Grane Gefahren.
Nomari aus der Gegenwart von M. Gontard ° Schuck.
Nachdruck verboten.
blber was meinte Harthausen mit seiner letzten Be- merkung?
Helens liebliches Bild stand plötzlich vor seiner Seele.
Man glaubte doch nicht etwa, daß er so pflichtvergessen tein tonnte! War es das, wovor sein Vater ihn gewarnt? Me hatten sich damals gewundert, daß der stolze und als grimmer Deutschenhasser bekannte Lord Douglas seine Tochter einen: Deutschen gegeben hatte. Sie wußten ja ni^cht, daß Sir Edward letzten Endes ja doch nur den: Zwange gewichen war. Alle hatten es als eia gutes Zeichen äuge- sehen. Seine Ehe galt gewissermaßen als gute Vorbedeutung Die jahrelange Entfremdung zwischen den beiden Völkern schien im Schwinde:!.
Sogar die Majestäten hatten diese Gefühle durch ein x prachtvolles Geschenk zum Ausdruck gebracht.
Und nun?
Begann man etwa schon anders darüber zu denken? Fürck-tete man daß er nur als Sprungbrett benutzt werden sollte? Mar Harthausens Warnung nur ein Aussprechen der Gedanken, die von allen gehegt wurden? —
. „Sobald diese Angelegenheit erledigt ist, werde ich um ineine Versetzung entkommen," murmelte er für sich. „Ein solcher Verdacht wäre mir unerträglich." — —
Als Werkheim am nächsten Abend nach Hanse kam, war fern Sckwager Archibald bei Helen.
Merkwürdig/ -achte er, „der ist jetzt reichlich oft hier bei uu Entweder ec sucht mich im Amt auf, oder er ist hier bei Helen. Ob der Kerl gar nichts anderes zu tun hat?
Ob da wirklick nur brüderliche Liebe war?"
Er war plötzlich mißtrauisch geworden und sah Schwager und Frau mit prüfenden Blicken an.
„Du kommst spät, Fred," empfing ihn-Helen, „wo warst Du so lange?"
„Ich habe gearbeitet/ antwortete er ziemlich kurz.
„Hallo!" rief Arck-ibald lachend. „Wenn die Diplomaten arbeiten, hat es nichts Gutes zu bedeuten. Ich denke, der Politische Horizont ist so klar und unbewölkt, daß ihr alle Winterschlaf halten könnt?"
„Können wir auch!" sagte Werkheim schlagfertig. „Ich habe nur persönliche Briese geschrieben, und die waren weder für uns noch für ein anderes Volk beunruhigend."
Im stillen buchte er: Wenn Du mich ausfragen willst, dann mußt Du es doch ein wenig geschickter anfangen.
Archibald blieb Zu Tisch, worüber sich Helen sehr freute. Sie hatte gern Gäste und gefiel sich in ihrer jungen Haus- frauenwürde -ausnehmend.
Man saß beim Nachtisch, als plötzlich das kleine Auto des Ministers vorfuhr.
Wie elektrisiert sprang Helen auf, als eß der Diener meldete.
„O, die Eltern? Der Papa! Fred, freust Du Dich? Weißt Du, was das bedeutet? Aber das ist ja zu reizend! Der Papa, der so selten Zeit hat. O, Fred, jetzt weiß ich bestiniint, daß der Papa sich ggNz mit mir ausgesöhnt hat."
„Der alte Heuchler," dackte Werkheim.
Laut sagte er: „Natürlich freue ich mich! Das ist ja eine ganz besondere Ehre für uns. Laß nur den Teettsch recht schön Herrichten, Du weißt ja, wie sehr der Papa das liebt." —
Als man dann um den summenden Teekessel saß und das Gespräch lebhaft hin und wieder ging, wunderte sich Werkheim im stillen über die Liebenswürdigkeit des sonst so wortkargen Mannes.
„Ich hätte wahrhaftig nicht gedacht, daß dieser Mann sich auch wie andere Leute unterhalten könnte."
Plötzlich sagte Sir Edward: „Sagen Sie mal, lieber
Werkheim, hätten Sie nicht Lust, sich versetzen zu lassen? Zum Beispiel nach Petersburg oder nach Paris!"
Helen plauderte mit der Mutter. Vor lauter Erstaunen vergaß sie, ihren Satz zu Ende zu sprechen.
