Ausgabe 
29.12.1917
Seite
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Der Verband und

die Maximalsten.

Tie (Sutentk? ucv&tus<R süh vor Scr ^acht.

T'e Machthaber -n England haben sich bei der E'nschätzung der hinter den Maximattsten-Bosichewili stehenden Kräfte arg verrechnet. Nach deren be' frü­heren Wahren ausgeorachten Trimmen und ihrer gänz­lichen Eimlußlosigleit bei der 90 >. der Bevölkerung beherrschenden Landbewohnerschaft brauchte man 'hnen »>ne Befährguilg zur dauernden flacht nicht zuzu,pre- d'.cn: dar'n hatten die Engländer schon rlchtig kal- »ul'-ert .Aber sie hatten dabei das unüberwindliche Fr*edensbedürsnis der russischen Ala,sen übersehen -rcr dar'n bearüiidete Friedenswille der Massen giot der Bolschewtti-Regiecung Lenin-Trotzli jene Macht, die ihr jetzt sogar die Niederzwingung eitler obstruierenden Beamtenschaft ermöglicht. , ,

B^i der Entente beschäftigt man fick) angesichts dessen sehr bekümmert mir den Wegen zur Abhilfe. Und da man Lenin Trotzt: nicht mit Gewalt, auch nicht durch Kornilo.v und Kal.din niederwürgen kann, so kriecht man zur Abwechslung ein bißchen zu Kreuz. I-nd daa wiederum geschieht, indem man sich gegen­seitig Vorwürfe macht. Ta liest nran darin in der französischeti Presse (zunächst freilich nur in der sozia­listischen): .

In London und Parrö ergeht '.ich die sogenannte große Presse in Beleidigungen gegen die rus ischen Revolutionäre im allgemeinen, gegen die Maximenisten itn besonderen, und glaubt hiermit das Nichtige zu treffen. Vorerst sind die Marima: ijtcij aber Herren vx\ Perc.-.burq und Moskau, uiid kein Zeichen der geringsten *'::\ou zeigt sich, die uns mit allen ^mög­lichen ^endeu.siöftn Telegrammen stets für den anderen Tag angekündigt wird. .

Man tröstet sirl) darüber, indem mgn Lenin und Genossen als ausgemachte Feinde, als Verräter, die von Teutschlattd gekaus;. als Agenten des Kaisers be­zeichnet Nichts geschieht, um diesem schrecklichen Miß­verständnisse, das heute zwischen der russischen Revo- lution und dem westlichen Europa herrscht, ein Ende zu bereiten; im Gegenteil: die von Beleidigungen strotzenden Artikel ans London und Paris vergiften die Beziehungen nur lioch mehr. Leider hatte sich übrigens dieses UebelwoUen der großen kapitalistischen Organe Frankreichs und Englands längst vor deni Leninschen Austreten geltend gemacht. Ich erinnere n. a. an Berichte wie die von Elaude Anet oder von dem nach Petersburg geschickten Lotzson, der die rus­sischen Revolutionäre alseine Herde Verrückter, geführt von einer Bande Kanaillen" bezeichnete. Durste die russische Nation nach ihren furchtbaren Opfern für ven Verband derartiges erwarten'? Tiefe Opfer wurden kürzlich vomPetit Parisien«, der in reiner Weise verdächtig ist, ein Freund des jetzigen Rußlands zu fein, auf 15 Millionen Mann gefetzt:

5 Millionen Tote, 7 Millionen Verwundete, 3 Mil­lionen Gefangene.

Man gefällt sich jetzt in der Presse darin, die militärische Schwäche Rußlands, die Bedeutung seiner Mißerfolge zu vergrößern. Tie gleiche Presse, die heute die russische Republik wegen eines Verlustes von 23 000 Gefangnen verurteilt, hatte, wie unser Freund Brails- fvrd in derNew Republic" sehr richtig hervorhebt, kein Wort des Tadels, als die russische Armee auf ihrem Süicuuge 191.") 900 000 Gefangene einbüßte. Tie schwe- ren Verantwortlichkeiten, die die Leiter des Verbandes während dieser unglücklichen russischen Umwälzung aus sich luden, werden aber übersehen. Tie russische Re­volution hatte zwei Tinge von den Verbandsmächten verlangt, die man wohl hätte erfüllen müs­sen, da dadurch Ungeduldige beruhigt: uno die enge Vereinigung mit dem Verbände aufrecht erhalten wer­den konnte. Es war dies die Revision der K r i e g s z i e l e unh das Verlangen nach einer inter­nattonaleil Konferenz in Stockholm. .Auch hier stieß Rußland ails das brutale Vett) der Regierenden in Frankreich. England und ItalRn. Bei uns scheinen sich die Verantwortlichen ihres großen Fehlers be­wußt zu werden, denn sie verlangen von unseren Zei­tungen mehr Mäßigung in den Angriffen auf Ruß­land, die man nur gegen die Freunde Lenins richten dürfe. TieS ist aber nicht allein die Lösung: man muß Worte an die russische Republik, an die Gesamtheit der russischen Republikaner richten, die dem Tone brüderlicher Freundschaft entsprechen. Man muß. um den großen Irrtum der Bolschewik! auszugleichen, der darin besteht, die Macht des deutschen Sozialis­mus und Proletariats der Regierung gegenüber zu überschätzen, alle Sozialisten der Welt auf einer inter­nationalen Konferenz zusammenbringen, wo man wohl zu einem, klaren und loyalen Schluß kommen

wird." . ^

Tie Absicht im Verbände, die Bolschewik: mit Verbeugungen einzufangen, liegt also offen zu Tage. Man wird in dieser Hinsicht die Augen offen halten müssen. Sicher' ist, daß der Verband nichts unversucht lassen wird, die Bolschewiki auf seine Seile zu ziehen.

Tie Friedensbewegung in Rußland verstärkt sich.

In der großen sozialrevolutionären Par­tei Tschernows war durch den Austritt linksstehen­der Mitglieder, die dem Maximalismus nicht allzufern stehen, eine Spaltung eingetreten. Zn letzter Zeit nimmt der linke Flügel auf Kosten des rechten Flügels an Bedeutung zu. Um die Lage zu retten, scheint der rechte Flügel eine Revision seiner Anschauungen vor­zunehmen. Noch vor kurzem war er für Erreichung des Weltfriedens durch eine energische Fortführung des Krieges eingetreten. Im Leitartikel ihres Organs , Tjelo Naroda" vom 20. Nov. heißt es nun u. a.:

Für uns unterliegt es keinem Zweifel, daß die maximalistische Erhebung, die bereits den Zerfall dcö Reiches bewirkt und die wirtschaftlichen Zusammen­hänge zerrissen hat, die den Süden und Norden Ruß­lands zu einem wirtschaftlichen Ganzen verbinden, als Volksprotest gegen den sich hinziehenden Krieg anzu­sehen ist, gewissermaßen als die Konvulsion des volks­wirtschaftlichen Organismus, der die Aussaugung sei­ner t-öendigen Säfte durch .tzmeg nicht länAvr e* -raavn ftMN.

Die Erhebung der Ma'rimaU/tcn hat augenscheiu- lich gezeigt, daß das Land"den Krieg länger nicht führen kann, daß der Friede, ein möglichst be­schleunigter Friede, nichr nur eine unbedingte Notwendigkeit des Reiches, sondern eine Grundbedin­gung seines TaseinS selbst ist."

Ein wichtiges Stück

Heimatpflege.

In der Korrespondenz des Bundes der Landwirte machte vor einiger Zeit der Verlag der Maternkorre­spondenz Arens folgende für alle anderen Be­rufe ebenso wichtigen Ausführungen:

Es mußgroße" Zeitungen geben, die über das ganze Inland und über möglichst viel Ausland täglich einen Strom von lesbarem Stoff verbreiten. Es muß auch mittlere Zeitungen geben, die über Provinzen oder Kleinstaaten einen tüchtigen Fluß von Tages- weisheil leiten. Und ebenso notwendig und heilsam ist die sogenannte Kleinpressc. die als anmuliger Bacy durch die Ortsflur zieht, befruchtend, spülend, er frischend, allen zu Nutz und niemand zu Trutz.

Man spricht vom ..kleinen Mann" und von den gewöhnlichen Leuten". Wenn darin Geringschätzung steckt, so muß man dem Pharisäer über den Mund fahren. Der kleine Mann, der recht und schlicht in fleißiger Arbeit sein tägliches Brot verdient und noch etwas Aufstrich dazu, bildet die Grundlage der Nation, die Wurzel der Volkskraft. Heil und Hort für Deutsch­land in Kriegs- Hnd Friede nszetten. (Tie brave ..kleine" Frau" gehört natürlich in dieselbe Ehrenreihe.)

