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Verlag derGicßcncr Zeitung", Gießen.

? kpedUion: Südanlage 21

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fix. 105 ,

Telephon Nr. 362.

Montag, tu: 18. November 1 18

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31 Jcchrg.

Gegen die SelützamMrü.

Der Hessisch- Arbeiter-, Bauern u. ^olbatcncat hat folgenden Aufruf beschlossen:

Mitbürger im fiefsenlanüe!

* Die ohnehin scbon vorhandenen Schwienigkeiten unseres wirtschaftlichen Lebens werden ganz um.bttß da durch bedrohlich gesteigert, daß wir nicht so viele Geld­zeichen im freien Umlauf haben, als d r ungeh uer gcstie gene Bedarf erfordert.

Das kommt daher, daß immer noch Viele glauben, daheim bei sich unvernünftige und gemcinschädliche Geld Hamsterei treiben zu müssen.

Das Geld gehört sitzt aus die Banken, Sparkassen und Kreditgenossenschaften. Dort ist es am sichersten aufgehoben. Dle Kassen legen es auch nicht duhttm hin, sondern suchen dafür eine sichere und verzinsliche Anlage, aber *,d, daß sie sich jederzeit selber wieder die nötigen Geldmittel verschaffen können.

Erklärt Euch deshalb zufrieden, daß das Geld für Eure Lieferungen nicht in dar erlegt wird, sondern daß an dessen Stelle die buchmäßige Uclnrwersupg an Eure Kasse ccjogt. Bei ihr könnt Ihr dinn wieder verjügcn, wenn di Not es verlangt.

' Die Schaffung von Notgeld und die E Hebung ron Kriegsanleihe - Zinsscheinen zum gesttzckchcn Zahlungs­mittel können fclbstv lstänUlch nur voiübigehndr Be­helfe sein.

~ äßtnn aber unser.Noten - Umlauf immer werter steigt und unser geldwirtschastllche: BUd rn den Augen d.s Auslandes getrübt wird, so erschweren wir aufs Gefahr Uchpe die Wlcde Herstellung unseres geldwirtfchaststchen Ansehens im Ausland. Das bedeutet eine Minde.b- weriung unseres Geldes im Ausland und hat die ebenso bedauerliche als unnötige Folge, daß damit die Waren- Einfuhr zum Vorteil des Auslandes, zum Nachteil des Inlandes verteuert wird.

Im Augenblick ist das Wichtigste, Geldzeichen für den Waren eie kauf dem Verkehc an d. Hand zu geben' Wir wenden uns deshalb in diesen schweren Stun den au di-. Einsicht aller M'tbü gcr!

Falls di.ser Mahnruf ungehön verhallt, crgiebt sich, wenn das Volkswoh! nicht utbert soll, die unbedingte Notwendigkeit, Maßnahmen gegen das Geldhamstern durchzusctzten. Sie könnten selbstverständlich nicht lange vorher angekündigt werden. Laßt Euch also von solchen Maßnahmen nicht überraschen!

Im Auftrag des

HLsstfchtn Arbeiter-. Kauern- und Soldateurats

Der Finanzausschuß.

{Uillerlcbulung der Wegrbescbäüigren.

Mun kann ruhig {g frfn: ven der Willensschumm, der Ktiegsblschädigten hängt der. Erfolg der Kriegsbe schädsgtenfü'sorge ab. Sie ist entscheidend sur die Ge­wöhnung an das Ersatzglied, ist Wiederaufnahme her Arbeit und ist nicht in letzter Linie entscheidend für die gtsundheitliche Wiederherstellung Es mag sein, daß die Arbeitsfähigkeit durch den Verlust dieses od.r jenes perglstdes stark beeinträchtigt wird; aber bufe Beeinträchtigung ist nicht gleichbedeutend mck völliger Arbeitsunfähigkeit, wie sie so oft sorgende Liebe bei: Angehörigen als gegeben glaubt. Der Kcitt'öbe- schädigte soll und darf nicht aus eine niedrigere Stufe sinken: er wird es nicht, wenn er selbst den Willen stählt und in nutzbringender Arbeck je nc Lebensaufgabe siM' er kann es aber nicht, wenn seine engere und weitere Umgebung ihm bchilsiich ist beim Wicdercmtntt ins Erwerbsleben. Der Invalide als Bettler, Hausierer oder als Leierkastcnmann ist ctae Erscheinung, die im neuzeitlichen Deutschland nicht auftauchen darf. Dies Ziel wird erreicht, durch die Erziehung drs Willcnö zur Arbeit, aber auch durch die Erziehung der Allgemei. hnt zur Heranholung der Kriegsbeschädigten zur Arbeit.