„Papa! —"
> f Der Vater winkte ihr abwehreuo zu.
Werkheim zögerte. Was sollte das bedeuten? Er sollte hier fort? Warum? Warum wollte man ihn hier los feilt?? Was antworte ich? All diese Fragen wirbelten durch seinen Kopf.
Er half sich mit einer Gegenfrage.
„Wollen Sie mich hier los sein, Papa?"
„'Ja, Papa! Willst Du uns denn schon jetzt los sein?" fügte Helen vorwurfsvoll hinzu.
„Ja, Kind, dann hättest Du keinen Diplomaten heiraten dürfen, wenn Du immer auf ein und den,selben Platz sitzen willst.^ Dein Mann muß vorwärts. Er hat hoffentlich den Ehrgeiz, der Dir zu fehlen scheint."
„Ach, Pa! Was Hab ich von den, Ehrgeiz, wenn ich hier fort soll?" sagte sie schmollend.
„Sei nicht kindisch, Helen! Du bist dazu berufen, noch einmal eine Nolle in der diplomatlicken Welt zu spielen. Der Botschafter in Nom zum Beispiel ist ein alter Manu, er kann nicht mehr lange im Dienst sein. Was wäre natürlicher, als daß Alfred sein Nackstolger würde, wenn er dort eingearbeitet ist. Und in Noni ist es schön!"
„Aha!" dachte Werkheim, „jetzt kommt erst des Pudels Kern. Wozu braucht man mich denn auch in Paris oder Petersburg? Da hat man es nicht nötig, zu spionieren, da besitzt man ja seine guten Freunde. Aber Italien, der Verbündete Deutschlands, daß ist etwas anderes. Was dort vorgeht, möchte man gern wissen. Und da könnte man sich durch das Haus der Tochter einen guten Stützpunkt ein- richten, wo die Fäden zusammenlaufen. —
Aber nur ruhig, nur Vorsicht, damit man noch dümmer erscheint, als sie einen ohnedies schon halten."
„Hm, ich weiß nicht, eigentlich gehe ich nicht gern hier fort. Mir sagt England und besonders London sehr zu. Sie sehen ja, Papa, Helen hat auch keine rechte Lust. Oder möchtest Du nach Paris?" ,
„Paris —"
Fortsetzung folgt.
Heute entschlief sanft nach längerem Leiden unser geliebter Bruder. Schwager und Onkel
Verthold von Helmolt
im Alter von 63 Jahren.
Major a. D.
Friedberg, den 22. Januar 1918.
Im Namen der Hinterbliebenen: Mathilde von Keimoit Anna von Helmolt geb. von Helmolt Sertha non Helmolt geb. Eeyger.
Die Beerdigung findet statt: Freitag, den 26. Januar, nachmittags 3 Uhr. vom Biirgerhospital aus.
Kelranntmachmig
Nachstehende Aufsorderung bringe ich hiermit zur offen l Kenntnis.
Frlrdberg.den 21. Januar 1918.
Der Bürgermeister.
3. V.: Damm.
Aufforderung.
Alle der Invalidenversicher- ungspflicht unterliegenden 'ßer o- jum, die nicht in einem ständigen Arbeitsverhältnis zu einem bestimmten Arbeltneber stehen landto. Tag löhn er, Waich- u. Lauf- Trcuin, Näherinnen und derol. werden hiermit aufgefordert, sich nächsten
Donnerstag den Ll.Januar 1518, und Freitag, den 25. Januar 1918, in der Zeit von mittags 1 bis 5 Uhr im hiesinen Rathaus, Zimmer JiT. 7, einzusi iden-znni Zwecke der Vorlage chrer Quitaingskarle und zur Auskunftserteilung über Ort und Dauer ihrer Beschäftigung, wozu sie nach $ 1406 der Reichs- ver'lcherungsordnung durch Geldstrafen bis zum Betrage von je 150 M. angehalten werden können.
Meyer,
Kontrollbeamter der Landesver- ficherungsanstalt Gr. Hessen
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mit drittem Kalb steht zu verlausen bei
Wilhelm Bickel, Landwirt Wölfersheim.
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lcU«^ Ul an ) un^tnlS^ S ^ l ^^ eIlCn ne ^ merl ^berjachen zur Weiter-
Friedberg, den 18. Januar 1918.
Gold- und Eilberankaufsstette.
^ Dr. N i tz e r t-. Haag.
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