Einzelbild herunterladen

Dummer £0

S- h .» i t

X-_Il . *_v.

Donnerstag, den 24. Januar 1918

11. Jahrgang

eue Tagesieitun

Die ^llsxxc Sagesreitung" erlchemt jeden Werktaa. Regelmäßige Beilagen sw , TT~7 I ----

fllnu tritt noch das Bestellgeld; bei den Agenten monatlich 85 Pjg. einschließlich Trägerlohn. A^-igsnGrund,eile ^Pfa^okale ^^"ltalten vierteljährlich m. 2.40

.r.aa^ &ri ,Hn !ei t Uaa UN-. fr,,., (öeiieni.~

Der Bürgerkrieg in Rußland.

Lebhafte Fenertäiigkeit ans der ganzen flandrischen Front. 27000 Tonnen Versenkt.

Der deutsche Generalstab Ff == meldet: i!

W. T. K» Großes z^mrpLqnarlier, de» 23. Januar. Amtlich.

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. an der ganzen flandrischen Front war am Nachmittage der Feuertampf gesteigert. Auch südlich von der Scarpe lebte die Gesechtstätigkeit wieder auf.

Bei St. Quentin wurden bei erfolgreicher Durchführung zahlreicher Erkundungen Gefangene eingebracht.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Nördlich von Souain und nordöstlich von Aoocourt folgten nach starker Feuerwirkung französische Vorstöße. In heftigen Kämpfen wurde der Feind zuruckgeschlagen. Eigene Infante­rie-Abteilungen drangen östlich von Malancourt in die feind­lichen Gräben und kehrten mit einer Anzahl Gegangener zurück. Zwischen Veaumont und Ornes nahm die Artitterietätigkeit am Abend zu.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

. Nichts Neues.

Mazedonische Front.

Die Sage ist unverändert.

Italienische Front.

Zu beiden Seiten der Brenta Artilleriekamps.

Der Erste EeneraFqnartiermeister". L u d e n d o r f f.

Abendbericht.

Berlin, 23. Jan. abends. (WTB. Amtlich.) Von den Kriegsschauplätzen nichts Neues.

Der österreichische Genera? stab j] meldet:

Wien» 23. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird ver- lautbart:

Beiderseits der Brenta war die Artillerietätigkeit lebhafter als in den letzten Tagen.

Der Chef des Generalstabco.

27 000 Taimen Verbuk?.

Berlin, 22. Jan. (WTB. Amtlich.) Unsere U-Boote im Mittelmeer waren kiirzlich mit besonders gutenr Erfolge tätig. Sieben Dampfer und zwei Segler mit rund 27 000 Brutto- Register-Tonnen sind ihren Angriffen zum Opfer gefallen. Den Hauptanteil an diesen Erfolgen hat Kapitänleutnant Becker (Frau?).

Alle Dampfer bis auf einen waren bewaffnet und fuhren meist in stark g^jcherten Geleitzügen. Unter ihnen konnten namentlich festgestellt werden die englischen DampferEgyptian Transport",Stcelville",Allauton" undArab", deren Ver­nichtung für dis Kriegswirtschaft unserer Feinde von^ besonde­rer Bedeutung ist. weil,mit ihnen 24 000 Tonnen Kohle ver­loren gingen Von den übrigen Dampfern hatte einer, der sehr starken Detonation nach zu urteilen, Munition geladen. Ein anderer, anscheinend mit Reis tief beladener Dampfer, wurde im Artilleriegefecht zäh verfolgt, auf die Klippen der Küste der Cyrenaika gejagt und. dorr trotz Eingreifens einer Landbatterie vernichtet. Die beiden Segler mit NamenGuifeppe" undSan Antoni", waren italienischer Nationalität. Von. ihnen hatte, elfterer Holzladung. . °

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

Berlin» 22. Jan. (WTB.) Kaum ein Tag vergeht, ohne daß Versenkungen aus Geleitzügen, auch aus stark gesicherten, gemel­det werden. Man nimmt sogar wahr, daß aus ein und demsel­ben Geleitzug mehrere Dampfer herausgefchcssen werden, wäh­rend früher meist nur ein Schiff des Zuges dein Angriff zum Opfer fiel. Diese Steigerung unserer Erfolge- zeigt, daß auch das Geleitsystem nicht das von unseren Feinden ersehnte un­bedingt zuverlässige U-Boot-Abwehr mittel bietet.Auch wenn wir kein einziges Schiff verloren haben/' schreibt dasJournal of Commerce" in seiner Schiffbaunummer vorn 27. Dezember 1917,bedeutet Geleitzüge eine Vergeudung von Schiffsraum, denn ehe sich ein zuweilen bis auf 20 und mehr Schiffe sich be­laufendes Handelsgeschwader am gemeinsamen Treffpunkt ver- fammelt und seine Reise zurücklegt, verrinnet viele ungenützte Zeit. Die Gest? indiokeit des langsamsten Schiffes ist maß­

gebend für den ganzen Zug. Im Hafen entstehen neue Ver­zögerungen durch Warten auf diejenigen Transporte, die man­gels Entladeeinrichtungen nicht sofort gelöscht werden können." Der französische Verpflegungsminister Voret schätzte im Senat am 18. Dezember die Verminderung der Transportmöglichkei­ten durch dis Geleitzüge auf 20 Prozent, und in denTimes" vom 28 Dezember schreibt Allen, Vorsitzender der Khsdivischen PosL-Dampfschlffahrts-Cesellschast, daß die Notwendigkeit, in Geleitzügen zu fahren, die auf eine Reise zu verwendende Zeit­spanne verdoppelt.

