Nummer <10
Dienstag, den 12. Mär; 1918
1t. Jahrgang.
ene Tageszertm
Artillerie nnd Ulinenwerfertätigkeit im Wellen. — 18090 Tonnen nrrjenkt. Gnglilchs nnd japanische Kriegsschiffe vor WLaLLmostok.
*♦ K' Trotzes Hanpr^nartirr. den U* Mars. Amtttch.
Westlicher Kriegsschauplatz.
Die Artillerie- und Minenwerfertätigkeit lebte am Abend Vielfach auf. Rege Erkundungstätigkeit hielt an. Eigene Abteilungen drangen an mehreren Stellen der flandrischen Front, In der Gegend von Armentieres und auf dem westlichen Maas- ufer in die feindlichen Gräben ein und brachten Gefangene und Maschinengewehre zurück. Bei einer deutschen Unternehmung nordöstlich von Reims trat wiederum eine in letzter Zeit mehrfach beobachtete, auf der Kathedrale von Reims eingerichtete Blinkstelle der Franzosen in Tätigkeit.
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Hauptmann Ritter von T u t s ch e k und Leutnant M ü st - hoff errangen ihren 27, Oberleutnant Bethge feinen 20. Luftsieg.
Osten.
Feindliche Banden wurden bei Vachmatsch nordöstlich von Kiew und bei Rasdjelnaja en der Ehmerinka Odessa zerstreut.
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Don den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.
Der Erste Ceneralquartiermeifter: Ludenvorff.
Adendbcricht.
Berlin, 11. März, abends. <WTB. Amtlich.,
Von den Kriegsschauplätzen nichts Neues.
Der österreichische Generalstav b= rr— - ~= meldet: “-==rrr_™ :
Wien, 11. März. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart:
An der Eisenbahn Shemerinka-Odessa wurden abermals feindliche Banden vertrieben.
An der italienischen Front lebte stellenweise das Ar- tilleriefeuer auf.
Der Chef des Seneralstsbes.
Das türkische Hauptquartier |j
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Konstantinopel, 10. März. (WB. Nichtamtlich) Generalstabsbericht.
Palästinafront: Am 9. 3. herrschte fast auf der ganzen Front lebhafte Gefechtstätigkeit, die teilweise zu heftigen Kämpfen führte. In der Gebend El Kafr, Pet Rima,- Nebih Saleh kam es nur' zu Vorfeldgefechten, in denen unsere Postierungen befehlsgemäß fechtend ernsten Kämpfen aus- wichen. Weiter östlich waren schon in der vorhergehenden Nacht feindliche Erkundungsvorstöße im Handgranatenkampf abgewiesen worden, als am frühen Morgen starkes Artilleriesener auf großen Teilen der Front einsetzte, dem äald darauf ein Angnff folgte. Den auf die Hauptstellung ausweichenden vorgeschobenen Sicherungen folgend, besetzte der Feind Katmwani, Atara nnd Silwad. Nördlich von Iabrud setzten starke Angriffe des Gegners über Bnrdsch Berdavill ein. Sie wurden unter fchlveren Verlusten für den Feind restlos abgeschlagen. Sein Hauptangriff richtete sich gegen die Höhen der Tell-Afnrstellung. Sechsural wechselte diese Stellung im erbitterten Kampf ihren Besitzer. Schließlich blieb sie dank der heldenmütigen Abwehr unserer Truppen fest in unserer Hand. Am linken Flügel unserer Westfordanfront war es auch schon in der Nacht zu Patrouillengefechten gekommen, bei denen ein Offizier, ein Unteroffizier und sechs Mann als Gefangene eingebracht wurden. Die hier am Morgen einsetzenden feindlichen Angriffe wurden sämtlich verlustreich abgeschlagen. Alle Stellungen sind in unserer Hand geblieben.
Im Vormarsch auf Erzerum wurden unsere Truppen westlich von Jlidsche von Armenien: angegriffen, die verlustreich und leicht abgewiesen wurden. Den Rebellen in Hed-schas wurde eine empfindliche Niederlage beigebracht.
Nachdem sie schon am 6. 3. bei Tuwane geschlagen worden waren, wurden sie gestern unter schweren Verlusten weiter nach Süden in Richtung Schobak getrieben.
