folgen. Wir befinden uns gegenwärtig im Kriege mit t*m ' Mittelmächten, aber es wird der Tag des Friedens komme» und dann wird es die Pflicht des japanischen Volkes sein, die Hand wahrer Freundschaft den mächtigen Germanen entgegen- zi'strecken. Wie auch in Zukunft die Stellung Japans gegenüber Deutschland bestimmt werden wird, einen Boden für antideutsche Orientierung wird es in Japan nicht geben. Die deutschfreundliche Orientierung hat ihre Vertreter unter den angesehensten Staatsmännern. '
" Japan im Krieg.
Iu Japan heißen die Leute, die mährend des Krieges zahllose Schafe geschoren und ihr eigenes Schäfchen ins Trockene gebracht haben, „Karikrn" was etwa einer Ueberfetzung der r-on den Franzosen erfundenen „nouoeaux riches" gleichkommt Will mau ein Beispiel fiir japanische Kriegsgewinne? . . . Die „Nippon Puscn Kaffcha", die bedeutendste der gut fundierten japanischen Dampischiffahrls-Reedereien, die ihre glänzend ausaestatteten Schiffe u. a. zwischen Japan und der amerikanischen Westküste fahren läßt, verteilt dieses Jahr eine Dividende von nicht weniger als fast 70 Prozent.' Das ist nur ein Beispiel. Bei einer großen Anzahl von Schiffahrtsgesellschaften, aber ebenso bei zahlreichen Industriebetrieben und Han- deleunternehmungen find die Dividenden und Gewinne riefin- grcß. Ueberdies ist er der bequemste und gemütlichste Krieg, den Japan je erlebt hat. Das Reichwerden eines ansehnlichen Teiles des Volkes, ohne daß dieses Volk etwas vo» dem Elend, und dem Jammer des Krieges selbst zu spüren bekommt, scheint ganz besonders gefährliche Exemplare von Kriegsgewinnlern geschaffen zu haben. Das japanische Parlamentsmitglied Ku- mozo Kvevada. ein als sehr „gemäßigt" geschilderter Staats, mann, erhob jüngst warnend feine Stimme, um sein Volk auf die großen Gefahren einer verschwenderischen, alle durch Gesetz und Sitte gezogenen Dämme durchkttechenden Lebensweise aufmerksam zu machen. Tine mit besonderem Nachdruck vorgetra- gere Stelle seiner Rede lautete: „Die Anmaßungen und die ri chlosen Eeldverschleuderungen dieser Leute (der „neuen Reichen") finden bei verständigen Leuten nur Mißbilligung und Verachtung: ohne Zweifel übt ihr Wesen und Betragen aus die Gefühle und Sitten des Volkes einen sehr schädlichen Einfluß aus: denn es gibt Toren genug, die fich dadurch zu einer ebenso unsinnigen Lebensführung verleiten lassen." Diese scharfen Kriegsnachklänge sollten in jedem Lande des Erdballes Beachtung finden.
Die Kellensmittelnot in Italien.
Bern. 32. Jan. (WTB.) Der Lebensmittelkommissar Crefpi Hai verfügt, daß vom 1. Februar ab Brotgetreide mit 20 bis 30 Prozent anderen Getreidearten vermischt werden muß. Ferner sollen ab 1. Februar bei Zubereitung von Pasta auf einen Doppelzentner Hartkorner Kilo Suppenrets kommen. Diese Maßregel, die in den komemnden Monaten noch verschärft würde, fit wegen der geringen Getreidevorräle auf den ^Weltmärkten notwendig g«rorden. Crespt hat außerdem eine Kon-, trolle sämtlicher Mühlen etnqefuhrt. um zu verhindern, daß Getreide. dos der Regierung nicht angezeigt worden ist. gemahlen werden kann.
(Früifftf ifflnrr'ff M-u Spiifa.