*

Nicht über die See.

Amsterdam. 22. Jan. (WTB.) DemAttgemeen Handels­blad" zufolge meldet dieDaily Mail" aus Sidney, daß die gegenwärtige australische Getreideernte im nächsten Jahre nicht über See verfrachtet werden könne. Von den Leiden früheren Ernten seien noch große Mengen unverkauft. Die jetzige Ernte werde auf 120 Millionen Vushels geschätzt, wovon vierzig Mil­lionen für den Verbrauch in Australien notwendig seien.

biiidriirMl, iiüb MkMrff in ffarlin.

Berlin. 23. Jan. (MTB. Amtlich.) Zu militärischem Vortrag beim Kaiser sind Eeneralftldmarfchall von Hin-Len. bürg und General der Infanterie Ludendorff heute früh in Berlin eingetroffen.

DirMand.

Stockholm. 22 Jan. Ein Erlaß der Volkskommissare wen­det sich gegen die drohende Erhebung in der russischen Haupt­stadt, wo die Bolschewik! gegenwärtig nicht über ausreichende Kräfte verfügen. Es wird angenommen, daß die Petersburger Regimenter den Volschowiki nicht mehr blindlings ergeben find, sondern sich bei einem neu aufflammenden Bürgerkrieg neutral verhalten würden. Die Bolschewisten treffen Gegenmaßnahmen durch Heranziehung ergebener Matrosen und finnischer Trup­pen. Bedrohlich ist die Verschärfung der Lebensmittelkrise. Prarvda" selbst bezeichnet die Lage der Volkskommissariate als kritisch.

Stockholm. 22. Jan. Der Rat der Volkskommisiare ver­öffentlicht amtlich eine Erörterung über die Bildung einer so­zialistischen Armee, die notwendig sei für die Aufrechterhaltung der sozialistischen politischen Ordnung, sowie um jeden Augen­blick bereit zu sein, der Staatsregierung die vollständige Macht zu erhalten.

Berlin. 23. Jan. Unter der UeberschristRückwirkungen" erklärt derBerliner Lokal-Anzeiger": In parlamentarischen Kreisen wurde gestern abend die Lage.in Rußland als recht kri­tisch angesehen. Diese Anschauung gründet sich auf die Meinung, daß die letzten Petersburger Nachrichten kaum noch einen Zwei­fel an der ernsten Bedrohung des bolschewistischen Regiments lassen, daß seine Machthaber jedenfalls in diesen Tagen alles daran setzen müssen, um sich ihrer inneren Feinde zu erwehren und daß sie demnach vorderhand keine Kräfte zur Verfügung haben, um Dinge, von so weltgeschichtlicher Tragweite wie den Friedensschluß mit den Zentralmächten zu betreiben. Die Ab­reise Trotzkis nach Petersburg sei in dieser Beziehung ein deut­licher Beweis gewesen. Aber abgesehen davon kann die Frage entstehen^ ob weitere Verhandlungen mit Männern, die per­sönlich ebenso wie das Land, in dessen Namen sie sprechen, von der durch sie entfesselten Anarchie seden Augenblick verschlun­gen werden können, irgendwelche Bürgschaften bieten. In par­lamentarischen Kreisen hörte rkian deshalb auch die Meinung aussprechen, daß eine Rückwirkung der Petersburger Vorgänge auf die Verhandlungen in Vrest-Litowsk immerhin in Rechnung zu stellen ist.

Die Bolfchcwiki bis fetzt siegreich.

DerCorriere della Sera" meldet aus Petersburg, daß 87 Abgeordnete der aufgelösten gesetzgebenden Versannnlung durch die Bolschewiki verhaftet wurden, weil sie in einer Kundgebung die Bevölkerung Petersburgs zum Bürgerkrieg aufgefordert hatten. Auch die im Marinekrankenhalls erschossenen früheren Minister Tschingarew U'.ld Kokotschin hatten durch Mittelsleute ihren Namen unter diese Kundgebung setzen lassen. Die Bolsche­wiki sind bisher aus allen Zusammenstößen siegreich hervor­gegangen. Ihre Macht erscheint gefestigter als früher. Der Rat der Doiksbeauftragten versichert in einer Kundmachung, daß die gesetzgebende Versammlung aufgelöst werden mußte, wenn nicht die Friedensfrage gestört werden sollte. y

(fitse WM Mil die liimiinfr.

