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owroigen. AVer wir lehnen selbstverständlich jede Verantwor- iung ab. wenn jetzt holländische Schisse mehr als bisher auf den Meeresgrund gelegt werden und wissen auch, daß unser Noch, bar nicht uns die Schuld daran zumttzt. Es sollen eben keine Neutralen mehr geben. alle Staaten, die noch vom Kriege ver- schont blieben, sollen die Entscheidung sür die Entente hinaus­schieben helfen und am Endkampf teilnehmen. So wollen es die- jenigen, die für die Freiheit der Kleinen, für die Rechte der Un- terdrückten den Krieg führen. Griechenland war das Vorspiel. Dort übte sich Entente-Brutalität, jetzt handelt sie nach den ge­machten Erfahrungen Schweden noch und Dänemark, dann hat die Entente olles, was uns noch neutral gegenübertritt, gegen uns in seinen Dienst gestellt.

Aber das eine darf gesagt werden: diese Neutralen haben £9 der Entente leicht gemacht, das letzte zu verlangen. Sie haben sich bisher immer wieder gebeugt, wenn es sich um neu­trale Fragen handelte, um Forderungen, die sie nicht erfüllen durften, um Auffassungen, die sie nicht opfern mutzten. So waren sie sür uns lange nicht mehr die Unbefangenen, sondern führten Handel und Schiffahrt für die Entente gegen uns. Und jetzt wechselt Im Grunde nur die Flagge, es wird öffentlich, was bisher unter einem Schein getrieben wurde. Holland hat. fa heißt es, Gegenbedingungen gestellt. Holländische Schiffe dürf­ten keine Truppen und kein Kriegsmaterial in die Kriegszone befördern. In England wird man freundliche Gesichter zei"en. Dag könne man Zusagen. Aber halten brauche m , es ja nicht. Was soll Holland denn nun noch tun, es ist doch machtlos, es hat feine Machtmittel aus der Hand gegeben. Seine Flytie ist nickt stark genug, um Verträgen Geltung zu verschaffen, ufcb die Rück­sichten, die genommen werden müssen, sind so groß, datz es sich nicht lohnen würde, jetzt einen Streit anzufangen. Die Entente hat auf der ganzen Linie gewonnen. Cie befiehlt jetzt und sie führt den Entscheidungskampf mit dem wenigen eigenen Mate­rial. was sie noch hat. verstärkt mit d-em neutralen gegen uns.

Und ist es nicht wunderbar: Bei uns keine Aufregung, keine Verzweiflung, sondern der Glaube, datz wir auch dies noch ertra­gen werden. Wir glauben eben an unsere Waffen, an unsere U-Boote und an unsere Dolkskraft. und England hat uns ja durch die Anwendung des letzten Mittels den Mut gellärkt: es geht mit ihm zu Ende. Es schiebt, wie gesagt, das Ende des Weltringens kurze Zeit hinaus, es schiebt den Termin in die Länge, der einmal kommen mutz: die Unterwerfung Britanniens!

WW AMminr rinn* Mttilranijihtll lliklMM?

Der Verein Deutscher Kassenfabrikanten E. V. hat an den Reichstag eine Bittschrift gerichtet, die außerordentlich bezeich. *eub dafür ist. was noch jetzt, im vierten Kriegsjahre und fast tin Jahr nach dem Beginn des Krieges mit Amerika, in Deutsch­land an amtlichen deutschen Stellen möglich ist. Auf Deranlas- jung der Krjegs-Rohstoft-Abteilung des Preußischen Kriegs- Ministeriums ist die Beschlagnahme von Registerkafien-Gehöusen angeordnet worden. Es <st beabsichtigt, für die Metallgehäuse Ersatz durch Holz- und Blechgehäuse zu beschaffen und dann d'e Auswechselung der Kafiengehäuse vornehmen zu lasten. Obwohl nun die deutschen Fabrikanten jede Gewähr für eine mustergül­tige Ausführung diefer^Arbeiten übernommen und sowohl vom Reichsamt des Innern wie von der Kriegsrohstoffabtetlung die Zusage bekommen hatten, datz nur deutsche Firmen den Auftrag erholten sollten, hat neuerdings, wie die Eingabe mitteilt, die Metall-Mobilmachunasstelle erklärt, bei der Montage der Erfatz- ßehänfe auch die kürzlich unter Eefchästsaufsicht gestellte ameri­kanische National-Kasten-Eesellschaft m. b. H. heranzlehen zu wollen. Diese amerikanische Gesellschaft, die in Deutschland keine Fabrik, sondern nur ein Handelsgeschäft und eine Repara- tnrwerkstatt unterhält und ihre sämtlichen Kasten fertig aus Amerika einführte, hat schon bisher die deutschen Firmen auf das schwerste geschädigt. Im Falle einer Beteiligung an deut­schen Steatcaufträgen würde sie durch den Gehäuseaustausch auch eine genaue Statistik aller deutschen Kasienbesitzer erhallen und nach ihren bisherigen Eefchaftsgrnndsätzen diese veranlagen, ihre Kasten billig an die amerikanische Gesellschaft zu verkaufen, um sie dann zum doppelten und dreifachen Preise weiter zu ver- äußern; die deutsche Kastenindustrie würde in diesem Falle für lange Zeit in empfindlicher Weise geschädigt, ja mrt Vernichtung durch unlautere cmi:ifuni ? rt;e .Konkurrenz bedroht. Collie man es schon von vornherein für ausgeschlosten halten, datz eine feindliche Gesellschaft während des Krieges deutsche Staatsauf- träge bekommen könnte, so würde ein derartiges Verfahren ktn Hinblick auf den großen Cckc ^en. den es deutschen Firmen brin­gen müßte, nicht nur unverständlich, sondern geradezu unerhört erscheinen. Wir halten es für selbstverständlich, datz der Reichs­tag mit der Stelle, die ein derartiges Verfahren auch nur ernst­haft in Betracht ziehen konnte^ ein sehr deutliches Wort sprechen wird.

