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der Kries^ckaLemLe und wurde unter Beförderung zum Oöerft- Neutuant am 18. Mat 1908 Ablellungschef im Großen General- stab. Am 21. April 1911 Oberst geworden, übernahm der Gene* . ral am 27. Januar 1913 das Kommando über das Niederrhei- nifche Füstl:er-Regt. 39, dessen Chef er seit dem L November 1917 ist, am 22. April 1914 wurde er Generalmajor und Kommandeur der 85. Infanterie-Brigade. Bei Ausbruch des '.Krieges war General Ludendorff, allerdings nur wenige Tage, Oberauartiermeister der 2. Armee des Eeneralfeldmarschalls von Bülow. Es ist bekannt, daß er in Vertretung des Komman­deurs an der Spitze einer Brigade, als Erster Lüttich stürmte, wofür er mit dem Eisernen Kreuz 1. und 2. Klasse, kurz darauf mit dem Pour le merrte ausgezeichnet wurde. Seit dem 22. August 1914 bis zum heutigen Tage ist der General mit Feld­marschall von Hindenburg zu gemeinsamer Arbeit vereint, zu­nächst als sein Eeneralstabschef der 8. Armee in Ostpreußen, später in der gleichen Stellung bei der 9. Armee in Polen, vom 3. November 1914 beim Oberbefehlshaber Ost. Seit 27. Novem­ber 1914 Generalleutnant, seit 29 t August 1910 General der In­fanterie. bekleidet von diesem Tage ab (Senat:; <\ t'cndorff die damals neu geschaffene Stellung des Ersten t .neralczuartier- meister». Zahlreiche hohe Auszeichnungen Seines Obersten Kriegsherrn und der verbündeten Herrscher lohnten die unver­gleichlichen Leistungen des Generals. Zuletzt wurde ihm in * Anerkennung seiner Verdienste um die Vorbereitung und Durch­führung der Großen Schlacht in Frankreich am 24. März 1918 das Grcßkreyz des Eisernen Kreuzes verliehen.

Verschiedenes.

König und Kriegsgewinnler.

München, 5. April. Vor einiger Zeit sollte die Gemeinde­jagd in Pfronten im Allgäu neu verpachtet werden, die lange Jahre man sagt 50 Jahre der König von Bayern inne­gehabt hatte. Da der König den Wunsch hatte, das Pachtrevier zu behalten, kam zwischen ihm und der Gemeinde ein neuer Vertrag zustande, wobei der Monarch den gewaltig gesteigerten Vachtpreisen Rechnung trug. Nachdem so der neue Vertrag zwi­schen dem König und der Gemeinde zustande gekommen war, trat plötzlich ein Vermittler auf, der behauptete, er habe Zagdlieb- Haber an der Hand, die gern das Dreifache des von dem König gezahlten Pachtpceifes anlegen würden. Es wurde dann der Gemeinde durch einen Industriellen aus Stuttgart (Daimler­werke?) ein entsprechendes Angebot gemacht, das wirklich den Pachtpreis des Königs um das Dreifache übertraf. An dem Pachtverhältnisse hätte dieses Angebot in Wahrheit nichts än­dern können, da ja der Vertrag zwischen Gemeinde und König schon bestand. Als jedoch der König von der Sachlage erfuhr, trat er freiwillig von dem Vertrage mit der Gemeinde zurück; er wollte nicht, daß der Gemeinde die Einnahmen aus der ver. dreisachten Jagdpacht entgehen sollten. Der Kriegsgewinnler bat also den König von Bayern aus seinem Jagdgeläude direkt Lerausgesteigert.

AkrlMchk Wllirknlraie G. m. b. K.