Petersburg, 22. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Petersburger Tel.-Agentur. Die von Charkow nach Poltawa abgefandten, Abteilungen der Sowjets lieferten eine Schlacht gegen Truppen der Rada von Kiew. Die Truppen der Nada wurden vollkommen geschlagen. Die Stadt ist in den Händen der Abteilungen der Sowjets.

In der vereinigten Sitzung der Soldaten-, Arbeiter- und Bauernräte wurden die Vertreter des ausführenüen Zentralausschnsses von Charkow mit Begeffterung begrüßt In Poltawa herrscht allgemeine Freude.

Das betragene Frankreich.

Berlin. 22. Jan. (MTV.)Eaulois" schreibt: Wir brau­chen nicht erst zu fragen, mit welcher Entrüstung die unglaub­liche Nachricht von der Kraftloserklärung der russischen Anlei­hen in der ganzen zivilisierten Welt ausgenommen werden wird. Aber bei uns wird sie den stärksten Eindruck erwecken. Frankreich hat ohne zu rechnen, sein Geld an Rußland gegeben. Durch dieses Geld ist Rußland vor dem Kriege vorwärts gekom­men, hat sein ungeheures Eisenbahnnetz ausgebaut, seine Natur-' schätze avsgebeutet. Industrien geschaffen und seine Wirtschafts-' läge und sein Münzsystem verbessert Und nun vollendet die) Maximalistenregierung mit dem Vierbund den Verrat, und be-^ droht tausende von französischen Familien mit dem Ruin. Ruß­land befindet sich in der schrecklichsten und schmählichsten Krisis, es ist aber nur eine Krisis. Eines Tages werden der Patriotis­mus und die Ehrliebe die russischen Herzen wieder aufleben fassen und sich schaudernd von den Taten der Leute abwende'.:, die offenbar vom Zerstorungswahnsinn befallen sind. Wäre cs anders, dann würde das vormals erhabene 'Reich Peters des^ Großen ewiger Schande anheimfallen.

Me NorthllissMe KlMkn-Meße.

Rotterdam, 22. Jan (WTB.) Nieuwe Rotterdamsche Eou- rant" meldet aus London: Oberst Repington ist als militärischer' Mitarbeiter'von denTimes" zurMorning Post" übergegan-, gen, nach Interview mit Vertretern desStar" und derDaily Rems" aus Unzufriedenheit mit der Politik derTimes". Er erklärte, die Marine sei wütend über die Art, wie Jellicoe ent- » lassen worden sei, er wünsche über die Kriegslage die Wahrheit und verlange einen Mann, der wirklich führen kann.Daily News" vermuten, daß die letzte Ursache für Nepingtons Abgang' die Vorbereitungen der Northcljff-Vlätter zum Sturze des Generalstabschefs Robertson und des Feldmarschalls Haig ge­wesen sind.Daily News" fahren fort: Land und Parlament'' müssen fragen, wie lange man' fortfahren darf, solche Männer zu stürzen. Gleich zu Beginn des Krieges wurde der schänd-- . liche Feldzug gegen Haldane unternommen, der aus dem öffent­lichen "Leben hinsusgedrängt wurde. Aber wer saß hinter' Northcliffe? Hierauf wurden die Pressewürger abgeschickt, mir Kitchener den Hals abzusch-neidcn. Wer saß hinter dieser wi­drigen Jntrigue? Sodann ging es auf.General Donop (Direk tor des Artilleriewefens beim englischen Kriegsamt), mit den gemeinsten Verleumdungen los und endlich gegen Asquith und Grey. Wir haben jetzt gesehen, wie der tüchtigste Flottenführer seines Postens enthoben wurde. Er ist ebenso wie die anderen infolge des Kreuzzuges der Northcliff'schen Kloakenpresse ge­fallen. Aber von welcher Seite kam der Anlaß zu diesem Kreuz zug? Northcliffe Hot vergiftete Pfeile abgcschossen. Abec wer gab sie ihm? Und wer verschaffte ihm die ebenso vergif­teten Pfeile, die jetzt gegen Robertson verwendet werden?

Japvn und Dentlchtand.

Berlin, 22. Jan. (WTB.) Die Stimmung in Japan be­leuchtet deutlich die Rede des japanischen Generalleutnants Tanaka, die er am 20. Mai 1917 in Schanghai hielt. General leutnant Tanaka, der als die rechte Hand des japanischen' Kriegs,iniinsters gilt, führte folgendes aus:

Für uns Japaner ist es nicht ausreichend, den Heroismus, der Deutschen nachzuahmen, wir müssen mehr tun. Wir müssen', uns sorgfältig mit der Prüfung der Gründe beschäftigen, die, diesem Volke die Möglichkeit geben, so mächtig zu sein, daß es. so glänzend diesen furchtbaren Krieg führt, und wir müssen^ alles mögliche tun, um Deutschland in seiner kunstvollen Or­ganisation, seiner Einigkeit und Vaterlandsliebe nachzuahm Möchten die japanischen Soldaten den deutschen K nacheisern und die japanischen Kulis den deutsch -in ihrer ehrlichen Pflichterfüllung und Vater' ahmen, möchten sie diesen Mustern in all. ... - V _