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Expedition: Siidanlage 21.

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Verlag derGieftener Zeitung", Gießen.

Druck der Gießener Verlagsdruckerei, Albin Klein.

Nr. 51. Tel-ph° Nr. 362, Samstag den 8. Juni 1918.

Telephon Nr. 38L 31. Jührg.

Deutsche U-Boote an der amerikanischen Küste.

Im Westen feindliche Angriffe siegreich znrückgeschlagen.

Ueber die Ardre vorgedrnngen.

12««« u. 28««« u. 2«««« Br -R -T. = zusammen 6« 000 Br.R.-T. versenkt.

Grösstes Auffeben

über das erscheinen deutscher U Booie an der amerikanilchen Hüfte.

* Washington, 5 Juni. Reutermeldung. DaS Flottendepartkment erhielt die amtliche Nachricht, daß an der a meri ka ni sch en Küste ein Dampfer und drei amerikanische Schooner vonUnterseebooten ver­senkt worden sind. Berichte aus New Jork besagen, daß bet den Versenkungen zwei Unterseeboote beteiligt gewesen find. Die Schiffe sind wahrscheinlich an der Küste von New England und New Jersey verloren ge- gangen.

* Rotterdam, 6. Juni. Das Erscheinen deut­scher U-Boote an der amerikanischen Oftküste in dem Augenblicke, wo nach den Worten Clemenceausdie Partie in Erwartung der amerikanischen Hilfe gespielt wird," hat in den Vereinigten Staaten und den Entente- ländern in Europa das größte Aufsehen hervor- gerufen und einen sofortigen Kurssturz an der New Aorkec Effektenbörse zur Folge gehabt.

"Rotterdam?. Juni. Londoner Blatten melden, daß in New Uork Nachrichten von neuen Schisfs- Verlusten bekannt gegeben werden. Obwohl der Uebex- seeveckehr der großen Dampfer jetzt vorübergehend ein. gestellt worden sei, ser man über das Schicksal mehrerer seit 1. Januar ausgelaufener Transportdampfer in Sorge.

120000 Mann Uerlufte.

Köln, 5. Juni. Der Kriegsberichterstatter derKöln. Ztg" Prof. Wegener, berichtet von der westlichen Front u. a.: In der Gegend von La Ferte-Milon am Ourcq- fluß stehen wir nur noch 70 bis 80 Kilometer von Paris. Die Gesamtziffer der bei den Gefangenensammelstellen abgelieferten englischen und französischen Gefangenen beträgt bis zum Abend des 4. Juni über 48000 Mannund 1200Offiziere. Schätzt man danach in dem erfahrungLmäßigen Verhältnis die Gesamtvecluste deS Feindes einschließlich Verwundete und Tote, so kommt man selbst bei vorsichtigster Annahme auf m i n d e st e n s 120000 Mann.

Compiegne und Reims, auch die Eisenbahn- von Eompiegne nach Paris sei durch die Bomben­würfe gefährdet.

" Basel, 6 Juni. DerTimes" meldet: Die Deutschen kommen nördlich der Aisne langsam weiter vorwärts. Ihr Keil schiebt sich, deutlich wahrnehmbar, gegen das Vorgelände von Compiegne heran.

* Rotterdam, 6. Juni. DieMorning Post" meldet eine zunehmende Ausklärungstätigkeit an dem englischen Teil der Front. AuS besonderen Gründen habe man zu örtlichen Evakuierungen im PaS de Calais schreiten müssen.

Amtliche deutfebe Cagesbericbte.

Berlin. 4. Juni. Durch die Tätigkeit unserer U-Boote wurden im Sperrgebiet um England wiederum 12 000 Bruttoregistertonnen versenkt, llntec den ver­senkten Dampfern befanden sich 2 mittelgroße bewaffnete Dampfer, einer davon englischer Nationalität.

Der Chef deS Admiralstabcs der Marine.

wtb. Großes Hauptquartier, 5. Juni 1918.

