Meinung in Japan als ein Beweis von Mißtrauen aufge faßt werden. Man könne dein Umfang der bevorstehenden Unternehmung nicht von vornherein eine Grenze ziehen, denn er werde von der Entwicklung der Ereignisse ab- hängen. Japan kämpfe nicht gegen Rußland. Die Teile Sibiriens, die noch nicht unter dem Einfluß der Bolschewiki stehen, würden die neue Politik als einen Bevnis dafür, daß die Alliierten sie nicht im Stiche lassen, sympathisch begrüßen.
Dir Japsen in Sibineu.
New Hork, 1. März. (WTB.) Wie die Associated Preß aus Washington meldet, hat sich Japan an Amerika und die Ententemächte mit Dem Vorschlag gewandt, gemeinsame militärische Vorbereitungen in Sibirien zu treffen, um die großen Kriegeworräte in Wladiwostok und an der Sibirischen Bahn zu retten. Die amtlichen Kreise in Washington fanden diesen Vorschlag Zunächst nicht völlig annehmbar, aber der Meinungsaustausch wird fortgesetzt und wird vielleicht zu einer Aende- rnng der Haltung der Regierung sichren. Die Japaner meinen, daß die Loge in Sibirien gecvisse Maßregeln und selbst eine militärische Aktion Japans rechtfertigt. Die Japaner seien mit der Beteiligung der amerikanischen und der Enientetruppen ganz einverstanden und die Frage sei nur. ob Japan allein Vorgehen dürfe oder ob eine gemeinsame Unternehmung stattfinden solle.
Drr Parffifcntl^r aut dem DMNWsbuL.
Das führende rheinische Zentrumsorgan, die „Kölnische Volkszeitung", schreibt zur Rede v. Payers:
Wenn es die Aufgabe eines Vertreters der Regierung fein sollte, die Parteilsidenschaften aufs schärfste gegeneinander zu führen, dann hat Payers Rede die beabsichtigte Wirkung gehabt. Die Schärfe der Payerfchen Worte hat auch in nichtkonservativen Kreisen Vesicmden geweckt. Die Konservativen, Freikonseroatwen und überhaupt alles, was in Fragen der Kriegsziele nicht auf dem Boden der Linken steht, mußte sich aufs tiefste verletzt fühlen. Daß Payer diese Kreise aus gleiche Stufe stellte mit den Liebknecht uird Dittmann und mit all denen, die den landesverrälerifchen Streik geschürt haben, das war die Ursache der gewaltigen Lcidenschaftsausbrüche auf der ganzen Rechten. Darüber schüttelten aber auch andere Leute als Konservative den Kops und fragten mit Recht: War es nötig in diesem Augenblick des Krieges, wo Hertling die Parteien zusammenführt, in solch flammender Art den Konflikt der Parteien im Reichstag zu schüren? War es nicht den Interessen des Vaterlandes dienlicher, war es nicht staatsmännischer, den Konflikt abzuschwächen und auszugleichen, statt ihn zu verschärfen? Es tonnte sachlich vieles von dem, was Payer sprach, mit Berechtigung gesagt werden, denn auch der Regierungsverteter hat das Recht, zu warnen und zu tadeln, wo das Vaterlandes und Volkes Interessen gefährdet sind. aber in dieser Form zu sprechen, war nicht die Tat eines Staatsmannes. Payer ist in seiner ersten Rede noch allzusehr als Parteikutfcher auf dem Regie- rungsöock gefahren, um das Bild zu wählen, das er selbst einst im Reichstag zuerst gebraucht hat.
Ein Orden für Herr» von Payer,
Der König von Württemberg hat anläßlich seines 70. Geburtstages dem Stellvertreter des Reichskanzlers, v. Payer, das Croßkreuz des Ordens der württembergischen Krone verliehen.
Natürlich kannte der König die Rede Herrn von Payers vom gleichen Tage noch nicht. In dem Umstand, daß der 70. Geburtstag des Königs gerade mit dem verunglückten Debüt Payers im Reichstage zusammenfiel, liegt eine für den Bedachten ziemlich herbe Ironie. Uns die Freude des Demokraten an dem neuen Stern wird dccrch diese Erinnerung vermutlich jeweils etwas getrübt werden.
