Die ..Neue Tageszeitung" erscheint ieden Werktag. Regelmäßige Beilagen ..Der ^auer aus Kessen", „Die Spinnssnbe". Kerugspreis: Bei den Poftanftalten viettslfährlich Ätt. 2.40 hin u tritt noch das Bestellgeld,' öei oen Aaenten monatlich 85 Pfg. einschließlich Trägerlohn. Anreige«: Grundzeile 25 Psg., totale 20 Anzeigen von auswärts. werden durch Boänachnahme erhoben. Erfüllungsort Friedberg. Dchrittleituna und Verlag Friedberq (Hessen), ^anaueri'traße 12. Ferniprecher 48. Post, heck-Lo-no Re. 43-»9. A,nt Frankfurt a. M.
Uier ilalienijche Angriffe gescheitert. — Fünf Dampfer versenkt. — Der rnsftich rnmänische Krieg.
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Der^ deutsche Generalstab
meldet: A
W. T. K. Großes Karrptssnartier. den 1. Februar. Amtlich.
Weltlicher Kriegsschallplotz.
Unsere Erkundungsabteilrmgen brachten aus den englischen Stellungen in Flairbern Gefangene und Maschinengewehre zurück.
Bei dichtem Nebel blieb die FeuertäLigreit an der ganzen Front ruhig
Italienische Front.
Auf der Hochfläche von Asrago lebhafter Ariillerielampf. vom Monte di Aal Bella und Col del Rosto aus setzten die Italierier viermal starke Kräfte -u neuen Angriffen ein. Eie brachen ftdcsmal im Feuer vor den österreichisch-ungarischen Stellungen zusammen.
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Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.
Der Erste Eeneralquartiermeister'. Ludendorff.
Abenddericht.
Berlin, 1. Febr., abends. (WTB. Amtlich.) Von den Hriegsscharrplätzerr nichts Neues.
Fünf Dampfer versenkt.
Berlin, 31 Jan. (WTB. Anttlich.) Im Sperrgebiet um England wurden kürzlich durch unsere U-Boote fünf Dampfer versenkt, davon drei tiefbeladen im Aermelkanal bei sehr starker Gegemvtrkung. Unter den Schiffen befanden sich zwei große bewaffnete englische Dampfer von mindestens 6000 und 4000 Tonnen.
Der Chef des Admiral ft abs der Marine.
Znm Fliegerangriff ans Daris.
Paris, 31. Jan. (WTB.) Meldung der Agence Havas' Präsident Poincare hat sich nachts in die von den Bomben getroffenen Stadttnle begeben und die Krankenhäuser besichtigt. Die Zahl der in ihrer Wohnung oder in den Krankenhäusern in ärztlicher Behandlung befindlichen Personen scheint etwa sechz'g zu betragen Nach den bisher gemachten Feststellungen befanden sich fast, alle durch Bombensplitter verletzten Menschen auf der Straße oder an den Fenstern ibrer Wohnungen. Das Platzen einer Bonche rief kleine Brände hervor, die vom Bruch einer Gasleitung herruhrteu.
Die amtliche französische Meldung.
Paris. 81. Jan. Vier feindliche Geschwader überflogen Misere Linien nördlich von Compiegne und erreichten Paris. Sie flogen wegen des klaren Himmels sehr hoch und näherten sich so dem Bezirk von Paris von Osten her. wobei sie nacheinander Bomben auf verschiedene Gemeinden der Pariser Bannmeile abwarfen. Sie überflogen hierauf Paris hauptsächlich auf dem rechten Seineufer, wo sie in einigen Augenblicken nahezu ihre sämtlichen Bomben abwarfen. Sie vernichteten dabei ziemlich viele Menschenleben, besonders Frauen und Kinder. Zwei Hospitäler wurden getroffen und mehrere Gebäude durch Brände beschädigt. Die Anzahl der Getöteten beträgt 20, die der Ver-wnndeten 50. Mehrere Kämpfe wurden nördlich der Hauptstadt geliefert. Ein deutsches Flugzeug wurde abgeschossen und beide Insassen gefangen. Ein französisches Flugzeug mußte landen. Beide Insassen sind verwundet. Ein späterer Bericht wird die Zahlen unserer Verluste angeben. - ..
