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m. 106 Erster Blatt

184- Jahrgang

Dienstag, 8. Mai 1934

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greifen»mein an, daß Ibn Saud beabsichtige, das ganze Vie vom iGebiet des Jemen in Besitz zu nehmen.

in den Streit nicht gedacht wird.

Vor einem britisch-japanischen Handelskrieg

erwägen.

nats tun wird. Die englische Regierung wird ihre Von zuständiger englischer Seite wurde mitge- Bemühungen fortsetzen, solange auch nur die Spur | teilt, daß die Unterhauserklärung nicht etwa einen

Blätter berichten, daß die britische und die italienische Regierung im Hinblick auf den Krieg im Jemen enge Fühlung mitein­ander halten, daß aber an einEin;

tien" seien angesichts der französischen Note ins Wasser gefallen. Die englische Regierung wird ab­warten, was die Vollversammlung Ende dieses Mo-

macht, nur denkt er dann gleich wieder an sein nach Deutschland hergeliehenes Geld, das er ver­trauensvoll gab und das nun festgefroren ist. Daß er wegen der Transferschwierigkeiten verstimmt ist, können wir ihm nachfühlen. Nur fehlt es uns an Gold und Devisen, um normale Erfüllung zu leisten. Ein paar Unterhaltungen auf dieser Spritztour er­geben schon, daß das Schicksal hüben von dem drüben nicht einfach zu lösen ist.

Streifen wir einmal hinüber an die Küsten. Gleich hinter dem Haag, dieser schönen ruhig vornehmen Residenz mit ihren vielen tausend schwerreichen ehemaligen Pflanzern Niederländisch- Jndiens, liegt Scheveningen. Weltbad, See­bad mit großartigem Strand und gewaltigen An­lagen. Eine Front bester Hotels zieht sich an der Dune hin. Sie sind gewiß preiswert, denn geboten wird für das Geld sehr viel. Es gibt bei uns ver­mögende Familien genug, die es sich unter nor­malen Verhältnissen leisten könnten, ein paar Wochen des Sommers im heißen Sand des Scheve- ninger Strandes zu liegen, wie das vor dem Kriege der Fall war. Aber kann ein Volk, das selbst kaum

Bruch zwischen Japan und England andeute. Im Gegenteil blieben England und Japan nach wie vor gute Freunde, und man hoffe in London, daß es gerade durch die englischen Abwehrmaßnahmen möglich sein werde, zu einer Vereinbarung mit Japan zu gelangen. Die Mitteilung Runcimans ist in Form einer Denk­schrift dem japanischen Botschafter in London über­reicht worden.

Ruhige Aufnahme in Tokio.

Ersatz auf anderen Märkten. Höchstzölle auf britische Waren.

Tokio, 8. Mai. (DNB. Funkspruch.) Die Mittei­lung von der Einführung der britischen- Kontingent­beschränkungen gegenüber japanischen Waren ist un­erwartet gekommen, aber mit Kaltblütigkeit ausgenommen worden. Man glaubt, daß die praktische Durchführung der britischen Einschränkun­gen in tropischen Ländern sehr schwie» r i g sein wird. Der Gesamtbetrag der japanischen Ausfuhr nach den britischen Kolonien ist zwar be­trächtlich, aber man meint, daß der Ausfall nicht sehr hoch sein und durch Erweite­rung der Märkte in Südamerika und der Mandschurei ausgeglichen werden wird.

Die ZeitungAsahi Shimbun" erklärt, Japan werde die Denkschrift Runcimans nicht mit Gegen­vorschlägen beantworten. Wenn Großbritanien die Einfuhr der japanischen Waren einschränke, dann werde Japan vielleicht auf Grund eines vor kurzem angenommenen Gesetzes Höchstzölle auf bri­tische Waren legen. Im allgemeinen zeigt die japanische Presse größeres Interesse für die D e r- handlungen mit Indien, wo die Einfuhr aus Japan letztes Jahr einen Wert von 150 Mil­lionen Pen erreicht hatte.

schritt in der Rüstungsfrage.

einer Hoffnung auf das Zustandekommen einer Ab- rüstungsoereinbarung vorhanden ist."

Keine Einmischung in den arabischen Krieg.

London, 8. Mai. (DNB. Funkspruch.) Mehrere

Zweierlei Meinung im britischen Kabinett

Macdonald mit seinem Wunsch nach weiterem Entgegenkommen in der Minderheit.

