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^«fdjräuftuiQ bi*i 9füjfatitöcii acuöflt uicht, das hat die Enttvicklurrg nach der Schlacht bei J^na gezeigt, auch einen Vertrag würde Deutschland immer brechen. Tie Staatsmänner des Verbandes wollen aber keineswegs Deutschland unterjochen, sondern nur seinsn Militarismus erdrosseln. Tann wird Recht und Gerechtigkeit in der Welt herrschen.
usw.'. . . . Der nationalistische Wahnsinn hat in diesem .Kriege bereits mancherlei Ausschreitungen gezeitigt, aber zu einer Kraftleistung von dieser Vollendung hatte er sich denn doch noch nicht aus- geschwungen.
Heute, nachdem die Engländer sich soeben rum dritten Male blutige Köpfe geholt haben, und die Franzosen sich anschicken, zum dritten Male ihren spärlichen Nachwuchs ohne Aussicht auf Erfolg in Tod und Verderben zu senden, dürfte selbst rn Frankreich diese nette Rechnung zum mindesten alß — unzeitgemäß empfunden werden.
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Preissteigerung.
Die Aufregung au den amerikanischen Getreidebörsen.
Die Auftegung an den amerikanischen Getreide- börsen am Sonnabend hat sich in Newyork und Chikago durch die AufwärtShewegung am Weizenmarkt fortgesetzt. Go erreichte in Newyork der Preis für Wetzen den unerhörten Stand von 317 Cents für den Bushel gegen 307 am Vortage, gegen 214 am 26. März und gegen 191*4 Cents zu Anfang dieses Jahre?. Gegen die letzten Friedenspreise sind die Notierungen nicht viel mci *; :r als nm das Vierfache höher. »Bemerkenswert ist, daß diese ungewöhnliche Bewegung in allererster Linie die Preise für sofort lieferbare Waren ergriften hat. Beispielsweise verteuerten sich seit MonatSftist die Notierung für Maiweizen in Chikago um 84 Cents, während Septemberweizen, also Ware der neuen Ernte, „nur" um 40 Cents steigen konnte. Das läßt den wahren Grund der Aufwärtsbewegung erkennen, und zwar ist man auch wegen der neuen Ernte sehr pessimistisch gestimmt, Aengstlicher ist man wegen der Frage, wie denn der Bedarf gedeckt werden soll, solange die alte Ernte ausreichen muß, nachdem man nach England so ungewöhnlich auSgeführt hat.
* * *
„Freund Roosevelt kommt.
Die Kriegstollheit hat über den nüchternen Sinn der sonst so kaltrechnenden Amerikaner gesiegt. Der tief im Herzen auch des friedlichsten Aankee-Geld- machers schlummernde Abenteurerdrang hat sich durchgesetzt:
Die Wehrpflicht-Vorlage ist im amerikanischen Re- prusentantenhav.se mit 397 gegen 24 Stimmen angenommen worden, im Senat mit 81 gegen 8 Stimmen.
Der Senat nahm weiter mit 56 gegen 31 Stimmen ein Amendement, einen Zusatzbeschluß, an, das Roofe- velt zur Aufstellung von vier Divisionen Fnsanterie [ffir den Dienst in Frankreich ermächtigt.
* » *
Rur ein halbes Wollen.
Große Tragweite hat der Beschluß freilich bei näherem Zusehen noch nicht. DaS angenommene amerikanische Dienstpflichtgesetz ermächtigt Wilson, die reguläre Armee und die Nationalgarde auf ihren Höchststand von 62 500 Freiwilligen zu erhöhen und weiter ourch Dienstpflicht eine halbe Million auszuheben. !Ta der Senat das Gesetz gegenüber der vom Reprä- sentantenhause angenommenen Fassung abgeändert hat, tverden beide .Häuser in einer Konferenz zusammentreten, um sich zu einigen. Ter Unterschied zwischen >er vom Senat angenommenen Vorlage und der des Repräsentantenhauses besteht darin, daß der Senat das Dienstalter von 21 vis 27 Jahre festgesetzt, während das Repräsentantenhaus 2l bis 40 Jahre angenommen hat.
Friedensstimmrmg
im Schützengraben.
Die neue russische Regierung vertuscht dem Militär die Wahrheit.
