iigt mich, einen kurzen Rückblick auf die vor dem Kriege vor- werfen, auf die Gefahr hin, längst Bekanntes noch einmal -n werf.en auf die Gefahr hin, längst Bttanntes noch einmal zv wiederholen. Die Aufrichtung des Deutschen Reiches im Jahre 1&71 hatte der alten Zerrissenheit ein Ende gemacht. Durch den Zusammenschluß jener Stämme hatte das Deutsche Reich in Europa diejenige Stellung erworben, die feinen wirtschaftlichen und kulturellen Leistungen und den darauf begründeten Ansprüchen entsprechen. (Vrcwoff Fürst Bismarck krönte sein Werk durch das Bündnis mit Oesterreich-Ungarn. Es war ein rein dcfcnsir-es Bündnis, von den hohen Verbündeten vom ersten Tage an so gedacht und so gewollt. Im Laufe der Jahrzehnte ist niemals mich nur der leiseste Gedanke zu aggressiven Zwecken aufgrtaucht. Insbesondere zur Erhaltung des Friedens sollte das Defensivbündnis zwischen Deutschland und der eng verbündeten in alter Tradition durch gemeinsame Interessen mit uns verbündeten Donaumonarchie dienen.
Aber schon Fürst Bismarck hatte, wie ihm oftmals vorge- werfen wurde, den Alpdruck der Koalition. Und die Ereignisie der Folgezeit haben gezeigt, daß das keine bloßen schreckhaften Traumbilder waren. Mehrfach trat die Gefahr feindlicher Koalitionen, die den verbündeten Mittelmächten drohten, in die Erscheinung. Durch die Einkreisungspolitik König Eduards ward der Traum der Koalitton Wirklichkeit. Dem englischen Imperialismus stand das aufsttebende und erstarkende Deutsche Reich im Wege In französischer Revanchesucht, im russischen Exvansivftreben fand dieser britische Imperialismus nur allzu werte Hilfe. Und so bereiteten sich für uns gefährliche Zukunftsplane vor Schon innner hatte die geographische Lage Deutsch, lands die Gefahr eines Krieges auf zwei Fronten uns nahe gerückt. Jetzt wurde sie immer sichtbarer. Zwischen Rußland uni) Frankreich wurde ein Bündnis abgeschlosien. desien Teilneh- vier das Deutsche Reich und Oesterreich Ungarn an Eimvohner- zchl um das Doppelte übertrafen. Frankreich, das republika. N'fche Frankreich, lieh dem zaristischen Rußland Milliarden zum Ausbau der sttategischen Bahnen im Königreich Polen, die den Aufmarsch gegen uns erleichtern sollten. Die französische Republik zog den letzten Mann zur dreijährigen Dienstzeit heran. So schuf Frankreich neben Rußland eine bis an die Grenze seiner Leistungsfähigkeit gehende Rüstung. Beide verfolgten dabei Zwecke, die unsere Gegner jetzt als imperialisttsch bezeichnen. Es wäre pflichtvergessen gewesen, wenn Deutschland die. sem Spiele ruhig zugesehen hätte, wenn nicht auch wir uns eine Rüstung zu schaffen versucht hätten, die uns- gegen die künftigen Feinde zu schützen hatte. Meine Herren! Ich darf vielleicht daran erinnern, daß ich selbst als Mitglied des Reichstages sehr häufig über diese Dinge gesprochen habe und daß ich bei diesen Rüstungsausaaben stets darauf hingewiesen habe, daß das deutsche Volk wenn es diesen Rüstungen zustimmt. lediglich eine Politik des Friedens treiben wollte, daß diese Rüstung uns nur aufgenötigt fei zur Abwehr gegen die uns vom Feinde drohende Gefahr. Es scheint nicht daß diese Worte irgendwie vom Auslande beachtet worden wären. Und nun Elsaß-Lothringen' Elsaß-Lothringen. von dem auch jetzt wieder Lloyd George redete. Auch jetzt spricht er wieder von dem Unrecht, das Deutschland im Jahre 1871 Frankreich angetan habe. Essaß- Lothringen — ich sage es nicht Ihnen. Sie bedürfen der Belehrung nicht, aber im Auslande scheint man die Dinge immer noch nicht zu kennen — Elsaß-Lochringen umfaßt bekanntlich zum größten Teil rein deutsche Gebiete, die durch Jahrhunderte fertgesttter Vergewaltigung ünd