!?ie klfinri! töf'ftfr im fWifisian.
kennzeichnet zeichnet febr treffend ein Reichstagsbericht der „Deutschen Zeitung". Wir lesen da:
Der genössische Abgeordnete Landsöerg ist ja nicht die Kanone des allgemeinen, gleichen, geheimen und direkten Wahlrechts. wie sein Berufsgenosse Haafe. oder die andern Advokaten von der äußersten Linken, Herr Herzfeld oder Herr Cohn. Ein Mann von einer Art Kultur: und. wie David, einer, der Über kleine Dinge oft ganz vernünftig zu reden weiß. Aber wie instinktlos auch er, wie wahnsinnig eng im Gesichtskreis, wenn von mehr als den kleinen Sorgen des Alltagslebens die Rede ist! Steht es wirklich geschrieben, daß Leute diesen Schlages, di? allenfalls zu dulden wären, wenn sie schweigen wollten, zu Wortführern der Massen bestimmt sind? Neulich wollte er geistreicbeln und warnte als Karikatur auf das Andenken des Marschall Blücher das deutsche Volk davor, das Schwert nicht verderben zu lassen, was die Feder gut gemacht. Das Schwert, als da sind die Hindenburg und Ludendorsf: die Feder, als da waren oder sind die Bethmann, Jagow un Kühlmann — an der Strippe der Erzberger, Scheidemann und der Gunst oder Ungunst von „Berliner Tageblatt" wie „Frankfurter Zeitung". „Wenn Munitionsarbeiter gemeinsam die Arbeit niederlegen, nennen es gewisse Kreise Landesverrat: wenn aber ein Landwirt die Freude an seinem Acker verliert oder ein altgedienter Kriegsmeann um seine Entlassung bittet, obgleich er noch halbwegs krauchen kann, soll es keiner sein?" Herr Landesberg findet es unbegreiflich. Hat aber doch kaum von einem Stteik der Larrdwirte oder von einem gemeinsamen Verzicht von Offizieren auf die Ehre, vor dem Feind zu stehen, je etwas gehört. Dteser sonderbare Jurist weiß nichts von dem Unterschied zwischen der freien Verfügung des einzelnen über feine Person und dem Handeln in gemeinsamer Auflehnung einer Vielheit. „Die Pflicht der Großgrundbesitzer, das Volk zu ernähren, ist ebenso wichtig, wie die Pflicht der Arbeiter, Munition zu liefern!" Gewiß! Können aber die Arbeiter etwa darüber klagen, daß der Staat auf ihre Kosten um den Beifall gegen sie verhetzter ande- rer Klassen der Bevölkerung buhlt, wie es den Landwirten ab nntb rn passieren soll?. „Es ist verboten, die Notlage eines Lan
des. wie jetzt die Rußlands, auszunützen!" Die Notlage? Notlage des Besiegten, der uns überfallen? Des Feindes, der sich unter seiner alten Regierung wie unter der neuen den Teufet um Unsere Notlage gekümmert hätte, wenn das Kräfteverhältnis anders gewesen wäre, und so, wie er es sich gedacht hatte? „Der Staatssekretär des Innern will nur mit Abgeordneten, nicht aber mit streikenden Arbeitern verhandeln. Der Reichskanzler ter ist, ein? lange Besprechung gehalst . ." Solches Zeug wird im Namen des deutschen Volkes von der Rednertribüne des Reichstages herab vorgetragen?
Die Wirt sch aflska rte.
