II. zalpgarrg.
Nummer 55
Mittwoch, den 6. Mär; 1918
Tageszer
T" f erscheint reden Werktag. Regelmäßige Bellagen „Der Kaner ans Fj-ll-n". „Die Spinnstnbe". Kezngspveia: Bel den Postanstalten vcerrsljähttich Mk 2 40
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Kkjehilsz her Agla»liÄsjkl« ««t?s
Die FrirdensbedittgunNen für Rumänien. — Der Ab schirr!? des Friedens mit Kutziand.
16500 Tonnen versenkt.
Der deutsche Geueralstnb s .-.. — meldet: ====&
W. T. Grsires KarrpL^uarUer. den
b. Mavjk. Amtlich.
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppen Kronprinz Rupprecht und Deutscher Kronprinz.
Lebhafte Erkundungstätigkeit an vielen Stellen der Front. Nördlich von Reims und auf dem östlichen Maasuser war die französische Artillerie vielfach rege.
Heeresgruppe Herzog Albrecht.
Auf den östlichen Maashöhen tagsüber heftiger Feuer- kampf. Starke französische Abteilungen brachen am Abend zum Angriff gegen unsere Stellungen östlich von Mouilly vor. Sie \ wurden im Gegenstoß zurückgeschlägen. Auch an der lothringi- i scheu Front und in den mittleren Vogesen herrschte gestern erhöhte Eefechtstätigkeit.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Die Rumänen haben unsere Bedingungen angenommen, bornit tritt der Waffenstillstand mit Rumänien von neuem in Kraft.
Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.
Der Erste Ceneralquartiermeister: Ludendorff.
Abendvsr'rcht.
Berlin, 5. März, abends. (WTB. Amtlich.) Von den Kriegsschauplätzen nichts Neues.
Der österreichische GeneraMob Zs== meldet: =======.•
Wien, 5. Mär-. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird ver- tautbart:
An der italienischen Fro.tt keine besonderen Ereignisse.
Die Operationen zur Herstellung der Ordnung und Sicherheit in der Ukraine nehmen den beabsichtigten Verlauf.
Rumänien hat die Wasfenstillstandsbedingungen der Mittelmächte angenommen.
Der Chef des Ceneralstubes.
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1 Der bulgarische Grrrrrolstab
meldet: ===•
Sofia, 3. März. (WB. Nichtamtlich.) Generalstabs- bericht.
An der Mazedonischen Front, westlich des Ochnda- Sees, brachten nach Handgemenge unsere Patrouillen Gefangene von den Truppen Essads ein. In der Gegend östlich von Bitolia, östlich der Cerna und im Wardar-Tale war die beiderseitige Artillerietäti gt eit^ l e bh aft. Südlich von Gewg-- heli drangen unsere Erkundungsabteilungen bis in die feindlichen Linien vor und brachten gefangene Franzosen zurück. An der Dobrudschafront Waffenstillstand.
Das Liirkische^Hauptquartier jj ,======== meldet: =^~=r===®
Konstantinopcl, 4. März, (WB. Nichtamtlich.) Gene- ralstabsbericht.
Palästinafront: An der Küste arbeitet die feindliche Infanterie am Stellungsbau. Ein Feuerüberfall mehrerer unseren schweren Batterien hatte beobachtet guten Erfolg. Aus Ubar, wo der Gegner sich festgesetzt hatte, wurde er u ie- der vertrieben.
Des Kai-crs Dank an Menburg.
Berlin, 5. März. (WTB.) Seine Majestät der Kaiser sandte folgendes Telegramm an den Eeneralfeldmarfchall von Hindenburg:
Nachdem gestern nachmittag der Frieden mit Rußland unterzeichnet und hiermit der fast vierjährige Krieg an der Ostfront zu glorreichem Abschluß gelangt ist. ist e- mir tiefempfun-
denes Herzensbedürfnis Ihnen, mein lieber Generalfeldmar- schall, und Ihrem treuen Gehilfen, dem General Ludendorff, meinen und des deutschen Volkes heißen Dank erneut auszusprechen. Sie haben durch die Schlacht von Tannenberg* durch die Winterschlacht in Masuren und durch die Kämpfe bei Lodz den Grund für alle weiteren Erfolge gelegt und die Möglichkeit geschaffen, mittel des Durchbruches von Gorlice—Tarnow die russische Armee zu weiterem Rückzüge zu zwingen und in den ferneren Anstürmen feindlicher Heeresmassen siegreich standzuhal- ten. Und nun ist der kostbare Friedenspreis glorreichen Ringens in unserer Hand. Unsere baltischen Brüder und Volksgenossen sind vom russischen Joche befreit und dürfen sich wieder als Deutsche fühlen. Gott war mit uns und wird weiterhelfen. Wilhelm I. R.