Fliegerangriff auf Calais.
Bern, 31. Jan. Lyoner Blätter nielden ans Calais: Aiu letzten Freitag überflogen mehrere deutsche Flugzeuge Calais. Sie konnten trotz heftiger Flugabwehr eine große Anzahl Bomben abwerfen, die ziemlich bedeutenden Sach- schaden anrichteten. Mehrere Personen wurden getötet.
Paris, 1 Febr. Ueber den Amfang des beim Fliegerangriff auf Paris angenchtettn Schadens können vorläufig keine ziffernmäßigen Angaben gemacht werden. Besonders stark gelitten haben einzelne A'.beiterviertel und dann vor allem die Außen- quartier^ z. B. St. Denis Die Angriffe erfolgten in drei großen Abschnitten. Die ersten Bomben gingen genau um 11.50 Uhr nieder Nach zehn Minuten, als man schon glaubte, der feindliche Angriff sei vorüber, setzte das Bombardement von
neuem ein Diesmal weniger stark, so daß nur vier Personen getötet wurden. Um 12.40 Uhr hörte dieser Angriff auf, aber nur um nach kurzer Zeit wieder von neuem einzusetzen. Dieses letzte Bombardement forderte die meisten Opfer. Ueber die Zerstörung in den Straften machen die Blätter ohne nähere Angaben über Oertlichkeiten folgende Mitteilungen: Aus einem Boulevard wurden die oberen Stockwerke eines großen und schönen Hotels vollständig abgedeckt und die Steintrümmer und Ciebelstücke auf die Straße geworfen Nahe dabei in einer kleinen Straße fiel eine Bombe mitten auf das Pflaster. Ein großes Hotel in dieser Straße hat stark gelitten. In einer anderen sehr b '-'"n Straße wurden die Gitter einer Bank und dicht daneben d- " "laden zerstört. Etwas weiter weg fielen ebenfalls drei Bo ' a auf das Trottoir und beschädigten ein Amtsgebäude sehr stark, ebenso die gegenüberliegende Straßenfront auf eine Länge von 200 Metern. Fast sämtliche Fensterscheiben der Straßenfront sind in Splitter gegangen. Wie schon gemeldet, fielen ?'"ei Bomben auf zwei große Spitäler, platzten aber w' ~ nern des Hofes. Auf einem Platze wurde die Station s ntergrundbahn zum Teil zerstört. Der Ausgang dieser Station ist ein einziger Haufen von riesigen Splittern. In einer anderen Straße wurde das vierte und fünfte Stockwerk eines großen Mictgebäudes abgerissen und auf die Straße geworfen. Eine Bombe setzte ein großes Lagerhaus mit Sto^'-'n und Leinwand in Brand. Das Feuer konnte erst im Laufe des Donnerstag gelöscht werden. Donnerstag nachmittag wurde der Unterstaatssekretär für das Luftwesen, Dumesnil, von der Heereskommission vernommen.
Die Zahl d"r Onker.
Paris, 1. Febr. Die Verluste beim l '*en Fliegerangriff belaufen sich auf 36 Tote, nämlich 22 in Paris und 14 in der Umgebung, 190 Verwundete, nämlich 114 in der Stadt Paris und 76 in der Umgebung.
Der Krleosrnt in Nerfallles.