Ist Nr. 2 der Kriegswirtschaftlichen Beilage des „Bayerischen Kurier" vom 13. Januar 1918 schreibt Tr. H c i rn :
Nach dem Arbeitsplan des Jahres 1917—18 müßten die Feststellungen der noch Zur Ablieferung kommenden Vorräte am Grund der Wirischaftskarten Zu ermitteln sein. Die Wirtschaftskarte wurde für das Jahr 1917—18 Zu diesem Zwecke neu einaeführt. Sie ist sozusagen das Ideal der öffentlichen Bewirtscknftung und deshalb unbrauchbar. Ich habe von Anfang an gegen die MrtfchaftskarteFront gemacht Sie w§r mir nichts Neues. In einigen von meiner Genossenschaft verwalteten Kommunalverbanden wurde die Wirtschaftskarte schon vor der Einführung durch die N-ftcbs- getreideordnnng vom 21. Juni 1917 verwendet, aber das Formblatt lvar möglichst einfach und beschränkt Auf Getreide Karto^ftln und Hülsenfrüchte. Die Erfahrung hat gelehrt, daß diese Wirtschaftskarten ein außerordentlich werwrller Bebels überall da sind, wo geschickte und gewissenhafte Arbeitskräfte Zur Verfügung stehen. Schon im Mai, Juni 1917. als der Plan der Neichswirtschaftskarte auftauchte, habe ich auf Grund der Erfahrung geuxcrut, die Wi'ftschafts- karte in dem geplanten Umfange einzuführen, weil sie unter Umständen mehr Verwirrung als Gutes anrichte oder weil anderseits eine mühevolle, große Arbeit vollständig vergeblich geleistet werde. Wenn die Wirtschaftskarte nicht absolut zuverlässig geführt würde, sei sie eine Last für die Landwirte für die Gemeinden und nicht zuletzt für den Kommunalverband. der unter Uncständen bei einem unrichtigen Stand 'einer Wirtscbaftskarte zu Lieferungen herangezogen werde, die er nickst erfüllen könne.
Gegen die Wirtschaftskarte sprach ferner der Umstand, daß sie erst durch die Reichsgetreideordmmg vom 21. Juni 1917 erngeführt und angeordnet wurde, also zu einem Zeitpunkt. in dem die Ernte schon in vollem Gange war (Fn'ih- drirsch). Die gelungene Durchführung der Wirtschaftskorte hatte große Vorarbeiten zur Voraussetzung. Zu diesen Ar- beiten fehlte es an der Zeit. Ihre Einführung mußte mindestens schon im Januar, Februar 1917 bekanntgegebeu werden.
Bedenken von Praktikern werden in Berlin grundsätzlich nicht gebört. Ein wahrhaft unglückseliger Stern waltet überall den papierenen Maßnahmen der Reichsstelleu und besonders des Kricgscruahrnngsamtes.
So kam dann Ende Juni ein Monstrum von einer Dirtschvftskarte. vier Folioseiten groß für je einen landwirft schaftlichen Betrieb. Die Aufwendungen für diese Wirft schoftskarten an Personal und Einrichtungen. Papier- und Formulanenkosten waren beträchtlich. So höre ich von einem von einer Genossenschaft nicht verwalteten Kommunalverband, daß bellen Vorstand, Bezirksamtmacm. leinen Stolz darein setzte, sie- gewissenhaft durchzuführen. daß er 5 Personen mit der Durchführung der Wirtsckiaftskarte beschäftigt. und daß die Unkosten, persönliche und sachliche, sich auf über 18 090 Mark belaufen. Als Durchschnittssatz für die Unkosten darf man für jeden ländlichen Kommunal- verband in Bayern 10 000 Mark rechnen, das ist bei 163 bayerischen ländlichen Kommunalverbänden ein Aufwand von 1630 000 Mark und auf das Deutsche Reich übertragen rund 17 Millionen Mark. Und lvas ist nun das Resultat?
Es gibt keinen Kommunalverband im Deutschen Reich, der auf Grund der Wirtschaftskarten heute die -estlicbe Lieferfrist für Brotgetreide aufzustellen in der Lage wäre. Ein Teil der Kommunalverbände hat stch um die Ordnung überhaupt nicht gekümmert und die Wirtschaftskarten nicht eingeführt. Diele sind nun „fein heraus".
Ein anderer — und das ist der weitaus größte Teil — hat sie angefangen, einige 1000 Mark ftir Einrichtung von Kartotheken und Fornmlarien hinausgeworfcn, dann wieder aufgehört.