Lin fiohenrsilrk für die neue Regierung.

An fcin Plakatsäulen in Potsdam ist solgerdcx An­schlag zu lesen:

Ich bitte di Kameraden der Garnison Potsdam, sich der neuen Reichs rep t rung zur Verfügung zu stellen. Wir alte wollen das Wohl unscccs Vaterlandes und Volkes. Pcinz Ei'el Füedrick^"

k-nr kdrk g Ri? aenbrngs!

^ Kassel Der Arbeiter und Soldatenrat veröffent­licht zur Uebersüdelung d s Hauptguarliecs nach Kassel folgere Erklärung-

Mitbürger und Soldaten! Heute trifft der G^neral- seldmarschoü v. H'mdn bürg mit O.fiziercn und Mann schäften d.s Großen Hauplquattlres in Kassel ein, um von Wllh lmshöhe aus die DomobiUsution unserer Truppen zu leiten. Hlndenbmg g hört dem deutschen Volke und dem deutschen Here. Ec hat sein Heer zu glünz-nden Siegen geführt und sein Volk in schwerer Stunde nicht v'Nassen. Rie hat Hindlnburg in der Größe seiner Pflichterfüllung uns näher ge­standen als heute. Seine Person steh' unter unserem Schutz-! Wir wissen, daß die bür., rliche und solda- tische^Bevölkerung Kassels ihm nu Gefühle der Ver­ehrung und Hochachtung cntgegenb ingrn wi d und daß er vor Belästigung sicher ist. Der Generalfeld­marschall trägt die Waff , ebenso die Ossiz'ere und Soldaten des Großen Hauptezuartiers, wenn sie ihn begleiten.

Die knüalfung von Kriegsteilitebmern.

Dos ftellv. G neralkommando d.s 18. Arme>.kp ps

gibt bekannt:

Dir- Verfügung des ftellv. Generalkommandos, b t ef send die Entlassung von Mannschaften, h t vielfach zu mißverständlicher Auffassung geführt insofern, als nun­mehr das Begehen um sofockj e EntlaffU'ig an die Truppenteile und Dienststellen in großer Anzahl gestellt wird Es wird daher erläuternd daraus hingewiestn, daß stz in der Verfügung ausdrücklich heißt:Sämtliche Ent lossungen baden nach den Guik.dsätzen der Demobilma- chungsvorschrift zu erfolgen". Diese Vorschrift besagt aber ausdrücklich, daß E-Ue.ffuvgen nur nach Maßgabe der Entbehrlichkeit vorgenommen werden dürfen. Die t* der Verfügung genannten Angehörigen besonderer Arbkilsklassen sind hierbei im allgemeinen und im Volks wirtjchaflltchen Interesse lediglich zu bevorzugen, nicht 'ober Hils über Kopf vorweg zu entlassen. Es ist selbn- verständlich, daß in diesem Augenblick nicht alle milUa rischen Decnststellca und Truppenteile von Hilfskräften und Mannschaften entblößt w^rven sonnen uns daß Enlaffungen nur ganz allmählich, evtl nach Einstellung von Ersatz, stattsinden können.