Genf. 1 Fcbr. Die Ententekonferenz in Versailles hol am Mittwoch zwei Sitzungen, eine militärische und eine politische abzehalten. Auf diplomatischem Gebiete befaßte man sich mtt der neuen Laoe Rußlands. wobei be'-'n'-^'c von bn englischen und amerikanischen Vertretern eine Annäherung an die Bolschewik! für wünschenswert gebalten wurde. Ferner wurde die Frage einer Antwort auf die Erörterungen Hertt'lws und C?er- nins in ablehnendem Sin'-e entschieden. Man hält es deshalb nickt fiir angebrecht, das Nedetournler fortzuletzen, da man der Ansicht ist. daß die stch gegenüberftebendeir Gesichtspunkte selbst durch militärische Ereignisse beeinflußt werden können, um einander näher zu kommen.
Der deutsck>en und österreichischen Streikbewegung werden große Bedeutung beioewesten und beschlossen dieser Bewegung durch alle verfügbaren Mittel, durch Propaganda usw. Vorschub zu leisten.
Auf militärischem Geb'ete besprach man die Bildung einer Steßarmee. die aus den Reserven der verschiedenen Verbündeten gebildet werden soll, um dort eingefetzt zu werden, wo eine Bedrohung eintritt oder wo man schnell einen Stoß führen will.
Wie das ..Petit Journal" erfährt. hat die Frage eines einheitlichen militärischen Oberkommandos eine Lösung im Sinne d^er Wünsche Frankreichs gefunden.
?if VMnUinmi in kstlß-MM.
Br.st-Lrlomsk, 317 Jan. lWTB.) Heute wurde unter dem Vorsitz des Mnisters des Aeußern Grafen Czernin eine Sitzung des denlsch-österreichisch-ungarisch russischen Ausschußes zur Regelung der politischen Fragen und der Gebietsfragen ab- ge halten.
Vor Eintritt in die Tagesordnung gab Herr Trotzki eine Erklärung ab. in der er darauf hinwies, daß die heute in feine Hände gelangten deutschen Blätter ein angeblich von der Petersburger Telegraphen-Agentur stammendes Telegramm enthielten. Nach dem Telegramm hätte er angeblich gesagt, die russische Abordnung werde ' ' n Sond 'frieden abschließen. Diese Nachricht soi erfunden und genau das Gegenteil von dem dar. was er gesagt habe.
Die Vorsitzenden der österreichisch-ungarischen und der deutschen Abordnung erklärten, sie ließen den Ursprung der fraglichen Meldung feststellen, worauf in die Tagesordnung cinge- Iretcn wurde.
Graf Czernin wies darauf hin, daß der Ausschuß bisher die Frage der Gebiete besprochen habe, die von den reichsdeut- schen Truppen besetzt seien. Er schlage vor, nunmehr zu versuchen. eine gerollte Klarheit über dar Gebiet zu schasse«, da«
I ron österreichisch-ungarischen Truppen beseht sei. Vor Eintritt in die Einzelheit dieser Frage möchte er bemerken, dag die Herren der ukrainischen Abordnung auf dem Standpunkte ständen, sie hätten allein und selbständig über diese Fragen zu verhandeln und zu beschließen.
Herr Trotzki erwiderte, er erhebe im Namen seiner Abordnung und der russischen Negierung mit allem Nachdruck Einspruch dagegen, daß sich die Abordnung der Kiewer Rada auf den Standpunkt stelle, sie könne Cebietsfragen einseitig und selbständig lösen. Seine Auffassung werde heute noch mehr unterstützt durch die Teilnahrne von zwei Vertretern des Vollzugsausschusses der ukrainischen Republik im Verbände der russischen Abordnung. Dies sei die förmliche Seite der Frage. Was die sachliche Seite betreffe, so sei er der Ansicht, auf Grund verschiedener Nachrichten, besonders auf Grund eines Tele» grammes. das er eben erhalten habe, daß die Frage einer Teilnahme der Abordnung der Kiewer Rada an den Brester Der Handlungen mehr als eine Frage der Vergangenheit anzusehen sei. denn als eine Frage der Gegenwart und Zukunft.