In einigen Komnmnalverbänden, in denen der Amts- vorstand entweder zu gewissenhaft ist. oder seine Leistungen zeigen will, werden sie noch weitergefiihrt. ^ Ich behaupte aber, daß es im ganzen Deutschen Reich keine 100 Kom- uninalverbände sind Aber auch in diesen Kommunalver- bänden ist die Arbeit für die Katz: denn die Vorräte sind in einem Formblatt nach der Ernteschätzung eingettagen. die heute schon keine Bedeutung mehr hat: denn der Ernft'vor- schätzung folgte die Erntenachschätzung und dann die Zählung Es handelte sich also um eine rem papierene Maßnahme die nur die Bedeutung einer Spielerei hat. Sicher ist daß ihr Erfinder auf seinen Plan sehr stolz war und sicher ist auch, daß er ein Ideal anstrebte und gerade aus diesem Grunde kann ich behaupten, daß er von Organisation nichts versteht: denn in der Organifatton ist nur grobe Arbeit von Erfolg und feine Arbeit zerreißt das Netz.
Für die Ausfüllung von Wirtschaftskarten ergeben sich eine Reihe von Schwierigkeiten. Ich will nur eine onführen: Selbst die primitive Ermittlung der Anbaufläche stößt auf Schwierigkeiten in jenen Bauernhäusern, in denen der Mann nicht zu Haute ist. Die Frauen kennen nur den Namen ist rer Grundstücke, aber nicht den Flächeninhalt.
So ist für die Ermittlung der Restlieferpflicht an Broft getreide die Neick^wirtschaftskarte vollständig behelflos und die meisten Kommunalverbände werden wohl wieder auf
Grund der früheren Hauslisten und der tzeststeünng der bisherigen Erfüllung ans Grund der Anlieferlisten arbeiten.
Kattdmirftchaftiiche Uerzammlimg.
Währetch des Krieges mußte naturgemäß die landwirtschaftliche Versammlungstätigkett erheblich eingeschränkt werden. In vielen Kreisen der Landwirtschaft besteht aber das Bedürfnis, nähere Mitteilungen zu erhalten über Fragen, die für die Landwirtschaft während und nach dem Krieg von besonderer Bedeutung sind. Die durch die Verhältnisse bedingten Schwie. rigkeiten im landwirtschaftlichen Betrieb haben ebenfalls das Bedürfnis zu einer Aussprache der Landwirte mit ihrer landwirtschaftlichen Verufsvertretung hsrvorgerufen. Hierzu ist in einer von der Landwtrtschaftskammer auf nächsten Mittwoch, di'.n 6. März 1018, nachmittags 2% Uh: Zu Alsfeld im Gasthaus „Zuni Deutschen Kaiser" stattfindenden landwirtschaftlichen Versammlung, zu der alle Landwirte eingeladen sind. Gelegenheit. Die Versammlung wird eingeleitet durch einen Vortrag des Herrn Oekonomierats Dr. Hamann- Darmstadt über „Die Landwictschaft während und nach dem Krieg". Im Anschluß daran ist allgemeine Aussprache. Die Landwirte werden zur zahlreichen Beteiligung aufgefordcrt.
Aus der Heimat.
Aus Starkenburg.
Darraftadi. Der Staatsminister bat für die am 26. Marz d. I stattfindenden Ersatzwahlen zur zweiten Kammer der Stände folgende Wahlkommrssare ernannt: In der Provinz Starken bürg: ftir den 4. Wahlkreis Wald-
Michelbach den Er. Kreisdirettor Geh. Negierunasrat von Hohn in Heppenheim e. B.: für den 9. Wahlkreis Lampertheim: den Er. Kreisdirettor Geh. Regierungsrat Eckstein in Bensheim: für den 12. Wahlkreis Gernsheim-Pfungstadt den Gr. Kreisamtmann Dr. Braun in Groß-Cerau In der Provinz Ob er Hessen: für den 3. Wahlkreis Bad-Rauheim-Butzbach den Gr. Kreisdirettor Geh. Regierungsrat Freiherrn Schenk zu Schweinsberg in Friedberg: für den 6. Wahlkreis
Grünberg den Gr. Kreisamtmann Regierungsrat Langermann in Gießen: ftir den 14. Wahlkreis Vilbel der Er. Kreisamtmann Regierungsrat Herberg in Friedberg.
Ans Hessen-Nassau.