16500 Tonnen versenkt.
Berlin, 4 März. (WLB. Amtlich.) Reue U-Bootserfolge auf dem nördlichen Kriegsschauplatz: 16500 Brutto-Register-
Tonnen. Unter den versenkten Schiffen befinden sich zwei wertvolle, tief beladene Dampfer von 7000 und 5000 Brutto-Register- Tonnen, die an der Westküste Englands versenkt wurden. Einer derselben hatte, aus der besonders schweren Detonation, die dem Torpedotreffer folgte, zu schließen, eine Munitionsladung an Bord.
Der Chef des Admiralstabs der Marine.
1*
Berlin, 4. März. (WTB.) Die Hilflosigkeit der nordamerikanischen Stahlindustrie gegenüber dem Mangel an Schiffsraum offenbart folgende Meldung des >,New Yorker Wall Street Journal" vom 19. Januar:
Die amerikanische Elsen- und Stahlindustrie ist durch Verkehrsschwierigkeiten in die schlimmste Lage geraten. Viele Werke und 23 Hochöfen stehen still. Der Produktionsausfall beläuft sich auf tausende von Tonnen. Die Ausbeute im Dezember war die geringste feit August 1915. Der Ausfall gegenüber dem letzten Monat beträgt 12 Prozent.
So interessant diese Meldung ist, so sagt sie doch nichts neues, denn schon am 23. Oktober vorigen Jahres bejahte der „Public Ledger" in Philadelphia eine Anfrage, ob tatsächlich ein Mangel an Stahl für Schiffsbauzwecke in Amerika bestünde. Er stellte fest, daß die Stahlwerke wegen Kohlenmangel schließen oder die Betriebe einschränken müssen Die Verkehrsschwierigkeiten haben sich seit der Herausnahme zahlreicher Dampfer aus der amerikanischen Vinnen- und Küstenflctte zugunsten der Fahrt nach Europa naturgemäß erheblich verschärft. so daß die Aussicht auf Verwirklichung des gepriesenen amerikanischen Schisfsbauprogramms von Tag zu Tag mehr schwindet.
Dmveü'd'kr lirotfü in fonäöit.
Kopenhagen, 4. März. (WTB.) Ritzaus Bureau meldet aus Kristiania: Die norwegische Regierung hat ihren Londoner Gesandten beauftragt, bei der englischen Regierung wegen der Aufbringung des deutschen Dampfers „Düsseldorf" energisch Protest einzulegen. Der Dampfer war von Narvik mit einer Erzladüng unterwegs und wurde am 27. Februar 914 Uhr morgens vor Folla von einem englischen Hilfskreuzer aufgebracht. Die Aufbringung fand unzweifelhaft auf norwegischem See- gebiet statt. Die norwegische Regierung verlangt die Freigabe von Schiff und Ladung und Mannschaft.
Zie Mdifn auf den Aalaiüg-Jnltln.
Basel, 5.^ März. Nach einem Londoner Havasbericht meldet man den Zeitungen aus Kopenhagen, daß die Teut° schen am Samstag nachmittag die Aalandsinseln besetzten.
Stockholm, 5. März. Das Negierungskreisen nahe stehende „Svenska Morgenblad" erörtert die Möglichkeit einer deutschen Flottenunternehmung gegen die Aalands- inseln, um diese zur Operationsbasis einer Aktion in Finnland zu machen. Auch Branting beschäftigt sich im „Socialdemokraten" in ziemlich auffallender Weise mit dieser Möglichkeit. „Allehanda" bemerkt dazu, daß ein derartiges deutsches Einschreiten jedenfalls den vollen Zusammenbruch der Politik des Kabinetts Eden bedeuten werde.
Die Frikdensbedingungkn für RuMn'kn.