Man erschwere also nicht den Reiseverkehr, sondern suche nach Wegen, um ihn nach beiden Richtungen hin zu erleichtern.

Oer deuisch-südstawische Handelsvertrag.

Nach langen Verhandlungen ist bekanntlich in Belgrad ein neuer Handelsvertrag zwischen Süd- slawien und Deutschland unterzeichnet worden, der an die Stelle kurzfristiger Provisorien treten wird. Beide Vertragspartner waren sich einig in dem Streben nach Ausdehnung des beidersei­tigen Handelsvolumens. Und die letzten deutschen Handelsabkommen mit benachbarten Län­dern haben gezeigt, daß Deutschland unbeschadet fei­ner Agrarschutzpolitik in der Lage ist, auch den agrarischen Ausfuhrländern wichtige Angebote zu machen. Besonders die Vereinbarungen mit Ungarn über eine gemeinschaftlich gelenkte An­passung der ungarischen Agrarzeu- gung an gewisse Ergänzungsbedürf» nijjö Deutschlands haben die Aussichten der

noch Devisen zur Bezahlung des Allernotwendigsten besitzt, zulassen, daß für ein reines Vergnügen die Goldbestände in Anspruch genommen werden? Die Scheveninger Fremdenindustrie ist ganz gewiß nicht deutschfeindlich, sie ist deutschfreundlich, schon weil es zum Beruf gehört. Aber wo sollte es hinführen, wenn nun gar aus den Reihen des Hotelgewerbs der Ruf kommen würde, so etwas wie Gegenmaß­nahmen zu ergreifen, um die Holländer von deut­schem Boden fernzuhalten? Man vergesse doch nie­mals, daß nicht der eigene Trieb die Devisenbe- schränkungsmatznahmen diktiert, sondern fremde Mächte, gegen die wir bisher vergeblich Sturm gelaufen sind. Der Holländer würde es zudem nicht begreifen, wenn man ihm die Ausreise nach Deutsch­land erschweren sollte. Er reist gern und viel. Er fühlt sich von jeher in Deutschland wie zu Haufe, man sieht ihn in Massen vor den Auslagen des Deutschen Reisebüros in Amsterdam stehen, dessen Fenster für ben Besuch der Oberammergauer Fest- spiele wirbt. Des Holländers Interesse für die Schönheiten Deutschlands macht sich gerade jetzt zu Beginn der rvarmen Jahreszeit wieder bemerkbar.

besorgte Debatte im Oberhaus.

England will die Genfer Ausschutzsitzung abwarten.

London, 7. Mai (DNB.) Im Oberhaus fand am Montag eine Aussprache über die Politik der englischen Regierung im Fernen Osten und in der Abrüstungsfrage statt. Der Führer der Arbeiter­opposition, Lord P o n s o n b y , forderte die Regie­rung dringend auf, eine entschlossenere und kraft­vollere Politik sowohl im Fernen Osten wie auf der Abrüstungskonferenz zu verfolgen. Auch Lord Cecil wandte sich scharf gegen die japanische Fernost-Politik. Der konservative Lord R e n n e l l erklärte: Seit langem ist es ersichtlich, daß Deutschland nicht mehr in seinem Z u - stande der Zweitklassigkeit gelassen werden kann. Ich hoffe, daß die englische Regie­rung bei der Wiederaufnahme der Abrüstungsvor­handlungen eine aktive und fefte Rolle spielt, indem sie diejenigen Punkte des deutschen Abrüstungsmemorandums zur Sprache bringt, die für die große Mehrheit annehmbar sind. Lord Reading warnt die Regierung davor, irgend welche Sicherheitsverpflichtungen einzugehen, die England automatisch in Verwicklungen auf dem Festlands hineinziehen würden.

Unterstaatssekretär Lord Stanhope äußerte sich zunächst zur Fernost-Frage. England habe im Neun-Mächte-Bertrag keineswegs die Ver­pflichtung übernommen, die Unversehrtheit Chinas zu unterstützen. Vielmehr habe England lediglich versprochen, die Politik der offenen Tür aufrechtzuerhalten. Dieser Verpflichtung sei England nachgekommen. Sanktionen gegenüber Japan wären ohne die Unter st ützung Amerikas unmöglich. Amerika habe aber nicht im gering­sten zu erkennen gegeben, daß es derartige Schritte ergreifen wolle. China habe den Japanern Sonder­rechte eingeräumt. Die englische Regierung könne niemals ihre Zustimmung dazu geben, daß Japan das Recht habe, die Gewährung von Unterstützung an China zu verbieten.

