Mttllf der aliroinlfdirn Akiesaüon.
Nach einer Berliner Meldung des WTB. hat die ukwiniick)eDelegatlon in Brest-Litowfk der deutschen Reichs- ttgiernng clhc Erklärung an dos deutsche Volk übermittelt, K.e u. a ausfnhrt:
„Die freudige Nachricht vom Friedensschluß mit dem Kierbuud am 9. Februar hat uns nicht den Frieden gebracht. Dcr Feind unserer Freiheit ist in unser Land eingebrochen, ms* uod} einmal, wie schon vor 254 Jahren, mit Feuer und Kümmert das ukrainische Volk zu unterdrücken. Vor der ganzen Welt erklären wir. daß die Petersburger Kommissare Lügen, wenn sie von einem Aufstand des Volkes in der Nk.raine sprechen, daß sie lügen, wenn sie die Zentralrada, das Parlament der ukrainischen Volksrepublik. das aus ukrainisch«'» Sozialisten besteht und weitgehende soziale und demokratische Nesormen ins Leben gerufen hat. eine Rada der Voi»rgeoisie nennen. Die Petersburger Kommissare haben die Neste des russischen Heeres von der Front zurück- berufen, um sie heimlich gegen die Ukraine zu werfen, mit der Absicht, uns zu berauben, die Getreidevorräte nach dem Norden zu schaffen und das Land zu unterjochen. In Wolhynien und an anderen Punkten sammeln wir neue Kräfte, um uns den immer neu von Norden herandrängenden Haufen entgegenznstellen.
In diesem harten Kampfe um unsere Existenz sehen wir uns nach Beistand um. Wir sind davon überzeugt, daß das freie und ordnungsliebende deutsche Volk nicht gleich- gültig bleiben wird, wenn es von unserer Not erfährt. Das deutsche Heer, das in der Flanke unseres nördlichen Feindes steht, besitzt die Macht, uns zu helfen und durch seinen Angriff un'ere nordlick^e Grenze vor dem weiteren Eindringen des Feindes zu säüitzen. Dies ist. was wir in schwerer Stunde zu sagen hatten, und wir wissen daß unsere Stimme gehört werden wird.
Die Bolschewik! in Kiew.
Basel. 16. Febr. 13. Febr. Nach einer Meldung der »Neuen Korrespondenz" aus Petersburg, telegraphierte der Präsident des zentralen Vollzugsausschusses der Sowjets der Ukraine von Kiew unterm 13. Februar: Es wird zur allgemeinen Kenntnis gebracht, daß die Zentralrada und die von ihr gesammelten gegenrevolutionären Truppen am 12. Februar durch die Truppen der Sowjets geschlagen wurden. Infolgedessen ist das Komitee der Sowjets der Ukraine sowie das Sekretariat der Bauern und Arbeiter der ukrainischen Republik von Charkow nach Kiew überführt worden.
(fine ukrainische Souderabordnung in Berlin.
Wie die „V. Z. a. M." erfährt, ist eine Sonderobord- nung der ufrainifdben Volksrepublik vorgestern. Samstag, in Berlin eingetroffen und hat im Hole! ..Kontinental' Wohnung genommen. Sie besteht aus vier Mitgliedern die auch an den Verhandlungen in Breft-Litowsk t.silge- nommvn haben. Es sind dies die Herren Sckamrenko, Professor Ostatenko, Levyckyi und der Dolmetscher Frtö.
