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Die Zensur hat die Veröffentlichung unterdrückt, aber schon die abgelehnten und durch ganz radikale Gegenbeschlüsse ersetzten Vermittlungsanträge waren äußerst scharf, wurden aber mit Fünfsechstel-Mehrheit niedergestimmt. ^

Die sozialistische Parlamentsgruppe wird als schwer betroffen geschildert. Sie werde sich aber unterwerfen müssen. Nur der Abg. Turati er­klärte, daß er bleibe, wer und wie er war. Seine Aus­stoßung aus der Partei wird daher wohl nicht lange aus sich warten lassen. .

Das nationalistische Kriegshetzer- und Kriegsge- winnlerblattSecolo" schreibt:

Die sozialistische Partei verschärft ihre Jntran- siaenz und verharrt inmitten der Nation wie eine feindliche Macht, gefühllos gegenüber der na­tionalen Solidarität» den Geschehnissen des Krieges und dem Geschick des Vaterlandes."

Tie zu mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilten Mitglieder der Parteileitung Lazzari. Serrati und Bella wurden w i e d e r g e w ä h l t. Drei nicht der extremen Richtung angehörende Mitglieder wur­den nicht wiedergewühlt.

Es geht also in Italien jetzt auf Biegen oder Brechen. Dazu kommt, daß der Winter vor der Tur steht, mit seiner Kohlennot, mit seiner schlechten Ernährung und seiner Arbeitslosigkeit, mit dem Man- gel an Kleidung, dem Mangel an allem!

Das römische Kriegsverbrechertum sitzt auf einem Pulverfasse!

Allgemeine Kriegsnachrichterr.

8 Milk arden Kriegdeinkommenstencr.

Ter Führer der Mehrheit im Repräsentantenhause Kitchen legte ein Kriegseinkommensteuergesetz über 8 Milliarden Dollar zur Erwägung vor. Die Negierung erklärte, die Steuerlasten unter diesem Gesetz werden nicht härter seien, als die Lasten der Männer an der Front. Seit die Bereinigten Staaten den Krieg erklär- | tc«, sind die Geschästsgewinne enorm ver- ntc h r t worden, und selbst nach Zahlung aller Steuern, die durch dieses Steuergesetz erhoben werden sollen, bleiben immer noch anderthalb Milliarden zur Aus- ! zahlung von Dividenden. Die Zeit könne kommen, wo hohe Verbrauchssteuern notwendig werden. Wenn sie kommt, wird das amerikanische Volk gern alle Ge­winne und alles nicht zum Leben erforderliche Ein­kommen abgeben, um den Krieg zu gewinnen.

Ter Bayernkönig in Bulgarien, lieber die Reise König Ludwigs wird aus Belgrad gemeldet: Der König fuhr mit dem DampferHer­zogin Sophie" nach Panosova. Von dort geht die Reise durch das Eiserne Tor nach Widdin und Lom- palanka, wo die Ankunft am Sonnabend erfolgt. Auf der Fahrt wird der König einige an der Donaustrecke liegende bayerische Truppenteile besichtigen. Von Lom- palanka erfolgt die Weiterreise mit der Bahn nach Sofia.

Kriegsgetvinnlcrei in England.

100 Proz. Gewinn bis zum Ladenhändler, das ist auch für England sehr reichlich. DieFinancial Times" veröffentlicht eine Zuschrift von Harry Motz, der nach­zuweisen sucht, daß der Reingewinn des Trusts an dem aus Argentinien nach England verschifften Rindfleisch bei einem Selbstkostenpreis von unter 22 Pfund mehr als 19 Pfund beträgt, wozu noch ein Regierungsreingewintt von fast 0 Pfund kommt, so daß der Kleinverkaussschlachter in England einen Gesamt­gewinn von über 100 Proz. bezahlen muß. Damit nicht genug, handelt es sich sehr oft um sehr minderwerti­ges Fleisch von Kühen und nicht schlachtreifen Tiereii, so daß der englische Verbraucher doppelt schwer ge­troffen wird.Wenn die Behauptungen der Zu­schrift. die auf Zahlen beruhen, bewiesen werden kön­nen," sagt das Blattso erscheint es unwiderleg­lich, daß die Fleischabteilung des Nahrungsmtttel- ministeriums mehr Schaden als Nutzen stiftet."