Rechtsbrüche vom Deutschen Reiche losgelöst wurden, bis endlich 1789 die französische Revo- luticn den letzten Rest verschlang. Damals wurden sie ftanzö- sische Provinzen. Als wir nun im Siebziger Krieg die uns freventlich entrissenen Landstriche zurückverlangten, war dies nicht Eroberung fremden Gebietes, sondern recht eigentlich was man jetzt Desannexion nennt, und diese Desannexion ist dann auch von der ftarrzösischen Nationalversammlung, der verfassungs. mäßigen Vertretung des französischen Volkes in damaliger Zeit am 29. März 1871 mit großer Stimmenmehrheit ausdrücklich anerkannt worden. Und auch in England, meine Herren, sprach man damals ganz anders als heute Ich kann mich auf einen klassischen Zeugen berufen. Es ist kein anderer als der berühmte englischer Historiker und Schriftsteller Thomas Earlyle, der in einem Briefe an die..Times" und zwar im Jahre 1870. folgendes schrieb: „Kein Volk hat einen so schlimmen Nachbar, wie ihn Deutschland während der letzten 400 Jahre an Frankreich besaß. Deutschland wäre verrückt, wenn es nicht daran dächte, einen Grenzwall zwischen sich und einem solchen Nachbar zu errichten?"
— Ich bemerke, daß ich die sehr hatten Ausbrüche welche Car- lyle in diesem Zusammenhänge gegen Frankreich gebrauchte, meinerseits jetzt nicht wiederholt habe — „einen solchen Grenz- wall sich zu errichten, wo es Gelegenheit dazu hat. Ich weiß von keinem Naturgesetz und keinem Himmelsparlamentsbeschluß kraft dessen Frankreich allein von allen irdischen Wesen nickt verpflichtet wäre, einen Teil der geraubten Gebiete zurückzuerstatten wenn die Eigentümer, denen sie entrissen, eine günstige Gelegenheit haben, sie wieder zu erobern. Und in gleichem Sinne spracken angesehene englischen Preßorgane — ich nenne beispielsweise die „Daily News" — das aus.
Wilson.
Ich komme nunmehr zu Wilson, meine Herren!
Auch hier erkenne ich an. daß er schon ein anderer geworben ist. Es scheint, daß die damalige einmütige Zurückweisung 'des Versuchs Wilsons in der Antwort auf die Papstnote. zwischen der deutschen Regierung und dem deutschen Volke Zwie- tracht zu sttften, ihre Wirkung gttan hat. Diese einmüttge Zurückweisung könnte Wilson schon auf den rechten Weg leiten, und der Anfang dazu ist vielleicht gemacht; denn jetzt ist-wenigstens nicht mehr die Rede von der Unterdrückung des deutschen Volkes durch eine autokratiscke Regierung und die früheren Angriffe auf das Haus Hohenzollern find nicht wiederholt worden. Auf die schiefen Darlegungen der deutschen Politik, die sich auch jetzt noch in Wilsons Botschaft finden, will ich hier nicht eingehen, sondern im einzelnen die Punkte besprechen, die Wilson darlegt. Es sind nicht weniger als 14 Punkte, in denen er fein Friedeasprogramm formuliert, und ich bitte um Ihre Geduld, wenn ich diese 14 Punkte so kurz als möglich hier zum Dortraa brinne
Der erste Prmtt «ttangch m solle, t*bm geheime» intet» nationalen Vereinbarungen mehr statt finden. Met« Herr«! Die Geschichte lehrt, daß wir uns am ehesten mit einer wett- gehenden Publizität der diplomattschen Abmachungen einverstanden erklären könnten. Ich ettnnere daran, daß unser De- fensivbündnis mit Oesterreich-Ungarn feit dem Jahre 1888 aller Welt bekannt war. während die Offenfivabmachungen zwischen den feindlichen Staaten erst im Laufe des Krieges und zuletzt durch die Enthüllungen der russischen Eeheimakten das Licht der Oeffentlichkeit erblickten. Auch die Verhandlungen in Vrest-Litowsk vor aller Oeffentlichkeit beweisen, daß wir durchaus bereit sein können, auf diesen Vorschlag einzugehen und die Publizität der Verhandlungen als allgemeinen politischen Grundsatz zu erklären.