„Soeben btiidtü aus Dorpat emgetrorfener Sendbote Rechtsanwalt von Rot. daß der Zustand in Livland ebenso
verzweifelt wie in Estland sei. Massenverhaftungen der ge- samten Ritterschaft und deutschen Bewohner beiderlei Geschlechts haben begonnen und die Uebersührung der Verhafteten zu Hunderten in die Kasematten nach Kronstadt, dem Sitz der Anarchisten. Die Lebensmittelvorräte in den Städten sind erschöpft, das bare Geld wird geraubt. Das Leben der Verhafteten und Nichtverhafteten, die schon lange entwaffnet wurden, schwebt stündlich in allergrößter Gefahr da die Marimaliftenregierung die Verhafteten als Geiseln gegen Deutschland zu gebrauchen und unter den Nichtvec- hafteten ein Blutbad anzurichten droht. Auch die wohl- gesinnten Esten und Letten sind auf das äußerste bedroht, auch bei ihnen haben Massenverhaftungen begonnen. Jeg- lich^e Art von Selbsthilfe ist nicht mehr möglich und aussichtslos.^ Nur sofortige militärische Besetzung des Landes mit gleichzeitiger Androhung der schärfsten Vergeltungs- Maßregeln kann noch die bisher am Leben gebliebenen Männer, Frauen und Kinder'retten. Jedes Zögern be- beutet ihre endgültige Preisgabe. Es sind die letzten Minuten, dann wird es zu spat, und alle die Männer und Frauen, die. in festem Vertrauen auf die Reichsregiernng und die -Oberste Heeresleitung vor keinem Opfer zurück- schreckend, im Lande ausgeharrt haben und bereit wären, ihr Leben für die Erhaltung dos Deutschtums hinzngeben. wer- den nutzlos von wilden Horden hingeschlachtet. Im Nomen des ganzen Landes, der Ritterschaft und Bauernschaft, wie städtischen Bevölkerung unterbreite ich diesen letzten Verzweiflungsschrei und Hilferuf Euer Exzellenz und flehe um unaesänmte Hilfe und Schny. Die Hinopfernng aller dieser Männer. Frauen und Kinder wird auch die 7N0sährige deutsche Kulturarbeit unwiderbringlich vernichten und das Land preisgsben der schrankenlosen Anarchie, welckv von Osten kommend, unaufhaltsam Europa zu erschüttern beginnt.
In Vertretung des livländischen LandmarschallS
v. S t r y k.
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Riga. 16 Febr (WTV.) Immer bedrohlicher lauten die Nachrichten über die Anarchie, die die Rote Garde in Livland einführte, und die. so scheint es. auf eine gewaltsame Ausrottung aller deutschen Elemente in diesem Lande abzielt. Die Rote Garde übt eine Schreckensherrschaft aus. Sie besteht aus 17. bi» Lltjührieen Burschen, zum größten Teil den dunkelsten Elementen. Dtt.e bemächtigen sich der Gemeindehäuser in fast allen Ortjchai^en und machen von dort aus die ganze Gegend unsicher. Sie gehen von Haus zu Haus und fragen nach Geld und Esten. Wer sich widersetzt, wird sofort erschossen. Im Dienste der Ro- ten Garde stehen viele Spione, die auskundschaften, in welchem Gehöft ein guter Fang zu tun ist. Einen Begriff von der Schreckensherrschaft dieser Banden gibt die Tatsache, daß in der letzten Zeit in Livland etwa 46 Hofbesitzer verhaftet und nach Petersburg zur Aburteilung geschafft worden sind, unter dem Vorwände, sie hatten 1905 gegenrevolutionare Gesinnung bekundet.
§M"kNl!k Jjiltrrnff in?g fern ©JllfpprßD’njfn.
9:vl!it, 16. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Die bevollmäch. tigten Vertreter der esthnischen Kleingrundbesstzer der Kreise Dorpat. FelltN, Pernau und des Dorpater Hausbesitzervereins fmd in Danzig eingetrofsen und haben die deutsche Regierung im Namen aller esthnischen Kleingrundbesitzer Nord-Livlands um Hilfe gegen die Schreckensherrschaft der Maximaltstca. um sofortige^Besetzung des Landes durch das siegreiche deutsche Heer gebeten.
Ebenso haben die Hapsaler Deutschen und deutschfreundlichen Esten ßeiiein Abgesandte an die deutsche Heeresleitung rr. : '„V - Dicke um schnellste Besetzung des Landes gesandt, da [..,<• ..
verloren ist.
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Der kurlandrsche Landesrat.