Der Unterstaatssekretär wandte sich dann der Abrüstungsfrage zu. Die englische Regierung erkenne, daß sie Frankreich und Deutschland nicht dazu bringen könne, miteinander überein« 3 u ft i m m e n. Die deutsche Antwort erschwere die Erzielung eines Abkommens für das Verbot des Bombenabwurfes aus der Luft. Die englische Regierung habe nämlich immer als unerläßliche Voraussetzung für die Abschaffung des Bombenab­wurfes gefordert, daß ein Kontrollsystem für di e Zivilluftfahrt eingeführt werde. England habe öfter erklärt, daß es keinen Zweck habe, Marine- und Militärflugzeuge abzuschaffen, bevor nicht eine angemessene Kontrolle über die Zivilflugzeuge geschaffen sei. Die englische Regie­rung habe ganz eindeutig erklärt, daß die Rück­kehr Deutschlands in den Völkerbund eine wichtige Bedingung für eine Abrüstungsverein­barung sein müsse. In der deutschen Antwort sei nur ein Versprechen enthalten, nach Genf zurück­zukehren, nachdem die Abrüstungsfrage geregelt sei.

Frankreich sei nicht bereit, die englischen Vorschläge anzunehmen, ganz gleich, ob sie mit Garantien versehen seien oder nicht. Die englische Regierung verspreche sich daher im Augenblick nichts von der Fortsetzung der Verhandlun­gen mit anderen Regierungen und schlage vor, daß die Angelegenheit vo r der Voll­versammlung der Abrüstungskon­ferenz Ende dieses Monats behandelt werde.

Die Regierung beabsichttge keine weiteren Vor­schläge zu machen. England stehe beim Vertrage : von Locarno. Vorschläge fürAusführungsgaran-

England wehrt sich gegen die japanische WittschMonknrrenz. London hofft auf eine friedliche Regelung.

London, 7. Mai. (DNB.) Der Präsident des Handelsamtes, Runciman, kündigte zum Schutz der Industrie Groß-Britanniens und seiner Kolo­nien gegen den japanischen Wettbewerb neue Zölle und Kontingente an. Runciman fuhr fort:Ich habe dem japanischen Botschafter versichert, daß die Schritte der britischen Regierung nicht einem unfreundlichen Geist entspringen. Der Schatzkanzler hat den beratenden Ausschuß für Ein­fuhrzölle ersucht, seinen Bericht über die Seiden- zölleso rasch wie möglich fertig zu stellen. Außer­dem werden Kolonien und Protektorate, für die derartige Maßnahmen in Frage kommen, ersucht werden, Einfuhrkontingente einzu­führen, die, ausgenommen von Westafrika, auf alle auswärtigen Einfuhren von Baumwolle und Kunst­seidewaren Anwendung finden würden, um Eng­land auf diesen Märkten wieder in seine frühere Stellung zu bringen. Der englisch-japanische Ver­trag ist, soweit er Westafrika betrifft, gekün­digt worden. Die Maßnahmen Westafrikas wer­den daher auf japanische Waren beschränkt sein. Weiter bemerkte Runciman, die Regierung sei sich voll bewußt, daß der japanische Wettbewerb nicht auf Baumwoll- und Kunstseidewaren beschränkt sei. Sie erwäge die Angelegenheit auch für jede andere I n d u st r i e. Runciman schloß: Die bri­tische Regierung ist natürlich jederzeit bereit, alle Vorschläge, die die japanische Regierung für eine Lösung dieser schwierigen Frage durch gegenseitige Vereinbarung vorzubringen wünscht, sorgfältig zu

Kriegsschauplatz vorliegenden Meldungen bestätigen, daß die Truppen des Königs Ibn Saud vorbild­liche Manneszucht zeigen.Daily Telegraph" be­rietet, daß die britischen Militärflugzeuge, die vor­sichtshalber nach Hodeida geschickt worden waren, zurückgezogen worden sind. Nach Sonder­berichten aus Mekka ist der Sohn Ibn Sauds Feissal zum Emir von Hodeida aus­gerufen worden. Man nimmt in Mekka aüge-

Sicherheit Genüge z u tun. Die Mehrheit des Kabinetts ist gegen neue Verpflich­tungen in Europa. Ob Macdonald Festigkeit zeigen wird, bleibt abzuwarten. Es verlautet, daß die britische Abordnung für die Abrüstungskon­ferenz außer Sir John Simon und dem Lord- siegelbewahrer Eden noch andere Kabinettsmit­glieder umfassen werde, um bei irgendwelchen Ver­änderungen der Lage sofort an Ort und Stelle Rat pflegen zu können.

