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Was Clem-ncean mit lensem neuesten Cchachzug beabstchiigt. geht deutlich aus den Worten hervor» die er der »Enthüllung" Pichons in der Sorbonne folgen lieh:Die Revanche ist jetzt wrder Willen Frankreichs gekommen. Der Feind selbst har sie hervorgerufen." Der Feind wollte dem unglücklichen harm­losen Frankreich die Festungen Toul und Verdun rauben! Nehmt wenigstens Rache dafür, wenn euch schon die elsatz» lothringische Frage nicht mehr wichtig genug erscheinen sollte, euer Blut im Entscheidungskampfe zu verspritzen . . . Das find die Gedanken und Methoden, wie ste allerdings bisher nur die chauvinistischen Hetzer vom Schlage eines Daudet und der Che­valiers du Roi anwendeten. Ob Clemrnceau-Pichon die Dame Frankreich mit solchen giftigen Fiebermitteln durchbringen oder einer plötzlichen furchtbaren Karastropye Zufuhren werden, Las ist die Frage.

Die arncrilr^nftchrn Gefangenen.

D'e am 1. Marz bet Chavignon eingebrachten Amerrkaner waren lediglich zur Eingewöhnung als Arbeitstrupps der vor­deren Linie zwischen tampfbewährte französische Divisionen ge­steckt. So gerieten sie in den nach kurzem Trommelfeuer vor­brechenden Angriff badischer und thüringischer Stoßtrupps und ergaben sich ziemlich schnell cfjne allzugroße« Widerstand. Sie stammen aus dem Staate Connecticut. Es find junge kräftige Leute, machen aber einen wenig kriegslustigen Eindruck. Ir­gendwelche Einsichten in Ziele und Zwecke dieses Krieges haben sie nicht. Es ist für sie ein Unternehmen der New Porter Gcoß- finanzleute Die Engländer hassen, aber achten sie. den Fran­zosen stehen sie mir gonerh.rstem Mitleid gegenüber. Deutsch, land ist ihnen ganz gleichgültig. Die kriegerischen Operationen haben für sie nicht das geringste Interesse, ganz stumpfsinnig und fatalistisch überlassen sie sich der Führung der kriegsgeroohn- ten Franzosen. Der Schneid des deutschen Angriffs hat sie sehr erschüttert, sie waren froh, dem Krieg entronnen zu sein.

Genossenschaftliches.

Neben die äußere Entwicklung des Verbandes der »,csf landw. Genossenschaften im Jahre 1917 wird uns geschrieben, daß ein Zuwachs eingetreten ist von 24 Genossenschaften. 3 Spar- und Darkehnskassen. 11 Lairdw. Bezugs- und Ab« sntz-Genof'enfckmten. 1 Winzergenossenfchaft, 1 Obsiver- wertungsgenossenschast und 8 Treschgenossenschaften, r oiUife ein Bestand von 620 Genossenschaften (darunter 92 Ge nossenschnften mit beschrankter Haftpflicht) zu verzeichnen war.

Die beiden Zentralgeschäftsanstalten, die Zentraikaste ffiir Geldverkehr) und die Zentral-Genossenfchaft (für den Warenverkehr) können im abgelaufenen Jahr erfreulicher­weise .einen geschäftlick)en Aufstieg zurückblicken, wie er im hessischen Genossenschaftswesen bis jetzt noch nicht erreicht wurde.

Der Zentralkasse waren am 31. Dezember 1917 356 Mit. glieder mit 958 Geschäftsanteilen angesckchosscn. was ein«'m Geickätsguthaben von Mk. 479 000, und einer Gefcnnthaft- summe von Mk. 958 000, entspricht.

Ter Umsatz der .Zentralkasse ln 1917 hat die Summe von Mk. 1,3 Milliarde erreicht. Die Einlagen betrugen am Jahresschluß rund 35 Millionen, davon allein 5 Millionen Mark gegen viertel- und halbjährige Kündigung.

Tie Zentral-Genossenschast hat in 1917 einen Zugang L.on 31 Genossenschaften zu verzeichnen, sodaß ihr am 31. Dezember 205 Mitglieder angeicksiossen waren mit ein?m Ge- schäst^gnthaben vcn Mk. 28 120, und einer Gesamtsumme von Mk. 141 500.