Wie eine Pyramide baut sich alles auf. Unten breit, nach oben hin sich zuspiyend. Was da in die Höhe ragt, sticht in die Augen; aber die Hauptsache ist doch der breite, solide, starke Unterbau, der alles trägt und hält. Tie sogenannten kleinen Leute haben eine große Rolle zu spielen im Volksleben, und die so­genannte Kleinpresse erfüllt eine hochwichtige Auf­gabe als Lehrerin. Beraterin, .HauSfteundin für die breiten Schichten des Volkes. Die Kleinpresse legt in ihrer stillen und stetigen Arbeit das Fundament für die nationale Kultur.

An den Hochschulen muß es berühmte Professoren geben. Aber wo bliebe die Bildung, wenn nicht der brave Volksschullchrer dem Nachwuchs beidrächtc. was jeder Mensch wissen mutz? Das kleine Blatt kann der freiwillige Volkslchrer sein, der bei den Ausgewachsenen svrtsetzt, was in der Schule begonnen - wurde.

Wer eingroßes" Blatt aus der Ferne beziehen will, dem steht es frei. Ter Rentner, der beim Früh­stück schon Feierabend hat, der zukünftige Politiker, der den hochpolitischen Wortwechsel an der Quelle ver­folgen will, der weitgreisende Geschäftsmann, der Industrie und Handel im ganzen Inland und möglichst auch im Ausland versolqen muß, die mögen ihr Welt­oder Fachblatt halten. Aber wenn sie klug sind, so halten sie daneben für ihre Angehörigen und auch für ihre eigene Erfrischung noch das wackere Ortsblatt, das .Heimatsblatt, das sie in Fühlung hält mit ihrer näheren Umgebung, mit der Verwandtschaft und Be­kanntschaft. mit dem geselligen und wtrtschaftltchen Leben und Treiben sowie mit der kommunalen Ent­wickelung ihres Wohnsitzes. Diese engere Fühlung mit den heimatlichen Mitbürgern ist von mannigfachem Vorteil für eine zweckmäßige und gemütliche Lebens­führung und die unentbehrliche Vermittlerin i]t Die örtliche Kleinpresse.Tie großen Blätter dringen mehr", sagt der Wellblatlschwär'.ner. Als ob eS nur aus die Masse ankäme! Gerade die richtige Sichtung des Stoffes, die Auswahl des Wesentlichen aus dem täglichen Wust der Tatsachen und der Erörterungen. - das erleichtert die Selöstbelehrung. Was jedermann wissen muß, das bringt auch bas brave Heimatsblatt. Und obendrein bietet es seinen Lesern, was die Groß- stadtblätter ihm nicht geben können: die fortlaufende Ortsgeschichte, die einerseits im lokalen Teil sich spiegelt, andererseits auch in den Anzeigen. Diese bilden eine wertvolle Zuspeise, - sowohl die geschäftlichen In­serate. die für die Hauswirtschaft manchen nützlichen Fingerzeig geben, als auch die Familicnanzetgen, die von manchen Lesern und noch mehr -Leserinnen des ersten Blickes gewürdigt werden.

Wer da glaubt, daß die ..großen" Blätter ihn schneller bedienen als sein Heimarsdlatt, der verkennt die neuzeitlichen Verkehrsmittel. Das Blatt ans der Ferne muß aus der Eisenbahn kommen, und auch der beste Schnellzug geht viel langsamer, als die Bot­schaft aus dem Draht. Auch die Kleinpresse hat ihre telegraphische und telephonische Verbindung; sie er­fährt die Neuigkeiten brühwarm von der Zentral­stelle und bringt sie so schnell ihren Lesern vor die Augen, als es technisch möglich ist.

Wünschest du. daß die Heimatpresse noch beffer werde, als sie ist, so gibts zu diesem Zweck ein ein­faches und wirksames Mittel: Schelten und Schmollen tut eS nicht, aber die tatsächliche Unterstützung fördert den weiteren Aufschwung. Bestelle das Blatt, wenn du es noch nicht bestellt hast, und mache deine Freunde darauf aufmerksam, daß auch in Preßsachen das Hemd einem näher ist, als der Rock. Beachte die Anzeigen und gib selbst Anzeigen auf, wenn das Geschäft oder Familienereignisse dir Anlatz geben. Und wenn du es recht gut machen willst, so schicke deinem Ortsblatt gelegentlich auch einen Beitrag, einen Bericht über eine frische Neuigkeit oder eine Anregung, die Hand und Fuß hat. e n .