Kleine Kriegsnachrichlen.

« Auch Norwegen macht sich aus eine scharfeRatio­nierung" von Oel und Fett gefaßt.

" In Frankfurt a. Main wurde am 5. September 1918 ein Lehrgang für die Sammlung (!) von Roh- und Ab- fallstofsen begonnen. *

" Tie Regierung von Eanada hat den Eiiikauf, Verkauf und Erport von Weizen. dein Hauptprodnkl dieser nord­amerikanischen Niesenkolonte Englands, unter ihre Kontrolle genommen

Do litis che Rundschau.

Graf Bernstorff, der deutsche Botschafter in Koustantinopel, ist in Berlin etngetuoffen.

Der türkische Großwesir Talaat Pascha ist in Berlin eingetroffen.

*

:: Ter Hetman der Ukraine ist am Sonnabend beim Kaiser auf Wilhelmshöhe gewesen, der dort bei dem Empfange eine Ansprache an den Gast richtete, worin er u. a. sagte:

Daß sich durch die gemeinsame Arbeit der m der Ukraine weilenden deutschen Truppen und Beam­ten mit den ukrainischen Behörden zwischen unseren Völkern mehr und mehr ein Verhältnis gegen­seitigen Vertrauens zu entwickeln beginnt, ge reicht Mir zur besonderen Freude."

Der Hetman, dessen Gefolge in bordeauroter Um­form mit historischen Säbeln erschien, gab in seiner Antwort der zuversichtlichen .Hoffnung Ausdruck,daß die schon so glücklich eiugeleiteten politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen dem mächtigen Deutschen Reiche und der Ukraine sich i m m e r mehr vertiefen werden zum Segen beider Völ­ker."

:: Tie Erschließung neuer Einnahmequellen fnr die Städte hat den Deutschen Städtetag eingehend be­schäftigt und nach einer Begründung durch den Ober­bürgermeister Dr. Luther-Essen zur Annahme einer Entschließung und von Leitsätzen geführt, die völlig neue, ergiebig und ständig fließende Einnahmequel­len der Gemeinden als Vorbedingung für die Erfül­lung der den Städten obliegenden sozialen, kulturel­len und wirtschaftlichen Aufgaben in der Zukunft für nötig halten. Besteuerung des Haltens von Katzen,

Luxuspferden, Musikinstrumenten u. a. könne als Heil­mittel ebensowenig angesehen werden, wie Hinweise aus große, bisher unerprobte wirtschaftliche Unter­nehmungen, wie etwa die Verstadtlichung von Schauk- wirtschaften (Gotenburger System) oder eine dauernde Belieferung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln und dergleichen. Eine klare Scheidung der Abgabenquel­len des Reiches, Staates und der Gemeinden müsse der oberste Wunsch aller öffentlichen Verbände sein. Der Plan, ob die Gemeinden nicht durch Fortsetzung ihrer Tätigkeit aus dem Gebiete der Ernährung sich dau­ernde Einnahmen verschaffen können, ist innerhalb der Reichsbehörden erörtert worden. Bon diesem Danaer­geschenk wollen aber die Gemeinden nach den ge­machten Erfahrungen nichts wissen, und die Bevölke­rung erst recht nicht. Bei der Abspaltung der Neichs- steueru besteht die große Gefahr, daß daraus eine dau­ernde Abhängigkeit der Selbstverwaltung vom Staat und Reich entstehen kann.

:: Versorgung mit Kolonialwaren. Der Bundesrat hat eine Verordnung erlassen, durch die der Reichs­kanzler ermächtigt wird, die für die Zwecke der Ueber- gangswirtschaft erforderlichen vorbereitenden Maßnah- men zur Versorgung Deutschlands mit Kolonialwaren zu treffen.

:: Tas Bier wird wieder teurer. Die Verhandlun­gen der deutschen Brauereien mit dem Kriegsernäh­rungsamt wegen der Erhöhung der Bierpreise sind jetzt abgeschlossen. Die Norddeutsche Brausteuergemein­schaft wird demnach den Herstellerhöchstpreis für Bier für die Zivilbevölkerung vom 1. Oktober ab von 23 auf 29 Mark für hundert Liter erhöhen. Die Lan­desbehörden sollen gleichfalls mit Wirkung vom 1. Ok­tober ab einen Höchstsatz bestimmen, den die Bierver­leger an Gewinn Anschlägen dürfen.

