triumphiert, die Vaterlandspartei flaggt, Graf Reventlow ist oben auf — wir stehen vor einem Scherbenhügel. Die Folge«
rungen liegen auf der Hand? Allerdings gibt es Leute die nicht sehen wollen. Die Friedensrefolution vom 19. Juli ist heute gerade so viel wert, daß wir ein Papierschiffchen daraus ' machen und Zusehen können wie es munter im Wasser der Gosse davonschwimmt. . . Vielleicht ist die Mehrheit der deutschen Arbeiterklasse mit einer fortschrittlichen Reformpartet zufrieden, die für die unmittelbarsten Butterbrotinteressen der breiten Massen redlich und eifrig sorgt und alles darüber hinaus lediglich als dekorativen Schnörkel einer von der Hand in den Mund lebenden Augenblickspolitik ansieht. Vielleicht wünscht die Mehrheit der deutschen Arbeiterklasse die Umwandlung der sozialdemokratischen Partei in eine Art Labour Party. Wenn dem so ist — es läßt sich heute schwer feststellen — tut die Partei gut daran, sich, .Grundsätze, Grundsätze her, vor allem nicht „ausschalten" zu lassen. Wenn sie aber Wert darauf legt, die alte Sozialdemokratie zu bleiben, geht es so nicht mehr länger. Diese Krtegspolilik kann die Partei nicht mehr mitinachen! Diesem Frieden vermag sie nicht zuzustimmen! Neue Kriegs- kredite darf sie nicht bewilligen!
Wenn doch, so sei sie ehrlich, nehme ihr jetziges Aushängeschild herunter und lasse die alte Firma in den Registern der Geschichte löschen!
Ol ifüofHtfaiinm' MklWA in ?
Lebt da ein Mann zu Berlin, der irgendwo im polnischen Stußland das Licht dieser traurigen Welt erblickte. Heißt: Melamerson und ist verheiratet mit einer Ham
burgerin aus sehr reichem Hause. Darüber kann.man Gott- seidank in Deutschland, wo noch immer die Gedanken „zollfrei" sind, denken, was man will. Dieser Geliebte im Hemm ist aber Film-,.Manager" (dafür und für dieses Wortes vieldeutige Deutung ist trotz Eduard Engel im Preußen- Deutschland der Hindenburg und Ludendorff noch keine alles deckende Uebersehung gefunden worden). Als solcher verdient er besondere Beachtung, nachdem anerkannt worden ist (von amtlicher Stelle), daß im Filnr eine agitatorische Werbekraft auf die misera plebs contribuens liegt. Herr Melamerson. der Herr aus Polnisch-Rußland, ist nun auf dem besten Wege^ im Sinne seines Landsmannes und Glaubensgenossen Trotzki-Brau stein, in Deutschland, wie inan so sagt: „ein Ding zu drehen", bei dem so manchen
Leuten in unserem geliebten Vaterlande — allerdings wahrscheinlich zu spät erst — die Augen übergehen werden. Als in der Filmbranck>e großmacktiger Herr — Herr Melamerson ist Generaldirektor der Jduna-Film-Gesellschaft und gleichzeitig „Kontrolleur" der „Flora-Film-Gesellschaft". der er ben Skala-FilnuVerleih an geschlossen hat, — hat er es nämlich unternommen, einen in Italien hergestellten Film für die deutsch Provinz zu lanzieren, der, wie berichtet wird, keinen anderen als den Barden Gabriele d' Annunzio zum Verfasser hat und der als Werbefilm für die revolutionäre Bewegung gedacht und versaßt worden ist. Herr Mela- merson, der als tüchtiger und skrupelloser Geschästsmann bekannt ist, l>at diesen Film in Provinzstädten, in denen im Allgemeinen auf einen Durchschnittspreis von 1000 bis 1500 Mark zu rechnen ist, mit 50 (XX) bis 75 000 Mark angeboten und, wie man sagt, auch untergebracht. Er würde Alles in Allem ungefähr ty 2 Millionen Mark an diesem smarten Ge- schüft verdienen. Er würde, sagen wir, denn es ist doch kaum anzunehmen, daß er es wird! Oder soll der polnisch-russische Braunstein-Volksgenosse Melamerson die Möglichkeit erhalten, in Deutschlakid einen revolutionären Film d' Annunzios unter folscher Flagge einzuschmuggeln, ein Sündengeld obendrein noch damit zu verdienen und schließlich dieses deutsche Geld nach dem Auslande zu schleppen? Diese Möglichkeit halten,wir vorerst noch, für ausgeschlossen!
törnt Wöjü's McriNeMMspal!