Eng, Fühlung und vertrauensvolles Zusammen­arbeiten"'ist jetzt die innerpolitische Parole für Regie­rung und Volksvertretung. Die patzt auch für die Heimatpresfe. Tie Schrisrleitung und der Leserkreis müssen so innig als möglich mit einnader in Wechsel­wirkung stehen. Dieser enge Zusammenhang ist ge­rade bei der sogenannrenKleinpressc" zu erreichen, und wo er besteht, da gereicht er beiden Teilen zu Nutzen. Dann wirkt daskleine Blatt" mit großem Segen in seiner Gemeinde, und der befriedigte Abon­nent sagt: Ob ihr das Blatt groß nennt oder klein, es ist fein und mein, es paßt gerade für uns und so soll es sein!

Wenn überall im Lande der Heimatsiinn auch :m Preßwesen sich so betätigt, dann steht es gut um die Bildung und Erziehung des Volkes tri allen seinen Schichten, und die nationale Spannkraft in Kriegs­und Friedenö-eirsn!

,MAine" Urftchon - Ätzungen!

Das belgische Heer.

Daß in Flandern auf der Seite unserer Feinde außer Engländern und Franzosen auch noch die ganze belgische Armee steht, ist vielen gewiß kaum noch er­innerlich. Man hört auch so wenig von den Soldaten König Älberts und kann es sich kaum noch vorslellen. daß sie es waren, die Lüttich, Namur und Antwerpen verteidigten, wenn auch gerade nicht sehr erfolgreich.

In den Zeitungen las man drei Jahre lang jede Woche einmal:Bomvenkanipf bei Steenstraat und Het Sas9 von dem unsere Truppen allerdings weniger merkten als die Leser in der Heimat, und ftel einem ein, daß hinter dem breiten Gürtel überschwemmten Gebietes beiderseits des Aser-Kanals ein Teil der wehrfähigen Jugend des Landes die Wache hält, in dem der deutsche Soldat nun schon seit über drei Jahren beinahe zu Hause ist. Als der Feind sich anschickte, im Bogen um Apern die Entscheidung des Krieges zu suchen, da tauchte anstelle der schokoladenbraunen, belgischen Uniformen das Hechtgrau der Franzosen auf.

Man schien also kein rechtes Vertrauen zu dem Lffensivgeist der Belgier zu haben. Wenn man eng­lische Soldaten nach ihren belgischen Bundesgenossen fragt, pflegen sie geringschätzig zu lächeln und ge­brauchen oft wenig respektierliche Ausdrücke. Wir ha­ben noch keine Gelegenheit gehabt, den Angriffsgeist der belgischen Truppen zu prüfen, aber verstehen kann man. daß sie keine Lust haben, an der Zertrümmerung und Verwüstung ihres eigenen Vaterlandes teilzuneh- men. WaS müssen sie cnipsinden. wenn sie sehen und hören, wie die Engländer die schönsten, blühendsten Städte Belgiens in Schutt und Asche legen, wenn englische Granaten und Fliegerbomben belgische Frauen und Kinder töten, ja sogar vor der heiligen Messe im Doin von Ostende nicht haltmachen. Schrecken und Trauer malt sich auf den Gesichtern der gefangenen Belgier, wenn sie durch das Kampfgebiet zurückgeführt werden. Was hier vernichtet wird, kann in 30 Jah­ren nicht Wiedererstehen, das ist ihnen klar. Sie ver­stehen vollkommen, daß alles Elend ihnen erspart ge­blieben wäre, hätten sie nur damals den Vorschlag des freien Durchzuges angenommen, wie es Luxem­burg auch tat.

