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Dummer 21

Freitag, den 25. Januar 1918

11. Jahrgang.

Neue TageszeiLmW

DSe Kede des R. -.,

Graf «!.»,. --reichtet auf olles und äebcs! 18000 Taunru versenk.. - Kt.atze..kSmxfe i.. x,o«.

Der deutsche Generalstad == meldet:- -

24. K/wS' f«*««««*, ...

Westlicher Kriegsschauplatz.

Keine besonderen Ereignisse.

Rege Eikundungstätigkeit unserer Infanterie brachte an vielen Stellen der Front Gefangene ein. An der Bahn Boe- ßttLche-Staden wurden 6 Maschinengewehre erbeutet Nichts Neues.

westlicher Kriegsschauplatz.

Nichts Neues.

Mazedonische Front.

In einzelnen Abschnitten Nrtillerietätigkeit. Südwestlich -om Doiran-See scheiterte ein englischer Vorstotz.

Italienische Front.

Die Lage ist unverändert.

Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff.

Akerrdbericht.

a. d»lin, 24. Ion., abends. (WB. AintUL) Von den

Kriegsschauplätzen nichts Neues.

war, als sie in Gegenwart Eaillaux und seiner Verteidiger ge- oilnet werden sollten. Aus dem Aktenbündel waren wichtige Schriftstücke verschwunden, unter anderem ein Dokument von der Hand des Präsidenten Poincare. Die Verletzung der Sie­gel und das Verschwinden dieser Schriftstücke wurde zu Protokoll genommen. Was vom Inhalt des angeblichen Staatsstreich- planes Eaillaux' bekannt wird, ist nicht geeignet, den französi­schen Kriegshetzern viel Freude zu machen. Es stellt sich vor allem heraus, daß die Behauptung, Eaillaux habe sich während des Krieges zum Diktator machen, Poincare. Vriand und an> dere verhaften und Paris durch korsische Regimenter besetzen lasten wollen, nur Phantasien waren.

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«j.

Der österreichische Generolstob meldet: --

Wien, 24. Fan. (WB.) Amtlich! wird verlautbart: Die Lage ist unverändert.

Der Chef des Generalstaöes.

18000 Tonnen versenkt.

Berlin. 23. Jan. (WTB. Amtlich.) 18 000 Bruttoregister- tcnnen. Die Mehrzahl der Schiffe, die tief beladen waren, wurde im Aermelkanal. trotz starker feindlicher Abwehrmaßnah- men jeder Art versenkt Eines der vernichteten Schiffe, das im östlichen Aermelkanal aus einem durch zahlreiche Seestreitkräfte geschützten Geleitzug herausgeschossen wurde, war allem An­scheine nach ein Trcmsportdampfer mit Kriegsmaterial.

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

*

Das Seetreffen bei den Dardanellen.

Haag, 24 Jan. Reuter meldet aus London: Im Unter­haus teilte Mac Namara mit. daß bei dem letzten feindlichen Vorgehen im östlichen Mittelmeer 484 Mann auf einenr Dampf­schiff und 224 aus einem andern ums Leben gekommerr sind.

Strastrnkkimpfe irr Südfraukreich.

k - (WTB.) Am 16. Januar lind in Lyon und Saint Etienne gleichzeitig revolutionär« Aufstände ansgebrochen. Sie hatten ihren Ursprung in Arbeiterausständen, nahmen aber bald einen politischen Charakter an. Die Streikenden zogen durch die Stra. tzen und verlangten Frieden. In Lyon kam es letzten Donners­tag zu blutigen Zusammenstößen vor dem Rathaus, wo die Be­völkerung die Stadtbehörden belagert hielt. Cie verlangte von ihnen billigere Lebensmittel.

^>n Etieune (Departement de l'Isere) waren die Ausschrei­tungen noch ernsterer Natur. Die Bevölkerung plünderte die Läden und verschiedene Villen von Großindustriellen. Obwohl nran den Streikenden Lohnaufbesserung versprach, waren sie nicht damit zufrieden und verblieben im Ausstand. Am Frei­tag kam es zu heftigen Barrikadenkämpfen. -Der Ernst der Lage läßt sich daraus erkennen, daß jeder zweite Posten der Grenz­gendarmerie der Schweizer Grenze aufgeboien wurde und nach den Zentren der Aufstände transportiert worden ist. Von der Genfer Grenze sind allein 50 französische Gendarmen nach Lyon gesandt worden.-

Ausdehnung des Caillnnr-Jsinndnles

DerMatm" erfährt, im Zusammenhang mit dem Fall Eaillaux stehe in Italien eine Verhaftung bevor, die außer­gewöhnliches Auffehen machen werde. Die Untersuchung in Paris.bringt der Negierung und ihrem Anhang in der Preste neue Unannehmlichkeiten. Zunächst enthüllt die ZeiftlngVe- )ciltv", daß ein Teil der Siegel der von Italien durch Eeheim- beamte nach Paris gebrachten Florenzer Dokumente' .erbrochen

Jili! kNs, Fin'A iiar finrtn JM'Wenbrich.