Nach anderen Blättern sind die Minister der Meinung, daß es jetzt, wo die britische Denkschrift als Grundlage einer Vereinbarung endgültig abge­lehnt worden ist, die Pflicht einer der anderen Mächte fei, Vorschläge zu machen, falls die Arbeit Der Konferenz nicht Ende dieses Monats abgeschlossen werden soll. Die englischen Minister wünschen zwar dringend, alles mögliche zu tun, um die Konferenz vor einem Fehlschlage zu retten, sie prüfen aber auch d i e Lage, die unvermeidlicherweise entstehen muß, wenn die Konferenz ohne Ergebnisse ihr Ende findet.

mal holländischer Tüchtigkeit.

Rasch und sicher setzt die große Junkers mit den weithin leuchtenden Hoheitszeichen des neuen Rei­ches auf den grasbewachsenen Boden des ehemaligen Sees von Schiphol auf, freudig werden wir begrüßt und schon gehts hinüber nach Amsterdam mit feinem lebhaften Verkehr und, was unsere Aufmerksamkeit am stärksten beansprucht, seinen un­zähligen Grachten. Mehr oder weniger breit ziehen sie sich durch die Stadt, umrahmt von alten Bäumen. Doch nirgends sind Gitter oder Geländer zu finden, weder hier noch draußen. Ganze Schwärme Rad­fahrer das Fahrrad ist in Holland offenbar einer der wichtigsten Gegenstände des täglichen Lebens eilen neben Automobilen an den Rän­dern der Kanäle hin. Unglücksfälle soll es selten geben. Dennoch haben alle Autoomnibusse die poli­zeilich vorgeschriebene, leicht zu handhabende Sicher- heitsössnung im oberen Verdeck.

Wohin man auch seinen Schritt lenken mag, es dauert nicht lange und vor einem hegt ein Kanal. Das ist in den Städten ebenso wie draußen. Brücken gibt es alle Augenblicke, teils feste, teils Zugbrücken. Wer in Holland mit Dem Auto über Land fährt und einen Weg von drei Stunden Länge zurückzulegen hat, tut gut Daran, noch 45 Minuten hinzuzufügen. Denn damit mutz der Mann am Steuer rechnen, daß ihm kurz vor einem Uebergang ein Halt geboten und nun erft einmal die Brücke in die Höhe g eh o den wird, weil ein Wasserfahrzeug vorbei will. Die Schiffahrt aber hat das Vorrecht, zuerst bedient zu werden. Sie ist ja auch ein sehr wesentliches Glied des holländischen Wirtschaftslebens Zurzeit aeht es ihr nicht sehr gut aber wo ist die Schiff­fahrt ober der Schiffbau heute auf Rosen gebettet? Wie das Auto in jeden Winkel des Landes hinein kann, fo ungefähr kann auch der Lastkahn überall hin dirigiert werden. Denn von jeher Wasserstraße gehen eine Unzahl von Seitenarmen ab, die bis mitten in die Treibhausanlagen der Blumen- und Gemüsezüchter hineinreichen. Hier wird der Kahn beladen, von hier aus gelangt er dank ^r Unzahl von Kanälen wieder beinahe bis zumAbnehmer, mindestens bis zur nächsten Bahnstation.

Blumen und Gemüse: zwei wichtige hol­ländische Exportartikel. Nur steht es auch mit diesem Ervort nicht mehr so gut wie in vergangenen W renP ÄS Großabnehmer für holländische Gärtnereierzeugnisse, fällt mehr und mehr aus. Man ist im vorigen Herbst gezwungen gewesen, erhebliche Mengen Blumenkohl den Misthnusen ergemiuje - » in Blumenzucht

2urch°eine Präm e^u Helsen, die jeder Gärtner be- kommt der -ine bestimmt- Zahl non Tulpen- imipheln wr Vernichtung abhefert. Die Hollander sind schwer verärgert, daß sich der deutsche Markt mehr und mehr abriegelt. Von Autarkie wird ge­rochen und dabei das Problem falsch Q» Nickt Autarkie ist es, die uns zwingt Zolle auf Blumen zu legen, die, um bei diesem Beispiel zu Sn, einen Fliederstlel einschließlich der Frach mit 17 Pfennigen belasten. Wir wollen nicht mit Gewalt die einheimische Gärtnerei aufpappeln, wir können aber einfach nicht mehr dieD e di s e n aufbringen, die zur Bezahlung der Blumen und des Frühgemüses erforderlich s'^D°s sieht auch der Holländer ein. wenn man ihm das klar

Spritztour nach Holland.