:: Hnndcrttaufendc von Rindernverschwunden".

> Zur Bekämpfung des Schleichhandels mit Vieh wird in Bayern ein sogenannter Viehkataster eingeführt. In diesen Kataster mutz jeder Zu- und Abgang von Vieh nach Gattung, Alter und Geschlecht genau eingetra­gen werden, denn man hat die Wahrnehmung ge­macht, daß bei den Viehbestandsaufnahmen hundert­tausende von Rindern fehlten, die nur der heim­lichen Schlachtung zum Opfer gefallen sein konnten.

Uebrigens werden auch die thüringischen Staa­ten, wo sich gleichfalls bei der letzten Viehbestands­aufnahme ein nicht nachweisbarer Abgang von über 200 000 Rindern ergab, dem bayerischen Vorgehen in allernächster Zeit folgen.

:: Ter Lippische Landtag ist am 4. September zusammengetreten zur Beratung über das bedeutsame Landwirtschaftskammergesetz, ferner über die den Beaniten zu gewährenden K r i e g s z u I a $ e n. Staatsminister Freiherr v. Biedenweg hielt eine An­sprache, in der er an die Taheimgebliebenen die Mah­nung richtete, alles zu tun, um das uns von den Fein­den zugedachte erbärmliche Schicksal von uns abzu­wenden und dem Vaterlande seinen Platz in der Welt zu erhalten.

:: Tic Unabhängige Kandidatur in Berlin I. Wie

die sozialistischeIntern. Korresp." hört, hat die Unab­hängige Sozialdemokratie .Herrn Adolf Hoffmann

als 'Reichstagskandidaten für Berlin I in Aussicht ge­nommen. DerGothaer Generalanzeiger" behauptet

freilich, es sei ein Genosse Richard Müller, ein Metall­

arbeiter, einMann aus der Werkstatt", auf­gestellt worden.

* * *

Schweden: Wachsende Kricgsleiden.

; Neuerdings ist die Lage auf dem Wohnungsmarkt in > Stockholm geradezu verzweifelt. Die Bautätigkeit wäh­rend des ganzen Jahres ist äußerst gering gewesen. In­folge des Streiks find nicht einmal die wenigen Wohnungen fertig geworden, auf die man gerechnet hatte. Tie Schwie­rigkeiten treffen nicht mehr die Arbeiter allein, sondern alle Gesellschaftsklassen. Für zum 1. Oktober k. I. fertig­werdende Mietshäuser rechnet man 1500 Kr. Miete für das Zimmer.

höhung des Grundkapitals um 225 000 Mark vorzu­schlagen. In der Generalversammlung wurde die Ge­nehmigung zur Erhöhung des Grundkapitals durch Ausgabe von 225 neuen Aktien über je 1000 Mark gegeben.

** Berliner Früchte. Ein Berliner Mädel in Kna­benkleidung wurde auf dem Bahnhof Insterburg an­gehalten, als es dort ohne Fahrkarte eintraf. Auf der Polizeiwache bestand die junge Reißaus zunächst daraus, ein Junge zu sein. Sie nannte sich August v. B. und wollte in Charlottenburg wohnen. Erst später erklärte sie, die Tochter eines Zimmermanns v. B. in Berlin zu sein. Die Eltern waren während des Russeneinfalls nach Berlin geflüchtet. Ter Vater wäre in Berlin geblieben, während die Mutter nach Eydtkuhnen zurückkehrte. Da sich der Vater um sie nicht kümmere, hätte sie die Absicht gebabt, zu der Mut­ter zurückzukehren. Um besser als blinder Passagier durchzukommen, ließ sie sich die Haare kurz schneiden und zog Knabenkleidung an.

** Trotzdem gestohlen. Der Pastor in Betgendors hatte seinen wertvollen Kahn aus Angst vor Dieben besonders gesichert. Er hatte drei starke Pfähle in den See geschlagen, und an diesen mit drei eisernen Ketten und drei Schlössern den Kahn angeschlossen. Als er dieser Tage den Kahn benutzen wollte, war er mitsamt den Pfählen, Ketten und Schlössern ver­schwunden.