Im Lause des Krieges hat sich eine Gesellschaft gc- gründet, die den Zweck har, die Anzeigen für die Zeitung.'n zu vermitteln. Sie nennt sich- „Allgemeine Anzeigen-Ge- sellsckaft" oder nach der scheußlichen Mode, der Bequemlichkeit halber, aus Anfangsbuchstaben einiger Wörter ein Wort zu bilden: „Ala." Die Gesellschaft widmet sich vater-
ländisckien Zwecken und hat deshalb schon ohne weiteres den .Zorn der demokratischen und sozialdemokratischen Seite hercmsgefordert. Bezeichnender Weise hat auch Erzbe^ger die Sckxile seines Zornes aut die neue Gesellschaft Hegosien, trotzdem ihm bekannt mühte Kin, daß auch die katholische 'Presse nicht zu den Begünstigten der heute herrschenden Jnseraten-Monopolgesellsüsaften gehört.
Bemerkenswert ist ein Artikel, den das ehemalige ^is- marks-Organ die „Hamburger Nachrichten", darüber schreibt Es heißt darin:
„Unü-r dieser Uebettckrift zieht das „Berliner Tageblatt" gegen die Allgemeine Anzeigen-Gesellschast erneut zu Felde und versucht, diese neue Anzeigen-Vermittlungsstellc beim inserierenden Publikum zu diskreditieren. Es handelt sich also nm's Geschäft und das sagt alles. Die Firma Rudolf Mosse betreut bekanntlich neben der Herausgabe des „Berliner Tageblattes" unter anderem eine sebr lukrative Anzeigen-Vermittlungsstelle, die namentlich durch Erträgnisse sogenannter Pachtblätter eine Haupteinnahme' quelle der Firma bildet. In denr Kreise der unabhängigen Verleger und Inserenten ist man schon seit geraumer Zc.it über die Geschafts-Praktik-m der Firma des Herrn Moste, der als Annoncen-Konig durch Ausbreitung des Pacht- blätter-Wesens sich ein Monopol in des Wortes wahrster Bedeutung zu schaffen bestrebt ist, sehr unzufrieden und bat scch deshalb zu einer unabhängigen Anzeigen-Vernnftlungs- stelle zusammengeschlossen, die auf Grund eingehender Kenntnis des Zeitungswesens die inserierenden Finnen unparteiisch ohne besondere Berücksichtigung vorhandener Vachtbtötter usw. beraten will. Ein solcher Wettbewerb ist
«aturlll^üt Sen Äufctt W Slrtttä REf Moffe em schttM mes Berbreckxn, das unbedingt bestraft werden muh. Daher der Entrüstungsrummel, den lErlich alle die Kreise willig mitmachen, die fürchten, doch ein« stärkere Betonung des deutschen Standpunktes vor aller Wett auch in geschäftlicher Beziehung ihre eigene Bedeutung und ihre Einnahmen schmälern könnte: Eine seltsame Wustration übrigen; für die praktische Durchführung des schönen Wortes: „Freie
Bahn dem Tüchtigen I", das ja jene Kreise so gern im Munde führen."
Kchiint Angßchlf« tiir de» MtelstM.