Der Warenumsatz (eine Seite) betrug rund 50 Mil­lionen Mark, wovon rund 14 Millionen Mark auf den Ein- kanf landw Bednrfsstoffe (Dünger, Futtermittel. Sämereien Kohlen nsw.) und rund 36 Millionen Mark auf den Absatz landw. Erzeugnisse (Obst, Dich, Getreide, Oelfrüchte. Heu. Streb n9a) entfallen.

In diesen geschäftlichen Leistungen der Zentrasge^chäZs- anstnlten kommt von allen Dingen die rege Mitarbeit un­seres gesamten hessischen landw. Genossenfchaftswess-'nZ bei der Durchführung von K: iegsmoßnahmen zum Ausdruck, die allerdings auch die höchsten Anforderungen an Zerftra'.- und Einzekgenossenschaflen stellen.

Inzwischen brachten bie verflossenen beiden Monate einen weiteren erheblichen Zuwachs an nerr errichteten Be­zugs- und Absatz-Genosse^chaften insbesondere in der Provinz Oberbeisen.

Auch in den Orten, in welchen der genossenschaftliche Warenbezug bezw Absatz, bisher festen Fuß nicht vermochte, bricht die Erkenntnis sich immer mehr Bahn, den genossensch-aftlichen Zusammenschluß zu vollziehen.

^andtagslrandidatnr.

Rrchdem Herr Stadtverordneter Breitenbach (B"d- Rauheiml leider nicht *n der Lage war eine Kandidatur für den hessischen Landtaqswahlkreis Bad-Rouheim-Butzbach anzu­nehmen haben die Vertrauensmänner des Bundes der Land­wirte einstimmig beschlossen. Herrn Bürgermeister Diehl von Hochweisel auszustellen, der sich der Fraktion des Dauernbundes. Hessische Volkspartei" (Bund der Landwirte) im Falle seiner Wahl anjchlie^en wird.

Uam Felde

der Ehre.

Friedberg. Dizefeldwebe! Fr. Berllnghof. eln Reffe des hiesigen Fabrikanten Roßbach, der beim Lehr-Inf.-R.-gt. im Felde steht, wurde wegen hervorragender Tap erteil vor dem Feinde, mit dem Tifarnen Kreuz 1. Klasie ausgezeichnet.

Nodheim o. d. H. Der Kanonier Rich. Vorbach wurde -um Gefreiten befördert und mit dem Elsernen Kreuz 2. Klasse

»»«gezeichnet. Die Hqpfche TapserkeUsmedaMe Hst et schon ftüher erholten.

Ober-Florftadi. Dem Ersatzreservisten Wilhelm Vieh! Sohn des barrusfelSbefitzers W. Vieh!, wurde wegen be­sonderem Schneid die Hessische Tapserkeits- medaille verliehen.

Ays der Helmat.

Gold- uud SikLerirnkmrkstekke. Der nächste Ankaufstag ist morgen, Freitag, den 8. Marz, nachmittags von 3-5 ckhr im Gro^h. Hochbauamt, Schützenrain Rr. b. Herr Ahrmachermeister Burck. Kaiserstraße 59, nimmt täglich Gold- und Silberfachen zur Weiterleitvng an die Ankaufsstelle an.

Dsg Städtische Schwimmbad ist am Freitag den 8., Camstaz den 9. und S«snntag, den 10. ds. Mts. an den festgesetzten Stun­den für Wannen- und Brausebäder geöffnet.

Hessischer Landesoerckn für K riezerhelvsstk5 itVL Der Friede, der mit Ukraine und nun ln den letzten Tagen auch mit Maß- Rußland geschlossen worden ist. erinnert uns wieder einmal mit aller Dringlichkeit an die Pflichten, die wir unseren heim­kehrenden Kriegern und den Hinterbliebenen gefallener Krieger gegenüber in der Folgezeit zu erfüllen haben. Einen Teil die. ser Arbeit will im Gebiete des Großherzt gturns Hessen der Hessische Landesverein für Kriegerheimstorten leisten, der es sich zum Ziel gefetzt hat, die Versorgung der Kriegsteilnehmer und ihrer Hinterbliebenen mit unverlierbaren, gegen Boden­spekulation, Verschuldung und Mißbrarrck gesicherten Heimstätten zu fördern, sowie alle Bestrebungen ans Err'chtung von Krie- garheimstälten im Großherzogtum Hessen tatkräftig zv unter­stützen, sie zusammenzufassen, mit ihnen zusammen zu arbeiten und der Krie^erhennstätte, als einem Teil der allgemeinen Kriegsfürforge. jede Förderung angedeihcn zu lassen. Es ist selbstverständlich, daß die Erreichung dieses Zieles nur möglich ist. wenn es gelingt, dem Verein, der 1917 gegründet ward, in allen Kreisen der Bevölkerung Freunde zaGusühren. Ein solcher Dereinsfreund oder Mitglied des Landesoereins kann jeder Mann und jede Frau werden, die sich dazu entschließt. «inen Jahresbeitrag von mindestens 1 Mark zu zeichnen. Es ist sehr zu wünschen, daß die Bewohner unserer Stadt sich an diesem vaterländischen Werk in weitgehendem Maße beteiligen. Ge­legenheit wird ihnen dazu in der nächsten Zeit gegeben werden.