Im zweiten Puntt fordett Wilson Freiheit der Meere. Die vollkommene Freiheit der Schiffahrt auf dem Meere im Krieg und Frieden wird auch von Deutschland als eine der ersten und wichtigsten Zukunftsforderungen aufgestellt. Hier besteht also keine Meinungsverschiedenheit. Die von Wilson am Schlüsse an gefügte Einschränkung — ich brauche sie nicht wörtlich anzu- führen, — ist nicht leicht verständlich. Im hohen Grade aber wichtig wäre es für die Freiheit der Schiffahrt in Zukunft, wenn auf die statt befesttgten Flottenstützpuntte an wichtigen internationalen Verkehrsstraßen, wie lie England in Gibraltar- Malta, Aden. Hongkong, auf den Falklandsinseln und an manchen anderen Stellen unterhält, verzichtet werden könnte.
Drittens: Vefeittgung aller wittschaftlichen Schranken. Auch wir' sind mit der Beseitigung wittschaftlicher Schranken, die den Handel in überflüssiger Weise einengen, durchaus einverstanden. Auch wir verurteilen einen Wirtschaftskrieg, der voraussichtlich die Ursachen künftiger kriegerischer Verwickelungen in sich tragen würde.
Viertens: Beschränkung der Rüstungen. Wie schon früher von uns ettlärt wurde, ist der Gedanke einer Rüstungsbeschrän. kung durchaus diskutabel. Die Finanzlage sämtlicher europäischer Staaten nach dem Kriege dürfte einer befriedigenden Lesung den wirksamsten Vorschub leisten. Sehr richtig?)' Man steht also, meine Herren, über die vier ersten Programmpunttc könnte man ohne Schwierigkeiten zu einer Verständigung gelangen.
Ich wende mich zum fünften Punkt- Schlichtung aller kolo- malen Ansprüche und Streitigkeiten. Die praktische Durchfüh. rung des von Wilson aufgestellten Grundsatzes in der Welt der Wirklichkeit wird einigen Schmierigkeiten begnen. Jedenfalls glaube ich, daß es zunächst dem großen Kolanalreiche England Überlasten bleiben kann, wie es sich mit dem Vorschlag seines Verbündeten abfinden. Bei der unbedingt auch von uns geforderten Neugestaltung des Welttolonialbesttzes wird von diesem Progrcnnmpunkt seiner Zett die Rede sein.
Seck.siens: Räumung des russischen Gebietes. Nachdem die Ententestaaten es abgelehnt haben, innerhalb der von Rußland und den vier verbündeten Mächten vereinbarten Frist sich den Verhandlungen anzu'chlteßen, mutz ich namens der letzten eine nachträgliche Einmischung ablehnen Wir stehen hier vor Fra gen. die allein Rußland und die vier verbündeten Machte an« gehen. Ich halte an der Hoffnung fest, daß es unter Anetten, nung der Selbstbestimmung der westlichen Randvölker des ehemaligen russischen Kaiserreichs gelingen wird, zu einem guten Verhältnis sowohl mit diesen als mit dem übrigen Rußland zu gelangen, dem wir auf das Dringendste die Rückkehr geordneter, die Ruhe und Wohlfahrt des Landes gewährleistender Zustände wünschen.
Punkt sieben kommt auf die belgische Frage. Was die bel. gische Frage betrifft, so ist von meinen Amtsvorgangern wiederholt erklärt worden, daß es zu keiner Heit während des Krieges die gewaltsame An.gliederung Belgiens an Deutschland einen Programmpunkt der deutschen Politik gebildet habe. Die bel. gffche Frage gehött Zum Komplex der Fragen, deren Einzelheiten durch die Friedeosverhandlungen zu ordnen fein werden.
Solange sich unsere Gegner nicht rückhaltlos auf den Boden stellen/daß die Integrität des Gebietes der Verbündeten die einzig mögliche Grundlage von Friedensbesprechungen bieten kann, muß ich an dem bisher stets eingenommenen Ctandpuntt festhalten und ein Dorwegnehmen der belgischen Angelegenheit aus der Gefamtdrskussion ablehnen.