Westlicher Kriegsschauplatz:

Heeresgruppe Kronprinz Nupprecht

Erfolgreiche Vorstöße in Flandern brachten Ge­fangene ein. An der ganzen Front hielt rege ErkundungS- tätigkeit an. Der Actilleriekampf lebte vorübergehend auf.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz

In Erweitung unserer Erfolge auf dem Südufer der Aisne warfen wir den Feind aus Ambleny Cutry zurück und nahmen seine Stellungen nördlich von Dommiers. Oertltche Kampfhandlungen beiderseits des Ourca'Flusses. Im übrigen ist die Lage unverändert.

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Leutnant Löwenhardt errang seinen 26. Luftsieg.

Der Erste Generalquartiecmeifter: Ludendorff.

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Berlin, 5. Juni, abends. An der Schlach.front ist die Lage unverändert.

Hauptmann Berthold und Leutnant Menkhoff er­rangen ihren 31., Leutnant Löwenhardt seinen 27, Leutnant Udet seinen 26., Leutnant Kicchstein seinen 21. und 22. Luftsieg.

Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff.

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Berlin, 6. Juni, abends. An der Schlachtfront örtliche Kämpfe nordwestlich von Chateau-Thierry und an der Avre.

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B ec l i n, 6. Juni. Im Mittelmeer versenkten deutsche und österreichisch-ungarische U-Boote 5 Dampfer und 6 Segler von zusammen über 20 000 Bruttoregister­tonnen. Die Dampfer wurden aus stark gesicherten Ge­leitzügen herausgeschossen. Einer von ihnen war ein KriegsmaterialtranSpoctec.

Der Chef des Admtralstabes der Marine.

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wtb. Großes Hauptquartier, 7. Juni 1918.

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Nupprecht

Zeitweilig auslebender Actilleriekampf. Rege Ec­kundungstätigkeit. Bei einem Vorstoß in die französische Linien westlich vom Kemmel nahmen wir 2 Offiziere und 50 Mann gefangen.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz

Auf dem Schlachtfelde blieb die Gefechtstätigkeit auf örtliche Kampfhandlungen beschränkt. Nördlich der Aisne und nordwestlich von Chateau Thierry wurden Teilangriffe des Feindes abgewiesen. Südöstlich von Sarcy nahmen wir nach starker Artillerievorbereitung die feindlichen Linien beiderseits der Ardre. Wir machten 300 Gefangene.

Der Erste Generalquartiermeistec: Ludendorff.

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Berlin, 7. Juni, abends. An der Schlachtfcont ist die Lage unverändert.

Oer deutfebe Arbeiter

ift kein Proletarier!

Zur militärischen Lage im Aeslen.

. Bern, 4. Juni.Progres de Lyon" wird aus Paris gemeldet: Die Stelle, an der die Deutschen am weitesten vorgedrungen sind, befindet sich bei Monthiers, eine Ortschaft zwischen Villers-Cotterels und Chateau Thierry, die sich in der Lustlinie nur 68 Kilometer von Paris entfernt befindet.

"Genf, 4. Juni. DerMatin" meldet: Der feind, liche Druck in der Richtung Compiegne hat sich noch nicht gemindert. Die Stadt Reims liegt n gesteigertem feindlichen Artilleriefeuer. DerTempS" meldet: Die Eisenbahn von Reims nach Epernay wird schwer beschossen. Die Bahnlinie ist bereits an mehreren Stellen unbenutzbar.

* Genf, 4. Juni. Den französischen Widerstand im Walde von Cottecets leitet Petain. Die von Cle- menceau dem Heeresausschuß der Kammer gemachte 'Mitteilung enthielt die Versicherung, Foch und Petain hätten die Aufstellung der Reserven so beschleunigt, daß -U«aux, Villers-Cotterets und Compiegne vollkommen gedeckt seien und daß demnach ein konzentrischer Vor­marsch auf Paris ausgeschlossen sei.

" Genf, 5. Juni. Nach Pariser Meldungen ist der ^orortsru gverkehc von Paris nach Meaux eingestellt. Auch die Räumung von Meaux vcn der Zivilbevölkerung und den Behörden wird vom PariserPetit Journal" bestätigt.

