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kurzerhand erschossen, Haussuctzungen werden veranstalte^ e§ ivirb geraubt und geplündert. Das ganze soziale Leben Jhwffc in den von der Roten Garde besetzten Städten und Kandesteilen. Die Fabriken stehen still. Aus die Arbeiter Mrd ein unerhörter Zwang ausgeübt, um diese zum Eintritt in die Rote Garde zu nötigere. Bei allen diesen Greuel- taten zeichnet sich besonders derAnarchistische Klub" der russischen Matrosen aus, deren Schandtaten an Grausamkeit alles nur denkbare übertreffon. Die besondere Wut der Noten Gardisten richtet sich gegen die finnländische Jugend, von der man vennutet, daß sie mit den Weißen Gardisten der rechtmäßigen Regierung sympathisiere. Diese furchtbare Lage hat die finnländische Negierung schließlich veranlaßt, Deutsck/an-d um Hilfe zu bitten. Die gegenwärtige Lage ist so, daß die amtliche russische Petersburger Telegraphen- Agentur wieder mit Genugtuung Fortschritte der Roten Garde an der karelischen Front meldet, und daß im übrigen von einem Abtransport der russischen Soldaten aus Finn­land nichts zu merken ist, trotzdem der Friedensvertrag so­wohl i<? die Abmachungen, die Rußland angeblich mit der roten Regierung getroffen hat, die Zurückziehung der Trup­pen aus Finnland in Aussicht nehmen.

Iimickliihr'W i>rr vttWkppltN kgl'kn.

Berlin. 11. März. (WTB.) Die deutsche Negierung hatte

8. März durch Funkspruch an die russische Regierung darauf hingewiesen, daß 540 Balten aus Dorpat und Reval und 130 Kalten aus anderen livländischen Städten verschleppt worden waren. um nach Sibirien abtransportiert zu werden. Der Transport erfolgte tit Viehwagen mit Zertifikaten des Smolny- Insiituts. Die deutsche Regierung hat gegen diese Maßnahme, die mit Artikel 6 Absatz 2 des Friedensvertrages in Widersprach ftand. Verwahrung eingelegt und die sofortige Rückbeförderung der Verschleppten verlangt.

Der Beisitzer des Volkskommissars für auswärtige Anoele- renheiten in Petersburg erwiderte hierauf namens der russischen Regierung: Es sei bereits eine Verfügung getrosten, daß die verschleppten nach ihrer Heimat zurrickgeslihrt werden. Ihre Zurtickschattung werde nur durch Transportschmierigkeiten auf- gehalten. die durch die Demobtlisation der russischen Armee ent­banden seien.

' Mn sfatem Brief« Dow «. Uebrnm- tW8

MtK SWtnff besagt die dortiger Zustände:

»'Wir sind bisher immer noch auf der Suche nach ordenk- licher Unterkunft, die bei der UeberfMung der Stadt mit Flüchtigen. Landesbewohnern und Soldaten verschiedener Art, recht schwierig ist. Doch auch dieses wird wohl morgen

geregelt fern.

Das Straßenleben am Tage nach unserer Ankunft war so lebhaft, daß man sich in einer Großstadt wähnte. Man traf auf geflüchtete oder entlassene russische Soldaten ver­schiedener Miliz-Institutionen, durchsetzt von spärlich auf- tretenden Deutschen, umrahmt von der stark vertretenen Weiblichkeit: dazu im stärksten Stechtrab vereinzelte Melde­reiter, und mit 50 Kilometer Geschwindigkeit dahinbrausende Autos. Es sind große Vorräte von Waffen aller Art, Spreng- stoffen und Maschinengewehren in der Stadt versteckt, die meiner Ansicht nach von den Bolschewikis stark durchsetzt ist. Die Jrrden, die ihnen anfangs sehr viel Sympathie ent­gegengebracht haben, setzten heute ein anderes Gesicht auf. Alle beteiligten Truppen melden. daß sie auf einen organi­sierten Gegner niast getroffen sind, keine Gefangene gemacht haben, und nur Banden von Räubern, vielleicht stellenweise auch roter Garde, kleine Scharmützel geliefert haben.

v Die Läden sind alle noch gut mit Vorräten versehen, auch sind große Mengen verschiedenster. Produkte und Geräte vorhanden. Die Gutsbesitzer ruten zum Schutz vor herum- ziehenden plündernden Banden militärische Hilfe an. Tie große Gefahr, die die noch im Lande befindlichen russischen Soldaten bilden, ist noch nicht behoben."