Achtens: Befreiung des französischen Territoriums. Di; okkupierten Telle Frankreichs sind ein wettvolles Faustpfand in unserer Hand Auch hier bildet die gewaltsame Angliederung keinen Teil der amtlichen deutschen Politik. Die Bedingungen und Modalitäten der Räumung, die den vitalsten Interessen Deutschlands Rechnung ttagen müssen, sind zwischen Deutschland und Frankreich zu vereinbaren. Ich kann nur nochmals de» tonen, daß von einer Abtretung von Reichsgebiet nie und nimmer die Rede sein kann. Das Reichsland, das sich seitdem immer mehr forteatwickelt hat. von dem mehr als 87 Prozent die deutsche Muttersprache sprechen, werden wir uns von dem Feinde unter irgend welchen schönen Redensarten nicht wieder abneh-- men lassen. (Bravo?)
9. 10. und 11: Italienische Grenzen, Nationalitätenfragen der Donaumonarchie, Balkanstaaten. Was die von Wilson unter 9. 10 und 11 bchandlten Fragen betrifft, so berühren sie sowchl in den italienischen Grenzfragen als in denen der künftigen Enttvickelnng der österreichisch-ungarischen Monarchie und den Fragen der Zukunft der Balkanstaaten Punkte, bei denen zum größten Teil die politischen Interessen unseres Verbündeten Oesterreich-Ungarn Lbevwiegen. Wo deutsche Interessen im Spiele sind, werden wir sie aufs nachdrücklichste wahren, doch möchte ich die Beantwortung der Wilsonschen Vorschläge in diesen Punkten in erster Linie dem auswärtigen Minister der österreichisch-ungarischen Monarchie überlassen. Die enge Verbindung mit der verbündeten Donaumonarchie ist der Kernpunkt unserer heutigen Polittk und muß die Richtlinie für die Zukunft sein. Die treue Waffenbrüderschaft, die sich im Kriege so glänzend bewähtt hat, muß auch im Frieden nachwitten, und so werden wir auch unsererseits aller daran setzen, daß für , Oesterreich-Ungarn ein Fttede zustarü* kommt, der den berech- " liate« Ansprüchen Rechnung, trägt.
, X; Zwölftens:
Türkei.
Ebenso möchte ich in dem unter Punkt 12 von Wilson berührten Angelegenheiten, die unsere treuen tapferen und mächtigen Bundesgenossen die Türkei betreffen in keiner Werse der Stellungnahme ihrer Staatsmänner 'vorgreifen. Dre.Integrität der Tüttei und die Sicherung ihrer Haupt- iyJr ble 0 m ] t be ? Meerengenfrage eng zusammenhängt, sind wichtige Lebensrntercssen auch des Deutschen Reiches. Un- ser Verbündeter kann hierbei stets auf unseren nachdrücklichsten Beistand rechnen.
Punkt 13 behandelt Polen. Nicht dig. Entente, die für Polen nur inhaltlose Worte fand und vor dein Kriege nie der Rußland für Polen eingetreten ist, sondern das Deutsche Reich und Oesterreich-Ungarn waren es, die Polen von dem seine nationale Eigenatt unterdrückenden zaristischen Regiment befreiten. So möge man denn auch Deutschland. Oesterreich-Ungarn und Polen es überlassen, sich über die zukünftige Gestaltung dieses Landes zu einigen. Wie die Verhandlungen und Mitteilungen des letzten Jahres be- weisen, sind wir durchaus auf dem richtien Wege hierzu. Der letzte Punkt behandelt den Verband der Völker. Was diesen Pimkt betrifft, so stehe ich, wie sich aus meiner bisherigen politischen Tätigkeit ergbt, jedem Gedanken sym- pathlsch gegenüber, der für die Zukunft die Möglichkeit und Wahrsck^ein'ichkeit von Kriegen ansschaltet und das friedliche und harmonische Zusammenarbeiten der Völker fördern will. Wenn der vom Präsidenten Wilson stammende Ge- danke des Verbandes der Völker bei näherer Ausführung und Prüfung ergibt, daß er wittlich im Geiste einer voll, kommenen Gerechtigkeit gegen alle und einer vollkommenen Vorurteilslosigkeit gefaßt ist, so ist die kaiserliche Regierung gern bereit, wenn alle anderen schwebenden Fragen geregelt fern werden, einer Prüfung der Grundlagen eines solchen Völkerbundes näher zu treten.