Holzhandker-Vereinkginig. Am nächsten Samstag, nach­mittags 3 Uhr, findet zu Gießen im Hotel Viktoria eine Ver­sammlung der Oberhejsischen Holzhändler zwecks Gründung einer Vereinigung statt. Wir vollen auf die betr. Anzeige hin

Ziegenzucht. Der Landwirtschaftslammerausschuß hat be­schlossen, den Züchtern von Ziegen in der Provinz Starkenburg für Ziegen, die m der Zeit vom 1. September bis 31. Dezember 1918 lammen, eine Prämie von 10 Mark zu gewähren, wenn sie eine Bescheinigung des Ziegenzuchtvereins oder des Bürger­meisters varlegen. Es kommt nur die Starkenbnroer Eörlziege in Betracht. Fehlgeburten kommen nicht in Frage. In erster Linie werden Mitglieder des Starkenburger Ziegenzuchtoereins berücksichtigt.

Abschluß von Gemü'ellefervngsoertrage«. Bon zuständiger Seite wird uns mrtgeteift: 'Nach den Absichten der Reichsstelle für Gemüse und Obst soll auch in diesem Jahre das System der Lieferungsoerträge nicht nur beibehalten, sondern in ftder Weise begünstigt und der Abschluß von Lieferungsverträgen durch die Landes.Gemüsestellen. Komm.unalveröände und Groß­verbraucher gefördert werden. Die Reichsstelle hat deshalb die Bestimmung getroffen, daß diejenigen Preise, die für Gemüse aus Lieferunqsrerträgen bezahlt weroen. in jedem Falle höher fein sollen, als die Höchstpreise, die der Erzeuger im freien Han­del erhält. Es liegt daher im Interesse eines jeden Erzeugers, Lteferungsverträge abzuschließen, um sich den Vorteil der höhe­ren Vertragspreise zu sichern. In die Vertrage über Früh- gem-Lse dürfen Übrigens bestimmte Preise noch nicht eingesetzt werden, andernfalls sind die Verträge ungül ip; auch wird aufs strengste gegen jede Höchstpreisübersckreitung voraeaangen werden. Die Preise werden von den zu^ändigen Preiskammis- sionen festgesetzt werden. Bis dies geschehen lft. gelten die Richtpreise, welche die Reickrsstelle für Gemüse und Obst in der nächsten Zelt veröffentlichen wird. Die Herbstgemüseverträge enthalten dagegen schon jetzt feste Preise, die nicht überschritten oder ab^eändert werden dürfen Es ist zu hoffen, daß die Be­darfsstellen wie Ne Erzeuger lm wertesten Umfange Lieferungs- \ vertrage abfck-ließen werden und daß aul diese Weise eine aus­reichende Eemüfeversergung im beiderseitigen Interesse der Er­zeuger und Verbraucher stat4finden rrird.

er. Han-v, 4. März. Im Landkreise Hanau werden soeben die vorgckommenen Schiebungen mit Brotgetreide urrd anderen Lebensmitteln eifrig besprochen. Obwohl die Untersuchung noch im Gange ist. und ein endgültiges Urteil über die Ausdehnung der Verfehlungen noch nicht gefällt werden kann, finden sich in der Tagespresse doch bereits longe''e Berichte, deren Inhatt sich nur auf Vermutungen stützen kann. In Untersuchungshaft befin­den sich der Obstbautechncker Walther in Hanau, der die Le- bensmittelverteilung im Landkreise Hanau vorzunehmen hatte, sowie dev Mühlenbesitzer Amend in Rendel. Auch ist der frühere Inhaber einer Grol Handelsfirma, die vertraglich die Lebensmittel zu beschaffen und zu verteilen Halle. Kaufmann Ernst Döring, in Untersuchungshaft genommen worden. Gegen diese Verhängung der Untersuchungehast ist der Beschwerde­weg eingeschlagen worden. Wie gegen andere Beteiligte, rich­ten sich auch gegen Döring schwere Beschuldigungen in der Presse, die sich aber-»uch nur auf Vermutungen stützen, was ja »m In­teresse des bisher unbescholtenen und hochgeachteten Mannes nur zu wünschen ist. Dis das Gericht gesprochen hat. sollte es Pflicht aller Kreise sein, mit dem Urteile zurückzuhalten. Rach unserer Ueberzeugung wird dte überall hochgeachtete Firma Dö­ring und ihr Inhaber sich keiner unlauteren Handlung schuldig gemacht haben.

