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Aus dem amtlichen Kreisblatt.

Hessische Landes-Gemüsestelie, 20. 8. 18: Verordnung über Herbst­gemüse und Herbstobst der Ernte 1918.

Kreisamt Gießen, Io. 8. 18: Bekanntmachung betr. die Außer­kurssetzung der 2o-Pfennigstücke aus Nickel. Sie gelten vom 1 Oktober 1918 nicht mehr als Zahlungsmittel.

Kreisamt Gießen, 23. 8. 18: Bei einem verendeten Schwein des Landwirts Wilhelm Gaub in Oppenrod ist die Notlauf­seuche festgestellt.

Krcisomt Gießen, 21. 8. 18: Verkehr mit Zucker zur Herstellung von Tresterwein. Die Bekanntmachung ist auf Zimmer 5 des Kommunalverbandes einzusehen.

Reichsstelle für Gemüse und Obst, 23 8. 18: Verbot der Ver­

arbeitung von Obst zu Obstwein.

Staatssekretär des Kriegsernährungsamtes, 12.8.18: Abänderung der Verordnung über die Preise für Heu aus der Ernte 1918.

Landesobststelle für das Großherzogtum Hessen, 22. 8. 18: Be­kanntmachung betr. Obftvcrftcigcrungcu.

Neichsstelle für Gemüse und Obst, 22.8. 18: Erzeugerhöchstpreise für Gemüse.

Polizeiamt Gießen, 26. 8. 18: Gast-, Speise- u. Schankwirtschafteu, Kaffees, Vereins- u. Gesellschaftsräume, in denen Speisen u. Getränke verabreicht werdet!, sind vom 1. September ab um 11 Uhr zu schließen.

Landesobststelle für das Großberzogtum Hessen, 22. 8. 18: Er- zeugerhöchstpreise für Obst.

Kreisamt Gießen, 16. 8. 18: Errichtung von BezirksfürsvraesteUen für Kriegsbeschädigte und Kriegshinterbliebene für die Landgemeinden des Kreises Gießen.

Kreisamt Giehen, 22. 8. 18: Maßregeln zur Unterdrückung des ansteckenden Scheldekatarrhs des Rindviehs zu Staufenberg

Kreisamt Gießen, 26. 8.18: In der Zeit vom 26. August bis lo. September wird in den Landgemeinden Süßstoff (Saechnrin) ausgegeben.

Kreisamt Gießen, J7.'8. t8: Oclschlagschcin. Die Verarbeitung von Oellaaten darf nur dann vorgenommen werden, wenn Oetzchlagscheüre vom Kommunalverbande Gießen oder Friedberg vorliegen. Die Namen der Oelmühleu sind im Kreisblatt zu lesen.

Kreisamt Gießen, 27. 8. 17: Alle Rückwanderer aus Frankreich machen^ * imtCU 24 @tunben uach Ankunft namhaft zu

Kreisamt Gießen, 26 8. 18: Als Brunnen- und Pumpenbauer, auf Bezugskarte erhalten hat, kommt fiir den Kreis Gießen Herr Heinrich Hellwig in Lich in Betracht.

PoSiiifcbes.

Gin Man« der die Wahrsi.it sagt. Der ehe­malige russische Minister Timirjafew erklärt, er habe ge­muht, daß Rußland einem Kampf mit Deutschland nicht gewachsen sei, und sei deshalb im Jahre 1914 gegen den Krieg gewesen. Der Gedanke, Rußland kannte von neuem Krieg anfangen, erscheine ihnr wahnsinnig. Rußland habe keme Armee und werde sobald auch keine haben. Man solle also Rußland in Ruhe lassen und darnach trachten möglichst bald zu einem allgemeinen Frieden zu gelangen. Der allgemeine Friede sei leicht zu erreichen, wenn Euro­pa auf den Anspruch verzichte, den deutschen Militaris­mus zu vernichten. Timirjasew betonte, daß seit 1871 Deutschland allem keinen Krieg geführt habe. Der erste öchrit zum Imperialismus zur See sei keineswegs von Deutschland angegangen, den Grund zu diesem Imperi­alismus habe England gelegt. Der GrundsatzUnsere Flotte muß stärker sein als die vereinigte Seemacht der beiden mächtigsten Weltst.aaten" sei nicht in Berlin, sondern m London verkündigt worden. Diese Lösung habe das Problem des bewaffneten Friedens zugespitzt.