Nach Einzelheiten, die in diplomatischen Kreisen über die Zustände bei den russischen Fronttruppen
vorlieaen, befestigt sich die Annahme immer _ mehr,
daß diese keine Lust mehr haben, den Krieg fortzusetzen. Aus dem friedlichen Verkehr von Graben zu Graben ergab sich, daß die russischen Frontsoldaten
über die Borgänge in Rußland und namentlich in
Deutschland und Oesterreich-Ungarn äußerst mangelhaft oder gar nicht unterrichtet worden waren. -Lie wußten nichts von all den letzten Kundgebungen der Staats Leiter der Mittelmächte zur Herbeiführung eines , ehrenvollen Friedens und hatten daher kein richtiges
Achopev^' Urteil über die kriegshetzerische Tätigkeit der Bierverbandsdiplomatie. Die Aufklärung darüber nehmen fie dankbar und ohne Mißtrauen entgegen und wollen nur den Begriff des ehrerwollen Frieoens genauer Umrissen haben. Von irgendwelcher Kampflust oder Haß gegen die feindlichen Heere und Völker zagten sie keine Spur mehr. .
Dieweil macht sich die provisorische Regierung nach immer _
Hoffnung auf dir deutschen Streiks.
Anders der Arbeiter- und Soldatenausschuß Diese lnatzgebende Stelle des neuen Rußland hat mehrere Tage hindurch unter stärkster Bearbeitung durch die
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nach Petersburg gekommenen Vertreter der französischen und englischen Sozialisten gestanden, er ist aber
fest geblieben: M .
Die französische Presse erfahrt aus Petersburg, baß das Arbeiter- und Soldatenkomitee der französr- fchen sozialistischen Abordnung den Verzicht Frankreichs auf Elsaß-Lothringen nahegelegt habe. Das Komitee richtete an die französischen Deputierten die .förmliche Anfrage:
„Wenn Elsaß-Lothringen das einzige Hindernis für den Friedensschlutz darsteklt, könntet cmf die Lösung diese-r Krage bestehen?"
So nach und nach naht also auch für Rußland ^7** Augenblick, wo sich das Schicksal der Revolution- und Konfusionsregierung wird erkennen lassen.
*
Audaucrndc Unruhen in Kronstadt.
^>n dem großen Kriegshasen Kronstadt, dem Eingangstor der Petersburger Gewässer, herrschen noch immer Unruhen, die sogar zu Hinrichtungen geführt «{vH- un ^ oU deren Beschwichtigung der Sozialrft- Annister Krenski hinausfayren mutz. Die Untersu- chung schloß damit ab, daß der Staatsanwalt acht Offiziere freisprach und dem Volke sein Urteil be- kanur gab. DaS Volk war jedoch mit diesem Urteil nicht zufrieden, verurteilte den Staatsanwalt zur Hinrichtung und drohte ihn, auf Bajonetten zu spießen. Der Arbeiterrar mußte, um ihn zu retten, der Volkstöne erklären, daß der Staatsanwalt verhaftet werde. Glerchzeitig gelang es dem Pöbel, einige der freigesprochenen Offiziere festzunehmen und sie zur Hinrichtung wegzuführen. KerenSki ist sofort nach Kronstadt abgereift.
Republik Llkraina.
Zerfall des russischen Kolosses.
Tie Blätter der großen südwestdeutschen Stadt Kiew melden übereinstimmend:
Tie separatistische Bewegung in der Ukraine habe einen Umfang angenommen, der in Petersburg große Auftegung verursacht. Ter Nationalkonvrnt (!'.) der Ukraine hat einen Ausschuß gewählt, der als provisorische Regierung der Ukraine proklamiert wurde. Im Nattonalkonoent sind 33 politische Organisationen, Abordnungen der Gebiete von beiden Ufern des Tnjepr sowie der Küstengebiete des Schwarzen Meeres vertreten. Es wurde ein Entwurf des politischen Re- gterllngösystems der autvflomen Ukraine ausgearbeiter und ein Reichskanzler gewählt. An der Spitze des Konventes steht der Lemberger Professor Harastewicz.
tuierende Versammlung nach Kiew berufen, die den Beschluß des Ökationalkonventes, die Ukraine zu einer freien Republik zu proklamieren, fttr rechtsgültig zu erklären hat. Der Stab der nationalen Miliz ('.!), der ganze Regimenter mit aktiven Generalen an der Spitze angehören, schlug seinen Sitz in der Kiewer Universität auf. Tie Bewegung ist besonders dadurch gekennzeichnet, daß sich selbst Russen, die unter dem alten Regime patriotische Gesinnung bettrndeten, vorbehaltlos der neuen Bewegung anschlossen.
