Hießeirer Jertring
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Verlag der „Gieheuer Zeitung", Gießen.
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Druck der Gicßcncr VerlagSdruckerci, Albiu Mein.
Nr. 32.
Telephon Nr. 362.
Samstag, den 7. April 1917
Telephon Slv. 362.
Jahrg
Am eroberten Brückenkopf Toboly nahe 10 000 Muffen gefangen, 15 Geschütze und 150 Maschinengewehre erobert.
Amtliche äeutschr cagesberichte.
wtb Großes Hauptquartier, 6. April.
Westlicher Kriegsschauplatz.
Der Artilleriekampf hat sich in den letzten Tagen an der Artoisfront bedeutend gesteigert, besonders von Angres bis zum Südufer der Searpe lag gestern in Zeitweilen starkes Feuer aller Kaliber auf unseren Slel- lungen. Mehrfach voi'stoßende englische Erkundungsab- teilungen wurden von unserer Grabenbesatzung zurückgeschlagen. — Auch an der Aisnefront kam es im Anschluß an unser gestern gemeldetes in dem beabsichtigten Umfange voll geglücktes Unternehmen bei Sapigneul, nördlich von Reims, zu lebhaftem Feuerkampf. Wir haben dort 15 Offiziere, 827 Mann gefangen, 4 Maschinengewehre und 10 Minenwecfec mit viel Munition erbeutet.
— Gin französischer Gegenangriff bei Sapigneul und La Neuville ist abgewiesen worden. — Auf dem Westufer der Maas schwoll in den Mittagsstunden das Geschützfeuer vorübergehend an. — Klares Wetter führte bei Tag und bei Nacht zu reger Ausklärungs- und Angriffstätigkeit der Flieger und zu zahlreichen Luftkämpfen. Ein bis Douai vorgedrungenes englisches Geschwader von
1 Flugzeugen wurde durch eine unserer Jagdstaffeln angegriffen und vernichtet. Alle 4 Flugzeuge liegen hinter unseren Linien. Oberleutnant Freiherr von Richthofen hat davon 2 als seine 35. und 36. Gegner abgeschossen. Außerdem verlor der Feind 8 Flugzeuge im Luftkampf,
2 durch Abschuß von der Erde. Von uns werden 3 Flugzeuge vermißt.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Heeressront des Generalseldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern.
Südlich von Riga, bei Jlluxt, Toboly an der Zlota Lipa, und Narajowka sowie südlich von Stanislau, setzte die russische Artillecie.beträchtliche Mengen von Munition zur Wirkunggegen unsere Stellungen ein. Ein nach Minen- sprengungen gegen die Höhe Popielicha (südlich vor Brzezany) vocbcechender Angriff der Russen scheiterte.
— Bei Wegnahme des russischen Brückenkopfes von Toboly am Stochod am 3. April fielen in unsere Hand: 130 Offiziere, über 9500 Mann, 15 Geschütze, und Minenwerfer, sowie viel Kriegsgerät aller. Art.
Heeressront des Generaloberst Erzherzog Joseph.
Nichts Neues.
Heeresgruppe des Generalseldmarschalls von Mackensen
Die Lage ist unverändert.
Mazedonische Front.
In der Osthälfte des Cernabogens nahm zeitweilig die Artillcrietätigkeit zu. — Im Wardartal wurden durch Bombenabwurf unserer Flieger umfangreiche Muntttons- lager zur Entzündung gebracht.
Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff.
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wtb Berlin, 6. April. An der Artoisfront und in mehreren Abschnitten der Aisne-Fornt starker Artilleriekampf'. — In Reims aufgestellte Batterien, dort erkannte Befestigungsarbeiten und Vexkehr sind von uns wirkungsvoll beschossen worden-
Im Osten rege russische Feuertätigkeit.
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Oefterreich-nngarifche Cagesherichte
wtb. Ulfen, 6. April.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Bei der vorgestern gemeldeten Eroberung des Stochod- Brückenkoptes Toboly nahmen wir 130 ruffische Osstz erc und über 9500 Mann gefangen. Es wurden 15 Geschütze etwa 150 Maschiengcwehre und große Mengen an>Kcte^s- gerät erbeutet. — Gestern vielfach lebhafter Geschütz, kampf und sehr rege Fliegertätigkeit. An der ostgali- ,zischen Front schoß einer unserer Flieger "" seindliches Flugzeug ab. — An der Najarowka wurde ein Versuch der Russen, nach einer Minensprengung anzugreifen, im Keime erstickt.
Italienischer Kriegsschauplatz.
Unverändert. ^ rr .
Der Stellvertreter des Chefs des Genecalstabes. von.Küfer. Feldmarschalleutnant.
Der aeuilcfte vsiergiaude.
Ob Deutschland wilder Haß umloht,
Daß er ihm alles raube,
Es strahlt durch tiefste Nacht und Not Und über Wunden, Leib und Tod Der deutsche Osterglaube!
Wir fürchten nicht die ganze Welt,
Wie auch die Hölle schnaube!
Daß doch am End' ihr' Macht zerschellt Und unsre Kraft den Sieg behält,
Ist deutscher Osterglaube!
So wahr der Heiland auferstand:
Es schwebt des Friedens Taube Auf unsres Gottes Daterhand Und segnet alles deutsche Land!
O strahle, Osterglaube!
illliillllllllinin.
zum vollen Sieg, zum ehrenvollen Frieden, zur baldigen Heimkehr unserer Truppen! Me Deine Angehörigen,
Deine Verwandten, Deine Aachbarn müssen helfen!
Zeichne
Kriegsanleihe
dann warst auch Du dabei, als die Entscheidung erzwungen wurde. Wie bei den Wahlen auf j e d e Stimme, so kommt es bei dieser Kriegsanleihe auf jede Mark an.