Dom Felde

der Ehre.

tfn prgßfg fwalnrsiflt für Rußland.

Der ..Berliner Lokrl-Anzeiger" schreibt an der Spitze seines Montagsblattes: Die in der Anbahnung begriffene wirtschaft­liche Ordnung in Rußland schließt, wie wir hören, auch den Sroßzügigen Plan eines Kanals vom Baltischen Meer zum Schwarzen Meer in sich. Das Projekt lehnt sich an den Bo- ginski-Kanal an. Seine Ausführung erfordert die Investierung von zwei Milliarden Mark. Die maßgebenden deutschen Stellen stehen dem Plane sympathisch gegenüber. und auch das deutsche Kapital dürfte sich nicht zurückhalten. Wir begrüßen die Auf­kahme dieses eminent wichtigen Unternehmens in das deutsch- russische Wirtschaftsprogramm. Groß-Rußland und die Rand­völker bekämen einen bequemen Weg zum Meere. Im Normen dürfte der Kana! auch für große Schiffe fahrbar werden. Mit der Erklärung Rigas zum Freihafen dürfte den Interesien die­ser Länder weiter entgegengekommen werden. Im Süden wird die Ukraine von dem neuen, mit allen modernen Einrichtungen zu versehenden Wasierweg profitieren. Wir glauben auch, daß. freundnachbarliche Empfindungen bei den Rusien zu uns wach­gerufen werden, wenn wir ihnen den Weg zum Meere öffnen. Nachdem Deutschland im Osten erhalten hat, was es braucht, wird es den Nachbarn gern unterstützen und dabei nicht klein­lich verfahren. Natürlich muß politisches und wirtschaftliches Wobwr-rbal^n der russischen Republik uns gegenüber dieses großzügige Entgegenkommen Deutschlands rechtfertigen.

tifn'fHft itirfrt mit GlnMr.

Mail" meldet: In England denkt kein Mensch an eine Abtretung Gibraltars an Spanien. England hat keiner­lei Intereffe an einer Aenderung der Machtverhältnisie in Ma- rotto wohl aber an der Aufrechterhaltung der englischen Mrttel- meerkontrolle rm Wirtschaftskrieg nach dem Krieg.

k«Mc m) (nnariritp §r'tts!We vnr WWMg!s.

Bern, 10. SKärv WB.) Nach Pariser Blätter- eloung?n wurden enaMcke und japanische Kriegsschiffe zur Ueberwackumg nach Wladiwostok entsandt. Die an- tassrgen Japaner wurden nach Japan zurückgeschickt.

*

Stockholm, 11. Mär,. (WB.) Nach einer HastaZmel- pW,®?? 5 '" 8 rieten die ausländischen Konsuln t' an das Smolny.Jnstitut eine amtliche

! ""ö^buiig geacn eine Reihe politischer

ter P > n t ^'y ld r r ^^!"^'"en. die ernstlich die Interessen a'/ & te "''tzersten Osten vertreten, bedrohen. Die Konsuln verlangen, das; diese Maßnahmen sofort z.m'Ick- genmnen werden,nd b-balteu lich in, Weigerungsfälle des.Handelns vor. Sie lehnen jede Verantwortung ^ Verwicklungen ab, d-° diese Weigerungach sich ziehen

Dorheim. Schütze Ernst E i f e r t. bei einer Maschinen- Gewehr-Kom^gnie im Westen, wurde mit der Hessischen Tapferkertsmedaille ausgezeichnet und zum Gefteiten be­fördert. Das Eiserne Kreuz erhielt er schon früher. L/cr gratr.'lieren l

in (mdbkig.

I pan und Amerika.

U/h fe 11 : ajfntä ' b°"andsch Nicuwsbureau meldet dtllht-

' si * 5 . 3 ! e,D V °* ® ,rt 8cmclöct d°k- ein« japa- * ®" c!e bes Mikado an Präsident Wils»« c ? 1 ? d« Nacht vom 9720. März in einem Safe« de» vtillen Ozeans erngetroffen ist.