ßtowns. 15. Febr. 83ie die Korrespondenz D. am Mii^u -j meldet, hielt bei krulandische Landesrat heute feine erste Sitzung ! ab, die der Verwaitungschef von' Gehler eröffnete. und in der nach Befp/eckung der Armen- und Krankensürsorge auf dem i Lande zwei Anträge einstimmig angenommen wurden, betreffend j l'le Umrechnung des russischen Rubels in Markwährung bei der Erfüllung alter Rubelforderungen und die Vereinfachung der das Wirtjchastslrben und den Verkehr hemmenden Verordnungen.
Der deutsch-baltsich« Adel oogelfrei.
Rlgr, 15. Febr. Nack hier etngetroffenen Nachrichten sind bis zum 10. Februar in Dorpat 500 Deutsche und viele deutsch- freundliche Esten verhaftet worden. Alle Lebensmittel wurden konfisziert, so daß die Ernährung der deutschen Frauen und Kinder kaum mehr möglich ist. Hunderte der Verhafteten sind in die Krkcmatten nach Kronstadt übergeführt. Das Leben der Verhafteten und Nichtoerhcrftelen. die schon lange entwaffnet l.-rd. schwebt stündlich m allergrößter Gefahr, da die Maxima- lijten die Verhafteten als Geißeln gegen Deutschland verwenden wollen und unter den Nichtverhasteten ein Blutbad anzurichten drohten. Durch einen Maueranschlag wird der baltische Adel. Männer vom 17. Jahre an und Frauen vom 20. Jahre an. für kogelfrei erklärt.
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3n Oessl soeben eingetrossene estnische Flüchtlinge melden, daß die MaxLmaListen in Livland und Estland zahlreiche Deutsche und deutschfreundliche Esten verhaftet haben, und daß bisher in Reval über raufend Personen interniert wurden. Die Balten hätten die deutsche Regierung dringend um sofortige Hilfe gebe- Zen» da jie sonst dem Untergänge geweiht seien.
Ein Notschrei au- Livland.
Berlin, 17.. Febr. Die ^Norddeutsche Allgemeine Zeuurrg^ teilt mit- Der Bevollmächtigte der livländischen MLter- und Landsck>aft von Stryk hat an den Reichskanzler I folgendes Telegramm gesandt! ‘ •
Riga, 16. Febr (WTB.) Die Schreckensherrschaft der Roten Garde verbreitet sich über den ganzen bisher unbesetzten Teil Livlands. Die meisten Hofbesitzer sind ausgeraubt von Haus und Hof verjagt. Proletarische Komitees herrschen. Hungersnot steht unmittelbar bevor. da dte von den Gemeinden eingerichteten Derpflegu^.gskomitees nicht viel ausrichten können. Vielfach riß man schon die Strohdächer ab und verbrauchte sie als Viehfutter. In den Kirchen finden Tanzvergnügen der Roten Garde statt. Die Einwohner sind unbewaffnet und nicht organisiert. Widerstand ist daher unmöglich. Mit Ausnahme der Revolutionäre erwartet in Livland alles mit Sehnsucht das Eingreifen bewaffneten Macht, von der men die Befreiung des Landes .jn ..... ck'^'ch unerträglicher weidenden Terror erhofft.
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Deelr». 18. Febr Die hiesigen Bevollmächtigten der finnischen Regierung haben Schritte getan, um die deutsche Regierung für die schwere Notlage, in der sich ihr Land gegenwärtig befin. det. zu interessieren. Dazu erfährt dir „B. Z. am Mittag", daß die finnischen Bevollmächtigten die Zustände, die durch die bolschewistischen Gewalttaten in Finnland eingetreten sind, schriftlich eingehend geschildert und dieses Schriftstück der deutschen Regierung überreicbt haben. Eine Antwort ist der finnischen Vertretung in Berlin zwar noch nicht zugegangen, man wird aber annehmen dürfen, daß die Darstellung der traurigen Lage Finnlands ihren Eindruck auch an amtlichen Stellen nicht verfehlt. Diese Annahme liegt um so näher, als Deutschland nächst Schweden die erste Macht gewesen ist, dir Finnlands Unabhängigkeit anerkannt und herzlich begrüßt ^i. Deutschland hat ein politisches und auch ein sehr großes wirtschaftliches Interesse an der Festigung der fimrlündischen Selbständigkeit und der flnnkändi- schen Regierung und an der Wiederkehr geordneter Zustände in diesem an wichtigen Naturprodukten reichen Lande, das besonders Holz und Erze liefern kann.
