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Gieße, rer Jeitnng

Bcjugspreis 60 Psg. monatlich

vierteljährlich 1,80Mk-, vorauszahlbar, frei ins Haus. Abaeholt in unserer Expedition oder in den Zwerg- ausgabestellen vierteljährlich 1,50 Mk. - (Stfäcint Mittwochs und Samstags. Redakttonsschluß früh 8 Uhr. - Für Aufbewahrung oder Rücksen. düng nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert.

Expedition: Zvdanlage 21.

Knzeigenpreis 20 Pfg.

die 44 mm breite Petitzeile, für Auswärts 30 Pfg. Die 90 mm breite Reklame-Zeile 72 Pfennig. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberfchreitung des Zahlung», ziele» (30 Taae), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit.

Druck der Giehener Perlagsdruckerei, Aldiu «lein.

Nr. 1«.

Telephon Nr. 362.

Samstag, den 2. Februar 1918.

Paris mit 1400« Kilogramm Bomben belegt. Starke italienische Angriffe.

Amtliche deutfcbe Tagesberichte.

30000 tonnen versenkt.

Berlin, 29. Jan. Neue U-Booterfolge im mitt­leren und östlichen Mittelmeer: 8 Dampfer und 3 Seg­ler mit rund 30000 Bruttoregistertonnen. Die Mehrzahl der Dampfer war tief beladen und befand sich teils in stark gesicherten Geleitzügen, teils einzelne mit Unterseebootzerstöcern- und Flachdampferbedeckung fahrend, auf dem Wege nach Italien bezw. dem Orient

Der Chef des Admiralstabes der Marine.

. « .

wtb Großes Hauptquartier, 30. Jan. 1918.

Westlicher Kriegsschauplatz:

An verschiedenen Stellen der Front Artillerie- und Minenwerferkämpfe. Die Jnfanterietätigkeit blieb auf Erkundungsgefechte beschränkt. Unsere Flieger führten erfolgreiche Angriffe auf England und die französische Nordküste durch. London und Southend, sowie Dün­kirchen, Gravelinics und Calais wurden mit Bomben

Im Luftkampf wurden gestern 3 feindliche Flug zeuge und 2 Fesselballone abgeschosffn.

Oestlicher Kriegsschauplatz: ,

Nichts Neues.

Mazedonische Front:

Der Vorstoß feindlicher Kompagnien gegen bulga­rische Feldwachstellungen nordöstlich vom Doiransee wurde abgewiesen.

Italienische Front:

Auf der Hcchfläche von Astago haben die Italiener mit starken Kräften ihre Angriffe fortgesetzt. Im Ge­biete des Monte Sisemol sind sie unter schweren Ver­lusten gescheitert. Der Monte di Val Bella und Col bei Rosso blieben nach hartem Kampf in Händen des Feindes.

Der Erste Generalquartie meistec: Ludendorff.

m

Berlin, 30. Jan., abends. Von den Kriegsschau­plätzen nichts Rems.

19000 rönnen versenk».

Berlin, 30. Jan. Unseren U Booten sielen im mittleren und östlichen Mittelmeec kürzlich 10 000 Bruttoregistertonnen Handelsschiffsraum zum Opfer. Im besonderen wurde dadurch der Transportverkehr nach Italien betroffen U. a. wurden 2 große Damp­fer aus einem durch zahlreiche Bewacher und U-Boot- jäger gesicherten Gelkitzug herausgeschossen.

Der Chef des Admiralstabes der Marine.

wtb. Großes Hauptquartier, 31. Jan. 1918.

Westlicher Kriegsschauplatz:

Die Gcsechtstätigkeit blieb auf Artillerie, und Minenwerferkämpfe an verschiedenen Stellen der Front beschränkt.

Am Weihnachtsabend und im Laufe des Januar- Haben Flieger unserer Gegner trotz unserer Warnung wieder offene deutsche Städte weit außerhalb des Operationsgebietes angegriffen. Dank unserer Abwehc- maßnahmcn traten nennenswerte Verluste und Schäden nicht ein. Zur Strafe wurde die Stadt Paris im ersten planmäßigen Luftangriff in der Nacht vom 30. zum 31. Januar mit 14 000 Kilogramm Bomben be­legt.

Italienische Front:

Südwestlich von Asiago scheiterte ein italienischer Angriff im Feuer. Zwischen Asiago und der Brenta blieb die Artillerletäzigkeit rege. Die Zahl der von den österreichisch ungarischen T'.vppcti in den letzten Käinpfen gemachten Gefangenen hat sich auf 15 Offi­ziere und 660 Mann erhöht. Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.

Der Erste Generalquartiermeister: Ludendocsf.