Die am letzten Samstag von denVereinigten Landwirten- undBund der Landwirte" einberufene Versammlung in Fried­berg Hai den Beweis geliefert, daß die Landwirte der Wetterau zwar mit Freuden ihre vaterländische Pflicht zur Ernährung des Volkes erfüllen, daß sie aber mit aller Entschiedenheit die immer mehr in Uebung kommende Mißhandlung der Produk- tion ablebncn und Einspruch dagegen erbeben. Aus allen Teilen der Welterau. aus den Kreisen Friedberg. Büdingen und Grefen waren die Landwirte gekommen. Die beiden Säle im Mamzer Rad" erwiesen sich als zu klein, um die Erschienenen alle zu fassen, so daß alle Gänge gedrängt voll standen und die Hörer selbst aus der Straße stehen mußten. Viele mußten um. kehren, fo daß man getrost eine zweite Versammlung hätte ab­hatten können. An der Versammlung nahmen u. a. teil die Reichstagsabgeordneten Landgerichtsrat Strack, Prof. Dr. Werner, die Landtagsaögeordneten v. Helmolt. Oeko- nomierst Breidenboch und Fenchel-Oberhörgen. die Landwirtschaftskammermitglieder Henfel. Mogk, Fen­chel-Griedel ufw. Den Vorsitz führte Landlagsabgeordneter Dr. v Helmolt, der nach einigen einleitenden Morten Herrn H i r s ch e l - Friedberg das Wort übergab, der etwa folgendes ausführte: Es fei im höchsten Grade bedauerlich, daß in Deutsch- larrd. das von einer Welt von Feinden umgeben fei und daß trach außen und im Innern wahre Wunder wirke, der Parteihaß wieder in lodernden Falmmen gen Himmel schlage. Die heu­tige Versammlung sei nickt einberufen, um Unzufriedenheit zu stiften, im Gegenteil, er und seine Freunde forderten die Land­wirte auf. in der Erzeugung nicht nachzulassen und abzultefern. was nur möglich fei: man wolle auch nicht den ausübenden Or­ganen unberechtigte Vorwürfe machen, denn man erkenn« an. daß die^ getroffenen Maßnahmen zur Sicherung der Volksernäh- rung völlig neu und ohne Vorgänger gewesen seien. Aber ge­rade darum must« man verlangen, daß auf die praktischen Ver­hältnisse Rücksicht genommen würde. Das fei aber nicht der Fall. In den Kommunalverbänden und Erfaffungsstellen sitzen nur Bürokraten und die Vertreter der Verbraucher, auf die Er­zeuger werd- keine Rücksicht genommen. Den Sozialdemokraten zu Liebe jage man einem Phantom des Kommunismus nach, denke nur an die gleiche Verteilung, anstatt die Schaffensfreude »bei den Landwirten zu erhöhen und damtt den Lebensmittel­markt zu bereichern. Unter den Landwirten herrsche dieserhalb die größte Unzufriedenheit, die sich törichterweise vielfach in der Drohunft nutzere, bas nächste Mal sozialdemokratisch zu wähle«. De-noeoeniibcr mäpe man bedenke«, datz die ganze Verteilungs­weise auf sozialistischer Grundlage ausgestellt sei und datz wir mitten in einem Stück Zukunftsstaat lebten. Dem Luftschlotz de, Gleichheit zu Liebe wird die Praxis geopfert, Millionen Werte verderben, dtcLsbensmtttel werden stnntos verteuertsw Der Grundsatz, der in der Bibel für's Vieh ausgestellt wird: Du sollst dem Ochsen, der da drischet, das Maul ntckt verbinden wcroc nicht einmal auf di« Bauern angewendet. Den Gipfel der Weltsremdheit habe die hessische E,erverord»ug erklommen. Aber auch in der Milchfrage se, cs nicht besser. In dem 28-gkie- drrge« Vorstand der Landes-Milch. und Fettstelle sätze kein einziger ausübender Landwirt. Anzuerkennen sei zwar die durchaus gerechte Saltung des Vorsitzenden. Prinzen v. Isen- 8 ' ! ctn ">« Arbeitervrrtreter. Sozialdemokraten, grotzstäd- tische Bürgstmeister und in Theorien verrannte Bürokraten, die alle durch den Krieg nichts gelernt hätten, besäßen das tteber- » Statt daß die Städter den Landwirten dankbar seien, daß sie überhaupt noch Milch produzierten, höre man dort Aus- ® lc ^.^"bwirte spekulierten auf die Gutmütigkeit der -roßstädter. Nicht um Geld zu verdienen, sondern um die Milch- versocgung sicher zu stellen, müsse der Erzeug«ngepreis der Milch