Ein anderes Verfahren würde nicht nur die sichere Weiterarbeit der m'litü sichen Dienststellen ouffchlleßeu und dadurch unsagbare Verwirrung Hervorrufen, sondern auch die Ernährung der Zivilbevölkerung,und der Ent löffelten selbst aufs äußerste gesäh-den, we^n nicht ganz unmöglich machen.. Das obengeduchte Bereh.cu, sofort er-tlaffen zu wilden^ ist daher duechnichts gcrechksertipt. Es hat jeder auf seinem Posten zu verbleiben, bis dre Reihe der Entlassmig an ihn kommt.

Aas wir« aus den arbeitenden Trauen?

DieKorrespondenz dcö Bundes Deutscher Fraum- vereinc" schreibt: Wenn der Friede kommh wenn die Männer zurückkehren, wenn keine G anatrn, kein preng- stoffe, keine Gewehre mehr hergesteüt zu werden brauchen, wenn die Scharen von Helleiivnen aus d n besetzen Gebieten und aus der Etappe eutvchrlich werden, was wird dann aus all den Frauen, die Wecker arbeiten und verdienen müssen? Das ist eine Sorge, die vielen die Aussicht auf den Fckeden verdunk'in wird.

Aber dieselbe Frage hat Neicksb höcden. Kricgsamt und Froueuvcrcine ichon lan^e b-schäfttgt und zur Durch­beratung der Maßnahmen gksüyrt, die den H-rauen die schwere U-bergangszut erleichtern tollen, ^chon lange sind die Acbcttsnachwe-se ausgcbaut, und imm^r noch wird daran gearbeitet, so daß sie nachher .n der Lage sind, auch btt großem Andrang schnell zwischen ^tell^ suchenden und Aiveitsgclegenhttten zu vermitteln. Es toi'd ferne' bofiH gesa gt io den, daß b^i Entiafsungeu chst Rücksicht genommen wird auf soll neu, die noch v ? dien, u wüsffn. daß Künd! \uw,} :n lau r, Zeit vorh.r erfolgen, so daß die zur Entlastung kommen- d n Zeit haben, sich nach andere A. ^ -

Man wird d^n vielen Arpeiterinnen oie n m no

Krieges außerhalb ihres Heimatortes Arbeit ge,und.n haben, die Rückkehr, in die Heimat mit allen Metteln

k-.l ichtcrn und dort-- sie sorgen. Man wird, wenn es nötig ist, auch die Arbeitstrecken", um mehr Man­scht-. noch beschäftigen zu können wie man es im dritten Kcicasjahr m der Web rei und Spinner i getan hat; man uck?d eine Arbeitslosenunterstützang einfuhren, durch welche denen ochoiftn wird, die aus thrrr Aib.it ent­lassen werde- , b's sie neue gefunden hab^.

Die Zot nach dem Kriege wird in vieler Hinsicht schwierig lein ; wir können nicht wissen, wie schnell unsere Fabriken wieder Baumwolle und Wolle zum Verspinnen bab n werden, wie schni ll die Stoffe h'reinkommerr, die beinahe jede einzige Industrie zum Wiederbeginn noug bat, wie schnell der Handel wieder anMuht und sinne Angestlllleu wied r beschäftigen kann. ^ vorige alles Gewerbe braucht, um miete, in. dem Fricdenszui.and zu kommen. AVer die Vorarbeiten des Kriegsam..es und der Reick sbehörden, haben schon viel getan, um uns für den Frieden und seine Schwierigkeiten zu rüsten, und wir dücsen vertrauen, daß jetzt erst recht all.s geMeht, was die arbeitenden Frauen vor der Rot der Erwe.bs-

losigkeit schützt. Es ist auch zu erwarten, dag die Ketegs

Unterstützungen für eineZ itlong sorige^ahtt werd.n, ,o daß alle Familien Z it h^ben, sich mir ihrem Leben mu einzurichten, und daß nicht zwischen dem Aushöun der Unterstützung und der W^d ^ beschästignng des Mannes eine Lücke der Versorg«ngslosikeck enistetzt. Auch bte Reichswochenhilfe wird sie z in irgendeiner Weise weiter gesuhlt werden.