Die wirtschaftliche Entwicklung nach dem Krieg bespncht Dr. L e n s ch in der sozialdemokratischen Wochenschrift „Die Glocke". Der Mittelstand wird erbaut sein folgendes Zukunftsbild entworfen zu sehen:
Die Stillegung der Betriebe beispielsweise, zu der die Kriegswirtschaft in stets steigendem Umfang zu schreiten sich gezwungen sieht, ist eine außerordentlich hatte Maßregel., die den Kleinkopitalisten und Gewerbetreibenden an der Wurzel seiner Existenz packt. Es ist mehr als fraglich, ob die einmal stillgelegten Betriebe in Zukunft jemals wieder in die Höhe kommen werden. Ans der anderen Seite lauft diese Stillegung und die mit ihr verbnndene Konzentraston der Betriebe auf einer Linie, die ein Sozialist, ein grundsätzlicher Bekämofer der blsbettgen wirtsckxfftlicken Anarchie und ein Vorkämpfer für die planmäßige Organisie-nng unseres Gesellschaftslebens von vornherein begrüßen muß. Was er zu bekämpfen hat. das ist, daß diese Entwicklung nicbt, wozu sie von Haus aus neigt, lediglich den privaten Großbetrieben und damit dem Großkapital zugute kommt. Das Problem beruht darin, daß auf der einen Seite diese Entwicklung ohne Großkapital überhaupt nicht zu denken ist, daß man es also nicht entbehren kann, daß auf der anderen Seite aber nichts für diese Entwicklung Verhängnis- voller wäre, als ein schrankenloses Vorwiegen der großkapitalistischen Interessen. Aus diesem Dilemma hilft nur die Handhabung der Staatsgewalt im Interesse der Allgemeinheit, d. h. nur die bewußte Demokratie, die nicht in kleinbürgerliche Mittelstandsretterei zurückfällt, sondern die begreift daß es sich darum handelt, etwas Neues zu schaffen, imd die gleichzeitig sich als kräftig genug erweist, den bewußten Kampf gegen die Interessen des kommenden Hock- kapitalismus und Imperialismus zu führen. Dazu gehört unter anderem das gleiche Wahlrecht in Preußen, und in diesem Sinne sagten wir vorhin, daß das gleiche Wahlrecht noch nicht die Demokratie selber bedeutet, wohl aber ein Werkzeug für die Demokratisierung von Staat und Gesellschaft.
Es sind erfreuliche Aussichten, die sich hier dem Mittelstände eröffnen. S-e entspreck^en allerdings dem seit langem bekannten sozialdemokratischen Programm gegenüber diesem hauptsächlichen Träger staatlicher Kraft und des Staatsgedankens. Nur setzen sich jetzt für die Schaffung der Voraus- setzungen dieser von der Sozialdemokratie angestrebten Entwicklung auch die bürgerlichen Parteien ein. soweit sie Anhänger des gleichen Wahlrechts für Preußen sind. Man wird nicht behaupten können, daß Ausführungen, wie sie der Staatsminster Dr. Fnedberg über die vermeintliche Notwendigkeit des gleichen Wahlrechtes gemuckt hat, geeignet wären, die Bedenken auck nur im mindesten zu entkräften. die derartige Bekenntnisse wie das des Herrn Dr. Lensck bei allen anstösen müssen, die nicht nur Augenblickspolitik treiben, und die nicht, wie der Minister des Innern in einam jüngst von ihm herausgegebenen Erlaß an die politißh^n Beamten, die Frage der Wahlreform hauptsächlich und In erster Linie unter kriegspolitischen Gesichtspunkte betrachten und entscheiden wollen.
Mele Kandidaten.
Die Freisinnigen sind im Wahlkreis Bod-Ncmheim-Butzbach. wie wir vorausgesagt haben, nunmehr ebenfalls mit einem Kandidaten auf den Plan getreten: sie haben Herrn Oberlehrer Strecker- Gießen ausgestellt. Damit stteiten 7 Kandidaten, je ein Vauernbilndler, Nationalllberaler, Zentrumsparteiler, Freisinniger, Alt-Sozialdemokrat, Unabh Sozialdemokrat und ein Uriparteiischrr um das Mandat.
N«m Felde
der Ghre.
Beienheim. Gefreiter Wilh. B o p p, bei einer Mafchinen- Gewehr-KompagNle im Westen, wurde mit der Hessischen Kriegs- verdienstmedoille ausgezeichnet. Das Eiserne Kreuz besitzt er schon. Wir gratulieren! »
Ober-Mockstadt. Dem Landsturmmann Jean S ch l e i t e r wurde wegen hervorragender Tapferkeit die Hesiische Tapser- keitsmedaille verliehen. Ebenfalls erwarb sich sein Bruder Musketier Ludwig S ch l e i t e r bei einem Vorstoß am 28. 2. das Eiserne Kreriz 2. Klasse. Herzlichen Glückwunsch.