Meine Herren? Sie haben die Reden von Lloyd George und die Vorschläge des Präsidenten Wilson kennen gelernt Jch muß wiederholen, was ich zu Anfang sagte: Wir müssen uns nun fragen, ob aus diesen Reden und Vorschlägen uns wirklich ein ernstlicher, ehrlicher Friedenswille entgegenttttt. Sie enthalten gewiß Grundsätze für einen allgemeinen Weltfrieden denen auch wir zustimmen und die die Ausgangs- und Zielpunkte für Verhandlungen bilden könnten Wo aber konkrete Fragen zur Sprache kommen. Punkte, die für uns und unsere Verbündeten von entscheidender Bedeutung sind, da ist ein Friedenswille weniger bemerkbar. Unsere Gegner wollen Deutschland nicht „vernichten", aber sie schielen begehrlich nach Teilen unserer und unserer Verbündeten Länder. Sie sprechen mit Achtung von Deutschlands Stellung, aber dazwischen dringt immer wieder die Auffassung durch, als seien wir die Schuldigen, die Buße tun und Bes- serng geloben müßten.
So spricht immer noch der Sieger zu dem Besiegten, so spricht der, der alle unsere früheren Aeußerungen von Friedensbereitwilligkeit als blasse Zeichen der Schwab deutet. Von diesem Standpunkte, von dieser Täuschung sollen sich die Führer der Entente zuerst losmachen. Um ihnen dies zu erleichtern, möchte ich daran erinnern, wie denn die wirkliche Lage ist. Mögen Sie sich gesagt sein lassen:
Unsere militärische Lage war niemals so günstig, wie sie jetzt ist.
(Bravo!) Unsere genialen Heerführer sehen mit unverminderter Siegeszuversicht in die Zukunft. Durch die ganze Armee, durch Offiziere und Mannschaften geht ungebrochene Kampfesfreude. Ich erinnere an das Wort, das ich am 29. November im Hause sprach: Unsere wiederholt ausge- tprochene Friedensbereitschaft, der Geist der Versöhnlichkeit, der aus unseren Vorschlägen speicht, der darf kein Freibrief für die Entene sein, den Krieg immer wieder zu verlängern. Zwingen uns unsere Feinde hierzu, so haben sie die sich daraus ergebenden Konsequenzen zu tragen.
Wenn die Führer der feindlichen Mächte wirklich zinn Frieden geneigt sind, so mögen sie ihr Programm nochmals revidieren oder, wie Lloyd George sagte, eine Rekonsideration eintreten lassen. Wenn sie das tun und mit neuen Vorschlägen kommen, dann werden wir sie auch ernstlich prüfen; denn unser Ziel ist kein anderes als die Wiederherstellung eines dauernden allgemeinen Friedens. Aber dieser dauernde allgemeine Friede ist solange nicht möglich, als die Integrität des Deuffchen Reiches, als die Sicherung unserer Lebensinteressen und die Würde unseres Vaterlandes nicht gewahrt bleibt. Ms dahin heißt es ruhig zusammenslehen und abwatten. Im Ziele, meine Herren, sind wir wobl alle einig (lebhafte Bravos), über die Methoden und Modalitäten kann man verschiedener Meinung sein. Aber lassen wir jetzt olle diese Meinungsverschiedenheiten zurücktreten. Sttefteu wir nicht über Formeln, die bei dem rasenden Lauf der Weltbegebenheiten immer zu kurz kommen und behalten wir über trennende Pattei gegensähe hinaus das eine gemeinsame Ziel im Auge: das Wöh! des Vaterlandes. Stehen wir zusain- men, Regierung und Volk, und der Sieg wird unser sein. Ein guter Fttede wird und muß kommen. Das deutsche Volk erträgt in bewundernswerter Weise die Leiden rmd Lasten des nun in seinem vierten Jahr währenden Krieges. Bei diesen Lastest und Leiden denke ich ganz besonders an die Leiden der kleinen Handwerker und an die der gering besoldeten Beamten, aber alle Männer und Frauen wollen aus- halten und durchhalten. In politischer Reife lassen sie sich nicht von Schlagwotten betören, wissen sie zu untettcheiden zwischen den Realitäten des Lebens und glückverheißenden. Träumen. Ein solches Volk kann nicht untergehen. Gott ist mit uns und wird ferner mit uns sein! (LebbaLte Bravos.)
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