* Aufruf rnr Kildmrg von Knrgerausschüsse».

Der Hänsabund veröffentlicht folgen^n Aufruj? Die ^ 'Elsahrun cn ec l tzn Zeit bew i n, dag das dert:che Bur - rtum als solches selbst den ckchw rsten innecn Ua.- Wälzungen täte -los geg>nübecsteh!. In Dieser entschtt- dent n Stunde sorde r wir das seutsche Bucgertum auf, zur sofortigen Dildun von Bürgetausschüssin überall in Deutschland zu schrecken. Diese BürgerarisschUseckhaden in Fühlung Mit d.r Rcichslcckung und den bestehenden Arbeiter- und Soldaten at >. in erstkr Lnue folgende Aufgabe zu lösen: Wah 'ung der bürgerlichen Rechte und der vollen' Glelchb recktigu?'g des.' .ttums btt allen stoackich'n Maffnohmen. B irung cin-.s solch n^ur^ auLschussts für ( Berlin haben wir bereits dte nock gen Schritte getan. Hansabund D - Ri sser.

Di.se m Aufruf ist soso:t überall 'utsprochen ent- sp ochkn worven; rn za.3 tll en rlädten und Sez sind solches BürgerauslchüsiS, hie und da auch Burg er­rate genannt, gebildet. ^ '

»* Gießen. 15. Nov Z>. cntci. Versammlung von Vertretern der Vtteine des werktätigem Bürgertums von Gießen wurde hocke nach Liagehender Äussp äche unter dem Vorsitz von ' omnuizicnivck Kiingspoc. des Vockip nden des Ve-Landes Mickeld, scher Sndullruuer, ein Bnruerrat für Stadt urd nrctS Güßen gebildet, der die iu| hat, im engst n Anschlu: an den lrerk.ei

b. st.-h -d.' ^ nrat uUi »em Aebcit! und ^owad.n rot in Vcibiriduug zu treten, um die Rechte des deut sch.« Bür 'lt 8 zu w'h n uno d ss . vcckle clllc'.cho.'- rechttgung bc llen staatlichen Mas. uhm. duechz jetzen. Ueber die Rotwcndigk it und Zw ckmäßi^k it dre artig r Bürger:äst-, die i Ucbe ctnftimmung mtt der Rttchs.tt. tung in cLIcii Stä'

Weidin sollen» bestand volles Einverständnis. I Zn den Bürg rat w"rr .. V trck aller .serussgruppen gewählt und zwar die fr gbnd. n H.' n:

Eisenbahnbetricbssi Entzuoth.Schreinermci-

ftcr Georg Haubach, Kaufmann Wilhelm KUbinger, Kom­merzienrat Klmgipor, Obcrleh er P.of. D>'. Kca: llmuller, Fabukdicektor May. Lchcec Valentin Müller, G.oße 2 Usi mann Rudolf Nowack, Gastwirt Rchn-ckH, Fabuwnt Rinn, H '??ll heim, Kaufmann Roh , Untv .suatsp.'olcs?or D-. Rosen btt, Obe meist r E. L. Suck^Pog'sckcttar Sehrt, U,i Vc.si1ätsp.of..ssm D . Strahl, Schutz mau'cc- merstcr Waldschmidr, Straßenwar< W.llet, D her Fritz W- z !.. it s rat . d sich dtt rw wrtttte Zu Pa hl nameutllch n:o d S 'ädten des Kreises ergänzen. Bcr Vorsitz ivu.de P'vf. Dr. Rosenberg übertragen.

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Dir Lanowi.Uchast treibende B^völke- ung unserer L-t.adt w r sur Mrttwow abtno .)'! einer Bckprccht'i-t- ü ' r di. Lage u:' Voll th UN : nach

Bauernrat gernählt, der d>e l n-h:uug » ^

Gegend mit behilflich sein will.