AuS Starkenbnrg.

Darmstadk, 3. Mär;. Der Minister des Innern erläßt ein« Bekanntmachung, ln der er darauf hinweift, daß unsere Feinde

versuchen, aizs 81 u ge n g e n Spione ia Deutschland zusetzen. Es muß darum der LLndung von Flugzeugen b.. schärfste Aufnrerksamkert zugewandt. werden. Sobald Verdacht besteht, daß es sich dabei um ern landendes feindliches F7ugze^4 hsndekt, ist es Pfkicht eines jeden Deutschen, ein Entweichen der Feinde zu sechmdern und der d«.r«r Festnahme mitzmrtrken. Für die Festnahme solcher Spione oder Saboteure im Grsstbsr- zoztwm wird eine Dek^fnurg hs M» Betrage von ICöft Mark ausgefetzt. Die betr. MeldungLN strrd der nächsten MikUSr- odcr PottMbehörde zu machov. Der um die An?'r«bs^-7e^ der Limes an der DergHraß^ und im OLemvsld fswie über- Haupt um die Forschen ge ^ cs} geskagrstde« Eeb'.etle in verdiente frühere Feldwebel, spatere LrutuLTk a. D. Heinrich Gieß in Heppenheim a. T. ist Lasetbst in hshem Wer gL- storbeu.

Tsr-msirdt. st. Mär,r. kS^vurAerkcht) Die h-ute erster Aksschluß der OeffL«Lttchk-?ir verhaadelte zw-erte Sache betiaf die Aaklage gegen fort 37 IsKre alten Bäcker S-Isty Rrrrhs'rdk aus HevfrnstLmm wegen SWich-keitsverbrecheu. Ja dem des Aue.eL1§§Lsn, der Vater st Kinder« 58, wchrrt D?t Ar­beiter König, defferr 19 Jahre otts Tc-chter feit einer na 7. Istzr; überstandenen Eshirnkrankheit geistig zurückgeblieben, aber Kr- perlich stark entw-ickrkt ist. Rach bei» Gutachten drs Sachver­ständigen KreisaMstenzarztes Dr Mrcte« besitzt sie d-n Ber­stend eines 7tähcigss Kindes und mutz als geisteskrank f.'ben werdru. An virfem Mädchen Hai sich R. durch de« öfteren Lmgarrg längere Zeit vergangen. Den wirklichen Verkehr Le. strecket er, sdwvhk dir Wahrfcheiskichkeil vsrUeqI. Die Ge­schworenen erLannken den AnasNagten schnkdig, billigte.» ihm aber mildernde Umstände zu und wurde er zu 8 Monoton Ge- fanMis veructettt, von denen ihm drei Monate Untersuchungs­haft angercchnet werden.

Ds^'rrfiaLt. Rasch erwischt wurde« die Treibriemendiebe, welche am vergangenen Samstag den wertvallerr Rieme« in der Möbelfabrik von Ehrhardt und Cohn dahier gestohlen hacke». Der '7 Jahre alte Wilh. Glenz von Gräfenhaufen. der vor etw-a eineinhalb Jahre« bei Ehrhardt als Htlfsarbeiter beschäftigt war, hatte sich durch verschiedene Aevßeisnge« verdächtig ge­macht und gelang es gester, Abend dem KriminalfchutzMmr« Banfchdorf, ihn am Bahnhof festzunehmen. Vorher fche« hacke man nahezu die Hälfte des Riemens am Güterbahnhof gefun­den. Glenz hatte ihn aus Furcht vor Entdeckung weggeworfen. Er ist geständig, gemeinsam mit dem 13 Jahre alten Peter Benz aus Arheilgen auf feine Anregung bin dev Treibriemen gestoh­len zu haben. Eie habe« de« Riemen zvr Hälfte geteilt und Benz brachte feinen Anteil feinem ln Frankfurt arbeitenden Bruder Ioh. Benz, der aus der Hälfte weitere Stücke machte und verkaufte, dabei aber durch die Frankfurter Polizei lest- genomme« wurde. Dadurch ist es gelsnge«, de« größten Teil des Riemens wieder zu beschaffen.