Am Samstag, den 6 d. M., nachmittags fand imMainzer Rad" zu Friedberg eine aus allen Teilen der Wetterau sehr zahlreich besuchte Versammlung von Milcherzeug er n statt. Auf der Tagesordnung stand die Gründung einerOberhessischen Milchzentrale". Den Vorsitz führte Herr Oekonomierat Hen - s e l - Dortelweil, der nach einigen einleitenden Worten das Wort zur Tagesordnung Herrn H i r f ch e l - Friedberg übergab, welcher sich über die Notwendigkeit der Organisation der Frisch­milchlieferung verbreitete. Er wies auf die Bedeutung der Milchproduttion hin, die vor dem Krieg im Deutschen Reich einen Wert von 2,8 Milliarden Mark jährlich erreicht hätte. Er warf einen Rückblick auf die Milchpreisbewegungen seit Anfang dieses Jahrhunderts; öfters feien Milchkriege entbrannt, die Donk der geschloffenen Organisation der Landwirte erfolgreich verlaufen seien. Für die Zukunft muffe derartiges vermieden werden, denn sämtliche nach den Städten zu liefernde Frisch­milch miiffe in einer Hand vereinigt werden. Auch die Städte hüten sich geschloffen organisiert und damit muffe man rechnen. Ein festerer Zusammenschluß der Milcherzeuger sei notwendig, womit nicht gesagt sein soll, daß man zu den Städten in Kampf­stellung treten wolle, im Gegenteil, man hege die Hoffnung, daß durch die Zusammenarbeit von Organisation zu Organisation ein besseres gegenseitiges Verständnis erzielt werde. Im Krieg fei die Lieferung von Frischmilch ganz bedenklich zurückgegan- gen, auch dem müffe entgezengearbeitet werden. Der Krieg sei in vielen Dingen ein Lehrmeister gewesen, hoffentlich werde er auch den Milcherzeugern den richten Weg weisen, den sie für die Zukunft zu gehen hätten. Als zweiter Redner gab Herr Direktor Berg- Darmstadt von der landwirtschaftlichen Zen- tralgenoffenschast eine eingehende Schilderung der genossen­schaftlichen Milchversorgung. Nur der Zusammenschluß gäbe eine Macht; geplant fei die restlose Zusammenfassung der Frisch- müchlieferung; auch die Milcherzeugung aus Naffau und dem Kreis Hanau würden hinzugezogen werden. In den Vorstand der neuen Eenoffenschaft müßten die Vertreter der großen und kleinen Landwirte geschickt werden auch die Molkereien müß­ten darin ihre Vertretung finden. Als Ziel der neuen Zentrale sei gestellt: Förderung der Jntereffen der Milchwirtschaft, die auf eine beffere und.lohnendere Erzeugung der Milch und damit ruf eine Steigerung des Ertrages der Milchwirtschaft abziele rnd die Verwertung der in der Genossenschaft erzeugten Pro­dukte aus der Milchwirtschaft. Auch eine restlosere Erfaffung der Milch, die von der Landes-Milch- und Fettstelle erstrebt werde, sei dadurch zu erreichen. Der Vorsitzende, Oekonomierat H e n s e l , faßte die beiden Referate zusammen und mahnte dringend zu der Gründung. Alle die Schwierigkeiten, mit denen man früher zu kämpfen gehabt hätte, seien dadurch beseitigt. Durch den .Umstand, daß alle erzeugte Milch sich in einer Hand befinde, werde sowohl eine Preistreiberei als ein Unterbieten unmög- l'ch gemacht. Die Milcherzeuger hätten jetzt die Möglichkeit einer freiwilligen Organisation, versäume man dies, so seien Zwangsmaßnahmen zu befürchte«, ^ Sämtliche Redner fanden

hie ungeteilte Zustimmung der Versammlung. In der Ans. spräche vertrat Landtagsabg. Oekonomierat Breidcnbach- T^rheim lebhaft die gehörten Ausführungen. Er könne den geplanten Zusammenschluß aufs wärmste empfehlen. Ein Teil der Milchlieferanten habe sich bereits in der Frankfurter Dampf- molkerei organisiert, deren Beitritt fei zu erhoffen. Oberamt­mann G ü n g e r i ch - Hof Engeltal gab als Vorstandsmitglied der Frankfurter Dampfmolkerei die Erklärung ab, daß deren Beitritt sicher in Aussicht zu stellen fei. In Zustimmendem Sinne sprachen noch die Herren I. H. R u p p und Rob. Herbert- Obererlenbach, Eg. S e i b o l d - Niedereschbach, Gutspächter D i e tz - Niedererlenbach und Alois E ß - Dorn-Affenheim. Da­rauf wurde die Gründung der Oberhessischen Milchzentrale G. m. b. H. einstimmig befchloffen und nahezu fämiliche Anwe. senden erklärten durch Unterschrift ihren Beitritt. Es wurde eine Kommission gewählt, der folgende Herren angehören: Ehr. Erünewald-Bad-Nauheim, Hugo Väth, Eust. Höres-Bauernheim, Stadtrat Loth, Rud. Philippi, Eaftw. W. Sang-Friedberg- Fauerbach; Aug. Schaub, K. Hrch. Post, Hrch. Ehr. Fauerbach, Jak. Fr. Winter-Büdesheim; Beig. Jacobi, Robert Wehrheim, Gemeinderechner Klemann, Fr. Mann-Rodheim v. d. H.; Rob.. Herbert, Joh. Ferd. Rupp, Georg W. Schmitt-Ober-Erlenbach; Jean Faatz. Jean Seiboldt IV.; W. Altvater, Ernst Kleberger, Otto Keil. Beig. Blum-Melbach; Robert Brückmann, I. Wentzell, Jean Werner, Loth-Nieder-Erlenbach; Oekonomierat Henfel, Phil. Brückmann, Heinr. Schäfer III.-Dortelweil; P. Klein V., Bürgermeister Mörler, Wilh. Neumann, Gemeinderechner Feuerbach-Ockstadt; Heinr. Fink, Eugen Kelbhenn, Friedr. Sei- boldt-Vilbel; Peter Euth. Ich. Schäfer I., Gemeinderechner Heinr. Schmidt-Harheim; Hrch. Weiter. Wilh. Westerfeld-Holz, hausen; Georg Doll, Josef Schäfer-Heldenbergen; Alois- Dorn-Affenheim; Gutspächter Vehlen-Luisenlust; Gutspächter K. Flemming-Vüdrngeen; Beigeordneter Neuling-Affenheim; Ludwig Giar-Ober-Nosbach. Mit den Eründungsarbeiten wird sofort begonnen werden, damit die Neuorganisation in wenigen Wochen beendet ist. Wir begrüßen den Schritt, der hier erfolgt ist; er wird sich zum Segen der heimischen Landwirtschaft er­weisen.

