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Nr. 17.
Telephon Nr. 362.
Mittwoch, dm 27. Februar 1918.
Telephon 'Nr. 362.
31. Jahrg.
Rußland nimmt die deutschen F-rn'densbediKgAngsn an»
- Die Rnhmesfahrt 75. M» 8. „Wolf".
Französische Angriffe in Oberelsaß znrückgeschlagen.
Reval, Dorpat, Pskow, Dnbno, Jwkoreft von deutschen Truppen besetzt,
über SAW Russen gefangen.
Triedensfcblulz mit RufzRttd in kürzester Leit.
Im Verlaufe seiner Rede im Reichstag machte Reichskanzler Dc. Graf von Hertling folgende Mitteilung: Gestern ist die Nachricht eingetroffen, daß die Petersburger Regierung unsere Friedensbedingungen angenommen und Vertreter zu weiteren Verhandlungen nach Brest-Litowsk abgesandt hat. Demgemäß sind auch die deutschen Delegierten gestern abend dorthin abgeceist. Möglich, daß über Einzelheiten noch gestritten wird, ober die Hauptsache ist erreicht, der Friedenswille wird von russischer Seite ausdrücklich kundgetan. Unsere Bedingungen sind angenommen, dcx Friedensschluß mußinkücze st er Zeit erfolgen.
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Zultimfiiuttß der Zowjelregieniiig.
Bern, 24. Februar. Der „Temps" meldet aus Petersburg: Das Exekutivkomitee des Zentralrates der Sowjets beschloß, alle Maßnahmen der Bolschewiki- Regiecung im Hinblick auf einen Friedensschluß gutzuheißen.
Die militärpflichtigen Engländer werden aufgefordert, sich zum Verlassen Rußlands binnen 6 Stunden bcceitzuhalten. Den übrigen Engländern wurde der Rat erteilt, Rußland so schnell als möglich zu verlassen.
In Smolensk fand eine Militärkonferenz statt.
Nmiiicde ürmlche Cagesbericble.
Berlin, 22. Febr. Reue E< folge auf dem nördlichen Kriegsschauplatz: 18060 Bc.'R.T. — Unter
den versenkten Schiffen befand sich ein großer. Dampfer von über 10000 Br. R.-T. vom Aussehen des englischen Dampfers „Ocama".
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
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wtb. Großes Hauptquartier' 23. Febr. 1918.
Westlicher Kriegsschauplatz:
In Esthland sind unsere Truppen im Vordringen nach Osten. In Livland wurde Walk besetzt. In der Ukraine haben die südlich von Luck vocgchenden Kräfte Dubno erreicht. — Im übrigen nehmen die Operationen ihren Fortgang. — Die Zahl der etngebrachten Gefangenen hat sich um 2 Generäle, 12 Obersten, 433 Offiziere und 3770 Mann erhöht.
Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.
Der Erste Generalquortiermeister: Ludendorff.
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Berlin. 23. Febr., abends. Am HartrnannsweU lerkopf und westlich von Mühlhausen tagsüber erhöhte Gefechtstätigkeit. — Die Operationen im Osten nehmen den erwarteten Verlauf.
krloigrriche Kreuzerfa&mn.
Berlin, 23. Febr. S. M. S. Hilfskreuzer „Wolf" ist nach lömonatigec Kreuzfahrt durch den Atlantischen, Indischen und Stillen Ozean dank der hervorragenden Führung seines Kommandanten, Fregattenkapitäns Neegcr und der glänzenden Leistung seiner Besatzung
glücklich und miu Erfolg gekiönt in die Heimat zurückgekehrt. Das Schiff hat den Seeverkehr unserer Feinden durch Vernichtung von Schiffsraum und Ladung in schwerster Weise geschädigt. Mehr als 400 Angehörige von Besatzungen versenkter Schiffe, darunter die verschiedensten Nationalitäten, insbesondere auch Zahlreiche farbige und weiße englische Mtlüäcpersonen sind durch S. M S. „Wolf" nach Deutschland übergeführt.
Außer mehreren von bewaffneten Dampfern erbeuteten Geschützen hat S. M. S. „Wolf" große Mengen von wertvollen Rohstoffen: GumnU, Kupfer,, M Ising Zink, Kakaobohnen, Kopra u. s. w. im Werte von vielen Millionen Mark zurückgebcacht. Nähere Angaben werden noch veröffentlicht.
Der im Februar 1917 von S. M. S. „Wolf" aufgebrachte und als zweiter Hilfskreuzer ausgerüstete englische Dampfer „Turcitella", der den Namen „Iltis" erhielt, hat unter Führung des ersten Offiziers S. M. S. ..Wolf", Kapitänleutnant Brandes erfolgreich im Golf von Aden operiert, bis er durch englische Stceit- kcäste gestellt und von der eigenen Besatzung versenkt wurde, die sich in Stärke von 27 Köpfen in englischer Gefangenschaft befindet.
Diese unter den schwierigsten Verhältnissen ohne jeden Stützpunkt und ohne Vcrbindung mit der Heimat durchgeführte Kreuzfahrt S. M. S. „Wolf" stellt eine einzigartige Leistung dar.