Ans der Heimat.
EV. Evaug. Männerabend. Heute Abend 8 y 2 , Uhr spricht im Nebenzimmer des „Deutschen Hauses" Herr Professor v. D r. D i e h l über „Kttegsfürsorge nach dem Kriege."
Betreffend die Abschlachftmg aller Rinder, die über drei- viertel Jahr alt sind. Der Abg. Dorsch hat im Helsischen Landtag eine dringliche Anftage folgenden Inhalts gestellt: Ist der Großh. Negrerung bekannt, daß zur Zeit auf Veranlassung des Viehhändlerverbandes, der durch das Kriegs- ernährungsamt dazu beauftragt ist, eine Bestandsaufnahme aller Rinder die über % Fahre alt sind, ftattfiubet zwecks Bereitstellung der Rinder auf Abruf zur Schlackckung und
daß man seitens der obengenannten Organe gar keine Rück^ .icht nimmt auf Tiere mit hervorragendcnn züchtenschett Wett: das heißt Rinder, die von Herdbnchtieren stammen^ Rinder, die von importierten Kühen stammen, Rinder, di« die ^mgvichmarke tragen lind angekört find. Will man mit diesem Rrndernwrd auch die Träger der Vichzncht der Zukunft zerstören? Ist die Regierung in der Lage und berett an maßgebender Stelle dahin zu wirken, daß obengenannte Rücker mit hervorragendem züchterischen Wert nur in dem alleräußersten Notfall dem Messer der Metzger über- liefert werden?
F0. Langeuschwalbach, 6. März. Der Gesamtumsatz des hiesigen Vorschuß- und Kreditvereins im abgelaufenen Jahre beträgt in Einnahme und Ausgabe 5 670 907 Mark. In der wbgehaltenen Generalversammlung wurde herrorgehoben, daß durch die große Geldflüssigkeit viele Vorschüfle zurückzczahlt wurden. Eiire Dividende von 5*A Prozent wurde verteilt. In den Aufstchtsrat wurde PH. Chr. Diesenbach und Philipp Kie- fer neugewählt.
EC. Idstein, 7 . Mürz. Der Kaiser bewilligte als Beitrag für die Beschaffung der geplanten Frifdensglecke der Gedächtnis- kirche der Nasiauischen Union 300 Mart aus der Schatulle. — Geh Regierungs- und Forstrat Elze-Wiesbaden stiftete für denselben Zweck 1000 Mark.
Aus Starkcvburg
FC. Groß-Gerau, 7. März. Der Milchhändler Julius Schneider in Wallerstädten hat Milch durch Wasierzusatz ge- fälscht. Das hiesige Schöffengericht verurteilte ihn in eine Ge- fängnisstrafe von einer Woche und in eine Geldstrafe von 100 Mark. — Die Schneiderein Martha Summ war im Jahre 1917 in Euftavsburg in der dortigen Maschinenfabrik, wo auch französische Kriegsgefangene arbeiten, beschäftigt. Mit einem Kriegsgefangenen hat sie schriftlich im Verkehr gestanden und diesem zur Flucht verholfen, indem sie demselben einen Zivil, anzug kaufte, für sich und ihn Fahrkarten nach Donaueschmgen löste und mit ihm die Fahrt antrat. Der Kriegsgefangene ist bis heute noch nicht ergriffen. Die Summ fuhr dann allein wieder von Donauefchingen nach Güstaosburg zurück, worauf der Vorfall bekannt wurde. Das hiesige Schöfengericht verutteilte die Summ zu vier Monaten Gefängnis.
FC. Bensheim. 6. März. Zwei junge Frauen von hier» deren Männer im Felde stehen, wurden von unbekannten Mäi^ necn angepackt und in unsittlicher Weise mißbraucht. Der eine« wurden sogar die Schuhe ausgezogen und gestohlen.
Aus Rheinhesicn.
