Ausgabe 
30.5.1917
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Hietzener Peitnng

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vierreljährl. IM) Mark, vorauszahlbar, frei ins Haus. Ab geholt in unserer Expedition 1,20 Mk., durch die Post oder direkt durch Kreuzband vierteljährlich IM) Mk. Erscheint an drei Wochentagen. Redaktion: Südanlage 31. Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte erfolgt nicht.

Berlag derGießeuer Zeitung", Gießen.

Expedition: Züdanlage 21.

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Druck der Giestencr VerlagSdruckerei, Albiu Mein.

Nr. 43.

Telephon Nr. 362.

Mittwoch, den 30. Mai 1917.

Telephon Nr. 363.

29 Jahrg.

Mit russisch-rumänischen Angriffen wird gerechnet.

Im Westen mehrere Gräben genommen; sranz Angriffe abgewiesen. Große Verluste der Franzosen.

Engländer und Franzosen zurückgeworsen.

Die Tätigkeit der deutschen U-Vooie im Steigen.

Ueber 13000 Italiener gefangen.

28. Mai, abends. Keine wesentlichen

Amtliche deutfcbe Cagesbericbte.

wtb Großes Hauptquartier, 26. Mat 1917. W est licher Kriegs sch auplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

Die Kämpfe bei Loos endeten mit völligem Zurück- werfen deö Gegners aus unseren Gräben; Gefangene mit Maschinengewehre wurden einbehalten. Das Ar- tilleriefeuer war wie in den Vortagen auf beiden Scarpe- ufern lebhaft.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Am Chemin des-Dames wurde südlich von Porgny mit geringen eigenen Verlust ein Angriff durchgeführt, der unsere Stellungen erheblich verbesserte. In kraftvollem Anlauf übercannten die aus Schlesiern, Mecklenburgern, Schlekwig-Holsteinern und Hanseaten stehenden Sturm­truppen den Gegner, machten 14 Offiziere, 530 Mann zu Gefangenen und erbeuteten 15 Maschinengewehre und viel Gerät. In den gewonnenen Linien wurde ein fcan-

« er Gegenangriff glatt abgewiesen. Im Westteil -ampagne brachen nach heftiger Artilleriewickung, die sich nachmittags zum Trommelfeuer steigerte, starke Angriffe gegen unsere Stellungen südlich und südöstlich von Nauroh in 4 Km. Breite vor. Im Nahkampf wurden die Franzosen geworfen, durch Gegenstoß die Einbruch­stellen gesäubert. Nach dem Mißlingen des ersten An- sturmS setzte der Feind 2 weitere Angriffe ein, die gleich­falls scheiterten.

Heeresgruppe Herzog Albrecht.

Nichts Neues.

Dtutfcbe fliegcr über England.

Nach erfolgreicher Streife bewarf eines unserer Luft- geschwader an der Südküste Englands Dover und Folke- ftone mit Bomben. Auch über dem Festlande zeitigten Fernflüge gute Ergebnisse. In zahlreichen Luftkämpfen büßte der Feind gestern 20 Flugzeuge, ein weiteres durch Abwehrfeuer ein. Leutnant Allmenröder schoß seinen 19. und 20. Gegner ab.

Oeftlicher Kriegsschauplatz:

Zwischen Düna und Beresina sowie an der Bahn ZloczowTarnopol bis ins Karpathenvocland und im Grenzgebirge der Moldau war bei guter Sicht die Feuer­tätigkeit lebhafter als sonst.

Mazedonische Front:

Keine wesentlichen Ereignisse.

Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff.

*

Bexlin, 26. Mai. 1. Durch die Tätigkeit unserer U-Boote sind auf den nördlichen Serkriegsschauplätzen weitere 70000 Bruttoregistertonnen versenkt worden. Unter den versenkten Dampfern befand sich der be­waffnete englische TransportdampfenFarüh". Unter den Ladungen der bereits versenkten Fahrzeuge befanden sich Kohlen, hauptsächlich Nahrungsmittel und Farbholz.

2. Am 25. Mai hat eines unl"-°r Unterseeboote im Atlantischen Ozean den 6300 To.nen großen eng« lischen HilfskreuzerHtlary" versenkt.

3. Die russische Seeflugzeugstation Lebara wurde am 24. Mai frühmorgens ausgiebig mit Bomben be­legt. Die stark feuernden feindlichen Abwehrbatterien wurden durch Bombenabwurf zum Schweigen gebracht. Der Chef des Admicalstabes der Marine.

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Berlin, 26. Mai, abends. Im Westen und Osten die Kampstätigkeit in den üblichen Grenzen.

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wtb. Großes Hauptquatier, 27. Mai 1917. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Krouprinz Rupprecht.

Im Mytschaete-Bogen und auf beiden Ufern der

Scarpe nahm die Feuertätigkeit wieder größeren Um­fang an. Mehrfach wurden englische Erkundungsvorstöße abgewiesen. Südwestlich von Acheville und blich von Monchy wurden Bereitstellungen feindlicher Sturmtruppen unter Wickungsfeuer genommen.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Vergeblich versuchten abends die Franzosen in vier- maligem Angriff uns die an den Stetnbrüchen südlich Pargnh genommenen Stellungen wieder zu entreißen. Auch ein nach Einbruch der Dunkelheit vorbrechendec fünfter Ansturm scheiterte verlustreich.Ein Nachts bei Vauxaillon nach starkem Feuerübersall etnsetzender Vor- stoß blieb für den Feind ohne jeden Erfolg. In der Cham­pagne war westlich der Suippes der Arttlleriekampf leb- Haft.

Heeresgruppe Herzog Albrcht.