Tie provisorische russische Regierung verhandelte mit dem Ausschuß des nationalen Konventes und versuchte, die Ukraine angesichts der drohenden deutschen Gefahr von der Loslüsung vom russischen Gesamt- staat abzubringen, weil dadurch die russische Freiheit wieder in Frage gestellt sei. Sie erklärte dabei, das freie Rußland könne sich nur als Bundesrepublik erhalten! Vor dem Zusammentritt der konstituierenden Versammlung könne jedoch nicht zu dem Umbau des Reiches in diesem Sinne geschritten werden. Die Verhandlungen der provisorischen Regierung mit der Ukraine blieben ergebnislos. Die Verhältnisse haben sich vielmehr so zugespttzt, daß eine gewaltsame Entladung unvermeidlich scheint.
Allgemeine KriegSnachrichten.
Am 1. Mai: Friedenskundgebungen.
Das Petersburger Arbeiterblatt ..Rabvtschkaja Ga- zeta" schätzt die Zahl der au der Maifeier in Petersburg teilnehmenden Arbeiter auf rund 600 000. Es sei wahrscheinlich, daß sich auch andere Parteien als die sozialdemokrattsche an dieser Feier in irgend einer Form beteiligen werden. Tie Extremisten planen für diesen Tag große Kundgebungen im ganzen Reich. Sie wollen an diesem Tage eine machtvolle Temon- stration für die Beendigung des Krieges veranstalten. Die provisorische Regierung bittet und ermahnt die 9lrbeiterorganisationen, die Ruhe und Ordnung nicht zu stören.
Konscrenzvorbcreitnngcn iil Stockholm.
Im Parteizimmer der sozialdemokratischen Fraktion des schwedischen Reichstags wurden lange Verhandlungen über die Vorbereitungen zu dem bevorstehenden Friedenkongreß geführt. — Tie holländischen Delegierten sehen außerordentlich hoffnungsvoll auf die Aussichten der Konferenz und sie erwarten, daß trotz aller entgegengesetzter Mitteilungen dennoch die französischen Delegierten sich einfinden werden.
* * *
Der KriegSsold für Italien.
Nach einer Meldung des ..Corriere della Sera" aus London beabsichtigt England, von den amerikanischen Mlliarden monatlich 125 Millionen an Italien zu überweisen. — Also: Krieg auf Lohn-AbschlagS- zahlung!
Brasilien will neutral bleiben.
Die Mißerfolge der „großen Frsthjahröofteitsive tox Gegn^ machen offensichtlich Eindruck bei den
Neutralen Sie werden vorsichtiger und wissen zum Teil uidn mehr, was sie wollen. So die südamerikanische Kaffee Republik Brasilien. Wie der schwer Kerrschen Tepeschenagentur aus Paris genrelder wird, har Brasilien in dem Streit zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten seine Neutralität erklärt.
England braucht Rekruten!
Nach dem schauerlichen Massenmorde, dessen sich England auf den flandrischen Kampfplätzen an seinem Volksnachrvuchse schuldig macht, darf man sich über den Ruf nach Rekruten, neuen Todesopfern nicht wundern. deir jetzt der RekrurierungSlord Derby ausstößt. Dieser bezeichnet es als notwendig, daß nationale Redner und Parlamentarier eine Kampagne in ganz England zugunsten der Rekrutierung von neue n Truppen unternehmen. Es herrsche starker Widerstand gegen die beschlossene Vermehrung des Heeres, weil das Volk zu wenig Vertrauen zeige. Von den. Kolonien könne nichts erwartet werden, deshalb sei das Mutterland an der Reihe, die letzten notwendigen Opfer zu bringen, die den Steg vollenden müßten. Die Regierung überlegt augenblick lich sogar, ob der ArbeitSzwang für Frauen etngeführt werden könne, falls die Lage des Landes infolge des herrschenden Arbeitermangels dies erfordere.
Aus deni Ausdrucke „letzte notwendige Opfer" geht wohl hervor, daß man in England weitere ernst-- hafte größere Opfer für die Dauer nicht mehr kür möglich hält.
Brotkarten üt Louvoiu
Der Londoner Korrespondent des Corriere della Sera drahtet, baß England in sechs Wochen Brotharten einzuführen beabsichtige. Die Maßnahme werde mit der durch die vermehrten Schiftsversenkurrgen entstau denen Frachtraumverminderung begründet.
Republikanische Störungen in den Balkauländer«.