FC. Worms, 6. März. Verhaftet wurdv ein 26jähriger polnischer Arbeiter aus dem Bezirk Warschau, der dabei ertappt wurde, als er aus einem kriegswichtigen Betriebe, in dem er früher beschäftigt war und in den er eingebrochen, einen ca. acht Meter langen Treibriemen durchschnitten hatte, in der Absicht, ihn zu stehlen.
FC. Gousenheim, 7. Marz. Der Gemeinderat beschloß, dem Kreis Mainz ein Gelände zur Errichtung von zehn Kleinwohnungshäusern zur Verfügung zu stellen zum Preise für 20 Mark pro Klafter mit der Maßgabe, daß die Wohnungen nur zur Beseitigung der hier herrschenden Wohnungsnot bestimmt sind.
Aus Hesien.Rasiau..
FC. Wiesbaden, 6 März. Der Schlosser Philipp Junker und der 22jährige Schlosier Philipp Vreidenbach, beide aus Biebrich, hatten im Juli v. I. in Aßmannshausen einen Wirt um 600 Mark, in Niederlahnsteln einen Gasthausbesitzer um 400 Mark, tn Laugenschwalbach einen solchen um 1000 Mark und schließlich Ende September in Rauenthal eine Wirtin um 1020 Mark dadurch betrogen, daß sie angaben, Fleisch und Fett, das sie aus der Militärschlächterei in Mainz, wo sie angestellt, in jeder Menge besorgen könnten. Als das Geld tn ihren Fingern war, hatten die Auftraggeber das Nachsehen. Die Straf, kammer verurteilte Junker zu sechs Monaten, den Breidenbach zu neuen Monaten Gefängnis. In der Urteilsbegründung floß die Bemerkung mit unter, daß tn der heutigen Zeit diejenigen Leute, welche sich auf Schleichwegen Lebensmittel zu verschaff, ten suchten und dabei geprellt würden, nicht zu bedauern seien, was auch strafmildernd in Betracht kam.
FC. Wiesbaden, 6. März. Der Fischmarkt. der bisher hier auf dem Wochenmarkt Mittwochs und Freitags stattfand, ist jetzt völlig verschwunden. Die Schiersteiner Fischerfrauen mei- den den Martt. nachdem sie wegen Ueberschreitung der Höchst- preise verschiedentlich zur Anzerge gebracht worden ' sind. Sie bringen jetzt ihre Ware sofort in die Hotels und zu Privatleuten. wo sie zu jedem Preis die Fische absetzen. Auch ein« Kriegserscheinung!
FC. Wiesbaden, 7. März Weil sie heiraten wollte, und bl* Kosten für die Aussteuer zu hoch fand. nahm, wie sie angab. da» Dienstmädchen Maria Enders geb. Henrich in ihrer letzten Stelle im Hotel Adler dahier einfach Kopfkisien, Bettücher. Wolldecken. Fenstergardinen, Handtücher und silberne Bestecke mit und übergab sie ihrer Schwiegermutter Johanette Enders, ebenfalls dahier. Das Gericht schickte die Diebin und die Hehlerin je ein» Woche ins Gefängnis.
FC. Altweilnau, 5. März. Die hiesige Gemeindejag- wurde an drei Frankfurter Herren für die jährliche Pachtsumm« von 1650 Mark verpachtet. Die seitherige betrug 750 Mark.
FC. Bürstadt, 6. März. Hier verunglückte ein Schwein auf dem Weg zum Dahnhof, indem es in einen Wasiergraben stürzte und von einem Herzschlag getroffen wurde. Auf behördlich» Anordnung sollte ev der Kadaververwertungsanstalt überwiesen werden. Bis aber der Transportwagen am nächsten Tag» kam, hatten die beiden Hinterschinken bereits Liebhaber gefunden.
FC. Kestert, 6. März. Durch die gelinde Witterung sinb die Fruchtknospen der Aprikosenbäume so weit im Wachstum vorgeschritten, daß es nur noch werngrr warmer Tage bedarf, daß die Gegend im herrlichsten Blütenflor prangt.
Verantwortlich für den politischen und lokalen LeU: Otto H i r s che l. Friedberg: für den Anzeigenteil: R. H ey n er. Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen TageS-eitungV