Don unserem WS.-Korrespondenien.

Amsterdam, Ende April 34.

Drei zünftige Motoren ziehen unsere Lufthansa- maschine D 2624 mit einer Durchschnittsgeschwin­digkeit von 270 Kilometern durch den deutschen Luftraum. Schnurgerade geht es vom Berliner Flughafen Tempelhof nach dem Lufthafen Schip­hol Der niederländischen Handelsmetropole Amster­dam. Die Königliche Luftverkehrsgesellschaft hat uns zu einer Spritztour nach Holland eingeladen. Wir folgen gern und lassen uns nun im fast ver­fünffachten Schnellzugstempo durch die Lüfte tragen.

Bei Nordhorn kreuzen wir die Grenze, noch schweben wir über den Ausläufern des Bourtanger Moores, dann aber fällt schon der Blick auf einen breiten Silberstreifen am Horizont, der sich rasch nähert: die Zuider See. Ganz fern liegen die neuen Deichbauten, kaum erkennbar für ein unbewaffnetes Auge. Wir schauen hinab auf die durch die Wellen kreuzenden Fischkutter, wir kön­nen aus siebenhundert Meter Höhe alle Tiefen und Untiefen ausmachen, wir sehen die mächtigen Sandbänke, die das gierige Meer bei seinem Ein­bruch nicht hat verdauen können und die einst­mals, wie das schon weiter draußen geschehen ist, aus den Fluten emportauchen und frucht­bares Ackerland werden. Die bisherigen Er­fahrungen mit der Trockenlegung haben nur er­muntert. Glaubte man zuerst, in zwei bis drei Jahren soweit zu sein, daß der neugewonnene Boden vom Meersalz frei ist, so stellte sich schon nach Ablauf der ersten zwölf Monate zur allge­meinen Ueberraschuna heraus, daß das neue Ackerland, kaum daß Die Wasser verlaufen waren, auch schon feinen Salzgehalt verloren hatte.

Schiphol: Flughafen von Amsterdam, vier Kilometer in der Luft, vierzehn Kilometer Chaussee­weg von dieser Stätte regen Kaufmannsgeistes ent­fernt. Unter dem Meeresspiegel liegt der Flugplatz. Dort wo sich heute die Startbahn entlangzieht, war vordem ein See. Erfahren im Kampf gegen das Wasser, wußte der Holländer alsbald Land hervor­zuzaubern. Ein großer Deich wurde herumgelegt, dann traten die Pumpen in Tätigkeit, die die Wassermassen in einen nahe vorbeifließenden Fluß­arm leiteten. Diese Wasserstraße aber liegt höher als der Flugplatz, gut eingedeicht und durch Schleu­sen wohlbewahrt, damit kein Unheil geschieht. Schip­hol ist also nicht nur Flugplatz mit ausgedehnten modernen Anlagen, sondern gleichzeitig ein Denk-

London, 8. Mai. (DNB. Funkspruch.)Daily Herald" schreibt: Eine ernste Krise ist innerhalb des Kabinetts entstanden, wo die Tory-Mi- n ijt e r (die Ultra-Konservativen) unter Führung des Krieasministers Lord H a i l s h a m dem Pre­mierminister Macdonald in der Abrüstungs­frage entgegentreten. Macdonald, der für Auf- fteUung eines umgeänderten Ab - rüftungsplanes ist, befindet sich gegenüber feinen Kollegen in der Minderheit. Mehrere Minister find abgeneigt, bei der Suche nach einem Abkommen noch weiter zu gehen. Lord Hailsham und Sir John Simon sind besonders der Meinung, daß Großbritannien genug getan hat. Sie wollen den Dingen ihren Lauf lassen. Ein anderer Teil des Kabinetts, dem Macdonald, Lord Halifax, Lord Sankey und andere angehören, ist dafür, daß noch eine weitere Anstrengung unternommen wer­den soll, um ein, wenn auch noch so begrenztes Abkommen zu erreichen. Diese Minister sind be­reit, eine beträchtliche Strecke Weges zu gehen, um der französischen Forderung nach

politische Sorgen eines Weltreiches.

Oie englischen Interessen in China. Oas japanische Wirtschaftsdumping. Kein Kort-