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Aus aller Welt

** Kriegsgefangene beim Fcuerlöschdienst. Auf der

Vertreter-Versammlung der Kreis-Feuerwehr wurde em Antrag eingebracht, Kriegsgefangene zum Feuerlosch- dienst heranziehen zu können. Auf Ansuchen des Vor­sitzenden des Kreisverbandes ist vom Gefangenen- Wachtkommando der Bescheid eingegangen, daß dre Wachmänner Anweisung erhalten sollen, in Brand- fällen mit ihren Gefangenen zwecks Hilfeleistung zur Brandstätte zu eilen.

** Bor Zuzug wird gewarnt! Eine beachtenswerte Kundgebung veröffentlicht der Magistrat von Bütow in Pommern. Sie besagt:In letzter Zeit mehren sich die Zuzüge von Landleuten in die Stadt. >vte Ursache liegt oft darin, daß die Betreffenden nicht mehr land­wirtschaftliche Arbeiten verrichten wollen und hoffen, in der Stadt höhere Kriegsunterstützungen und Beihil­fen zu bekommen. Bei der jetzigen Wohnungsknappheit haben wir ein dringendes Interesse daran, den Zuzug von solchen Landleuten zu verhindern. Im Interesse der Volksernährung werden Arbeitskräfte auf deni Laiide dringend gebraucht. Kriegerfrauen, die vom Lande in die Stadt ziehen, haben aus städtische Zuschüsse (Mietbeihilfen usw. zu den staatlichen Familienunter- stützungen) nicht zu rechnen. Wir warnen die stadti- > schen Hausbesitzer vor der Ausnahme vom Lande zu­ziehender Personen. Mietbeihilsen werden in solchen Fällen nicht bezahlt. .

** Steuer-Burcaukratismus. In Kunitz (Kreis Liegnitz) hatte auf dem dortigen Niedergut ein Ar­beiter sieben Tabakpslanzen sich gekauft. Tie Pflan­zen gediehen im Garten sehr gut. Da erschien eines Tages der Steuerbeamte und verlangte 10 Psg. für jede Pflanze. Das war aber dem armen landwirt­schaftlichen Arbeiter zu hoch, und er verweigerte die Zahlung. Da forderte der Beamte den Arbeiter auf, die Tabakpflanzen sofort zu vernichten. Als dies der Arbeiter nicht befolgte, zertrat der Beamte selbst die prächtig entwickelten Tabakpflanzen. In den Zei­ten des Tabakmangels wieder einMeisterstückchen" des heiligen Bureaukratismus!

** Aufträge zur Herstellung von Kriegsanleihe- 1 stücken hat die Aktien-GesellschaftVereiniate Banhe- ner Papierfabriken" in solchem Umfanae erhalten, daß die Ge ellschaft sich infolgedessen genötigt sah, eine Er-

Explosion »n einer Pulverfabrik. In Der Pul­verfabrik von Franz Winterholler in Tharsau fand eine Explosion statt, .die aus noch nicht geklärte be­triebstechnische Ursachen zurückznführen ist. Außer dem Sachschaden sind einige Menschenleben zu beklagen.

** Städtische Zwangsanleihe. Tie Stadt Warschau hat bei wohlhabenden Einwohnern eine Zwangsanleihe ausgeschrieben. Da von den vom Magistrate zur An­teilnahme an der sechsprozentigen Anleihe benannten 4300 Personen bis jetzt erst 1200 Personen vorichrrfts- gemäß die Anleihe erworben haben und die vom Magistrat ausgesandten Mahnungen nicht den ge­wünschten Erfolg erzielten, wurde von der Fmanzab- teilung der Stadtverwaltung beschlossen, dem Voll­streckungsdienst Auftrag zur Eintreibung der einmaligen Steuer in Höhe von 20 Prozent der rückständigen Summe unter gleichzeitiger Erhebung von 1 Pro­zent Zuschlag für jeden verspäteten Monat zu erteilen.