Aus Basel wird der „Vosfisch-n Zeitung" gemeldet: Großes Aufsehen erregt in London der Fall des Spaniers de la Escu- sc-ra, der im letzten Sommer aus einem Internierungslager in Neading entfloß und rm Gebäude der spanischen Botschaft Zu- flucht gefunden hatte. Seither find zwischen der spanischen und der englischen Regierung Verhandlungen über den Fall geführt worden. In der vorigen Woche sah fich die spanische Regierung veranlaßt, den Flüchtling den englischen Behörden wieder ans- Zuliefern. obwohl keinerlei Anklage gegen ihn vorlag und er lediglich ..aus Vorsicht" verhaftet gehalten wurde. Man hatte ihn vor längerer Zeit von einem Schiff hernntergeholt und er soll auf dem Weg nach Deutschland gewesen sein. Dieser Fall rfi sehr bemerkenswert da es der spanischen Regierung nicht gelungen ist. die Rechte eines spanischen Bürgers zu schützen.
Mir d r.?'a!kgprr>^g'i" i« ansßehl.
„St. Goller Tageblatt" schreibt in seiner Mendausgabe vom 7. Januar- Wenn man die in England herrschen-den Besitzverhältnisse näher ins Auge faßt, fo wird man weniger an eine „Volksberrschaft" als an die aristokratffche Oligarchie des allen Sparta erinnert wo 9000 freie Bürger über 30 000 halbfrei« Bauern und 200 000 Heloten (Leibeigene) herrschten. Von den 55 Millionen Engländern besitzen nämlich nur 1 200 000 Land. Ein einziger Mann, der Herzog von Sutherland. besitzt Quadratkilometer. 12 Grundbesitzer haben zusammen 18 000 Quadratkilometer und 348 besitzen den 4. Teib alles anbaufähigen Landes. 2198 chaben die Hälft«. 11000 zusammen üwci Drittel. Die 11 000 bilden die freien Bürger des modernen Sparta, daneben gibt es 1 100 000 Halöfreie. von denen' jeder weniger als 10 Ar lein ^ Eigen nennt, während 54 Mllllonon Heloten nichts besitzen. Die 348 Großgrundbesitzer, dle zusammen den vierten Teil des englischen Grundbesitzes in der Hand haben, fitzen alz erbliche und lebenslängliche Gesetzgeber km. „Hause der Lords". Unter den 670 Mitgliedern des „Hauses der Gemeinen" gehört die große Mehrheit zu den 11 090 Grundbesitzern die zusammen zwei Drittel des Landes inne haben: wenigstens die Hälfte davon ist mit den Lords verwandt. So ist Winston Churchill der Bruder des Herzogs von Marlbcrcugh und des Grafen von Sunderland, und Robert Cecil ist der Vrud-er des Marquis von Eranbourne und des Marquis vou Salisbury. Selbstverständlich werden die Wähler. die auf den Gütern des Herzogs, Grafen oder Marqu's wc-hnen, ihre Stimme nur tznem Bruder oder Sohne geben, eind so kommt es. daß seit Jahrhunderten die vornehmen Familien ihre Bezirke sowohl im Oberhaus« als Ilnterhause vertreten. In England ist also der Adelstitel kein leerer Ehren, titel, er repräsentiert. Geld. <Dmmdbefih und politische Macht.
Ein Land aber, in bm mt dt« «gieren, die Geld und Grund bchtze«. ist eher «t« Plutokratie al» ei« Demokratie.
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Gknahrungsknndgeburrgen.
IBcttt, 2t Jan. (WTB.) Die Lebensmittettnappheit rief in Manchester am IS. Januar eine bemerkenswerte Kundgebung hervor. Am Vormittag um 11 Uhr legten sämtliche Arbeiter und Arbeiterinnen der acht größten Munitionsfabriken im Openshaw-Gorton-Diftrikt die Arbeit nieder und marschierten zum Rathaus, um nationale Zwangsrationierung mit gleich mäßiger Verteilung der Lebensmittel für alle Eefellschafts- kreise zu verlangen. Die Zeitungsberichte betonen, daß die Kundgebung um so eindruckooller war. als sie in völliger Ordnung und obne Zwischenfall verlief. Eine aus 16 Personen bestehende Abordnung trug dem Oberbürgermeister die Beschwerden der Arbeiterschaft vor, die sich hauptsächlich gegen die ungleichmäßige Verteilung des Fleisches richteten und den Argwohn bekundeten, daß von seiten der Spekulation eine künstliche Knappheit hervorgerufsn werde. Ein Mitglied der Abordnung versicherte, die Arbeiter hätten nunmehr die Grenze dessen erreicht, was sie oushalten könnten. Sie vermöchten nicht bei trockenem Brote täglich vierzehn Stunden zu arbeiten: sie wür. den vielleicht sich selbst, keinesfalls aber ihre Kinder auf dem Altar des Nahrungsmittelwuchers opfern. Der Oberbürgermeister gab die Zusage er werde seine Möglichstes tun, um Abhilfe zu schaffen, und sandte an Lord Nhonda einen telegraphischen Bericht über die Kundgebung.