Schweden und Finnland.
Steckhsl«, 15. Febr. (WTB.) Laut „Soctaldemokrateu" wird der Mtta.beiter des Blattes Redakteur Böhmer noch Finnland reifen, um die finnischen Sozialdemokraten für den Gedanken einer schwedischen Vermittlung zwischen den beiden kämpfenden Parieren in Finnland zu gewinnen.
„Dcrgens Nyheter" meidet aus Wasa: Senator Rerwall hat erklärt, die finnische Regierung habe erfahren, daß die schwedische Regierung bereit sei. Zwischen den beiden Regierungen in Finnland zu vermitteln oder wenigstens einen Waffenstillstand herbrizusühren. Daraus habe die finnische Regierung geantwortet. eine Vermittlung sei unannchmbar. ein WaffeuMstand ab« möglich. v . j s • i ! f ,
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Rücktritt Aoberttous.
Ha-,. ,17. Febr Neuier nieldet aus London.- D-, M-f des Generalftabes. Sir William Noberüan. ist getreten. Sem NacUolger ist Sir Henry Wilson.
Sn einem weiteren Neuter-Telegramm wird gesagt ba« matt Srr William Robertson frelgestellt habe, ob er Ena- kand rm Obersten Kriegsrat in Versailles vertreten oder weiter.):n Ehef des Generalstabs unter neuen Bedingnnae« ™ *° n *\ ^ enR bie Erweiterung der Befugnisse des ^bersten Knegsrates in Versailles mache eine Einschränkung der Befugnisse des Chefs des Generalstabs notwendig. 'obe,tivn I cd och habe kerne Möglickckeit gesellen, eine der leiden Stellungen anzunehmen. Die Regierung sei daher du ihrem großen Bedauern genötigt gewesen, den Rücktritt anzunehmen. Die Gründe, die im einzelnen Robertson zu ernem Rücktritt veranlaßten, werden wahrscheinlich durch den Premierminister noch m der kommenden Woche im Un- terharise bekannt gegeben werden.
Haag. 17. Febr. Wie englische Blätter melden, sind noch wertere Aenderungen im Generalstab zu erwarten Es lauft midi das Gecuckü. Dad Lord Derby zurücktreten werde.
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Die mit so großen Erwartungen be.,onnenen Versuche de, englischen Regierung, im Industriestaats England über Nacht eine letstrugsfähige Landwirtschaft zu organisieren, die Englan» von der überseeischen Zufuhr zum Teil unabbängig mache« -könnte, darf man als aussichtlos betrachten. Wie ..Freemana Journal" vom 12. Januar schreibt, hat der Landwirtschastsmint- ster Prothero kürzlich den Landwirten mitgeteilt, daß es im kommenden Jahre so gut wie keine Fnttermittel geben wird. Dl« Landwirte würden im wesentlichen aus Grün- und Rauhsiitter angewiesen sein, das ihre eigene Wirtschaft erzeugt." Die Zeitung sieht in dieser Entwicklung die Folge der gänzlich verfehlte, Nahrungsmittelpolitik. ..Der Lebensmittelkontrolleur hat all feine Aufmerksamkeit auf die Preise gerichtet, ohne an die Cr- Zeugung zu denken, und setzt fetzt Preise für Nahrungsmittel fest, die nicht existieren. Ohne Futtermittel werden die Rinder nicht fett und die Kühe geben keine Milch. Ohne Vieh gibt es keine, Dünger und ohne Dünger keine Ernte. Mit der Eisenbahn i» Dünger nicht heranzuschaffen: selbst wenn Phosphate nicht v», den U-Booten ausgeschlosien würden und der Krieg nicht de, Stickstoff verbrauchte. Und in dieser Zeit verlangt der Nab. rungsmittelkontrolleur noch, daß die Viehweide, die zur Milch, gewinnung dient, in Ackerland umgewandelt werde, so daß di« besten Düngerstoffe noch wesentlich etngelchränkl werden Der Bauer muß sehen, wie sein Heu. sein Hafer beschlagnahmt, sein« Futtermittel ausgeschlosien werden, aber dafür erfährt er. daß dir Preise sü?seine Erzeugnisse niedriger angesetzt werden und daß allerhand Ausschüsse die Verteilung der Erzeugnisse regeln, welche nicht da sind. Diese Pottrik rötet die Erzeugung, und der Mangel der wichtigsten Dinge für die Existenz schafft den Profit» macker, läßt di- Preise anschwellen und vird schließlich die Bevölkerung ohne Nahrung lassen.