Griesheim. Hier werde« in letzter Zeit vielfach avanym« Briefe gen'.einsten Inhaltes verbreitet, in denen zahlreiche Fa« mikien bedroht und geschmäht werden. Mit der Unterschrift Die schwarze Hand^ oderLuchs, der Privatdetektiv", wurden manche Familien zur Hergabe von Geld gedrängt, andernfalls mit dem Tode bedroht. Man scheint e« mtt jungen Bur'ckeu zu tun zu haben, denen die Schundliteratur ten Kopf verdreht hat. Man ist ihnen auf der Spur.

Hkffk».Rnllan.

FC. Wiesbaden, 5. März. Ein im FleNchlessel verschwun­dener Ochs? Dem Landwirt Heinrich Reinemer 1. in Erben­heim war es bekannt geworden, datz in Weilbach ein feister Ochse zum Verkaufe stand, der allerdings, wenn er z« Schlacht« zwecken verhandelt wurde, dem Viehhandelsverbande abzulie­fern gernesen wäre. Der Landwirt taufte den Ochsen als Zug­ochsen für 1686 Mart. Als er sich mit dem Prachttiere auf dem Heimwege befand, begegnete ihm. wie tr angob. auf der Frank­furter Straße ein undetaanter Bauersmann, der voll Bewun­derung für den Ochsen war. Man wurde handelseinig mrd Reiue.'ner bekam von dem Bauer Mark mehr als er eine Stunde vorher bezahlt hatte. Vier Wochen später wurde auf eine Anzeige hi« Hausfuchnng bei Reinen'er abgehakten und 30 Pfund Rindfteisch und eine größere Anzahl Würste vorge­sunden. Ein Strafzettel in Höhe von 160 Mort flog darauf dem Landwirt ins Haus, gegen den er schleunigst Berufung ein- legte. In der heutigen Verhandlung vor dem Schoftengericht wurde Reinemer die Geschichte 'von dem großen unbekanntes Bauer nicht geglaubt, und der Amtsanwalt beantraate eine Geldstrafe von 360 Mark wegen unberechtigten Ankaufs ohne Genehmigung des Vlehhandelsverbandes und Fleifchankanf ohne Marken, weil er die vorgesunden Fleischquanten von einem anderen Unbekannten erstanden haben will. Die Cchöf- aber beließen es bei einer Geldstrafe van 100 Mark, da- es dem Landwirt lediglich aus dem Vorhandensein von Fleisch nicht nachgewiesen werden konnte, daß er den Ochsen, der allerdings nicht mehr auffindbar ist. geschlachtet bat. Roch der Beweis­aufnahme aber steht sicher fest, daß der Prachtochse in iraend einem Fleifchkessel verschwunden und so dem Diehhandelsoerband entzogen worden ist.

Wiesbaden. Erpressung mit Liebevsbriefen! In einem hiesigen Lazarett war eine zeitlang die Ehefrau eines Stabs­offiziers als Krankenschwester beschäftig,. Die sunae Frau ver­gaß fick und fing ein Liebesverbältnrs mit einem Soldaten an, schrieb ihm auch nack der Entlassung noch überschwengliche Lic. besbriese. Der Soldat zeigte die Briefe im Kreise übelboruch- tigter Bekannten vor und sofort wurde der Plan gefaßt, die Briefe zu Erpressungen zu benutzen. Die Briese wurden der Schreibcrin gegen Zahlung von 3600 Mark angeboten. Auf weiteres Drängen der Erpresser übergab die junge Frau die Angelegenheit der Polizei und entdeckte sich gleichzeitig ihre» Mann, der darüber einen Schlaganfall erlitt. Zwei der Er­presser hatten sich dieser Tage vor der Strafkammer zu verant- wortrn, die die AngLllagten zu ze 18 Rionateu Gejängnls ver­urteilte.

Verantwortlich für den po itilchen und lokalen Leit: Otts H j r fche l. Fiiedberg: für den Anzeigenteil: R Kenner. Friedberg. Truck und Vertag derReuen TageSAcitun^*'« A- Jriedberg L §.