Eine wettere einem Generalstreik gleichkommende, hunderttausend Personen umfassende Veranstaltung gegen die ungleiche Lebensmittelversorgung von Manchester- und Salford-Gewerkschaften ist für nächsten Samstag morgen beschlossen worden.
Indianerstt en bei den Schotten.
Schon oft sind Fälle bekannt geworden, aus denen hervorgeht, daß deutsche Kriegsgefangene vornehmlich von schottischen Truppen unmenschlich behandelt wurden. Diese Beobachtung wird durch folgende von dem Austauschschwerverwundeten M. unter seinem Eide wiedergegebene Schilderung bestätigt:
..Der Infanterist M von einem Refirve-Jnfanterie-Regi- mcnt nar am 25. 9 15 in englische Gefangenschaft geraten. Er wurde mit ungefähr 20 Mitgefangenen abtransportiert. Fünf Schotten von der schottischen Garde bildeten die Begleitmannschaft Ohne jede Veranlassung gaben die Schotten aus nächster Nähe Schüsse auf die deutschen Kriegsgefangenen ab. von denen fünf sofort tot zusammenbrachen, mehrere am dere schwer verwundet wurden. Als einige von diesen jam- merten: „Meine arme Frau und meine Kinder", stießen die Schotten ein Freudengeheul aus und schossen uneutwegt aut die wehrlosen Deutschen weiter. Bei jedem Treffer hüpften sie. laut lachend, wie wahnsinnig vor Freude herum. Bei bieser Schießerei wurde der deutsche Unteroffizier B. in den Rücken getroffen und brach zusammen. Die Deutschen wollten ihren Unteroffizier aufheben, um ihn fortzutragen. Die Schotten rissen sie indes von dem Schwerverwundeten zurück und ließen ihn hiMos liegen. Man hat nie wieder etwas von ihm gehört. Von dem Gefangenentrupp wurde durch die schottischen Meuchelmörder die Hälfte der Mannschaften gelötet. Unverwundet blieben nur drei."
Daß derartige Bestialitäten von europäischen Truppen des englischen Kontingents verübt werden, nimmt nicht wunder: denn die weißen Engländer übettreffsn darin länast ihre arbigen LehrmeMer. Hinterlist und Mordlust feiern bei ihnen wahre Orgien, von denen nur ein geringer Teil zu unserer Kenntnis gelangt. Für das unschuldig vergossene Blut solcher Opfer wird Deutschland Sühne heischen.
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Das . große 7'nrecht" von 1S70.