Acndcrung der Pichpreike.

Der Nachrichtendienst des Kriegsernährungsamtes teilt mit:

Nach 8 7 der Verordnung über die Preise der landwirt­schaftlichen Erzeugnisse aus der Ernte 1917 und für Schlachtvieh vom 9. März 1917 (Reichsgefttzbl. 6. 243) werden außer dem besten Schlachtvieh (A-Klaste) mit 90 Mark Einheitspreis für 60 Kilogramm Lebendgewicht ausgemästete oder vollfleiichige ältere Tiere (Ochsen und Kühe über 7 Jahre, Bullen über fünf Jahre) und angefleischte Tiere (Ochsen. Bullen. Kühe und Für. fen) jeden Alters mit 8 Unterklassen (sogenannte B-Klaste) je nach den, höheren Gewichte b-sser (zwischen 60 und 85 Mark für 60 Kilogramm Lebendgewicht) bet der Abnahme bezahlt.

Auf diele Staffelung der B-Klaste. der heute der größte Teil der zur Ablieferung kommenden Schlachtrinder angehört. wird es zurllckgeführt, datz viele Besitzer lieber unausgenützte Kühe, also Milchtiere, abstotzen. die wegen ihres höheren Gewichts einen absolut und relativ höheren Erlös bedingen, als die ge- rtnggewtchtigen Iungrtnder.

Aus allen Teilen Deutschlands ist zur Abstellung dieser be­denklichen Erscheinung eine andere Preisfeststellung sür diese

Schlachtrinder beantragt. Das Kriegsernährungsamt hält es bei der heutigen Verschiebung der Lage der Viehbewirtschaftung zur Abwendung größerer Nachteile für geboten, die Staffelung der B-Klaste bis auf weiteres, das heißt bis wieder bestere Futterverhältnisse die Erzeugung von Oualitätsvieh auch in der D-Klaste möglich machen, und ein Anreiz hierfür durch Differen­zierung der Preise Aussicht auf Erfolg hat, fallen zu lasten und für alle in die B-Klaste fallenden Tiere einen Durchschnittspreis von 80 Mark für den Zentner Lebendgewicht einzusetzen. Von dieser Preisfestsetzung, die eine vorübergehende und geringe Er­höhung des Kleinhandelsfleischpreiseck, um etwa 2A Pfg. für die Wochenkopfmenge bei der derzeitigen Anlieferung der verschie­denen Viehklastcn in Berlin, zur Folge hat. wird erwartet, datz die Landwirte statt der Kühe in erhöhtem Matze das Jungvieh abgeben, so datz der Kuhbestand sür die beginnende Weide- und Grllrftutterzeit. soweit als irgend möglich, geschont werden kann.

Die Klassen A und C bleiben unverändert, wobei aber zu beachten ist. datz in Klaste E nur geringgenährte Tiere einschließ­lich sogenannter Froster gehören, währendangesleischte" Frester nach Klüste B bezahlt werden.

Vom Kriegsernährungsamt ist am 15. März 1918 eine ent­sprechend die Preise auf den Einheitssatz von 80 Mark für die B-Klasse regelnde Verordnung erlasten worden.