Italien steht vor der schwersten Lebensmittelnot, die es fett Kriegsausbruch durchgemacht hat. Die Vorräte sind derart zu- sammengeschmolzen, daß vom Durchhalten bis zur nächsten Ernte nicht geredet werden kann, wenn die Zufuhren nicht fühlbar zunehmen. Der Kohlenmangel droht einen großen Teil der Kriegswerke in absehbarer Zeit stillzulegen. DerCorriere della Sera" hat mit einer Aufsatzreihe begonnen, in der er den Ernst der Lage schildert und die Verbündeten an ihre Pflicht mahnt, Italien mit denr Notwendigsten zu versehen. Der Zu­sammenbruch Italiens würde auch den Zusammenbruch Frank­reichs und Englands bedeuten. Orlando und Sonnino dürften keinen Augenblick zögern, in Paris und London dringend vor­stellig zu werden. Das Blatt verweist auf den U-Bootkrieg im Mittelmeer, der die Versorgung Italiens erschwere, wäh­rend der Feind von den Alpen bis zum Piave einen neuen Vor­stoß vorbereite. Daß es sich nicht bloß um leere Mutmaßungen und schwarzseherische Anwandlungen des Mailänder Blattes handelt, zeigen die vielen Ministerberatungen der letzten Tage, besonders die Besprechungen Orlandos mit dem Minister des Aeußern, dem Marinemintster und dem Leiter des Ver­pflegungswesens, sowie endlich auch die Pariser Reise Orlandos.

Wachsende Erkenntnis in Italien.

Genf, 23. Jan. Bezeichnenderweise erlaubt sich die ein­flußreiche TurinerStampa", Wilson und Lloyd George zu Gemüte zu ftihren, daß sie sich in Widerspruch zu ihren früheren Entschlüssen gestellt haben und daß die Drohung mit dem Wirtschaftskrieg nach dem Krieg unsinnig sei. Das Blatt wagt sogar daran zu erinnern, daß Deutschland Italiens bester Kunde gewesen sei. Auf die Engländer sind die Italiener überhaupt jetzt schleckt zu sprechen, während sie lür Frankreich immer noch Zuneigung empfinden. Die ciroße Masse schreit und schimpft mit gleicher Stärke auf die eigene Regierung, aus die Deutschen und die Engländer und schert sich den Teufel um die langatmigen Verhandlungen der Kammer auf Monte Citorio.

Vor den Bäckerläden bewegen sich Prozessionen fluchen­der und weinender Weiber. Man hat viel zu lange aus dem Vollen gewirffchaftet und sckiebt jetzt, wo die Vorräte spar­sam eingeteilt werden müssen, die Schuld auf den Ver- pslegungsminifter Canepa, der nicht zu rechnen verstanden habe. Die sozialistischen Stadtverwaltungen haben voll­ständig versagt.

Ein guter Kenner des italienischen Volkscharakters ver­sicherte dieser Tage einem neutralen Gewährsmanne, daß bei der Lebensmittelnot mit geradezu anarchischen Zuständen arif der Apenninen-Halbinsel zu rechnen sei.

RnMch-rmnäirikche Schlacht.

Nüssen suchen Schutz bei den Deutschen.

Berlin, 24. Jan. Ueber die Lage an der rumänischen Front erfahren wir, daß die Kämpfe zwischen Nüssen und Rumänen bei Galatz größeren Umfang angenommen haben. Rach dem für die Russen unglücklichen Ausgang traten 3200 Russen mit 22 Geschützen, 57 Munitionswagen, 53 sonstigen Wagen, 360 anderen Fahrzeugen und 1200 Pferden auf unser Gebiet über. Auch nach Bessarabien wurden runiä- nische Truppen entsandt. Die Regierung der selbständigen bessarabischen Republik hat sich, da sie kein eigenes Heer hat, an die Rumänen um Hilfe gewandt. Die Rumänen wollen nach neutralen Meldungen die Hand auf Bessarabien legen.

Schweizer Grenze, 24. Jan. DerDjen" berichtet ans Odessa, daß der dortige Sovjet die Zurücknahme sämtlicher tm Hafen von Odessa liegenden rumänischen Schiffe an- crdnete. Hierbei handelt es sich um.16 Fahrzeuge, darunter zwei Torpedoboote und Kanonenboote. Zwei rumänischen Fahrzeugen gelang es, rechtzeitig zu entkommen. DieReue

Zurch. Ztg." meldet von der finnischen Grenze: Die Ver> f' 11 " 9 ü? ""lbauischen Heere hat ihren Höhepunkt er- "M- d-e bolschewistischen Truppen einen regeb

rechten Fewzug gegen die rumänischen Kriegslager eröffnet und lamtlrche Munitionslager planmäßig verwüstet haben. Noch vor wenigen Tagen wurde ein Anschlag gegen das Munrt onslager des rmnanrschen Heeres in Jaffy verübt Eme furchtbare Explosion, wobei Kriegsvorräte unk- Munltion un Werte von 34 Millionen Rubel vernichtet wur­den, ereignete sich dabei.