18000 Tonnen ver e kt.
Derlin, 10. März. (WTB. Amtlich ) Unsere Unterseeboote haben im Sperrgebiet um England 18 000 Bcuttoregistertonnen Schifisraum vernichtet. Unter den versenkten Schiffen waren zwei Engländer, nämlich der bewaffnete Dampfer „Dalewood" von 2120 Bruttoregistertonnen, mit 3000 Tonnen Kohle für die englische Flotte in Scapa Flow bestimmt, und der bewaffnete 1 Dampfer ..Iargo" 1764 Bruttoregistertonnen. mit 240p Tonnen Kohle für Belfast. Zwei weitere Dampfer, darunter einer von 4000 Bruttoregistertonnen, hatten als Ladung Masutöl an Bord.
Der Chef des Admiralstabs der Marine.
H-^o-^tiätiokcit im Witte-meer.
Der Schweizer Preßtelegraph meldet aus Algier: Im Mit- telmeer macht sich seit drei Wochen eine erhöhte U-Boottätigkeit bemerkbar. Die Zahl der als versenkt gemeldeten Dampfer ist stark im Zunehmen begriffen. Wie in Ententekreisen verlautet, soll es gerade im Mittelmeer am schwersten sein, den feindlichen U-Booten beizukommen.
Die Tragödie des „Jovi; Mendi".
Kopenhagen, 9. März. (WB.) Der zurzeit internierte Führer des gestrandeten Prisendampfers „Jgotz Mendi", Kapitän Karl Rose, traf gestern in Skagen ein, um der Beerdigung der an Land getriebenen Leiche eines deutschen Marinesoldaten beizuwohnen. Hierbei hot'der Vertreter ds Blattes „Politiken" eine Unterredung mit ihm, dem er nnter anderem über die Strandung des Prisendampfers fclgendes mitteilte:
Für mich hat diese Strandung fast den Charakter einer furchtbaren Tragödie. 15 Monate lang ging alles gut. Wir wurden von der amerikanischen, französischen und japanischen Flotte verfolgt und kamen glücklich durch die Blockade Das Mutterschiff „Wolf" erreichte den Heimathafen mit einer Landung von 80 Millionen Mark Wert, während wir nur wenige Meilen von dort entfernt im Nebel auf eine Sandbank liefen. .Ties war auf einen Mangel an Seekarten über dre nordisechn Gewässer zurückzuführen. Anfangs war von einer eigentlichen Strandung nicht die Rede. Wenn irgend ein Dampfer uns eine Trosse gereicht hätte, wären wir-sofort losgekommen und hätten nicht 24 Stunden aus dänischem Seegebret zu bleiben brauchen, die für das Schicksal der Krise entscheidend waren. Die erbetene Hilfe wurde uns nicht gewährt, deshalb fühlen wir uns ungerecht behandelt. Durch unfern Gesandten in Kopenhagen habe ich dem dänischen Minsterium des Aeußern eine ausführlich begründete Klage über eine Reihe von Punkten überreichen lassen, u. a. über die unverständlich schnelle Internierung unseres Steuermanns. Kapitän Rose betonte schließlich, daß er von den dänischen Offizieren mit aller Höflichkeit be° , handelt wurde.
Kopenhagen, 10. März. (WB.) Ter Dampfer „Jgotz Mendi" wurde heute früh flott gemacht.
Rer Luftangriff itttf Paris.
Berlin, 11. März. (WB.) Durch unseren Strafangriff gegen die Stadt Paris in der Nacht vom 30. 1. und durch unsere erneuten Warnungen unbelehrt, suchten die Feinde Nährend der vergangenen Wochen wiederum friedliche deutsche Städte weit hinter derKampfzone mit Bomben heim Die angedrohte Strafe ist vorgestern nacht aberrnals vollstreckt worden. Die Stadt Paris war wiederum das Ziel unseres Vergeltungsangriffes. Delll verbrecherischen und verblendeten Verhalten unseres Gegners entsprechend wurde der Angriff mit noch größerer Stärke und Wucht geführt als der erste. Paris wurde mit. insgesamt 23 700 K'"r- gramm Bomben belegt.
fSifpreiifrlfuliiant KMeike Milk».
Berlin, 11. März. Der erfolgreiche Kampfs!reger Ober- leutnant Buddecke, der sich auf dem türkischen Kriegs- schairplatz bei Lustkämpfen ausgezeichnet hat, ist gestern an
der Westfront gefallen. Vuddecke gehörte vor dem .Kriege dem Leibgarde-Jnfanterie-Reginient Nr. 115 als Reserveoffizier an und wurde während des Krieges als Oberleutnant in den aktiven Dienst des Heeres wieder eingestellt.