Tie russische Revolution wirkt aus dem Balkan nach. Die neue Petersburger Zeittrug „Rußkaja Wolja" stellt das Vorhandensein einer starken republikant- schen Strömung in Montenegro, Serbien und Rumänien fest. Einflußreiche serbische und montenegrinische Politiker pflegten gegenwärtig Verhandlungen, die diesen Strömungen zum Ziele verhelfen sollen. Geplant ist die Gründung einer serbisch«montonegrinische« Republik. Die in Frage kommenden Dynastien hätterr nicht die Mittel, einer derartigen Bewegung wirkungsvoll entgegenznarbeiten.
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Kleine Kriegsnachrichlen.
" Die Londoner Börse bleibt vorläufig am Sonnabend geschlossen, angeblich um den Mitgliedern und deren Angestellten Zeit für nationale Dienstleistungen zu geben.
" Daily Mail erfährt, daß demnächst die Brotrationen für die Armee verkürzt werde.
Aus Mer Welt.
** Ei« Fug durch Lawine verschüttet. Der Sonntag
abend 5 Uhr von Landquart in Davos fällige Zug wurde beiin Davojer See von einer gewaltigen Lawine verschüttet. Bis jetzt sind acht To^e geborgen, darunter Emilie Jrtou aus Stuttgart.
Zu dem LawiireuullgUlck am Davoser See wird weiter berichtet, daß sich noch 40 Personen in den verschütteten Eisenbahnwagen befinden, die wohl sämtlich den Tod gefunden haben. Eine Anzahl Feuerwehren der umliegenden Ortschaften und Hunderte internierte Deutsche arbeiten mit fieberhafter Anstrengung am NetiungSwerk.
Bei Gurtnellen an der Gotthardbahn sind wiederum drei Lawinen niedergegangcn.
** Wieder das Schießgewehr. Der zehnjährige Sohn des im Felde stehenden Telegraphenleirungsaufsehers Schütt in Neustadt in Holst, wllrde von einem Spielkameraden beim Besichtigen eines Revolvers erschossen. Die Kinder hatten die Waffe beim Alleinsein aus einer verschlossenen Kommode herausgenommen.
^ Folgen des früheren Bergbaues. In dem an der Gemeindegrenze von Riemke gelegenen Teile der Stadt Bochum, genannt Provize, lvurde ein heftiger Erdstoß gespürt. Schornsteine wurde umgerissen, in verschiedenen Häusern siel der Stuck von den Decken uno Dächer wurden beschädigt. Vom Tncw. i,ei evangelischen Kirche fiel ein Wetterhahn herab. Wahrscheinlich ist ein verlassener unterirdischer Grubenbau zu Bruche gegangen.
Oesetzt die dorfteiche mit Karpfen!
* Bom Fischfang. Das Bild an den Zentral- :märkten für den Fischhandel in Cuxhaseu und Altona hat sich in den letzten Tagen wesentlich gebessert, ilnd der Ausfall der Heringszufuhr wird vitrch die steigende Zufuhr sonstiger frischer Seefische wieder wettgemacht. Tie Lieferungen von den dänischen Plätzen sind im Steigen. Der Versand nach den Jn- landplätzen dürfte mit dem Beginn des Monats Mai noch eine weitere Steigerunb erfahren. Auch von den Fischplätzen an der schleswrgschen Küste langten reichliche Zufuhren an, und da auch die yeimische Fischerei jetzt voll zum Eingreifen kommen wird, dürfte die Fischversoraungsfrage in kurzer Zeit geregelt sein. Die Seeftscherflotte unserer beiden Hauptplätze, Finkenwärder, und Blankenese, stellt etwa 70 Kutter und Ewer; zu denen sich in der Kleinfischerei noch Alten- wärder mit 60 und die Küstenfischerei mit etwa 120 Fahrzeugen beteiligt. Im vorigen Jahr konnte kaum der dritte Teil dieser Flotte auf den Fang gesarrdt tverden.
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Kleine Neuigkeiten.
" Bei einem im Hause Bergerstr. 72 in Frankfurt cnU standenen Zimmerbrand sind zwei kleine Kinder, die im Bett lagen, durch. Rauch erstickt.
* Berlin hat tm Monat April allein 12 Millionen für Kriegerfamilien aufgewendet.
* In Langfuhr hat sich eine 75jährige Frall, mit Sterbekleidern anaeran, in die Ostsee gestürzt, und Awar um Tage ihrer goldenen lKochzeit.


