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bie Stirn und über den Kopf, dabei kamen die Halme kos aus seinem Haar, ehe sie jemand gesehen halle. ~
Auch der Bauer wurde weich, es reute ihn, daß er eine Stunde des Heiligen Abends vertan hatte. Er nahm den Jungen auf und k opfte ihn auf die Schulter, weil er die Kiste treu zwischen den Kmen hielt.
„Soll ich sie tragen?" sagte der Boß und zeigte auf die Klste.
Jakob sah auf und war erschrocken, so demütig baten die Augen des Hemden Mannes. Er gab die Kiste, schwer und dumpf rutschte das Silber über den Holzboden. Alse drei stiegen auf den Wagen. Hans sank tn Schlaf und träumte, bis die Pferde mit einem Ruck standen. Aus dem warmen Licht der offenen Tür trat die Mutter.
scheu machen!" . . , . „
Nun ist es einen Augenblick lang, als müßten wir herausplah» Doch nur ein Weilchen und dann sehen wir dies eifervolle, arglose Rin
blatt an, —---- ----... , . y.
ich denk«: das Wunder des Christkindes wird auch meinen Kindern fallen, und dann ist es gut, wenn ihnen das Wunder des Menschen CT steigt, mit dessen Entstehen Gott wohl mehr zu tun hat als wir.
Und vielleicht hat Gott das Weihnachtsfest geschaffen, daß wir elnm« zum Nachsinnen kommen, über die blonden Zukunftsköpfe der Kind« hinweg, in deren Märchen und Legenden sich Vergangenheit und W wart mit den bleibenden Wahrheiten verknüpfen.
Weihnachtsbaum."
„Warum Hilst ihm bef Nikolaus nicht?"
„Ach, der ist alt."
„Und die Engel?" , r
„Ja, die tun es wohl. Aber auch sie werden nicht fertig mit all w Arbeit. Denn überall wollen die Menschen Geschenke bekommen. -0 müssen auch sie selbst etwas dazu tun."
„Der liebe Gott soll dem Christkind Helsen!" meint Susanne.,
, Du Dumme!" ruft der Junge. „Der liebe Gott! Der muß ,a M««
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Verantwortlich: Dr. Fr. W. Lange. — Druck und V e rl a g: B r ü h l s ch e U n i v e rs i tä t s d ru ck e r e t, R. La n g e, G t eßen
Bor Weihnachten.
Don Heinrich Zillich.
Die Weihnacht wandert durch die Kinderstuben schon viele Wochen lang ehe sie aus der frühen Abenddämmerung aufstrahlt, Ihr Wesen ist das Geheimnis des Raunens, die Neugier um versperrte Türen, die plötzlich ausspringen und einem goldenen Leuchten Raum geben — und sieh, da ist auch das Raunen ein einziger Ton des Lichtes geworden, die Neugier versank und ein großer Flügel streift aus der Ewigkeit unsere Stirne. Aber so wie der Glanz nur strahlen kann, wenn seine Umgebung dunkler ist als er, muß der Weihnacht das wunderdunkle Warten vorausgehen geflüsterte Worte, Nichtwissen und Ahnen, worin das Kommende manchmal auffunkelt. Blickt man sich jählings um, dann ist es still, als huschte ein Schatten oder ein Gesang ins Schweigen.
Deshalb fragen die Kinder, von dem Wehen der Zeit berührt, in den Adoentswochen so viel und gleichen blauen Meeraugen unter dem Schimmer des Himmels. Wenn die Sterne dort oben aufgehen, beginnen in den reinen Spiegeln hier unten Kreise zu wandern. ,
Auch meine drei Kinder, der fünfjährige Jobst, die vieriahnge Susanne und der dicke Zweijährige, der keinen richtigen Namen hat, sondern nur Cle heißt, sie sitzen um ihre Mutter Maria und der Vater bin ich und habe wie der Kleine auch keinen richtigen Namen, denn mir gebührt seit der Schulzeit der merkwürdige Anruf: Hucke. Es gibt unter den Verwandten manchen, der es unpassend findet, daß mich auch meine Kinder nicht anders nennen. Ich hörte sagen, sie feien deshalb zu bedauern, und man meinte gar, es fei geradezu so, als hätten sie keinen Vater, die Armen, die da wie die Mäuschen sitzen und mit den Beinen manchmal zappeln, als liefen sie schon in das Wunderzimmer.