** Tie Urlauber als Mittagsgäste. Eine in der gegenwärtigen Zeit recht selten gewordene menschen­freundliche Gesinnung gibt der Schmiedemeister Lrchert in Niederweistritz kund, indem er schon seit längerer Zeit jeden aus dem Dorfe stammenden Kriegsteil­nehmer, wenn er nach der Heimat auf Urlaub kommt, einmal zu sich zum Mittagessen einladet. So kommt es fast allwöchentlich vor, daß einer oder manchmal mehrere Feldgraue zugleich bei ihm zu Gaste sind und sich am Familientische an Speise und Trank, sowie an den freundlichen Worten des Gastgebers laben

können. ... m

** Brotkarten auf Vorschuß. Die vorzeitige Be­lieferung der Brotmarken durch die Bäckereien hat in Köthen zu erheblichen Schwierigkeiten geführt. Am Mittwoch und Donnerstag erschienen Hunderte von I Frauen auf dem Rathause und verlangten Brotmarken. Er stellte sich heraus, daß sie mit ihren Marken sehr unwirtschaftlich verfahren und sie schon 8 bis 14 Tage vor der Gültigkeit in Zahlung gegeben hatten. Da Sonderzuweisungen seitens des Magistrats nicht gege­ben werden konnten, wurde jeder Frau, um der augen­blicklichen Not zu steuern, eine Brotmarke vor,chuß- weise gegeben und bei der Verteilung der neuen Wrac­ken in Abzug gebracht. Um aber den betreffenden Familien etwas entgegenzukommen, gab man für jede abgezogene Brotmarke eine Anweisung aus zwei Psnnd Kartosselwalzmehl. Ten Bäckereien aber wurde strengste Weisung gegeben, Marken nicht vor dem Gültigkerts-

termin ' anzunehmen.^_ . .

** Tie endlosen Pilzvergiftungen haben die groß­städtische Presse endlich zu der Erkenntnis gebracht, daß die fortgesetzten Anregungen der Presse usw. zur Pilzverwertnng die Schuld tragen. Jetzt heißt es an derselben Stelle, an der sonst zur Sammlung von Pil­zen angeregt wird:

Pilze dürfen nur von Kennern gesammelt werden!" o

W e r ist Kenner? Wie wird man Kenner? Die Pen- sronsinhaberin in Potsdam, durch deren Suchen fünf Personen zu Tode gekommen sind, hatte nach einem Merkblatt" gesammelt. Diese Merkblätter, deren eines auch vom Retchsgesnndheitsamte herausgegeben worden ist. ermöglicht für den Nicht-Kenner keine genü­gende Unterscheidung. - Wer Pilze nicht kennt, ver­suche nur einmal, mit diesen Merkblättern fertig zu werden; er wird finden, daßalles anders" ist, daß man sich darauf nicht verlassen kann.

In Potsdam ist gegen die unglückselige Pen­sionatsinhaberin Frau Blindow eine gerichtliche Un­tersuchung eingeleitet worden. Das Befinden der bei­den noch in ärztlicher Behandlung stehenden Kranken hat sich soweit gebessert, daß sie sich jetzt außer Lebens­gefahr befinden. Zwei Soldaten sind ebenfalls außer Gefahr.

Gerichtssaal.

^Nächtliche Tiebessahrtcn eines Ehepaares. Der jetzt in Untersuchungshast sitzende Techniker Ernst Sch., der früher in Aachen wohnte, hielt sich im Februar d. I. in einem Hotel in Düsseldorf auf. Hier führte das junge Ehepaar ein eigentümliches Leben, denn sie waren öfters nachts nicht im Hotel, sondern kehrten erst am hellen Morgen heim. Dies rätselhafte Auftreten soll.e bald seine Auf­klärung finden. Sch. unternahm nachts Diebesfahrten, auf denen er fast durchweg von seiner Frau begleitet war. Er kam dabei in die Umgegend von Osterrath 1 und Düsseldorf, wo Sch auf einer ganzen Reihe von 'Gehöften Stal­lungen erbrach, aus denen er Kaninchen, sowie Gefügel in großer Zahl stahl . Die Frau Sch. beteiligte sich bei der Fortschafsung des gestohlenen Geflügels. Welchen Umfang die Diebereien des Sch. angenommen haben, geht an­der Tatsache .hervor, daß Sch. bei dein Verkauf de- Ge­flügels bet einem Händler in Düsseldorf etwa 5000 Mark erhielt. Die Angeklagten, die in einer Notlage gehandelt haben wollen, waren im großen und ganzen geständig. Das Gericht in Creseld erkannte gegen Sch. ans zwei Jahre, gegen seine Frau aus neun Monate Gefängnis.