, EretgnissezurSee.
Mehrere Geschwader unserer Seeflugzeuge haben in der Nacht zum 4. April die militärischen Okyekte, beson- dl>rs die Fluazeuabangars in Grado und Gorgo, mit zahlreichen schweren und schwersten Bomben erfolgreich belegt. Mehrere Volltreffer in den Hangars konnten sestgestellt werden. Ein Seeflugzeug ist nicht zuruckgekehrt. Die übrigen sind alle wohlbehalten in ihren Stand-
orten eingetroffen. Flottenkommando.
Kriegsoftcrn.
gum dritten Male wird Kriegsostern Erlebnis. Wieder erlebt Deutschland im Kriege die Zuversicht, die die natür- liche und die christliche Osterbotschaft künden. Draußen die Natur verheißt die lebendige Hoffnung des Frühlings. Die sieghafte Sonne befreit die Erde von den Banden des grimmigen Winters. Der Lenz verbürgt lebenweckend den Sieg. Vom Sieg spricht nicht minder der Osterglaube an den gekreuzigten und auferstandenen Heiland, der den Tod überwunden hat. Ein Siegesseft ist Ostern. „Tod, wo ist dein Stachel?" So fragte einst triumphierend der Apostel am Osterfeste. „Hölle, wo ist dein Sieg?"
So siegessicher die ersten Ehristen diese Frage stellten und beantworteten, so felsenfest ist unser deutsches Volk am dritten Kriegsostern überzeugt, daß es aus dem Höllenkriege, zu dem es seine Feinde gezwungen haben, siegreich hervorgehen wird. Die Feinde haben kein Recht aus die Frühlings- und Osterhoffnung. Deutschland hat die Anwartschaft aus den vollen Sieg. Bisher gründete sich der Feinde Hoffen nicht auf die Macht ihrer Waffen, sondern des Hungers. Heute aber wagt drüben niemand mehr, auf Deutschlands Überwindung durch Hungersnot zu rechnen. Englische Blätter, die fast zwei Jahre tagaus tagein ihre Leser mit dem unausbleiblichen Zusammenbruch Deutschlands durch Hunger getröstet hatten, müssen jetzt gestehen, am Lebensmittelmangel könne Deutschland nicht zugrunde gehen. „Bisher ist in Deutschland," so schrieb jüngst ein Londoner Blatt, „noch niemandHungers gestorben, und dies wird wahrscheinlich auch nicht geschehen".
Heute bedrängt die Gefahr der Lebensmittelnöte nur unsre Feinde. In Rußland ist sie so bedrohlich geworden, daß des Hungers Verzweiflung die Massen bereits zum wilden Aufruhr gezwungen hat. Voll Beklemmung stellt ein Pariser Blatt fest, daß Deutschland nicht durch Aus- hungerung zu besiegen ist. Wenn dies aber nicht mehr möglich ist: wie anders sollte Deutschland noch zu bewältigen sein? Das Pariser Blatt meint: nur durch Waffengewalt. Das aber bedeutet das Ende jeder feindlichen Siegeshoffnung. 32 Monate hat die Waffengewalt der Feinde gegen uns nichts vermocht. Immer wieder haben sie mit den äußersten Kraftanstrengungen von ihrem Boden unsre Heere zu verdrängen und den Krieg auf deutsches Gebiet zu übertragen versucht. So unabänderlich ergebnisloses Bemühen kann ihnen keinen Anspruch auf Sieg mehr gewähren.
Wirklich bleibt unsers Kaisers Wort: Werdet zu Stahl! Deutschland verfügt über die Härte und Stärke von Stahl, der sich nicht brechen, nicht durchstoßen läßt. In solcher unbeugsamen Stärke lebt und wirkt die Zuversicht der nie trügenden Frühlingshoffnung, waltet die Glaubensgewißheit des Ostersieges. Der Krieg hat seinen Höhe- punkt erreicht. Auf der Höhe steht unverdrängbar das siegende Deutschland. Abwärts müssen die Feinde sinken. Die letzten Entscheidungen nahen. So schwer sie auch aussallen werden: das deutsche Volk wird seinen ehernen Siegeswillen durchsetzen, es koste noch, was es wolle.
Lichtkünder und Lichtbringer ist der Lenz. Des Frühlings Licht verdrängt die dunkeln Schatten der Sorgen, das Bangen der Todesnacht. Das deutsche Volk schöpft aus dem dritten Kriegsostern frische Opferkraft, neues Vertrauen auf Gottes Beistand. In Gottes Hand liegen Sieg und Frieden. Aber Gott hat unsers Volkes Kriegstaten schon so sichtbar gesegnet, daß die deutsche Zukunft, der deutsche Völkerfrühling nach dem Kriege m lichter Klarheit vor uns liegt. Der helle Osterlag wird kommen, wo die Glocken dem deutschen Volke den Ostergrub des Auferstandenen läuten: Friede sei mit dir! Diesmal zwar klingen die Osterglocken abermals noch mitten hinein in den brüllenden Schlachtendonner, in das männermordende Ringen ohnegleichen. Aber unser Volk behält den Osterglauben an seine Siegeswunder. Das Kreuz Jesu Christi steht im Lichte der Ostersonne als das ruhmreiche Wahrzeichen des Heiles, des Triumphes über Tod und Hölle. „Und ob uns oft auch bangt und graut, als sei die Hüll' auf Erden : nur unverzagt, auf Gott vertraut! Es muß doch Früh ling werden!" __
3cde für die Kriegsanleihe gezeichnete Mark ist ein Sattstem zum ehrenvollen frieden!