§cr WinW? jOanrntümin ijfgm die

Der Vorsitzende des Rheinischen Bauernvereins. Freiherr von Loö-Bergerhausen, richtet an dieKölnische Volkszeitung" eine Zuschrift, worin er sich erneut im Namen seines Vereins gegen die Einführung des gleichen Wahlrechts in Preußen aus­spricht. Es heißt in der Zuschrift:

Es gibt wohl nichts in der Geschichte und den Traditionen des Rheinischen Bauernvereins, was dort sicherer verankert ist, als der Widerspruch gegen die politische Gleichmacherei im Sinne der ftanzösischen Revolution.

Es bleibt Pflich« und Aufgabe der Leitung des Bauern­vereins, die polltifchr Entrechtung der Produktivsiände abzu­wehren. wie sie heute durch das gleiche Wahlrecht droht und a uns wieder zurückwerfen würde in die Zelten vor Beginn der Agrarbewegung des vorigen Jahrhunderts. Aus diesem Grunde hat sich die Generalversammlung des Rheinischen Dauernvereins !m vorigen Sommer auch mit der Frage des gleichen Wahlrechts befaßt und meinen Vortrag über dasselbe einstimmig genehmigt. Auch hat sich die Vereinigung der christlichen deutschen Bauernvereine ebenso gegen das gleiche Wahlrecht ausgesprochen, wie die einzelnen preußischen Ver­eine, so dec westfälische, trierische und ermländische."

Ans der Heimat.

KreiSziegenzuchtverein. In der vor kurzem intDeut­schen Haus" zu Friedberg unter dem Vorsitz von Herrn Direktor Ock.'Rat Spieß stattgefundenen Vorstandssitzung wurde beschlossen, in Anbetracht der ganz besonders an den Sonntagen mißlichen Bahnverbindung, in diesem Jahre von der Abhaltung einer Hauptversammlung Abstand zu nehmen Infolgedessen fanden in dieser Sitzung die Punkte ihre Er­ledigung, die sonst der Hauptversammlung Vorbehalten sind. Aus dem Jahresbericht verdient Erwähnung, daß der Verein nunmehr einen Mitgliederbestand von 1000 Personen aufzu­weisen hat, von denen 298 Mitglieder, die des Kaisers Nock tragen, von der Zahlung des Beitrages befreit waren. Er­wähnt sei ferner, daß 33 Gemeinden mit einem jährlichen Beitrag von 10 Mark dem Verein angehören, daß der Kreis Friedberg selbst mit 300 Mark Zuschuß zur Förderung der Ziegenzucht den Verein unterstützt und daß endlich der Land- n-irtß-ftaftSkammer-Ausschuß für die Provinz Oberhessen zur Durchführung der Körungen und Jungviehaufnphmen 270 Mark gewährt. Durch die Vermittlung des Vereins wurden 240 Ziegen, vor allem Lämmer, abgesetzt, die zum größten Teile nach der Nheinprovinz, nach Sachsen und ganz beson­ders nach Schlesien gingen, wo der Verein sich durch zu­friedenstellende Bedienung einen größeren Kundenkreis er­worben hat. Beschlossen wurde, daß jedes vom 1 . April *918 an neu beitretende Mitglied ein Eintrittsgeld von 2 Mark zn entrichten hat. ferner wurde ein Betrag von 100 Mark neu in den Voranschlag eingestellt, der Verwendung finden soll zu Prämien bis zur Höhe von 10 Mark an solche Mit­glieder. deren eingetragene Ziegen in der Zeit vom 1. August dis 31 . Dezember lammen. Zur Auffrischung des Bock- Materials sollen in diesem Jahre Jungböcke aus anderen Be­zirken eingeführt werden. Auch nimmt der Verein wieder wie in den vergangenen Jahren die Vermittlung von Ent- rahmungckmaschinen zu einem ermäßigten Preis an solche Mitglieder in die Hand, die sich nur im Besitze von Ziegen

befinden. Hoffentlich kann im folgenden Jahre wieder die Hauptversammlung im Frieden tagen.

Ostheim bei Butzbach. Eine gemeine Tat wurde hier ver­übt. Einem Landwirt wurden in böswilliger Absicht zwei Fäster mit Aepfslwein geöffnet, so datz der Inhalt. 500 Liter, verloren ging. Es liegt ein Racheakt rer. Dem Täter ist man auf der Spur.

Bad-Homburg. (Die verschärften Ausmeisvorschriften sür Homburg aufgehoben.) Wie von maßgebender Stelle milgeleilt wird, find die bisher für di« Einwohner in Bad-Homburg v. d. Hohe in Geltung gewesenen verschärften Ausweisvorschriften bi» auf weiteres in Wegfall gekommen.