Der Minister des Aeußern Graf Czernin führte hierauf aus: ..Ich glaube, daß in diesen Anschauungen zwischen den Herren der ukrainischen und der Petersburger Abordnung ein entschiedener Widerspruch besteht. Die Frage, die ich mir ; stellen erlaube, gebt also dahin, ob der Standpunkt des Her: • Vorsitzenden der russischen Abordnung sich dahin zusammensa c läß-t, daß die Ukraine Über Angelegenheiten des selbständig.n ukrainischen Staates, besonders über besten Grenzen überhaupt nicht allein entscheiden kann"
Herr Trotzki entgegnete, es fei selbstverständlich, daß, roem die Ukraine ois vo^ständig freie und von Rußland unab'wi‘i- gige Republik bestünde und weiter bestehen werde, sie nach der erfolgten Abgrenzung alle Fragen ihres staatlichen Seins, also euch Cebietsfragen. selbständig würde lösen können, aber die ukrainische Regierung, die im Verbände der russischen Abordnung vertreten sei, stehe auf dem Standpunkte, daß die UfraiH* einen Teil der Bundesrepublik bilde.
Auf Ersuchen des Staatssekretärs von Kühlmann gab hierauf Herr Trotzki den Inhalt des von ihm erwähnten Telegramms bekannt, wonach dwr ausschlaggebende Teil der Kiewer Garnison zur ukrainischen Sowjetrrgierung übergegangen ist und das weitere Besteben der Rada nur nach ganz kurzen Züt einheiten zu bemesten fein soll. Auf Anregung des Vorsitzenden wurde darauf befchlosten, die Zuständigkeit der ukrainischen Abordnung für Gebietefragen in einer morgen abzuhaltenden Vollsitzung in Anwesenheit der ukrainischen. Vertreter weiter zu besprechen.
Die Wirren in DnPand.
Kiew in den Hände« der Bolschewiki.
Basel, 1. Fobr. Nach einem Petersburger Havas'^-i. t berichtet ..Njetsch", daß Kiew am Mittwoch in die Hände der. Zolscl)ewiki gefallen sei.
Tnrkestan, Sibirien, Kaukasus.
Konftantinopcl, 31. Jan. (WB.) Ueber die Bftdung von Negierungen in Tmkestan und Sibirien und über dtt Wahl eines Muftis im Kaukasus trafen nachfolgende Be- richte ein:
Auf dem Kongreß in Tnrkestan wurden gewählt: der Zivilingenieur Tinnischbajew, Mitglied der zweiten Duma, znm Präsidenten, znm Minister des Innern Advokat Schach Ahmedo, zum Vizepräsidenten Tscl>ekajcw, zum Leiter des Departements für auswärtige Beziehungen Hadsäpjew, znm Leiter für die Abteilung für Miliz und öffentliche Sicherheit Agronom Agajew. zum Minister für Ackerbau und Wasserwesen der Vorsitzende des Stadtrats von Haken Kakanandow, zum Verpflegnngsminister Advokat Hersfeld, znm Finanzminister Advokat Urasajew. Mit Ausnahme Hersselds sind alle Mitglieder des Kabinetts Muselmanen.
Im Kongreß von Sibirien wurden gewählt: Potatis zum Vorsitzenden der vorläufigen Regierung von Sibirien Bnkeihanow. Verbery, Kulusew, Nowofielow. Baponschinski zu Mitgliedern der Regierung, General Karakowski zürn Kriegsminister, Zakrow zum Leiter des Departements des Innern. Alle Parteien bis zu den maxirnaiistifchen zialisten sind in der vorläufigen Regierung vertteten. Bnkeihanow ist Mnfelnian. Er war vor der Revolution Mitglied der Kadettenpartei. Außerdem sind Bnnjaton uni» Jakuton Kirgisen. Die übrigen Stämme Sibiriens find i« der Regierung ebenfalls vertreten.
Im nördlichen Kaukasus wurden bei dem dort versain« rnelten allgemeine« omseLmanischen Kongreß Ulei.n«