Kei uns und hei jnit andern.
Mr erleben Tage voll Aufregung. Tage, die unser Wirtschaftsleben erschüttern, unsere Kriegsind^rsttie hemmen, unsere Kriegführung beeinflussen und uns schwach zeigen, schwach und willenlos gegenüber den einigen Feinden. Mit freudige» Lächeln werden die Engländer und Franzosen, die Italiener und Amerikaner von dem vernehmen, was sich in Berlin und einigen großen deutschen Städten augenblicklich abspielt. Hoff, nungen werden ihnen wach, daß Deutschland, dieses Deutschland, das sich so lange zu verteidigen, das zu siegen wußte, ihnen wie eine reife Frucht in den Schoß fällt. Ihr Kriegswille. ihre Ab. sicht durchzuhalten wird gestärkt, denn ste sehen Arbeitermassev mutwillig dre Arbeit niederlegen, sie schliefen auf eine Zecsplit- terung und auf einen Krästeversall Deutschlands. Wilson sieht sein Ideal werden. Lloyd George seine Plane sich verwirklichen. Deutschland, müssen sie glauben, rüste sich, um den Vorbildern, die England. Amerika und Frankreich sind, nachzuahmen. Au» diesen Gründen ist es heute angebracht, einmal diese Vorbilder näher zu betrachten.
Wie steht es tn Wahrheit in jenen Ländern aus. dke vielen in Deutschland als Ideal vorschweben? Wie dort, wo die- jenigen sitzen, die danach streben. Deutschland umzuformen, wi« also in Amerika, dem ..freiesten Lande der Welt", wie in Eng. land. den- ..Geburtsland der persönlichen Freiheit", und wie i« Frankreich, wo heute noch die in Menschenleder gebundene Urkunde der ..Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit" als dauernder Befähigungsnachweis der französischen Republik zum Lehrer und Erzieher der Menschheit ausgegeben wird. Wie ist das Bilb in Rußland, dar jetzt unter der Knute der bolschewistische, Machchaber zittert, einer Minderheit, die nc>ch nicht einmal s» viel Anklang tut Volke hat, daß sie dem Votum der gesetzgebenden Versammlung kns Auge sehen konnte?
Wollte man der Presse dieser Länder glauben, dann war« das monarchische Deutschland ein unfreier Polizeistaat, in de« der Bürger in Polizeiparagraphe, und bureaukratischem 33* Vormunden etn kümmerliches, beschränktes, obrigkeitlich abge- stempeltes Dasein fristet. Zn Wirklichkeit dagege, herrscht t« keinem Lands soviel persönliche Freiheit wie iu Deutschlands mit Ausnahme von England, wo zwar der Einzelne volle Frei» heit genießt, allerdings in negativem Sinne, indem sich der Staat überhaupt nicht um ihn kümmert. Wehe aber demjenigen der auf irgend eine Weise den englischen Machthabern unbequem wird! Die blutig« Geschichte England» — e» sei a« a» die Vergewaltigung de» unglücklichen Irland erinnert — zeigt auf jeder Seite die brutale Wucht, mit der Widerstebeude nim dergeworfen werden. Und nirgend» tan, wohl ei« vndvtd» samerer Geist herrschen al» tn Nordamerika, aamenttich i» de» jenigen Staaten, in denen die ^Inhibittontste," ft btt Mt ft, i-rttSz verfüge^ und j» ganz LeWeUojer Weise jede» 9a«ftafc