Aus Staikrnblirg

Darmstadt. Gegen die von der Hessischen Eisenbahn-Eesekl- schaft vorgeschlagene bedeutende Erhöhung der Einzelfahrpreise, wie der Abonnemsntskarten, di« bei den Vorortbahnen bis zu 80 Prozent beträgt, haben die Gemeinden Arheiloen. Gries­heim und Eberstadt mit Rücksicht auf die vielen Arbeiter, die in der Stadt tätig sind und auf dem Lande wohnen und dadurch außerordentlich benachteiligt find, beim Kreisamt Einspruch er­hoben.

Aus Nheinsiestkn.

FC. Oppenheim, 19. Marz. Der hiesig« Spar- und Kredit­verein hat im Jahre 1917 den fünffachen Gesamljahresrmsatz erzielt wie vor dem Kriege. Es wurden nämlich 103 Millionen Mark um geschlagen (i. B. 59 Millionen). Die Spareinlage« haben in 1917 um einemdrittel Millionen Mark zugenommen. Der Generalversammlung soll die Ausschüttung einer Dividend« von 6 Prozent oorgeschlagen werden.

Ans Hkstcn-Nassau.

TG. Wiesbaden. 20. März. Die Villa des im Felde stehen, den Chemikers Dr. Hermann in der Staufenstratze in Höchst war verschlosten und nur der nächste Nachbar sah als mal nach dem Rechten. Hierbei fiel es diesem auf, datz anfangs November v. I. an der zwei Meter hohen Gartenmauer eine größere Leiter stand. Hiervon benachrichtigte der Nachbar die Polizei, die sich die Villa mal näher ansah und entdeckte, datz in derselben alle« drunter und drüber lag. Alle Behältnisse waren erbrocheir Schränke und Schubladen ausgeräumt, die ganze wertvoll« Wäsche war mit verschwunden, selbst die Gardinen von den Fen­stern. Die Polizei legte hierauf zwei Beamte eines Abends ins Haus, die die Diebe, wenn fie wieder kamen, empfangen sollten. Zn der Nacht vom 18. auf den 19. November hörten die im Hause versteckten Beamten plötzlich im Weinkeller die Flaschen rappeln, fie schlichen zur Kellertreppe und sahen gerade noch, dah einer der Einbrecher sich über die Mauer aus dem Staube machte, während der polnische Arbeiter Stanislaus Iafinski sich mit einer Flasche und einem Knüppel bewaffnet hatte, um den ihn stellenden Beamten niederzuschlagen. Der Beamte schoß in der Gegenwehr den Iafinski nieder. Bald war die Polizei auch dem Enttvischenen auf der Spar, es war dies der 17jährige Tag. löhner Hans Vogel von Höchst. Durch die Papiere, die sich bei dem Erschosienen vorfanden, wurden dann auch die übrigen Hel­fershelfer dingfest gemacht. Es stellte sich bald ein Aktienunter­nehmen größten Stils heraus. Es waren nicht weniger als zehn junge Burschen bei den nächtlichen Besuchen in der Villa tätig. Ein großer Teil der gestohlenen Wäsche wurde bei einem Zuchthäusler in Frankfurt am Main vorgesunden, ein anderer Teil hatte der Kellner Joses Han und die Prostituierte Mari« Schuld ebendaselbst angekauft. Es war heute auf der Anklage­bank der hiesigen Strafkammer kaum Platz für diesen Mafien- ansturm von 11 Angeklagten. Die Angeklagten wurden zu Ge­fängnisstrafen von 2 Wochen bis zu 1)4 Jahr verurteilt. Der Pole Ostremsky wurde fteigefprochen.

FC. Aus dem Rheingau, 18. März. Der Rheingauer Weiu- bauverein ernannte den Geheimen Regierungsrat Weinbau­direktor Czeh in Wiesbaden, der am 1. April nach mehr als 50jähriger Tätigkeit in den Ruhestand tritt, in Anbetracht fei- ner hervorragenden Verdienste um den Weinbau zu jeine« Ehrenmitglied.

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Offene Stellen:

6 Knechte, 2 Schweinefütterer. 1 Melkerlehrling. 2 Tagelöhner) 1 Haucbnriche. 2 Kutscher, l Milchfahrer, mehrere Dienstmägde und Feldmävchen. 3 Glaser. 6 Schreiner. 1 Bäcker. 2 Haushalte» rinnen, 13 Hausmädchen. 2 bessere Stützen. 3 Küchenmädchen.

Etelleufuchende:

Mehrere MelkersamUten und ledige Melker, 3 Fräulein für Büro. 1 Schneiderin.

Verantwortlich für den politischen und lokalen Seil: O t tu H i r s ch e l. Friedberg; für den Anzeigenteil: R. H e y n e Friedberg. Druck und Verlag der »Neue« KageS-eitung^ B Friedberg t, H.