Pom Felde der Ehre.

Büdesheim. Lehrer D i ck l e r. früher Lehrer dahier, jetzt Oberleutnant und Führer einer Batterie der schweren Artillerie, erhielt das Eiserne Kreuz 1. Klaffe. Wir gratulieren!

Ans der

Wenn die städtische Milch sauer wird. Auf eine Beschwerde wegen sauer geworrener Milch gibt der Magistrat zu Frankfurt am Main folgende Antwort:Die von der Städtischen Milch- küche verausgabte Milch wird ständig auf ihre Beschaffenhert untersucht. Die Ueberwachung wird in der gegenwärtigen Zeit mindestens ebenso scharf durchgeführt wie in Friedenszeiten. Wenn trotzdem aus irgendwelchen Gründen die Milch sauer wird, kann ein unentgeltlicher Ersatz nur dann geleistet werden, wenn die Milch in die Milchküche Zurückgebracht wird. Es würde jedenfalls zu weit gehen, wenn man für die angeblich sauer ge­wordene Milch ohne weiteres Ersatz leisten wollte. Wegen man­gels an Flaschen mußte die Milchküche dazu übergehen, rohe Vollmrlch nicht mehr in eigenen Flaschen auszugeben, sondern in Gefäßen, die von den Gebrauchern mitzubringen sind. Es ist nun kaum glaublich, in welchem Zustande sich dit.se Gesäße mit­unter befinden, abgesehen davon, daß sie meistens im höchsten Grade unsauber sind, finden sich darin wiederholt Kinder, strümpfe, Krawatten. Schlüffel, Geldstücke, Obst, Brot, Milchkar­ten und oergl. mehr. Daß die Milch, bie in solchen Gefäßen ab­gegeben wird, sauer werden muß, auch wenn die Gefäße vor dem Einfüllen der Milch durch die Angestellten der Milchküche aus­gespült werden, darf nicht wundernehmen, wenn man bedenkt, wie außerordentlich empfindlich Milch gegen Verschmutzung jeder Art ist."

Rendel. Sonntag, den 7. April, nachmittags 3 Uhr, hielt im Kttegerverein dahier, dem sich aber noch viele andere Orts­einwohner angeschloffen hatten, Herr Lehrer Koch aus Fried­berg einen fesselnden Vortrag überDeutscher Haß und deutsche Pflicht" Abends 8 Uhr sprach Herr Koch in Klein-Karben über:Was lehrt uns Frankreich?" In beiden Versammlun­gen, die gut besucht waren, erntete der Redner lebhaften Bei­fall. Der Bezirksvorsteher, Lehrer Will, wohnte auch den Versammlungen bei ifnd sprach über unsere Kriegslage und er­mahnte dre Anwesenden, sich recht zahlreich an der 8. Kriegs- anleibe zu beteiligen, damit unsere Feinde nicht nur militärisch, sondern auch wirtschaftlich und finanziell zur Strecke gebracht werden. Eine Sammlung zugunsten der dürftigen Hinter­bliebenen der im Felde stehenden Kameraden ergab die Summe von 7,25 Mark.