KriegsmiidigkeitderrchtigtMicht-rfüllnug

«otwrndig Alle Völker sind rechtschaffen kriegsmüde, Mit Ausnahme weniger Staatsmänner, die nicht wissen, wie das aus den Fugen gegangene Weltgebäude wieder leidlich zusammengekittet werden kann. Auch die Erober­ungsfanatiker sind kriegsmüde, meinen aber, das Volk immer wieder in ihrem Sinne stärken zu müssen. Das Volk braucht dieseStärkung" nicht. Es kennt seine Pflicht. Es weiß aber jeder, daß ausschließlich Waffengewalt diesen Krieg niemals zum Ende bringen kann. Nur soll man den Kopf nicht hängen lassen, sondern auf dem Platz, auf dem mann steht, seine Pflicht tun.

Wnmrnmmm.

* Verjonttchk-ttsausrvrile bei Gisenbalirr- fahrterr Die von den Mstitäroefchlshabern seit län­gerer Zeit zum Schutze unse-es gesamten Wirtschafts- lebenS und oec militärischen Maßnohmen gegen die Betägigung feindlicher Agenten eingerichteten Eisenbahn' ubecwachungsreisen haben sich als außerordentlich zweck­mäßig und für die Sicherheit des Reiches förderlich erwiesen. Dieses günstige Ergebnis ist u. a. dem Um­stand zu verdanken, daß die Mehrzahl der Eisenbahn- reisenden in zunehmender Erkenntnis der Notwendig­keit dieser Einrichtungen sich den bestehenden Vorschriften über die Verpflichtung zum Ausweis ihrer Persönlichkeit willig unterzogen hat. Die mit der Einrichtung der Etsenbahnüberwachungsreisen erstrebten Ziele würden sich jedoch noch in größerem Umfange erreichen lassen, wenn alle Reisenden sich ganz allgemein dessen bewußt wür­den, daß sie die schwere und verantwortungsreiche Tä­tigkeit der Eisenbahnüberwachungsceisenden wesentlich fordern könnten, indem sie selbst nach Möglichkeit die Feststellung ihrer Persönlichkeit erleichtern. Dies kann dadurch geschehen, daß sich jeder Reisende für jede Reise jutt ihm gehörigen Papiere veisieht, die über seine Per­sönlichkeit ausreichenden Ausschluß geben. Als solche kommen Papiere in Betracht, wie sie jedermann zu ^sitzen pflegt, z. B. Schulzeugnisse, Steuerquittungen, Radsahrkarten, Vormundsbestallungen, Urkunden über die Ernennung zum Beamten, standesamtliche Urkunden und anderes; besonders wertvoll zu diesem Zweck sind mit einem Lichtbild des Inhabers versehene Papiere, wie Postausweise, Kcastwagenführerscheine usw. Die Vorlegung eines Passes oder eines Passersatzes kann

von deutschen Reisenden Zwar nicht verlangt werden; wer jedoch im Besitze eines solchen Papieres ist, sw d sich naturgemäß am besten durch drssen Vorlegung aus weisen. Abgesthkn davon, daß die Reisenden durch ein den Vorgeschriebenen Erfordernissen angepaßtes Ver­holten zu ihrem Teile an der restlosen Durchführung der zur Sicherheit des Reiches getroffenen Maßnahmen milwirkcn können, handeln sie auch in ihrem eigenen In­teresse, wenn sie die von den Militärbefeblshaber erlas senen Ausweisvorschriften willig erfüllen/da die Eisen bahnüberwachungsceisenden berechtigt sind, Reisende, die die sich nicht ausreichend über ihre Person ausweisen, von der Eisenbahnfahr-t so lange auszuschließen, bis die Persönlichkeit einwandfrei festgestellt ist.