Berlin, 31. Jan., abends. Auf der Hochfläche von Asiago sind erneute Angriffe des Feindes gescheitert. Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.

funk vampfer versenkt

Berlin, 31. Jan. Im Sperrgebiet um England wurden kürzlich durch unsere U-Boote 5 Dampfer ver­senkt.

Der Chef des Admiralstabes der Marine.

O.

wtb. Großes Hauptquartier, 1. Febr. 1918.

Westlicher Kriegsschauplatz:

Unsere Eckundungsabteilungen brachten aus den englischen Stellungen in Flandern Gefangene und Maschinengewehre zurück. Bei dichtem Nebel blieb die Feuertätigkeit an der ganzen Front gering.

Italienische Front:

Auf der Hochfläche von Asiago lebhafter Artillerie- kampf. Vom Monte di Val Bella'und Col bei Rosso aus setzten die Italiener viermal starke Kräfte zu neuen Angriffen ein. Sie brachen jedesmal im Feuer vor den österreichisch-ungarischen Stellungen zusammen. Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.

Der Erste Generalquaettermeister: L u d e n d o r s f.

»

Berlin, 1. Jebc., abends. Von den Kriegsschau­plätzen nichts Neues.

Kriegsfürforge.

ii.

Die amtliche bürgerliche Krtegsbeschä- diäten- Fürsorge hat sich als Hauptstelle den Reichsausschuß der Kr i e g s b e s ch ä d i g t e n f u r- sorge in Berlin geschaffen, der Im weitesten ilmsange die Vorteile der Kriegsbeschädigten wahcnimmt. Das Tätigkeitsfeld des Reichsausschusses bildet vor allem die Wiederbelebung, Erhaltung und Erstarkung der Wirt­schaftskraft des Kriegsbeschädigten. Durch Ergänzung des Heilverfahrens will sie die geschmälerte Erwerbs fähigkeit der Kriegsbeschädigten nach Möglichkeit wieder- herstellen, durch Berufsberatung, Berufsausbildung, Um­schulung, Arbeitsbeschaffung, Ansiedlung usw. den Wie­dereintritt der Kriegsbeschädigten in das Erwerbsleben erleichtern.

Mit diesen beiden großen Organisationen wird die

Kriegecvereins-Ocgantsatton gemeinsam tätig

sein, und zwar dadurch, daß die Kriegerverbände Ver­treter in die örtlichen Fürsorgestellen der Nationalftif. tung und des Reichsausschusses schicken. Diese gemein­same Tätigkeit wird der Kriegervereins-Organisation als der berufensten Vertretung der Kriegsteilnehmer und ihrer Hinterbliebenen durch ihre Gliederung, die sich bis in das kleinste Dorf erstreckt, wesentlich erleichtert.

Die dritte g ro ß e Or g a n is a ti o n derKrie- gerfürsorge ist neuerdings vom Kyffhäuser-Bunde der deutschen LandeS-Kriegervcrbände errichtet worden, der Reich 8.Krieg er- Dank. Ihm fällt die Für- sorge für alle Kriegsteilnehmer und deren Hinterbliebene zu. die durch den Krieg nicht beschädigt oder geschädigt worden sind, sondern erst nach dem Kriege durch Krank- heit, Alter oder aus sonstigen Ursachen bedürftig ge­worden sind, die also weder unter die Fürsorge der Nationalstiftung, unter die des Reichsausschusses ge­nommen werden können. Der einzige Zweck des Reichs- Kliegec-Danks ist also die Veteranenunterstützung und die Wahrung der gemeinschaftlichen Interessen bedürftig gewordener Veteranen.

Etwas ganz Neues im Kciegervereinsleben ist die in der Satzung des Reichs-Krieger-Donks zum Ausdruck kommende Bestimmung, daß die Gründung des Kyff- häuser-Bundes sich nicht nur auf Mitglieder der Krieger- Vereine erstreckt, sondern alle bedürftigen Kriegsteilnehmer betreut, auch wenn sie nicht Mitglieder eines Krieger- Vereins sind. Diese Maßregel ist notwendig geworden durch das Bestehen der beiden andern Kctegsfücsorge- Ocganisationen, der Nationalstiftung und des Reichs­ausschusses. Da deeReichs Krieger-Dank die Lücke schlie­ßen will, die daneben noch für die freie Liebestätigkett aus dem Gebiete der Kcicgssücsorge offcnbleibt, so muß er ebenso wie diesen beiden Organisationen seine Für­sorge auf alle Kriegsteilnehmer ausdehnen. Auch in andrer Beziehung ist der Reichs-Kxieger-Dank vollkommen

unparteiisch; er sieht nur auf die Bedürftigkeit eines Kriegsteilnehmers, ohne sonstige Unterschiede zu beachten, wie sie politische, religiöse, bürgerliche Verhältnisse mit sich bringen.