FC. Wiesbaden, 1. März. Schleichhandel! In maßgebenden Tagesblättern erschien im August vorigen Jahres ein Inserat des hiesigen Hotels Kaiferhoß in dem derselbe den Aofenft halt ln feinem Hotel anpries, „besonders für verwöhnte Gaste". Das Kriegswirtschaftsamt, dem dieses Schlemmerinserat auffiel, forderte die hiesige Polizei auf. sich den Bettieb besonders wegen der Verpflegung näher anzusehen. Das hiesige Lebens- mittelamt schickte einen Beamten zur Revision hin. der alle Bor- rats- und Fleischkühlräume des Hotels in Augenschein nahm, aber nichts fand. Da lief beim Lebensmittelamt eine Anzeige ein. daß das Hotel ein geschlachtetes Schwein aus Erbenheim bezogen habe. Da ein solches für den Betrieb nicht angemeldet, begaben sich abermals zwei Beamte nach dem Hotel, und während der eine sich die Rechnungen und Bücher dort etwas näher ansah. durchstreifte der zweite die von ihm von der ersten Revision bekannten Räume uich fand darin abermals nichts. Doch eine Tür nach einem größeren Raum, die er das erstemal nicht gesehen, stand offen. Der Beamte ging durch die Pforte und stehe da. nicht im ordnungsmäßigen Kühlraum für Fleisch, son- dorn hier in einer großen Eiskiste lagen 137 Pfund Ochsenfleisch. 29 Pfund Kalbfleisch, sowie 12 Schinken und 600 Eier verstaut. Das frische Fleisch verfiel der Beschlagnahme. Aus den Rechnungen ergab sich, daß der Direktor des Hotels, Prager, das Fleisch von dem Landwirt und Kohlenhändler August Christ in Erbenhetm. das Pfund zu 4.50 Mark, gekauft hatte. Prager und Christ standen deshalb wegen Ceheimschlächterei. Höchst- prcisüberschreitung und An- und Verkauf ohne Marken vor dem Schöffengericht. Christ gab an, daß, nachdem ihm heuer bereits zwei Stück Vieh eingegangen beM. zur Freibank geführt worden, er, als er eines Tages nach Hause kam und ein Rind im Stalle durch Verwickeln in der Kette schwerverletzt fand, als „armer Landwirt" — Zeugen schilderten ihn als vermögenden Mann, der Io Morgen Land unter dem Pfluge hat — nickt nochmals einen Schaden habe erleiden können. Er habe sich nicht anders zu helfen gewußt, als dem Tier den Hals abzu- schneiden. Das Fleisch wanderte in den Kaiserhof. Im ganzen erhielt Christ dafür 616,50 Mark, doch am Tage nach der Empfangnahme des Geldes wurde Christ antelephoniert und ihn: gesagt. das Fleisch sei beschlagnahmt, worauf Christ schnell dem Hotel 373 Mark, al» angeblich zuviel bezahlt, zurückerstattete. Der Amtsamvalt beanttagte gegen Christ eine Geldstrafe von 1500 Mark, gegen den Dttekior eine solche von B00 Mark. Die Schöffen erkannten gegen den Direttor auf 800 Mark und gegen Christ auf 400 Mark Geldstrafe. Der Vorsitzende rügte in schar- fen Worten das Verhalten des Hoteldtrektors. der es wie viele hiesige erste Hotelbesitzer gemacht habe, um den Gästen etwas Leckere» vorzufetzea. nämlich alle Verordnungen in den Wind zu schlagen. Nur so sei es fich auch zu erklären, daß viele hiesige wohlhabende Einwohner, um der rationierten Kost aus dem Wege zu gehen, ihren Haushalt aufgebcn und sich im Hotel einguartierten. Im übrigen hätte Christ klüger getan, das ver. letzte Tier nach der Notfchlachttmg der Viehversicherung anzu- melden. In diesem Falle hätte er in Ruhr mehr erhalten als
auf dem Wege des Schleichhandels.
k0. Schterstei«. L März. Schon längere Zeit setzten umfangreiche Dieberien die hiesigen Einwohner tn Aufregung. Diebstähle von Hühnern. Gänsen. Enten und Stallhasen kamen beinahe jede Nacht vor. ebenso wettere Einbrüche. Nunmehr wurden die HaupttLter ermittelt. E» sind der Ibjährlge Michael Münch, der Adolf Zinn und Gerhardt Front.
Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto Hl rschel, Friedberg: für den Anzeigenteil: R. Hey «er. Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tageszeitung*, U. Frirdberg t. &


