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Graue Gefahren.

Roman aus der Gegenwart von M. Gontard - Schuck. 53) Nachdruck verboten.

"Nch, so was merft man doch! Man sieht die beiden nie zusammen. Und einmal, als wir so im allgemeinen davon sprachen, da sagte Frau von Düring etwas ähnliches. Sie nannte ihren Manu eine Arbeitsmaschine, der sich um tonst nichts kümmere."

,.So, na ja. es gibt solch: Fälle. Nun komm, Lieb." er schloß sie in die Arme und küßte sie innig.Lassen wir die anderen Leute. Wie gut, daß wir nicht zu diesen Fällen gehören. Uebrigens, Helen, es wäre nur eine Beruhigung wenn ich wieder aus See bin. Dich nicht soviel mit Frau ^on Düring zusammen zu wissen. Du weißt, daß ich sie nie leiden mochte. Ich habe Dir den Verkehr nicht verwehrt, weil sie Deine Landmännin ist. Aber diese sogenannten unverstandenen Frauen üben oft keinen guten Einfluß auf andere au§. Ueberhaupt wäre es mir lieb. Du führest nach Tannenberg, wenn ich wieder für längere Zeit gehe."

Das Gesicht Helens wurde traurig.Ich soll fort? Nach Tannenberg, wo ich noch weiter von Dir entfernt bin? Nei.^ Fred, das tue ich nicht. Ich bleibe hier! Dann bin ich wenigstens bei Dir, wenn Du im Hafen bist."

Und Frau von Düring?"

Sie sah unsicher zn ihm auf.Gott ja, ich kann auch nicbt sagen, daß ich einen Narren an ihr gefressen habe. Wenn ich die Wahl hätte, würde ich mir auch eine andere zur Gesellschaft aussuchen. Aber was soll ich denn machen? Ich kann nicht immer so allein sein. Und was sollte sie mir wohl schaden?"

Er schwieg. War es nicht grausam von ihm, ihr diesen verkehr zn verbieten? Es mochte sehr einsam sein für sie. Ilhre Wahrnehmung mit den Offiziersdamen war gewiß nickt unbegründet. Es lag gewiß keine böse Absicht zugrunde ganz gewiß nicht, aber man sah die Tochter Sir Edward Douglas' in ihr. Leicht erklärlich, daß das auf die Stink- mung wirkte.

noch hier, und bis er fortging.

Na, vorläufig war würde sich Rat finden.

Auf keinen Fall durste er sie noch einmal allein dem Ein­fluß dieser Frau aussetzen.

Helen in ihrer Harmlosigkeit ahnte ja gar nicht, was sie ihm da verraten, welche Zweifel und Befürchtungen sie in ihm geweckt hatte.

, Was war das mit dieser Frau von Düring? Helen? Nein, Helen hatte nichts damit zu tun, sie würde ihm stnst nicht so harmlos von dem Besuch des Londoner Oheims erzählt haben. Aber diese Frau, was hatte sie mit Helen vor?

Er entsann sick, daß cs ihm zuerst unangenehm ausge­fallen war, wie sehr sich Frau von Düring gleich nach dem Bekanntwerden an Helen anschloß. Er hatte es für weibliche Eitelkeit gehalten. Nachdenklich heftete er seine Blicke nrf das liebliche Gesicht der neben ihm Sitzenden. War es möglich?

Nein! Nein! Fort mit diesen selbstqnälerischen Ge­danken. Es war eine Beleidigung, überhaupt einen solchen Gedanken zn fassen. Helen verdiente es ganz gewiß nicht, daß er auch nur den Gedanken hegte. Sie hatte bewiesen, daß ihre Liebe ihr über Heimat und Vaterbaus ging.

Du bist so still Fred, was fehlt Dir?"

Er raffte sich auf.Nichts, Kind. Ich bin nur recht müde.^ Tie Arbeit und die Lauferei der letzten Tage war doch ein bißchen viel."

Sie erhob sich sofort.Daß ich daran nicht dachtet So­fort wollen wir schlafen gehen. Wir haben ja in der nächsten Zeit noch Muße genug zum Plaudern."

Und nun lag Werkheim, trotz der vorgcsckützten Müdig­keit, mit offen Augen und konnte nicht mit sich ins reine kommen. Was sollte, was mußte er tun? Oder waren es nur Hirngespinste, die ihn beunruhigten?

Einerlei, dachte er schließlich, man darf es nicht zu leicht nehmen. Ich werde jedenfalls morgen früh sofort Meldung machen.

Und wenn man mich auslacht mit meinen Befürch- ttmgen?

ov fdne Seit zum Lachen, sondern eine

ernste, bitterernste Zeit, in der zuviel Vorsicht notiger war als zu wenig. a

m ouf k , m Wege zum

nhJr" Qnb TO- a ^ 61 In hcr S * n,e ^ Srrn wn Düring vor. über ge!,cu. Mit neu erwuckKr Teilnahme beobachtete er die leicht geneigte Haltung des Direktors. Mar es möglich dieser Mannn so gewissenlos sein konnte? 9 ?

Schon einige Zeit vor Ausbruch des Krieges war durch den^ Diebstahl sehr wertvoller, gch/imer feemikitänscher

Zeichnungen die ganze Werft in furchtbare Aufregung ver- setzt worden. *

ber f ersten Ingenieure, ein ganz hervorragender ^cfyrivbauer, hatte die Sache so zu Herzen genommen da gerade aus ferner Abteilung verschiedene wichtige Zeick- nnngen fehlten daß er sich erschoß. Trotz peinlichster Un­tersuchung war man damals den Dieben nicht aut die Spur gekommen. v

man vielleicht hier den roten Faden nndeu? XVIII.

^zn einer Ecke des Vorsaales, nahe dem Zimmer der Herrur stand Mary, die Zofe, und lauschte.

Mit l>alb geöffneten Lippen, Furcht in den weit aufge- Nssenen Augen, stand sie da.

Was ging vor?

Diese beiden Herren, die so kurz die Gnädige zu sprechen wünschten, waren sonderbar bestimmt aufgetreten. Nicht einmal Zeit zu einer Anfrage hatten sie ihr gelassen.

Sie legte ihr Ohr an daß Schlüsselloch

Da drangen die Worte an ihr Ohr:Der Mann hat alles ncftQnben. Leugnen ist nutzlos."

Mit wild umherirrenden Dicken sah Mary um sich. Der Mann! Wer war das? Klink? Der Mann! Sie faßte sich an den Hals. Ein Gefühl des Erstickens überkam sie. Der Mann hat alles gestanden!" Der Mann! Das konnte riur Klink sein! Wo befand er sich? Was war geschehen?

^o'tU'tzung folat

OÜr die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Be­erdigung unseres lieben Vaters, Schwiegervaters, Großvaters und Bruders sagen wir Allen

tiefgefühlten Dank.

Besonderen Dank dem Kriegeroereln, dem Gesangverein und Herrn Pfarrer S t r a ck für die troftreichen Worte am Grabe.

Echzell, den 11. März 1913.

Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:

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