Die Tätigkeit des Reichs-Krieger-DankS darf indes mit der des Kciegervereinswesens nicht verwechselt wer- den DaS wird schon dadurch Verhütet, daß der Reichs- Kcieger-Dank eine Organisation eignen Rechtes wird mit eigner Verwaltung. Der Reichs-Krieger-Dank ist zwar vom Kricgervereinswesen ins Leben gerufen, und die Leiter des Kriegervereinswescns werden auch in der Verwaltung des ReichS-Kcteger-Danks tätig sein, aber als dessen Beauftragte und nicht als die de» Krieger- Vereinswesens; auch wird dasür gesorgt werden, daß die Interessen derjenigen Veteranen, die einem Krieger, vereine nicht angehöcen, in der Organisation deS Reichs. Krieger-Danks unparteiisch vertreten werden.

Die wärmste Empfehlung und eine tatkräftige Unter, stützung hat der Reichs Krieger-Dank dadurch erfahren, daß der Generalfeldmarschall v. Hindenburg und der Reichskanzler, Gras Hertling, die Ehrenpräsident- schaft. übernommen haben und jeder von beiden dem Reichs-Krieger-Dank 100000 Mack überwiesen hat. Durch andre Spenden, beispielsweise durch die der Deutschen

Vaeuum Oel-Aktiengesellschaft in Hamburg von 50000

Mack, ist der Vermögensgrundstock des Reichs-Krieger- Danks auf mehr als '/- Million Mark gewachsen. Das Ui der höchst erfreuliche Anfang dieser Gründung des Kyffhäuser-Bundes der deutschen Landes-Kciegervervände.

Selbstverständlich geht die eigne Unterstützungs. tätigkeit dcs Kcisgervereinswescns unabhängig neben dem Reichs Krieger-Dank weiter; sie erstreckt sich aber naturgemäß nur auf die eignen Mitglieder und deren Angehörige. Diese Unterstutzungstattgkeit der Krieger- vereine wird, dem Umfange des deutschen Krtegerv-r- einswesens entsprechend, eine große Bedeutung für die

bedürftigen Kriegsteilnehmer und ihre Angehocigen

haben. Schon vor dem Kriege haben die Kciegecver- eine jährlich 6 Millionen Mark an Unterstützungen ge. zahlt, von denen der größte Teil auf Teilnehmer an früher-, Feldzügen und deren Hinterbliebene entfallen ist. Erst in den letzten Jahren vor dem Kriege sind die Unterstützungsmittel der Kctegerverbande wesentlich vermehrt worden, und ihre Absichten ginge» dahin und werden nach dem Kriege mehr als.je dahin gehen, diese Mittel weiter zu vermehren, um den erhöhten An­forderungen gerecht zu werden. Man hat in- den deu- schen Kctegcrvereincn stets nach dem Worte der Schrift gehandelt, daß geben seliger ist als nehmen.

Diese kurze Uebersicht zeigt, daß für die bedürftigen Kriegsteilnehmer in bester Weise gesorgt werden wird. Neben der Fürsorge des Reiches haben gorße Ocga. nisationen die Hinterbliebenen der Gefallenen und d e Kriegsbeschädigten unter ihre Obhut genommen. Für die Kriegsteilnehmer, die, ohne durch den Krieg bescha- digt zu sein, später b.dürsttg werden ist de Reichs- Krieger-Dank geschaffen Die Knegssursorge st ht a i lückenlos da - ein glücklicher Ausdruck des sozialen Empfindens, das in keinem andern -ande der Welt so zur Geltung kommt, wie in Deutschland. Ob unter diesen Umstängen besondere Vereinigungen dec Kr egs. tetlnehmer nötig find, muß den Betreffenden selbst uber- lassen bleiben. Jedenfalls können,dt- Kr'cSs'°!lnehmer einer starken Förderung ihres wirtschaftlichen Wohles durch die Kciegervercine sicher sein, die undmüler ch alles vorbereitet haben, um auch nach dem Kriege, w cs vorher der Fall war, in der sozialen Liebestätigkeil an der Spitze aller derartigen Vereinigungen zu mar. schieren. In den Kciegervcrcinen werden auch die Erinne­rungen an die große Zeit und d.e Ideale gepflegt, m die die Kameraden draußen etngetceten sind, sie sind daher der geg.bene Vereinigungspunkt aller KricgStci nehmec und rufen ihnen schon letzt ein herzliches Will kommen zu. _

Lckützcngrabenruf vom Süden.

Aller Besitz ist verächtlich,

Wenn ihn nicht die Freiheit adelt und verklätt

Goldnec und diamantner Schmuck daheim

Gehören dem Vaterlande.