Es ist ja in dieser Stunde, als hörte auch ich die fernen Lichterglocken läuten, die kein Ohr vernimmt, nur das Herz und jenes innere Lauschen, das uns durch die Adern und die Sinne wie ein heiliges Schwindligwerden bringt. Während ich bann hinausblicke durch das Fenster in die Nacht, die marmorschwarz an der Scheibe steht, denke ich davon, wie anders sie mir einst erschien als heute, wo ich sie wohl schon zu oft erlebt habe in Sturm, Krieg, Sattheit und Schlaf. Lebendiger war sie einst und voll Unbekanntheiten, Drohung und Verlockung, damals als ich auch so saß wie die drei Kinder und die Geschichte von Josef und Maria hörte Nur einmal war sie noch dichter angefüllt mit der Allgegenwart des Geschicks: Gruß euch Patrouillengänger vor der letzten großen blutigen Offensive, Gruß über Zeiten und Raum!
Einige Lichter sind im Marmor der Finsternis, Sterne, von Funken- fäben neblig umstrahlt, Geäder des Marmors, und an ihnen erkenne ich, wie tief auch diese Nacht ist und noch alles umfängt, was ich erlebte, ersehnte und was noch kommen mag. Und so wird es wohl nur davon abhängen, ob wir richtig sehen und lauschen, damit die Nacht voll sei ober entleert.
Doch nun faßt mich die Helle Gegenwart: „... Es war einmal ein Dater unb eine Mutter. Die hatten ein kleines Kindlein und das war das Jejuskindlein und lag im Stall in einer Krippe auf Heu und auf Stroh. Ihr wißt doch, was eine Krippe ist? Das, woraus die Pferde im Stall fressen —"
Oie Weihnachiswlege.
Von Ruth Schaumann.
Maria auf der wehen Flucht Dem Kind eine Wiege sucht, Eia, eia fufani.
Ein Vogel in den Wipfeln schrie:
O Jungfrau, nimm mein Nest!
O herzgeliebtes Bögelein, Dein zartes Nest, das ist zu Hein — Und hält ihr Söhnlein fest.
Die Jungfrau-Mutter weiter zog. Der Vogel nach den Wäldern flog. Eia, eia fufani!
Die Rose sich ein Stimmlein lieh:
O Jungfrau, leg gemach
In meinen Kelch bas einzge Gut! O Rose, rot wie Christi Blut, Dein Schoß ist wohl zu schwächt Am Himmel wuchs das Abendrot, Maria ging in stiller Not.
Eia, eia fufani.
Ein Kindlein fiel auf feine Knie:
O Mutter, leg dein Kind
Mir in mein Herz, fo klein, doch rein!
Ja, Kind, das soll die Wiege feint Und legt den liebsten Sohn darein, Und wieget ihn gelind.
„Pferde!" schreit Cle begeistert. .
„Und die Mutter hieß Maria und der Vater hieß Joses...
Oh das wollen die beiden „großen" Kinder nicht wahrhaben. Sie werden eifrig. Är Weltbild gerät Ins Schwanken. Eine Mutter, bk Maria heißt? Da muß doch der Vater Hucke heißen! Ich spure alle Geister in den Zimmerecken schmunzeln. Gottlob, daß meine Kinder doch einen Vater kennen, wenn er auch bloß Hucke heißt.
Und was nun die Maria anbelangt, so ist das natürlich eine ganz andere Maria. Sie hat ja auch bloß ein Kind und nicht drei. Sie hui eben feinen Hucke zum Manne, sondern einen Joses. Und einen Bart hol dieser Joses. Wo hätte der Hucke je einen Bart getragen!
Und nun sinkt wieder das alte Wunder in die gläubigen Seelen. Sie Hirten, die redlichen, kommen von den Feldern herein und die Kam strahlt aus ihren Pelzen in den Stall. Sie beugen sich an ihren langen Stöcken über die Krippe unb beten. .
„Cle auch beten!" mischt sich der Kleine ein, selig, daß er ein Fadch.-n der Erzählung gefaßt hat.
Oben im Himmel der Engelein Chor, unten das Christkind und heißt Jesus, der kleine Bub — Aber das will Susanne nicht glauben. So em kleines Christkindlein hat ein langes Kleidchen bis zu den Zehen - nicht wahr? Und solche Kleidchen tragen bloß Madel, meint sie, wahren» Jobst stürmisch den Standpunkt vertritt, Jesus fei ein Bub, weil man „der Jesüs" sagt, wozu ich mich auch bekenne, obschon icy dazu die Erklärung fügen muß, das Christkind sei auf den Bildern eben im Nachthemd zu sehen.