Der Chef des Admiralstabes der Marine
22000 Tonnen.
Berlin, 23. Febr. Reue U Bootscrfolge im west» lichen Mittelmecc: 22000 Brutiv'Registertonnen. — Ein etwa 6000 Tonnen großer bewaffnete tief beladener. Fcachtoampfer mit Passagierdeck wurde aus Zerstörer und Fischdampfeibedcckung der bewaffnete tief beladene Transportdampfec „Matac" (2700 Brutto- Registertonnen), aus einem stark gesicherten Geleitzug herausgeschoffen. Unter den übrigen versenkten Schiffen konnte der bewaffnete erst 1917 erbaute französische Dampfer „Bille de Verdun" feftgestellt werden, der mit Erdnüssen von Dalac nach Marseille unterwegs war. Der Kapitän des Dampfers wurde gefangen genommen.
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
wtb. Großes Hauptquartier, 24. Febr. 1918. Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht und Deutscher Kronprinz.
Engländer und Franzosen entwickelten an vielen Stellen der Front rege Eckundungstätigkeit. Stärkere französische Abteilungen, die über die Ailette in Chev- regny einzudringen versuchten, wurden im Gegenstoß vor dem südlichen Dorfrande zucückgeworfen. Auf dem westlichen Maasufer: holten Sturmtrupps Gefangene aus den französischen Gräben.
Heeresgruppe Herzog Albrecht.
In den Vogesen erfolgreiche Eckundungsgefechte. Westlich von Mülhausen griffen französische Bataillone nach heftiger mehrstündiger Feuerwirkung be derseits des Doller an Ihre Angriffe brachen bei Rtederas- bach im Gegenstoß, bei Exbrücke und Riederbournhaupt im Feuer bayerischer Truppen zusammen. 14 Gefangene blieben in unserer Hand.
Oestlicher .Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Eichhorn.
In Esthland stießen unsere Truppen, von der Bevölkerung überall freudig begrüßt, trotz verschneiter Wege in Gewaltmärschen vor, warfen den an einzelnen Punkten sich stellenden Feind und nähern sich Reval. — Bet der Einnahme von Walk am 22. Februar wurden durch die schneidige Attacke einecHusacenschwadron die Stadt vor der Einäscherung durch den Feind gerettet, 1000 Gefangene gemacht und 600 deutsche und österreichisch-ungarische Kriegsgefangene befreit. — Kleinere Abteilungen stießen gestern lUs Ostrow vor und brachen dort feindlichen Widerstand. Sächsische Truppen machten in Balbinonowo 1000 Gefangene. Don Minsk aus wurde Borissow besetzt. — Auch bei der
Heeresgruppe Lin singen nehmen die zur Unterstützung der Ukraine in ihrem Befreiungskämpfe eingeleiteten Operationen den beabsichtigten Verlauf. In Jwkoreft sind deutsche Truppen eingcrückt. Ein auf dem Bahnhof Schcpietowka einlaufender Zug mit großrussischen Truppen wurde angehalten, die Besatzung entwaffnet.
Italienischer Kriegsschauplatz.
Oestlich von der Brenta brachen die Italiener am Abend überraschend zum Angriff am Col Capcile vor. Sie wurden im Feuer abgewtesen.
Der Erste Generalquarttcrmeister: Ludendocsf.
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Berlin, 24. Febr, abends. Im Osten gehen die Bewegungen planmäßig vorwärts. — Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.
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foooo Tonnen verlern«.
Berlin, 24. Febr. Neue U Booterfolge auf dem nördlichen Kriegsschauplatz IVOOOjBruttoregistertonnen. Unter den versenkten Schiffen befand sich der englische Truppentcansportdampfec „Tuscania" (14348 Brt.) mit amerikanischen Truppen an Bord. Der Dampfer wurde kurz vor dem Einlaufen in die Irische See in geschicktem Angriff bei starker feindlicher Gegenwirkung aus einem Geleitznge, an dessen Spitze er fuhr, herausgeschoffen.
Der Chef des Admiralstabs der Marine.
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wtb Großes Hauptquartier, 25. Febr. 1918.
Westlicher Kriegsschauplatz:
Vielfach Artillerie- und Minenwerferkampf. An verschiedenen Stellen der Front Exkundunqsgefechte, die uns östlich von Armentieres Gefangene und Maschinengewehre einbrachten.
Oestlicher Kriegsschauplatz:
Heeresgruppe Eichhorn.
Unsere Truppen besetzten Pernau. Ein Esthen- Bataillon hat sich dort dem deutschen Kommando unterstellt. Ihren Divisionen voraus haben gestern vormittag die Sturmkompagnie 18 und die erste Schwadron des Husaren Regiments 16 Dorpat genommen. Auf dem Wege dorthin wurden 3000 Gefangene gemacht und viele 100 Fahrzeuge erbeutet. Diese Fliegende Abteilung hat somit in 5 1 /* Tagen über 210 Kilometer zurückgelegt.
(Fortsetzung auf der 4 Seite.)


