 1918.
Grotzh. Bürgermeisterei Vurg-Träfenrode.
2. V.: Rahn, Gem.
liefert schnell und billigst
Neue TagesMung
PnMherri und JJrrlij, A.G.
Bett.: Die Fleischveriorgung für
die Bevölkerung der Stadt Friedberg.
Bekanntmachung
Hierdurch bringe ich zur öffentlichen Kenntnis, daß der Verkauf von Rind-, und Kalbfleisch sowie Wurst für diese Woche am Frei- tag. den 12. April 1918, von nachmittags 1—6 Uhr in den sämtlichen hiesigen Metzgerläden stattfindet.
Schweinefleisch gelangt diesmal nicht zur Ausgabe.
Die vorstehende Verkaufszeit ist genau einzuhalten.
Friedderz, den 11. April 1918.
Der Bürgermeister.
2. 23.: Damm.
Zahn-Atelier Peter Metzler
Frrnsprrcher 220. Friedberg i. H. Hanauer Stt. 8.
Sprechstunden: Wochentags von 12—7 Uhr Sonntags „ 9—12 „
CklaickseMchlnH.
Am Samstag, den 13. April l. Js:, vormittags 11 1/2 Uhr, kommen im Stadthause des Stadtteils Fauerbach die bisher in bürgerrechtlicher Benutzung von R. Haas Wwe., Jakob Köhm Wwe. Friedrich Schwalb Wwe. gewesen und nach deren Ableben auf die Stadt übergehenden Pflanzstückchen auf der Bleiche, sowie ein Grabstück an der südlichen Mauer des Friebberger Friedhofs. 119 qm enthaltend, zur Neuverpachtung.
Friedberg, den 10. April 1918 Der Bürgermeister.
2. V.: Damm.
Bekanntmachung.
Die Ausgabe der neuen Bezugsscheine für Vollmilch erfolgt' Samstag, den 13. April d. Js.
und zwar:
Bezirk I.
Altes Psstgebäude, I Stock.
Nr. 1-450 von 8—9 Uhr.
„ 451 u. höher „ 9-10 „
Bezirk II a.
Altes Postgebäude, I. Stock.
Nr. 646-1050 von 2—3 Uhr,
„ 1651 u. höher „ 3—4 .. .. „ ,
~! e verstehende Zeiteinteilung ist genau zu beachten.
Die Vollmilchausweiskarte ist vorzulegen.
Friedberg, den 8. April 1918.
Der Bürgermeister
2 . V.: Damm.
Bezirk II.
Altes Postgebäude, I. Stock.
Nr. 1-300 von 10-11 Uhr, „ 301-645 „ 11-12 „
Bezirk III Schule in Fauerbach.
Nr. 1—150 von 2—3 Uhr, 151 u. höher „ 3—4
Warnung!
Ach warne hiermit Jedermann, meiner Frau Pauline Mörschel geb. Lang zu Reichelsheim etwas zu leihen oder zu borgen, da ich für nichts hafte.
Heinrich Mörschel, Nieder-Florstadt.
Die Gemeinde Holzhausen beabsichtigt «inen 20 Monate alten
anzukaufen. Besitzer solcher Tiere wollen sich bei Unterzeichneter Stelle melden.
Holzhausen, den 9. April 1918.
Sn#, «ürprtiitiitftfi §ol,l;atilfn. Kunz.
Bin Käufer von prima jährigen
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Friedberg i. H., Bi^marckstr. 26.
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Eisenhandlung: u. Küchenmagazinf Fernspecher 369 Friedberg ea!*er*tr. 43/46.
Bekanntmachung
Nachdem wir wieder über ge» nügend Lehrpersonal verfügen, sind wir in der Lage, den bereits vor dem Kriege eingerichteten
CncknbnnknrD
abhalttn zu können.
Derselbe beginnt am 29. April Vormittag 9 Uhr und dauert 6 Tage. An den Vormittagen werden 3 Vorträge gehalten und nachmittags von 2—5 Uhr finven praktische Unterweisungen statt. Zugelassen werden Männer. Frauen und Mädchen, letztere jedoch nicht unter 16 Jahren. Das Honorar beträgt 5 Mark.
Anmeldungen sind an die Direktion zu richten.
Grohhmogl. PirflriioH der Obstbau-u. lanuro. winlerichule
Spieß.
!.
2 m, für (Setreib und Rüben
Noron-Grasiilliher, zw-i» Nstei!-Grl!sil!i!htt', ein!pm,i WüßtMickr
4 m lang, 50 cm Durchmesser, astrein, zu verkaufen.
W. Leonhardt.
Hofgut rviffelshrim b. Bad-Nauheim.
Zum 1 . Mai suche ein
Mädchen
das Kochen kann.
Frau Apotheker Brill,
Reichelsheim (Wetterau).
Worte der Anerkennung
werden uns oft über die Inserations- erfolge ausgesprochen, die selbst mit 'L, kleinen Anzeigen in der „Neuen Tageszeitung" erzielt werden. ''/Wenn Sie irgend etwas anzubieten, zu verkaufen oder zu kaufen haben, so be- Sie ?i(fi vorteilbatt unseres
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