FC. Aus Oüerheffen, 9. April. Der erste Markt in Grün­berg in diesem Jahre, der vor einigen Tagen abgehalten wurde, zeigte ein merkwürdiges Bild Einer geringen Anfuhr von Ferkeln stand die mehrfache Kauferzahl gegenüber. Hieraus er­gibt sich, daß noch Futtervorräte vorhanden find, die es ermög­licht haben würden, im Verein mit dem nun bald zur Verfügung stehenden Erünfutter einen größeren Schweinsbestand durchzu­halten. als er infolge der Maffenfchlachtungen jetzt vorhanden ist. Wenn man die Lage des Schweinemarktes nach dem hiesi­gen Beispiel verallgemeinern darf, so würde dies für das ganze Reich eine enorme Einbuße an Schlachtvieh bedeuten. Die Frage ist deshalb nicht von der Hand zu weisen, ob mit dem Abschlachten des Guten nicht zu viel getan wurde, besonders auch angesichts der Hoffnungen, die auf die Getreidezufuhren aus der Ukraine usw. gesetzt wurden. Auf jeden Fall wäre zu wünschen, so schreibt derErünberger Anzeiger", daß nun auch für Iung- schweine Höchstpreise festgesetzt würden, sonst folgen den fabel­haften Preise» für die sechs- bi» achtwöchigen Tierchen zweifel. los märchenhafte Fleischpreife.

sr. Hanau, 9 April. In der heutigen Sitzung der städtischen Notstandskommissio« fragte da» MitgkiHdieser Kommfffio«,

Reichstagsabg. G Hoch, Üb« im Landkreise Hanau Dörfer Tommenen Schiebungen mit Kartoffeln an. Da die Stadt H«H mm immer Schwierigkeiten habe, um die für unsere verso« gungsberechkigte Einwohnerschaft benötigten Kartoffelmenge« ^ aufzubringen, bitte er den Kornhausdirektor Thylmann um Auf-^ klärung darüber, ob die Stadt Hanau unter den Schiebungen habe leiden muffen, und wie sich die Sache in WirNichkeit zu* gettagen habe, denn wenn das Gerücht zutrifft, bestehe doch di« Gefahr, daß der Landkreis dem Stadtkreis gegenüber seine Lve» ferungspflicht nicht erfüllen kann. Kornhausvirektor Thylman« erklärte, daß er sich nicht für berechtigt und auch nicht für ver­pflichtet halte, die von Herrn Hoch gewünschte Auskunft z»' geben. Er fei als Sachverständiger und Zeuge in der Strafsachs gegen den Kreisbeamten Walther und Konsorten vernommen worden und nach seiner Ansicht verpflichtet, über die bis jetzt fcftgestsllten Ermittlungen und soweit sich seine Kenntniffe auf die Gerrchtsakten stütze, .Stillschweigen zu beobachten. Nur da» könne er zur Beruhigung Mitteilen, daß es sich nicht um erheb­liche Mengen Kartofeln handelt, die angeblich auf Anordnung des Kreisbeamten Walther aus dem Landkreis Hanau ohne Wiffen des Kornhaufes als Geschäftsstelle des Kommunaioer- bandes Hanau-Land ausgeführt worden feien. Man spreche vo» 1800 Zentnern, die aber ausschließlich aus der den Landwirten zu belassenden Schwuudreserve (20 vom Hundert der Ernte) ge­nommen worden sein sollen. Auf eine weitere Anfrage des Herrn Hoch, ob diese Machenschaften bei größerer Achtsamkeit nicht hätten verhindert werden können, wurde von Herrn Thyl­mann erklärt, daß der Kreisbeamte Walther den betreffenden Verladern vom Kreisausschuß abgestempelte Frachtbriefe aus- . gehändigt und Verladeauftrag gegeben habe. Das Kornhaus sei, was widerholt festgestellt werden möge, in keiner Weise aa den Schiebungen mit Brotgetreide, Mehl und Kartoffeln be­teiligt. Großkaufmann Ernst Döring in Hanau, der unte-r^ dem Verdacht der Beteiligung an den Machenschaften in der Mehlschieberaffärs verhaftet worden war, ist gegen Stellung einer Kaution von 300 000 Mark aus der Untersuchungshass entlasten worden.