Vapierersparms bri Behörden Einen erneu ten Erlaß zur Sparsamkeit im Papierverbrauch haben die preußischen Minister an die Nachgeordneten Lihörden ergehen lassen. Es soll mit größter Strenge auf Spar­samkeit im Verbrauch aller Parpiersorten hingcwirkt Werden. Bet Schreibpapieren insbesondere sind gewöhn- l che Bogen der Größe 26,5X42 oder 33 X 42 Ztm , einmal gefalzt, nur. in den allernolwendigsten Fällen zu verwenden, in allen übrigen Fällen sind Blätter, d. h. nach dem Umfange der jeweilige» Verfügungen oder Mitteilungen halbe, viertel o. achtel Bogen zu benutzen. Die mit Maschinenschrift auf Durchschlagpapier angefer­tigten Schreiben sind stets beiderseitig, und alle amt­lichen Berichte, Gutachten und Gesuche nicht mehr auf gebrochenen Bogen, sondern über die ganze Seite zu schreiben. Dagegen ist bei den mit Maschinen- lchrift anzufertigenden Schreiben nur insoweit von der einmaligen Schaltung Gebrauch zu machen, als durch die sogenannten einzeilige -Schrift nicht eine Schädigung der Sehkraft des Lesers zu befürchten ist.

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* Bevorstehende Schließung der Zignrrenfa- drinen Die deutsche Zentrale für Kciegtzlicferung und Tabakfabrikation in Minden kündigt die Schließung der Ztgaccenfabriken und die Entlassung der Arbeiter für das Jahresende wegen Erschöpfung der Vorräte an Roh tabak an. Es kommen etwa 6000 Zigarrenfabrikatt- onsbetctebe in Betracht, die im Jahre 1916 rund 220 000 Arbeiter beschäftigen. Da seitdem die Fabrikation auf 40 Prozent herabgegangen ist, so kämen noch 80000 bis 90 000 Arbeiter in Frage, die natürlich sitzt in am deren Betrieben untergkbracht werden müssen.

* Tabakersatz in der Zigarettenindustrie.

Wie dieLeipz. 9 1 . N." Horen, wud in einer seiner nächstenSltzungen der BundeSrat der ZtgareLtenindustc're die Emächtlgung erteilen, bis zu 50 Prozent Tabakersatz bei der Herstellung von Zigaretten zu verwenden. Damit dürften die an sich nicht unbedeutenden Vorräte an Zigareltentabak in Deutschland auf mehrere Jahre gestreckt werden. Außerdem ist auch mit einer Herab­setzung der Zigacetteopreise zu rechnen, so daß der Klein- verkausspcns der billigsten Sorte sich wieder etwa 5 Pfg. für das Stück stellen wird.

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Hausschlachtungen 1918 19. Wie in den ver­gangenen Jahren, so werden auch im Herbst und Wtn'- ter 1918/19 Hausschlachtungen wieder zugelassen werden, falls d^r Selbstversorger das Tier ln seiner eigenen Wirtschaft miüdepens 3 Monate gehalten hat. Die Hausschlachtungen sind nach wie vor genehmigungs­pflichtig. Sie dürfen nur vorgenommen werden, wenn die Erlaubnis des Kommunalverbandes, das ist desKcus amtrs, vocltegt. Der Antrag auf Genehmigung ist auf der Bürgermeisterei zu stellen, und zwar spätestens eine Woche vor beabsichtigter Schlachtung. Nach einer neu» eren Anordnung kommt zu der Genchmigungspfltcht eine Anmeldepflicht hinzu, damit schon sitzt ein Ueber- blick darüber gewonnen werden kann, wttotel Schweine für Hausschlachtungen beansprucht werden und über wie­viel Schweine anderweitig verfügt werden kann. Die Pflicht zur Anmeldung haben alle Haushaltungsvor­stände, die im kommenden Herbst und Winter Haus- schlachtungen vornehmen wollen. Die Anmeldung hat bei der Bürgermeisterei dts Wohnortes zu erfolgen.