„Jetzt im Winker?" zweifelt der Junge.
Oh, wer vorn Himmel kommt, friert niemals ... .
Der Stern wandert über das Haus. Im Stall steht der Esel. Dtt Schein der Laterne fällt wie Silber auf sein Fell. Die Geschenke hegen um das Kind.
Die alten Worte, die alten Worte.
Wir sitzen da und streuen, ohne es zu wollen, die gleichen Samenkörner aus, die einmal in unseren Herzacker fielen. Wir haben keine Sonbermeinung mehr. Wir sind nur Glied einer langen lleberlieferung$> fette Wenn man uns vernünftig und dumm die Nutzlosigfeit dieser alt« Geschichten weismachen wollte, so ist die Zeit längst vorbei, wo mir darauf hörten. Wir sprechen kindlich mit den Kindern in der uralten Sprache, die die Sprache der Kinder ist und die in geheimnisvollen Stunden die unklaren Umrisse des Wunders genau so umschließt wie ei
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diese summenden Adventsstunden, in denen es un r, als ei das Trübe unseres Schicksals, ja. W RiJ X. _________t___finMIO
Da gibt es nun
mitunter erscheinen mag, u» ---------- ----------—'..‘"XAfcA
das Opfer des Todes auch darum notwendig, um tn solchem tuwug* Besinnen die alten ewigen Worte der Legende aus Mutter- und KM»: W t mund wieder gläubig zu vernehmen, mit hellem Ohr und tiefem Echo «j in inneren Lauschen, denn erst aus dem dunklen Hintergrund, durch ben i-1 w traten, strahlt uns Unkindlichen bas Licht wieder auf.
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ein Weilchen und dann sehen wir dies"eifervolle, arglose Kl" das Vater und Mutter in aller irdischen Faßbarkeit hat, un
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die Sprache des Dichters vermag. ..
Rauscht es nicht um uns in aller Stille gleich den ziehenden Strömen aus den verschollenen Brunnen der Herkunft? Was wissen wir denn, sind wir nicht Saiten, angeklungen von unsichtbarer Hastd, tönend n-.’di einer alten Regel? „ „ . „1
Der nüchterne Tag? Das harte Licht der Tatsachen? Hart und nüchtern ist nur bas alltäglich Kleine! Um die großen Tatsachen des Leben» wehen Fahnen, ruft der Rausch der Begeisterung, heult der Schrei « Not schasst der Glauben, fließt der Purpur des Blutes. Nun kommen st wieder, die ich so oft sah, Heere der Toten, Kameraden des Kriege» ^e h Brüder des Durstes, des Hungers, der Erde, des Bestehens und 6!« bens. Ja, das war alles Tatsache und alles tausendfach mehr, geheimnis voll, unfaßbar, unsagbar, sinnvoll. Besteht ein Unterschied zwischen bcni Sinnglauben der Kinderaugen, diesen Meeraugen des Lebens, und bei schwerer zu fassenden und noch schwerer zu ertragenden Sinnerleben bt Mannes? O ja, ein fruchtbarer und entscheidender, aber nur der zwischt dem Baumsetzling, ben der Sturm überspringt, und dem Baum, ben et packt, bricht ober stählt. Der unüberbrückbare Unterschieb liegt nicht hiel er öffnet sich wie eine Kluft zwischen denen, bie bas Wunder unb bt Sinn nicht mehr fühlen unb den anderen, denen es oft entschwinden doch gnadenvoll wieder naht. -
Ferner und näher stehen wir ihm und suchen oft nach Erklärung« wie Jobst nun wieder tief in den Zweifel fällt, denn — seht — er W entdeckt, daß feine Mutter ein Weihnachtsgeschenk strickt. Ein Weihnach-i geschenk, das doch kein Mensch anfertigt, sondern bas vom Christkin gebracht wird. Aber nun sagt aus dem alten Wissen um die froim* Schutzlüge bie junge Mutter: „Ich helfe boch dem Christkind. Das jb« jL jetzt so viel zu tun. Diese Jacke gebe ich ihm unb es legt sie unter d« m