Störte George behauptete und Ehrsn-Wilson plapperte es nach, daß das große Unrecht von 1870 wieder gutgemacht werden n-tisse. Wer in den Blättern der neuen Geschichte Bescheid weiß, wird sich daran erinnern, daß in den ersten Monaten des deutsch-französischen Kriege die englische Presse das Gegenteil von dem über die'elsaß-lothringische Frage zum Ausdruck brachte, was die englischen Staatsmänner van heute darüber denken. Am 20. August 1870, nach den ersten deutschen Stegen um Wei- ßenburg. Warth usw. schrieb die Londoner „Daily News": „Wenn der Erfolg die preußischen Truppen bis ans Ende begleitet, fo ist es nicht wahrscheinlich, daß Preußen Frieden schließen wird ohne eine Entschädigung für die Kosten des ihm aufgedrungenen Kampfes, ohne eine nicht nur moralische, son. dern auch materielle Bürgschaft gegen einen ähnlichen Angriff ... Es fragt sich nicht mehr, ob die Deutschen das Elsaß nehmen oder vielmehr zurücknehmen werden, sondern ob sie es. nachdem sie es genommen haben, wieder herausgeben werden. Vor beinahe 200 Jahren hat es Ludwig XIV. gestohlen. Verjährung mag den Diebstahl decken, aber er deckt nicht die Berechtigung der Wiedereroberung. Die Bevölkerung des Elsasses ist deutsch durch Abstammung. Sprache und Lebensweise. Die Elsässer sind allerdings eifrige, wenn auch nur auswendige Franzosen, vielleicht aber mehr, um ihr inneres Bewußtsein, daß sie ganz unb gar keine Franzosen sind, zu verdecken als aus irgendeinem echten tiefen Gefühl. Von den Bewohnern der übrigen Provinzen werden sie kaum als Franzosen angesehen." Das gleiche Blatt schrieb am 5. September — nach der Kapitulation von Sedan: „Frankreich l>egann den Krieg mit der ausgesprochenen Absicht, zwei deutsche Provinzen als Siegerpreis zu n«hmen. Jetzt, wo es unterliegt, kann es nicht mit Vollberechtigung gegen die natürlichen Ergebnisse protestieren, und Deutschland darf mit Recht eine Erenzberichtigung fordern, die dazu beitragen würde, für die Folge neue Angriffe abzmoeh- ren." Am 8. September 1870 las man ebenda: „Ist es wahrscheinlicher. daß die um so hohen Preis von Deutschland erkämpften Vorteile unbenutzt bleiben sollte^ hat nicht Deutschland ein unbezweifeltes Recht erworben, sich für die Zukunft unbedingt gegen dergleichen Opfer zu sichern: und was die Bedingung der Sicherheit anbetrifft, wer sonst hat da ein Recht zu urteilen als Deutschland?" Am 7. September 1870 riet die
„Times" den Franzosen nachdrücklich, die „mäßigen" drutühen- - Friedenvbedingungeii, nämlich Abtretung des Elsasses 'und Deuffch.Lotbringens mit Metz, nnzu nehmen. Am 14. Septemb-r . 1870 fchric- die Times": .„Bis die Franzosen bereit sind, ein
zugestehen. a sie unrecht gegen ihre Nachbarn getan, und gegen Wiederholung dieser Vorkommnisse Sicherheiten stellen wollen, können die gerechten Ansprüche der Deutschen mchts als befriedigt gelten." Unter den „gerechte Ansprüchen"' Deutschlands und unter den „Friedensbedingunaen", dis mit der Gerechtigkeit vereinbar sind", verstand das.heutige North- clrffe-Blott damals die Zahlung einer Kriegsentschädigung von 40 Millionen Pfund Sterling und die Lostrennung Elfiß. Lothringens von Frankreich: „Elsaß-Lothringen, wir meinen Dtz-rtsch Lothringen oder mit anderen Worten: den Besitz von Metz und einen schmalen Streifen von Lothringen mit den Vo- gefin und dem Elsaß sind die niedrigsten Bedingungen, welche die friedfertigen Deutschen als Grundlage zu den Friedens- bedingungen gelten lassen." Die „Saturday Review" verlangte vrn der englischen Regierung, daß sie den Deutschen freie Hand lasse: „soviel französisches Gebiet zu nehmen, wie sie eben erlangen können und wie ihre Ratgeber für dfi , militärische Sicherheit zuträglich halten", und verwarf den Vorschlag einer Volksabstimmung: „Wenn Deutschland sich entschließt, das Elsaß zn nehmen und wenn es dies bekomnfin kann, so ist es nach unserer Ansicht durchaus im Recht, wenn es die Absicht ankündigt, das Gaukelspiel der allgemeinen Abstimmung über die Sache nicht auszuführen."