* Weiterer Ausbau der Mietseinigringsarn ter. Die Wirksamkeit der Mtetselliigungsämtec ist viel­fach dadurch beeinträchtigt worden, daß cs an allgemei­nen Richtlinien für dieselben fehlte und sie sich auf die eigene Erfahrung Melassen mußten. Nach Berliner Blät­tern ist nicht beabsichtigt, diese in der Kciegszeit geschaffene Einrichtung später Mied- fallen zu lassen; man will sie vielmehr auf eine fcsure Grundlage stellen, sie weiter ausbaucn und dauernd den allgemeinen sozialen Ocgm nisationen angltedern.

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* Gin neues Mittel zur Hebung der Hntter-

abtteferuug wendet der Kceisausausschuß zu Diepholz mit gutem'Erfolge an. Jed»m Kuhhalter wird eine Milch'Mindestabliesecungsschuld (je Kuh und Tag 6 Li­ter) ausirlegt und cs wird den Säumigen und wider­willig Liefernden die beste Milchkuh (event. auch sämt­liche Kühe) enteignet und an gute Milchablieferec zum Höchstpreise abgegeben. Die Butterabsicferung des Krei­ses ist hierdurch um 2025 Prozent göstiegtn.

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Höchstpreise für Schlnchtschmeirre. Der Abg. Diehl hat die Negierung folgende Anfrage gerichtet:Ist Großh. Regierung bekannt, daß die jetzigen Höchstpreise für Schlachtschweine den Einkaufspreisen von Ferkeln und Einlegschweinen nicht entsprechen? Was gedenkt.Gr. Re­gierung zu tun, um die Landwirte und Schweinezüchter schadlos zu halten.

Sielerrgeschirre für die Landwirtschaft. Um der

Not der Landwirtschaft an Geschirren zu steuern, hat das Kriegswirtschafisamt Frankfurt a. M. für das Großher- Zogtum Hessen und Provinz Hessen-Nassau 600 Sielenge-' schirre zur Verfügung gestellt. Anträge sind an das Kriegs­wirtschaftsamt Frankfurt a. M. zu richten. Die Dring­lichkeit dieser Anträge muß von den Vürgermeistereien bestätigt werden. Die Geschirre gelangen durch die Firma Earl David Söhne, Ledergroßhandlung in Frankfurt a. M. zur Verteilung.

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Schlechte Aussichten für die Petroleumver- sorgung Das Reichswirtschaftsamt rechnet damit, daß in diesem Winter nur etwa ein Viertel der vorjährige Ge­iamtmenge an die Zivilbevölkerung abgegeben werden kann. Um der Beleuchtungsnot des kommenden Winters nach Möglichkeit zu steuern, hat das Reichswirtschaftsamt die Verteilung einer größeren Menge Kerzen in Aussicht ge­stellt. Hinsichtlich der Freigabe von Material für Herstel­lung von Anschlüssen an die elektrische Beleuchtung ist tunlichstes Entgegenkommen zugesagt worden. Den Ge­meinden wurde dringend empfohlen, diesen Anschluß, wo er zu erreichen ist, anzustreben.

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Zur Metallabgabc

s Ben Akiba hat recht:Alles ist schon dagewesen, auch die vielerörterte Metallabgabe zu Kriegszwecken. Be­reits im 18. Jahrhundert schrieb der damals bekannte Wiener Spötter Blumenauer im 7. Buche seiner Travestie auf Vergils Aenois:

Aus den Metallen jeder Art Schuf man jetzt lauter Waffen:

Aus jeder Ofengabel ward Ein Bajonett geschaffen;

Zur Lanze ward ein Bratspieß hier,

Zum Harnisch für den Kürassier Ward dort ein Ofentürl.

Zu Kugeln schmolz man auch das Blei;

An allen Fensterscheiben:

Kein Eisenriegel durfte frei Von der Verwendung bleiben,

Es ward zum Dolche zugespitzt,

Aus Kasserollen schoß man jetzt Austatt der Knödel Bomben."