Nichts Wesentliches.

»

Am 26. Mai sind 15 feindliche Flieger abgeschoffen worden. Leutnant Voß blieb über den 30. Gegner Sieger im Luftkampf.

Auf dem

Oeftlichen Kriegsschauplatz

und an der

Mazedonischen Front

bei wechselnder Feuertätigkeit in einzelnen Abschnitten keine größeren Kampfhandlungen.

Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff.

i *

Berlin, 27. Mai, abends. Im Artois und in der Champagne kleinere Jnfanteriekämpfe mit für uns günstigem Ausgange.

»

wb. Großes Hauptquartier, 28. Mai 1917.

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

Zwischen Ipern und Armentieres, bei Hulluch und beiderseits der Scarpe entwickelten sich bet guter Sicht heftige Artilleriekämpfe. Um Mitternacht wurden mehrere englische Kompagnien westlich von Wytschaete durch Ge­genstoß zurückgeworsen. Zwischen Cherisy und Bul- lccourt spielten sich auf beiden Ufern des Sensee-Baches bis in die Nacht hinein heftige Kämpfe ab. Ost wieder­holte Angriffe der Engländer sind dort an der Zähig- keit unserer Truppen blutig gescheitert.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

In der Champagne nahmen württembergische und thüringische Regimenter und Teile eines Stucmbatail- lons in frischem Draufgehen mehrere französische Graben­linien am Poehl-Berg und Keil-Berg südlich von Moron- villicrs. Wirksame Vorbereitung und zusammengefaßte Artilleriewirkung bahnten der Infanterie den Weg zum Erfolge, der gegen mehrere starke Gegenangriffe behauptet wurde. Der Feind -erlitt schwere Verluste. Ueber 250 Franzosen wurden gefangen, einige Maschinengewehre erbeutet. Südöstlich von Nauroh säuberten Stoßtrupps ein aus den Kämpfen am 25. Mai in unserer Stellung bisher verbliebenes Franzosennest.

Heeresgruppe Herzog Albrecht.

Nichts Neues.

Unsere Flieger schossen 12 feindliche Flugzeuge und 2 Fesselballone ab.

Auf dem

Oeftlichen Kriegsschauplatz und an der

Mazedonischen Front ist die Lage unverändert.

Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorsf.

Berlin,

Ereignisse.

fileger- und Uvoot Erfolge.

Berlin, 28. Mai. Am 25. Mai wurden an der flandrischen Küste 2 feindliche Flugzeuge zum Absturz gebracht. Am Morgen des 26. Mai trafen 3 unserer flandrischen Seekampsflugzeuge vor der französischen Küste auf ein Geschwader von französischen Flugbooten und schossen alle 4 in wenigen Minuten ab. Von deren Be­satzung konnten 4 Offiziere und 2 Unteroffiziere geborgen werden; die übrigen Insassen sind ertrunken. Obwohl unsere bei der Bergung beschäftigten Torpedoboote durch feindliche Seestreitkcäfte gestört wurden, konnte ein fran­zösisches Flugboot unbeschädigt eingebcacht werden. Die übrigen 3 sind vollständig zerstört. Keines unserer Tor­pedoboote ist beschädigt worden. Eines unserer U-Boote hat am 25. Mat in den Hoofden das englische Wasser« flugzeug 9060 abgeschoffen nnd 2 Insassen c'9 Gefan- gene eingebracht.

Der Chef AdmiralstabeS der Marine.

*

Berlin, 28. Mai. Neue U«BootSerfolge im eng« lischen Kanal und in der Nordsee: 27000 Bruttoregister, tonnen. Unter den versenkten Schiffen befanden sich u- a. der bewaffnete englische DampferHighland Cocrie" (7582 Br.-R.-To.)

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

wbt. Großes Hauptquartier, 29. Mai. 1917. Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

Im Wytschaete Bogen war gestern der Feuerkampf gesteigert. Auch am Kanal von La Baffee und in ein« zelnen Abschnitten beiderseits der Scarpe bekämpften die Artillerien sich lebhaft. Erkundungsvorstöße der Eng­länder sind an mehreren Stellen gescheitert.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Tagsüber durchweg nur geringe Gefechtstätigkeit.

Nachts versuchten die Franzosen am Gehöft Hurtc. bise und bei der Mühle von Vauclerc Handstreiche, die dank der Wachsamkeit unserer Grabenbesatzung mißlangen.

Ein am Osth inge des Pöhl-BergeS in der Champagne vorbrechender französischer Angriff gegen unsere neuen Gräben wurde abgewiesen.

Heeresgruppe Herzog Albrecht. kleine wesentlichen Ereignisse.

Oeftlicher Kriegsschauplatz:

In mehreren Abschnitten der Front hat in den letzten Tagen die Gefechtstätigkeit zugenommen. Mck russisch- rumänischen Angriffen wird gerechnet.

Mazedonische Front:

Im Cerna-Bogen lebte die Feuextätigkeit auf. Am westlichen Wardarufer schlugen bulgarische Vorposten mehrere englische Kompagnien zurück.

Der Erste Genecalquartieimeistec: Ludendorff.

Berlin, 29. Mai, abends. Bisher liegt Meldung über größere Kampfhandlungen vor.

keine

Dar Italienische Ergebnis dtr is. Wnrsscdiacht.

Die Zahl der seit dem 23. Mai auf der Karsthoch, fläche eingebrachten italienischen Gefangenen ist auf 250 Offiziere und über 7000 Mann gestiegen. Insgesamt wurden seit Beginn der zehnten Jsonzoschlacht über 13000 unverwund.te Italiener an Gefangenen einge. bracht.

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