Wenn Lloyd George jetzt behauptet, daß England bereits vor 47 Jahren die gleiche Stellung zur elsaß-lothringischen Frage eingenommen hat wie beute, so stimmt das also nicht ganz. Richtig indessen, daß Englands Interesse für die deutschen Entschädigungsanspn'che im November 1870 merklich erkaltete. als Bismarck es ablehnte, sich in der Frage der Vertrüge über das Schwarze Meer gegen Rußland benutzen zu las- fin^England unterstützte daraufhin die französische Republik insaeheitn mit Waffen- und Kriegsmaterial und fitzte sie da. durch m den Stand, den Krieg noch nm einige Monate zu verlängern. Somit war Englands Eintreten für Deutschlands Forderung lediglich ein Ausfluß der gleichen, bei ihm stets wiederkehrenden Absicht, andere Völker für sich kämpfen zu lassen, und insofern hat Lloyd George nicht ganz unrecht, wenn er sagt, daß England während des Krieges 1870—71 in der elfiß- lothrlngischen Frage genau die gleichen Grundsätze vertreten habe, für die es aucb heute kämpft. Damals sollte Deutschland Frankreich, das für England ein schwerer wirtschaftlicher Konkurrent war, schwächen. In diesem Krieg wieder hat England Frankreich gegen Deutschland zu gleichen Zwecken benutzen wollen und man kann gewiß sein, daß es nicht seiner ursprünglichen Absicht entsprach selbst in dem Umfana in den Krieg ein- zugreifen, wie es sich schließlich gezwungen sah.
KoFnuuaen . . .
.Der maximaiistrsche Botschafter in London. Maxim Litoi- noff wird, wie sich der Berner „Bund" von seinem Londoner Korrespondenten berichten läßt, von der britischen Regierung anerkannt werden. Der Artikel schließt:
„Der britische Premier wünscht Rußland womöglich In der Eefechtslknie zu behalten. Roch mehr! Er hofft vermittels der russischen Demokratie Fühlung zu erhalten mit der d-utschen Demokratie. Und hierin konnte sich die Hoffnung des neuen russischen Botschafters am Hofe von St James erfüllen, der es für möglich hält, daß die russischen und deutschen Demokratien vereint gegen Berltn marschieren werden,!"
?ie m die Mche».
Wien, 21. Jan. (WB.) Meldung des k. u. k. Korr.. Bureaus. Die deutsck-böhmische Vereinigung beschloß, in> Abgeordnetenhause eine Erklärung abzugeben, in der gegen die Bestrebungen der Tschechen entschieden Stellung genommen und dfi Errichtung einer selbständigen Provinz Deutsch- Böhmen mit allen Eigenschaften und Rechten sowie Einrichtungen eines Kronlandes im Rahmen des Kaisertums Oesterreich ohne irgendwelche Abhängigkeit von dem tschechischen Teile Böhmens gefordert wird. Die Deutsch- böhmen werden den Landtag des Königreichs Böhmen niemals anerkennen imd keinesfalls dulden. Sie verlangen -ür die Provinz Derttschbölunen eine eigene Landesvertretung aufgebartt auf dem allgemeinen, gleichen, unmittel- baren Wahlrecht und die Abgrenzung und Vereinigrrng der deutschen Gebiete Böhmens und fiir dieses Gebiet alle einem Kronlande Ankommenden Zentralstellen, Anstalten irnd Einrichtungen, fenwr die Zuriickziehung aller tschechischen Staatsbeamten und Diener aus DentMöbmen sowie die ausschkiehliche Geltung der deutschen Sprache in Amt und Schulen daselbst.
DrM gegen lo^idmskrgjische Uerliewnltißnna.
Wien, 21. Jan. Der Vorstand der Wiener Christlichssozla- len Partei beschloß einsttmmiq eine Kundgebung, worin die Erwartung ausgesprochen wird, daß die Verhandlungen in Brest-Litowsk zu einem baldigen dauernden Verständtgungs- frieden mit Rußland führen mögen. Die Cbriftlich-fozdale Partei ist von der arrfrichtigen Friedensliebe des Grafen Ez«» i»in überzeugt und hegt das Vertrauen, daß der Außenministerl alles mit den staatlichen Interessen Vsreinbarlichr tun wird, um zum Frieden zu gelangen. Die Christlich - soziale Partei: halt es aber für schädlich, wenn in dem jetzigen Augenblick, woi Geschlossenheit der Monarchie allein unsere Vertteter zu kctffc vollem Auftreten befähigen kann, durch politische Ausstand»^ bewegungen deren Stellung geschwächt wttd. Die ChristNch-' soziale Partei wendet sich gegen die Ausnützung dieser Bewe« gung zu einseitig parteipolitischen Zwecken und protestiert schärf*^ stens gegen die terroristischen Dergewalttgungen der Mehrheit.^ der Wiener Bevölkerung