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Nmrbarmacdung der Bucbeckern-Ernte.

Wie das Kriegsministerium mitteilt, hat das Kriegs­amt die öffentliche Ernte der Bucheckern übernommen. Träger der Organisation sind die Kriegswirtschafts-Aemter, die sich zur Durchführung der Kriegswirtschafts-Stellen zu bedienen haben. In der gleichen Weise wie bei der Laub­sammlung wird die Sammlung durch die Kriegswirtschafts- Stellen und Ortssammel-Slellen durchgeführt werden. Die Kriegswirtschafts-Aemter haben sofort durch Benehmen mit den Regierungen und durch Rundfragen bei den Kriegs- wirtschafts-Stellen festzustellen, in welchen Kreisen eine Buch­eckern-Ernte zu erwarten ist und welche Maßnahmen wegen der Sammlung betroffen, ob Ortssammelstellen-Leiter zu ernennen sind k . Die Staatswsldungen werden in Preu­ßen für die Buchern-Sammlung mit einigen im Interesse des Waldschutzes gebotenen Einschränkung freigegeben wer­den. Auch ist vorgesehen, daß die Eigentümer von Privat­waldungen Sammlungen der vom Kriegswirtschasts-Amte beauftragten Stellen zu dulden haben, soweit nicht der zu­ständige Landrat auf Antag des Waldeigentümers in Einzelfällen besondere Einschränkungen anordnet. Soweit es in Bezirken mit Bucheckern-Crnten noch an Oris­sa m m e l -Stellen fehlt, ist ihre sofortige Einrichtung zu veranlassen. Da die Bucheckern-Ernte voraussichlich schon Mitte September beginnt, ist die sofortige Durchführung der Erhebung k. den Behörden zur Pflicht gemacht.

Aus dem Sauerlande wird zur Bucheckern-Ernte geschrieben: Goldenen Segen und Gewinn bietet der All­gemeinheit in diesem Iahre unser herrlicher Wald, wenn er nur rechtzeitig und richtig erfaßt wird. Das Iahr 1918 ist nämlich eines der seltenen Jahre, die eine wirklich reiche Frucht der Rotbuche, dieses echt deutschen Wald- baumes, bringt. Einen derartigen Fruchtbehang wie H6ute haben wir im Sauerlande wohl noch nie bei der Rotbuche beobachtet, und das gleiche gilt für die Heimatprovinz und ganz Deutschland. Mit dem Oel, das in diesem Som­mer aus den reifen Bucheckern gewonnen werden kann, ließe sich der deutsche Bedarf vollkommen decken, wenn nur rechtzeitig alles für das Sammeln und Ver­arbeiten der Buchenfrüchte vorgesehen und eingerichtet wird. Das Vuchöl ist ein äußerst wohlschmeckendes Speise­öl, welches dem Olivenöl nicht nachsteht. Allerdings hält es nicht so lange, muß vielmehr bis längstens zmn näch­sten Frühjahr aufgebraucht sein, wenn es nicht ranzig werden und seinen Wohlgeschmack verlieren soll. Frei­stehende und an den Waldrändern stehende Bäume tragen reichlicher und auch bessere Früchte, als die Buchen der dichten Bestände, die weniger von der Sonne getroffen werden. Dem Vernehmen nach werden amtliche Verfü­gungen zur Gewinnung der Buchenfrüchte und zur Her­stellung des Oeles erlassen werden, und es wäre zu be­grüßen, wenn sie den Erfolg, hätten, daß der Reichtum des Waldes an der heute so wichtigen Frucht dem Bater- lande voll < zugute kommt. Die Bucheckern selbst, sowie deren Preßrückstände liefern übrigens auch ein gutes Schweine- und Geflügelfutter, welches sich zur Mästung eignet. 4

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Reiche Mcheicrute Nicht nur die Bucheckern-, sondern anch die Eichelernte verspricht in diesem Herbst vorzüglich zu werden. Eicheln bilden übrigens nicht nur für Schweine, sondern auch für Rindvieh ein gutes Futter.