Mtt bem Verkaufspreis in Einklang gedoacht werden. Di« gan^ ! Mtlchprersangelegenheit seit mit der Frage erledigt: Welcher Fabrikant würde seine Rohstoffe zu Fabrl. kate» umwandeln, wenn er für die Rohstoffe mehr erhalte, als für die Fabrikate. Das fei ober bei den Landwirten der Fall. die. wenn fie kein Herz für die Kin­der und Kranke der Städte besäßen, ihre Dtckwurz. ihr Kleehe« usw. verkaufen würden, besser stäirden. als wenn sie das Futter durch die Kuh gehen ließen. Seit vier Monaten aber kämpf« man rm Interesse einer besseren Milcherzeugung um wenige Pfennige, die heute gar keine Rolle spielten. Man müsse end­lich einmal ein deutliches Mort reden. Im Innern sei unsere Regierung leider schwach, da heiße es nicht mehr wie bei Bis­marck: Wir Deutsche fürchten Gott und sonst nichts in der Welt, sondern: Wir deutsche Bürokraten furchten den Pöbel unserer eigenen Großstädte. Die Landwrrte verlangten Gerechtigkeit. Selbstbesttmmungsrecht und Freiheit, die man den Letten und Esthen. Finnen nnd Polen einräumen wolle, verlange man auch für dis deutschen Landwirte. (Lebhafter Beifall.) Als zweiter Redner beklagte Oekonomierat H e n se l ° Dortelweil ebenfalls die Tatsache, daß in den Erfassungsstellen die Landwirtschaft, also die Erzeuger vollständig ausgeschaltet seien. Man nehme nur Rücksicht auf die Konsumenten. Auf Donk würden die Bauern uicht rechnen, das seien sie gar nicht gewohnt, aber man müsse sich doch dagegen verwahren, daß die Landwirte auch als Wucherer und sonst was hingsstellt werden. Da werde von den Gewinnen der Landwirtschaft geredet, von den ungeheuerlichen Löhnen der Munitionsarbeiter aber werde geschwiegen. Da spreche ein großstädtischer Bürgermeister im Vorstand der San. des-Milch- und Fettstelle gelassen das Wort aus. wenn es bei ihm wieder Lebensmittelkrawalle gäbe, würde er auffordern, aufs Land zu gehen. Ganz besonders müsse man gegen die Der- ordnugen der Landes-Eierstelle Einspruch erheben Auf der Frredberger Einversammlung habe der Referent betont, daß die Eterabgabe im Einklang mit der Landwirtschafts­kammer erfolgt sei. Das sei nicht wahr. Im Vorstand der Landeseierstelle sei natürlich auch kein praktischer Landwirt. Der Vertteter der Landwirlschaftskammer Hobe bet den Beratungen ausdrücklich widersprochen, daß die landwirtschaftlichen Ta^löh. ncr. Sommernmdchen, Schweizer bet der Berechnung der Eier, abgabe ausgeschlossen würden. Statt einer Erleichterung habe die diesjährige Eierverordnung noch eine wettere Verschärfung gegen das Vorjahr gebracht, trotzdem sie schon damals nicht funk, tionkert habe, weil es zum Teil unmöglich gewesen sei. ihr nach, zukommen. Auch wider die stete Benachteiligung gegen die be. nachbarten Staaten müsse man sich w-nden. Ueberall seien die Landwirte in Hessen im Nachteil. Er verweise auf die Kar- tofselpreise. die Milchpreise. die Viebabnahme und besonder« auf die Pferdemusterungen, immer müsse Hessen daran glauben Auch bei der Eierabgabe fei es wieder in besonders krasser Form der Fall. Die Hühnerholter Frankfurts, zu dem doch auch Dörfer gehörten, sollten 14 Eier tm Jahr abgeben. In dev Kreisen Höchst am Main und Homburg 24 im %af>ve bei freiem ^lauf. und 14 Stück bet Hühnern, die tm beschränkten Raum gehalten werden müssen. In Hessen soll man 25 Pfg. für das Ei erhalten, im benachbarten Nassau 30 Pfg.. Das seien doch Zu­stände. die unhaltbar seien. Mir verlangen für unsere Bauern Bauernfrauen. Söhne und Töchter, unser Dienstpersonal welche von früh Morgens bis spät in die Nacht hinein be. Wind und Wetter schwer arbeiten - Gleichstellung mit den Schwer, arbeitern. Während der Obersten Heeresleitung nicht genug gedankt werden könne, müsse man der Retchsleitung unter Beth» mann-Hollweg ein Mißtrauensvotum allsstellen. Verhätfche. lung der Sozialdemokratie. Erhebung der internationalen Geld, sacrdemokratie unter Führung derFrankfurter Zeitung". Da« smd die Leistungen dieses Kanzlers. Statt den Burgfrieden zu wahren, hat er der Linken nachgegeben und die Parteiwirtschaff eingc-führc. Die Landwirtschaft kann sich wohl abrackcrn. um da» Volk durchzuhalten, sonst wird sie aber in die Ecke gedrückt und mundtod gemacht.. Was ist die Ursache dieses Krieges? stst es das Agrariertum oder ist es der Industrie- und Großhandels- staat. zu dem Deutschland geworden ist? Nun wird aber gerade von der Linken stets gefchrienMacht Schluß mit dem Krieg!" Wollen wir Bauern nicht auch den Frieden, je eher, je lieber. Aber einen Frieden von Englands und Amerikas Gnaden wol- len wir nicht, denn wie der aussehe, das können Sie :m heutigen Morgenblart desFranffurter General-Anzeiger" lesen. Da sagt Lanstng:Wir schließen nicht eher Frieden, bis das Preu­ßentum vernichtet ist." Was wäre die Folge eines solchen Frie­dens? Wir könnten unsere Schulden n'icht bezahle», die Steuern würden uns an den Bettelstab dringen. Arbeitslosigkeit würde eintreten und dir Folge wäre Auswanderung. Meine Herren! Man wirft den Bauern vor. daß sie bohe Preise für Produkte im Schleichhandel forderten Dieser Vorwurf ist ungerecht, wenn er allgemein gegen die Landwirte erhoben wird. Wir können Landwirt«, die an Hamster verkaufen, nicht in Schutz nehmen, im Gegenteil, wir verurteilen den Verkauf an Ham­ster. Aber wer ist schuld, wenn di« .Kommunalverbände nicht alles erhalten? Sind es die Bauern oder sind es die Städler, welche in Scharen aufs Land kommen und die Bauern, indem sie hohe Preise bieten, zum verbotenen Verkauf veranlassen.