M iw RkiDkmzsers.

93etlitr, 24. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) In der heutige« Sitzung des Hauptausschustes des Reichstages führte Reichs­kanzler Dr. Graf von Hertling folgendes aus:

Meine Herren i

Als ich zum letzten Male die Ehre hatte, vor Ihrem Aus^ schuß zu sprechen es war am 3. Januar standen wir, ss schien es, vor einem in Vrest-Litowsk eingetretenen Zwischen­fall. Ich habe damals die Meinung ausgesprochen, daß wir die Erledigung dieses Zwischenfalles in aller Ruhe abwarten kön. nen. Die Tatsachen haben dem Recht gegeben. Die russische Delegation ist wieder in Vrest-Litowsk eingetroffen. Die Ver» Handlungen sind wieder ausgenommen und fortgesetzt worden. Sie gehen langsam weiter, aber sie sind außerordentlich schwie» rig. Auf die näheren Umstände, die diese Schwierigkeiten b?» dingen, habe ich schon das vorige Mal hingewiesen. Manchmal konnte in der Tal ein Zweifel entstehen, ob es der russische« Delegation ernst sei mit den Friedensverhandlungen, und aller­hand Funtsprüche. die durch die Welt gehen mit höchst seltsamem Inhalt, Wnnten diese Zweifel bestätigen. Trotzdem halte ich a« der Hoffnnng fest, daß wir mit der russischen Delegation it* Brest-Litowsk demnächst zu einem guten Abschluß gelangen wer* den.

Günstig stehen unsere Verhandlungen mit den Vertretern der Ukraine. Auch hier sind noch Schwierigkeiten zu überwin- den, aber die Aussichten sind günstig. Wir hoffen, demnächst mtt der Ukraine zum Abschluß zu kommen, der im beiderseitigen Interesse gelegen und aus der wirtschaftlichen Seite vorteilhaft sein würde.

Ein Ergebnis, meine Herren, war bereits am 4. Januar abends 10 Uhr zu verzeichnen. Wie Ihnen allen bekannt ist, hatte die russische Delegation zu Ende Dezember den Vorschlag gemacht, eine Einladung an sämtliche Kriegsteilnehmer er­gehen zu lasten sie sollten sich an den Verhandlungen beteiligen. Als Grundlage hatte die russische Delegation gewisse Vorschlags allgemeinen Inhalts unterbreitet. Wir haben uns damals auf den Vorschlag, die Kriegsteilnehmer zu den Verhandlungen ern- zuladen, eingelassen, unter der Bedingung jedoch, daß diese Ein­ladung an eine ganz bestimmte Frist gebunden sei. Am 4. Januar, abends 10 Uhr, war diese Frist verstrichen. Eine Ant­wort war nicht erfolgt. Das Ergebnis ist. daß wir der Entente gegenüber in keiner Weise mehr gebunden sind, daß wir die Bahn frei haben für die Sonderverhandlungen mit Rußland und daß wir auch selbstverständlich an keine von der russischen Delegation uns vorgelegten allgemeinen Friedensvorschlage der Entente gegenüber in keiner Weise mehr gebunden sind.

Lloyd George vnd Wilson.

Anstatt der damals erwarteten Antwort, die ausgeblieben ist, sind inzwischen, wie die Herren alle wisten, zwei Kundgebun­gen feindlicher Staatsmänner erfolgt: Die Rede des englischen Ministers Lloyd George vom 5. Januar und die Botschaft des Präsidenten Wilson am Tage danach. Ich erkenne gern an, daß Lloyd George seinen Ton geändert hat Er schimpft nicht mehr und scheint dadurch seine früher von mir angezweifelte Der- Handlungsfähigkeit jetzt wieder Nachweisen zu wollen. (Heiter­keit.) Immerhin aber gehe ich nicht soweit, wie manche Stim- nren aus dem neutralen Auslande, die ays der Rede Lloyd Ge­orges einen ernsten Friedenswillen, ja sogar eine freundliches Gesinnung heranslesen wollen. Es ist wahr, er erklärte, er wolle Deutschland nicht vernichten vnd habe nie vernichten wollen. Er gewinnt sogar Worte der Achtung über sich für unsere poli­tische, wirtschaftliche und kulturelle Stellung. Aber dazwischen fehlt es doch auch nicht an anderen Aeußernngen. Dazwischen^ drängt sich doch immer wieder die Auffastung durch, daß er über das aller möglichen Verbrechen beschuldigte Deutschland Recht zu sprechen habe, eine Gesinnung, meine Herren, auf die wir un» selbstverständlich nicht einlasten können, in der wir von einem ernsten Willen noch nichts verspüren können. Wir sollen die Schuldigen lein, über die die Entente zu Gericht tztzt. Das*