Frankfurt am Main. (Zwei tödliche Straßenbah«- Unfälle.) Auf der Hamburger Strecke sprang am Sonntag die Straßenbahnschaffnerin Völker auf einen fahrenden Zug. Sie stürzte ab und erlitt dabei Verletzungen, die nach wenige« Stunden ihren Tod herbeifllhrten. Ferner geriet in de« Eckenheimer Landsttaße eine altere Frau unter einen Straße.« bahnwagen. Um die Verunglückte aus ihrer schlimmen Lage z« befreien, mußte der Wagen gehoben werden. Im Bürgerhospi- tal erlag die Frau später ihren Verletzungen.

Frankfurt am Main. (Selbstmord eines Rechts^ a n w a l 1 e s.) Aufsehen erregt der heute bekannt geworden« freiwrllige Tod des Justizrats Dr. Ebner in der Weißfrauen­straße. Er hat sich in seiner Wohnung erschoffen. Ebner sollte wegen Unterschlagung von ihm anvertrauten Geldern verhaftet werden. Diese drohende Verhaftung hat den Mann in de« Tcd getrieben. Ebner entstammte einer angesehenen Altfrank­furter Familie.

FC. Idstein, 9. April. Die hiesige Stadtverwaltung hat inr abgelaufenen Jahre einen Mehrerlös von 60 000 Mark an Holz gehabt.

AuS Starkenburg.

FC. Darmftadt, 9. April. Bei einer hiesigen Wirtin wur­den durch Polizeibeamte 150 Pfund Rindfleisch und acht ge­schlachtete Hähne beschlagnahmt, welche die Frau aus dem Oden­walds bezogen hatte.

RMK. Darmstadt, 9. April. Eine männliche Leiche wurd« gestern in der Nähe des Siechenhauses bei Eberstadt durch Spa. ziergönqer aufgefunden. Man vermutet Selbstmord, doch hat man bisher sonderbarerweise in der Nähe des Fundortes irgend eine Waffe nicht aufgefunden. Allem Anschein nach ist es eir einem elsässischen Garnisonort angehörender Urlauber. Bisher ließen sich die Personalien nicht feststellen.

RMK. Darmstadt, 9. April. Der Tod des Dr. med. W o l % hat sich wie wir vermuteten und schon meldeten, als Unglücks, fall herausgestellt. Die Untersuchung durch den Gerichtsarzt hat fesigestellt, daß der beliebte Arzt infolge eines Fehlers an der Heizung durch Kohlenoxydgas mit seinem treuen Hunde erstickt ist. Der Verstorbene hat sich auch als Vorsteher des Krüppel­heims hervorragende Dienste erworben. Der Generalarzt der hiesigen Garnison, die Aerzte, sowie die Verwundeten und Kran­ken des Vereinslazaretts widmen ihm herzliche Nachrufe.

RMK. Darmstadt. Der Fall Mitteldorf nimmt im­mer größere Ausdehnung an, da eine Reihe weiterer Fälle fest­gestellt wurden, in denen heimliche Schlachtungen vorgenommen wurden. Auch die Feststellungen über die von M. getätigten Pferdehändel bei der Landwirtschaftskammer sind noch nicht beendet. Die Beschwerde des Angeklagten über die vsn ver­schiedenen Instanzen abgewiesene Hastentlaffung des M. schwebt nunmehr bei der höchsten Instanz, dem Landgericht, dürfte aber, .wie wir hören, auch hier keinen Erfolg haben.

AuS Nheinheffen.

FC. Worms, 9. April. Der hiesige Bahnhofswitt Ernst Wacker ist nach kurzem Leiden im Alter von 49 Jahren gestor­ben. Der Verstorbene kam als Pächter der Wirtschaft des städti­schen Spiel- und Festhauses nach Worms und übernahm späte»' die Bahnhofsrestauration. *

FC. Morms, 9. April. Was alles gestohlen wird. Nacht­wurde der in dem Wetterhäuschen am Lutherplatz hierselbsi an< gebrachte Registrierbarometer im Werte von 350 Mark ge-; stöhlen.

Aus Hksjeu.Raffau. >

FC. Greuzhausen, 9. April. Die Gemeindevertretung dei schloß die Erhebung von 125 Prozent von der Einkommensteuer/ im Vorjahre 150 Prozent, und 160 Prozent von den Real»^ steuern, im Vorjahre 190 Prozent cur Gemeindesteuern und da»! Freibleiben der Betriebssteuer. a\

Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Ott- Kirsch e l, Friedberg: für den Anzelgenteil: R. H e h n e Friedberg, Druck und Verlag derNeue« Tagäzeittmg?!

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