Rk. H.? Wir wollen alles tun, um die Städter und die Industrie, bevölkerung mit Nahrungsmittel zu versorgen, ganz besonderr bttte ich Sie. nichts an die Hamster zu verkaufen. Aber wir verbitten uns die ungerechten Eingriffe und Angriffe auf die Landwirtschaft. Wir sind es müde, länger uns mit Phrasen füttern zu lassen und uns den Patrrotisntus vorretten zu lassen.

Wir Bauern sind Patrioten, das haben wir jederzeit bewiesen.

Wir verlangen Gleichberechtigung, wir v ollen gleichgestellt fein mit unseren Kollegen in Preußen, Bayern und den anderen Bundesstaaten. (Bravo.)

Der Vorsitzende. Landtagsabg. Dr. v. Helmolt. be. merkte noch, bevor er die Aussprache erörfncte, daß er die Auf­forderung. in der Produktion nicht zu erlahmen und in der Ab- ttefrung fleißig zu sein, nur dick unterstreichen könne. Im übrigen stehe er vollständig auf dem Standpunkt, daß endlich einmal mehr auf dre Prafts gehört werden müsse. Er könne nur bestätigen, daß es in dieser Beziehung namentlich tm Groß^. Herzogtum Hessen schlimm aussehe. Viele Reichsstellen werde»