Sofia, 4. März. In der Sobranje gab Minister- Präsident Radodlawow unter allgemeinem Beifall den Frie- densfchluß mit der russisck)en Bundesrepublik bekannt und bat den Finanzmiusier Tontschew, .der beute morgen aus
Bukarest zurückkehrte, vor der Volksvertretung den ber Verhandlungen mit Rumänien darzulegen. Tonischen, entwarf ein Bild der Lage, wie sie sich zu Anfang der letzten Woche darstellte. Er erwähnte den Briefwechsel, der zwischen den Delegationen der Verbündeten und dem rurnümscheu Ministerpräsidenten Averescu statttand, der zuerst auf die Mitteilung der Alliierten, worin ihre Friedensbedingungen enthalten waren, mit einem Schreiben antwortete, in dem er erklärte, daß Rumänien bereit sei, zu verhandeln auf der Grundlage gegenseitiger Zugeständnisse.-Er erwähnte weiter das Ultimatum, das hierauf erfolgte, in dem der B-ervund Rumänien mitteilte daß im Falle der Nichtan.-rahme seiner Bedingungen bis Samstag mittag 12 Uhr spätestens der ' Waffenstillstand gekündigt und die Feindseligkeiten wieder ausgenommen werden würden. Der Wafensttllsümd wurde tatsächlich am Samstag gekündigt. Aber am Nachnuttag des gleichen Tages gegen 5 Uhr teilten die Rumänen den Delegationen der Verbündeten mit, daß ihr in Jassy versammelter Kronrat beschlossen habe, die voi geschlagenen Bedingungen anzunehmen. Diese Bedingungen bestehen in der Abtretung der Dobrudscha, der Berichngung der rumänisch-uugarischenGrenze undBegünstiguugen Wirtschaft- Ücker Art. Hierauf wurde der rumänischen Regierung geantwortet, daß sie innerhalb der Frist bis Dienstag mittag 12 Uhr den Vorfriedensvertrag zu unterzeichnen habe, der die oben aufgezählten Punkte enthält und daß die Verhandlungen zum Abschluß eines neuen Waffenstillstandes und endgültigen Friedens unverzüglich wieder aufzunehmen seien. Der Vorfriedensvertrag, sagte Tonttckew. wird oen gleichen Text für sämtliche Verbündete enthalten In den ' endgültigen Verträgen jedoch, die für jeden der Verbündeten einzeln abgesaßt werden, wird genau niedergelegt werden, daß Rumänien die Dobrudscha an Bulgarien abtritt. Man wird darin mit größerer Genauigkeit die wirtschaftlichen Zugeständnisse bestimmen. Diese letzte Regelung wird möglicherweise gewisse Zeit in Anspruch nehmen.
Der ttikde von üreM’töfi* 1 !?.
Berlin, 5. März. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung^ schreibt: Nach den Ereignissen der schweren Kriegsjahre wagt sich die Freude über das Ereignis des Friedensschlusses nur zögernd hervor. Was der Friede von Vrest-Litowsk lür uns militärisch, politisch, wirtschaftlich und moralisch an Kraftzuwachs und was er für uns an Zuversicht bedeuret. das wird die nächste Zeit wohl auch denen beweisen, die heute noch kleingläubig sind. Militärisch bedeutet der Friedensvertrag für uns das Ende des Zweifrontenkrieges. Die politische Bedeutung liegt darin, daß der Ring von Feinden, den zwei Jahrzehnte lang eine feindliche Politik um uns gelegt hatte und der dann vier Jahre lang seine ganze Kraft gegen uns losließ, gesprengt ist. Auch der wirtschaftliche Kriegsplan ist unseren Feinden zerstört. Moralisch aber bedeutet der Vertrag mit Rußland ein gewaltig gestärktes Vertrauen in unsere Sache und auf unseren Erfolg. Die Bedeutung des Vertrages mit Rußland liegt darin, daß die deutsche Regierung ttotz aller Uebcrlegenheit nur auf einen Frieden hinarbeitete, wie er von der Mehrheit des deutschen Volkes gewünscht worden war und wie ihn die Russen selbst in ihrem historischen Funkspruch erbeten hatten, einen Frieden der Verständigung und Versöhnung. Wenn die letzten Szenen des russischen Dramas dieses Ziel den Augen der Beurteiler so verdunkelt haben, so werden die Ausstteuungen, die von einem Frie* den der Gewalt reden, durch eine objektive Vorstellung des Verlaufs der Friedensverhandlungen sich leicht widerlegen lassen. Die Zugeständnisse des Siegers geben dem Vertrag seine Kraft gegenüber jeder russischen Regierung, auch wenn die Volschewiki eines Tages einer anderen Regierung Platz machen müssen. Ein Rußland, das erst einmal die Segnungen des Friedens wieder kennen gelernt hat und aus dem Frieden die Kraft zum Neu- aufbauen zieht, läßt sich von dem betretenen Wege nicht mehr abbringen.
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Krest-Litowsk. 4. März. (WTB. Nichtamtlich.) Nachdem die russische Delegation am 1. März die Entwürfe zum Friedensvertag nebst Anlagen und Zusatzverträgen entgegengenommen hatte, erklärte der Vorsitzende Eokolntkow, daß et von einer Durchberatung in Kommissionen absehen wolle. Sodann gab der Vorsitzende der russischen Delegation zwei Erklärungen ab. Die erste Erklärung beschäftigte sich mit Artikel 4, Absatz 3. des Vertragsentwurfes betreffend Nußlands Verzicht auf Einmischung in die Neuordnung der staatsrechtlichen und völke rechtlichen Verhältnisse in den ehemals türkischen B. .ui