Ein großer Teil der belgischen Soldaten ist zudem vlämischer Rationalttät. Bei ihnen fällt also auch noch der nationale Gegensatz fort, der uns von den Wal­lonen trennt. Welches Interesse sollten sie daran ha­ben, gegen ein verwandtes Volk zu kämpfen, das ihnen Selbständigkeit und Freiheit bringen will. Heber das ganze Gesicht strahlen die Gefangenen, wenn fast olle Deutsche, denen sie begegnen, sie in ihrer Muttersprache anreden. die der unseren so ähnlich ist und von tausen­den unserer Leute spielend beherrscht wird. Nicht ein­mal alle belgischen Ofsiziere geben sich die Mühe, mit ihren Leuten flämisch zu sprechen, und das Fran­zösische fällt den armen Flamen so schwer!

Was aber die Stimmung im belgischen Heere mehr *a !3 alles andere drückt, das ist die Trennung von den Angehörigen. Seit Jahren haben die Soldaten nie­manden ihrer Angehörigen sehen dürfen, in ganz, gckrpz seltenen Fällen ist durch die Vermittlung des Roteu Kreuzes ein kurzer Gruß, einEs geht mir gut" zu ihnen gedrungen. Der dentsche Soldat weiß, was die Teilnahme der Heimat für ihn bedeutet. Ein kurzer Urlaub, ein Wiedersehen mit Weib und Kind oder mit den Eltern stählt seine Kräfte und gibt ihm neuen Mut zum Kamps für die Sicherheit ippd Zukunft sei­ner Lieben in der Heimat. Bet dem belgischen Soldaten fällt das alles fort oder verkehrt sich gar ins Gegen­teil: denn seine Angehörigen sitzen auf der anderen Seite in der sicheren Obhut der deutschen Verwaltung, und jeder Schritt, den das englische oder belgische Heer vorwärts macht, muß sie gefährden. Aus allen diesen Gründen ist es kaum verwunderlich, daß man bei den belgischen Gefangenen nur den einen Gedanken findet:Wir sind dankbar, daß wir dem Kriege auf anständige Weise entronnen sind, gern wollen wir für Deutschland arbeiten, wenn wir nur endlich unsere Angehörigen Wiedersehen dürfen. Wenn irgend mög­lich, wird von den deutschen Behörden ein Wieder­sehen in die Wege geleitet.

Nicht leicht werden wir es vergessen, daß die Bel­gier 1914 den gemeinen und niederträchtigen Hecken­krieg gegen uns führten, daß Belgier es waren, die unsere armen Aftikaner quälten und mißhandelten, die wehrlos in ihre Hände fielen, und daß belgische Zeitungen, die im Auälande erscheinen, an der Spitze dieIndependence Belge" bewußt den Feldzug der Lüge gegen uns fortsetzen. Ter größte Teil des bel­gischen Volkes hat eingesehen, daß es die Abhängig­keit von England und Frankreich gewesen ist, die alles Kriegselend über das Land gebracht hat.. Wenn wir diesem Velktteil das sind in erster Linie die Fla­men im Frieden gegen die englisch-sranzösische Flut wirksam schützen, so lieg' kein Grund zu der Be­fürchtung vor. daß wir und das gesamte belgische Volk nicht friedlich nebeneinander leben könnten. I). K.

Humoristisches.

Wahres Gefchichtchen. Bei einer Batterlebe-ichti- gung prüft der Regiments-Kommandeur die Geistes­gegenwart einiger Leute durch allerhand Kreuz- und Querftagen. So auch den Vorderreitor des zweiten Ge­schützes. einen ettvas ängstlichen und verworrenen Mann.Wo haben Sie Ihre Feldmütze?"In der Packtasche. .Herr Oberst':"In welcher Packtasche?"In der linken. Herr Oberst!"Wo haben Sie sie in der Packtasche?"Zu oberst, Herr Unterst!" stammelt der Schwergeprüfte.Lill. Kztg."

. * * *

Mancher lernt's nie. Ein biederer Landwehrmann meiner Gruppe kann die Parole immer nur schwer behalten, und schon öfters ist es vorgekommen, daß er sie auf Befragen nicht mehr wußte. Neulich wurde angesagt: ..Parole Hagen!" Ta meinte er:Heute werde ich sie aber nicht wieder vergessen, denn rrnser Bäckermeister heißt auch Hagen!" Als er nun abends aus Posten steht, kommt der Offizier vom Dienst auch zu ibm und ftagt: ..Na. wissen Sie h-eute die Parole?" Iawvll. Herr' Leutnant!" war die Antwort,Bäcker­meister Hagen!"

>vr. Amne-e.)