5 * 2uni. Die Pariser Blätter melden die Unterbrechung des Eisenbahnverkehrs von Reims nach Gpecnay. ^

r ^ t 5' Juni. Meldungen von der Westfron berichten über die Fortsetzung der Beschießung vo

Berlin, 5. Juni. DaS von dem bewährten U-BootS- kommandanten Oberleutnant z. S. Lo ß befehligte Boot vernichtete im Kanal neuerdings 5 Dampfer und 3 fran- zösi'che Fischerfahrzeuge mit über 28000 Bcuttoregister- tonnen Unter den versenkten Dampfern befanden sich der englische HilfskreuzerNoldavie," 9500 Tonnen, sowie ein bewaffneter Dampfer von etwa 6000 Tonnen, die beide aus einem stark gesicherten Ge- leitzuge herausgeschossen wurden.

Der Chef des Admicalstabes der Marine.

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wlb. Großes Hauptquartier, 6. Juni 1918.

Westlicher Kriegsschauplatz:

Heeresgruppe Kronprinz Nupprecht.

Artillertetätigkeit wechselnder Stärke. Mehrfach brachten Erkundungsgefechte Gefangene ein.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

An der Schlachtfront ist die Lage unverändlxt. Oertliche Kampfhandlungen westlich von Pontoise, nörd­lich der Aisne und am SaviereS Grunde brachten uns in den Besitz feindlicher Ecdwerke und Gräben. Der Artill^riekampf war vielfach lebhaft. Chateau Thierly lag unter anhaltendem ZerstöcungSfeuer der Franzosen.

Die Beute der Heeresgruppe Deutscher Kronprinz seit 27. Mai beträgt nach bisherigen Feststellungen: mehr als 55000 Gefangene, darunter über 1500 Offiziere, mehr als 050 Geschütze und tveit über 2000 Maschinengewehre.

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In den beiden letzten Tagen wurden 40 feind, liche Flugzeuge und 4 Fesselballone zum Absturz gebracht. Jagdgeschwader Ri ch t h o f e n schoß gestern 15 feindliche Flugzeuge ab.

Von Schlosser W. Wahl-Bremen.

(Die nachstehenden Auslassungen bilden den Hauptteil eines Vortrages, den Herr- Wahl am 14. Mai in Berlin unter großem Beifall vor dem Alldeutschen Verband gehalten hat, und sind unS von dem Verfasser freundlicherweise zwecks Veröffent- lichung zur Verfügung gestellt worden Sie werden als ein kräftiges Lebenszeichen unserer nationalen Arbeiterschaft weithin Beachtung finden. Schriftltg.)

Neben dem wirtschaftlichen Kriegsziel, das in aus­reichendem Siedlungsland, in der Forderung nach dem freien Meer, vor allem in einer genügenden Kriegsentschä­digung u. a. m. besteht, hat die deutsche Arbeiterschaft auch ein politisches Kriegsziel. - Während der ganzen Kriegs­zeit haben wir gesehen, daß der englische Arbeiter sich ganz als Engländer fühlt. Erfreulicherweise kam auch in der ganzen deutschen Arbeiterschaft bei Kriegsausbruch das Deutschtum zum Ausdruck. Während aber der eng­lische Arbeiter glaubt, heute noch für die Freiheit Belgiens, für den Schuh der kleinen Nationen, für Menschenrechte zu kämpfen, finden wir bei einem Teil der deutschen Arbeiterschaft, daß mehr und mehr internationale Ideen hineingetragen werden. Der Ruf nach einem Verstän­digungsfrieden wird aufgestellt, ohne daß man bedenkt, daß der Kampf um die eigene Zukunft geht. Zwar sind es nur kleine Kreise, aber die Tatsache muß hier festge­halten werden, nicht weil es immer einzelne Schwärmer und Träumer geben wird, sondern weil wir Arbeiter darunter selbst am meisten zu leiden haben. Deshalb muh die Stellung des englischen Arbeiters zum deutschen Arbeiter einmal näher beleuchtet werden, wir müssen uns in die Seele des englischen Arbeiters versetzen. Der eng­lische Arbeiter hat uns nicht geachtet, er hat uns verachtet. Erstens war es Neid auf unsere Intelligenz, zweitens Haß auf unseren Fleiß. Beide Tatsachen zwangen ihn, mehr und besser zu arbeiten. Den Neid und den Haß zeigte