Der Dormarlch in der Ukraine.
Berlin, 11. März. An der russischen Front sind die Komps, Handlungen überall eingestellt worden. In der Ukraine geht der Vormarsch rasch weiter, und unsere Truppen haben sich Odessa bis auf neun Meilen genähert. In der Gegend von Backmatsch sind sie mit stark überlegenen Banden in einen siegreichen Kampf verwickelt worden. Der Feind verfügte über schwere Artillerie und einen Panzerzug und setzte sich in der Hauptsache aus tschechischen Deserteuren der österreichischen Armee zusammen. AbgeschnitteneTerle dieser tschechischen Deserteurbanden gingen sogar soweit, das Ersuchen an unsere Truppen zu stellen, mit den Mafien abziehen zu dürfen, ein Ersuchen, dag natürlich abgeschlagen wurde In Pethsori halten sich ebenfalls Banden gebildet, die zerstreut wurden; man fand in dem Ort später die verstümmelten Leichen von neun deutschen Soldaten. Der Stadt ist dafür eine Buße von 300 000 Rubel auferlegt worden.
Finnland nnd Deutschland.
Stockholm, 10. März (WTB) „Rya Daglight Allchcmda" veröffentlicht eine Unterredung mit den, Chef der finnischen Regierung, Senator Renvall. Danach hat das Ausbleiben der schwedischen Hilfe und das ständige Zuströmen von Truppen aus Rußlano zur Unterstützung der Roten Garde die finnische Regierung dazu bestimmt, Deutschland um Hilfe zu bitten. Die von Deutschland auf den Aalandsinstln getroffenen Maßnahmen seien nicht getzignet. einen etwaigen Meinungsaustausch mit anderen interessierten Mächten auf der Grundlage des Friedens von Brest-Litowsk auszuschlietzen.
Die deutliche Hilfe in Finnland.
Stockholm, 10. März. (MB.) Wie „Dagens Ntzerer" aus Wasa erfährt, hat die dortige finnisthe Regierung aus anlaß der der'.tschen Aalondexpedrtron folgende Proklamation erlassen.
„Die Landung der Deutschen auf Aaland geschieht ebenso wie deren Operation auf dem Festlande im Einverständnis mit der finnischen Negierung. Der Oberbefehlshaber der Truppen der finnischen Republik hat der Regierung mitgeteilt, daß die Soldaten Waffen erhalten batten nnd mit eigener Kraft den Kampf gegen die Russen und roten Garden hätten durchführen können, aber die zahlreich in Südfrnnland verübten Gewalttaten und Lebensmittelnot der Bevölkerrmg sowie die kürzlich aus Rußland einge- troffenen Bolschewicki-Banden veranlatzten die Regierung, sich zum Wohle des Landes eines kräftigen Freundes zu bedienen. In Deutschlands Friedensbedingungen befinde sich auch die Bestimmung, daß die russischen Truppen und Bol- schewicki aus Finnland entfernt werden müssen. Diese Räumung wird Deutschland, gestützt auf seine nach Finnland entsandten Truppen, überwachen. Deutschland gestattet nicht, daß russische Soldaten, als Zivilpersonen verkleidet, in Finnland kämpfen und durch Unterstützung der roten Banditenhorden den deutsch-russischen Friedensvertrag betrügerischer Weise umgehen.
Nach offiziellen Meldungen aus Finnland versuchen diß russischen Soldaten urrd roten Gardisten, die Bedingungen des deutsch-russischen Friedensvertrages durch massenweise ungesetzmäßige Einbürgerung als finnische Staatsbürger zu umgehen.
Stockholm, 9. März. (WB.) „Aftonbladet" erfährt aus Wasa, daß die Armee der roten Gardisten an mehreren Stellen der Front in Auflösung begriffen sei. Die Nachricht von dem Herannahen der deutschen Flotte im finnischen Meerbusen rief eine große Unrrche unter den Revolutionärer; in Helsingfors hervor.
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Bolschewistische Schandtaten.
Berlin, 10. März. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Ueberall, wo die Rote finnländische
Garde im Verein mit der Roten russischen Garde ihre Mr" gesammelt hat, herrscht nunmehr der rote Terror politischen Gegner sind für vogelfrei erklärt, w" haftet, wo man ihrer habhaft wird und in ... it


