fall

l ihren Fuß trug. Im Näherkommen was sollte das bedeuten? sogar

besonders an ihm liebte.

Unb

was soll das

heißen?" fragte Lisa und wies auf Dix linken

Fuß.

der

Narren gehalten. Es war viel leichter für mich,

Sonne.

Sie stöhnte

sah sie dann, daß der Verband - um den falschen Fuß gelegt war, denn Dix hatte vorgegeben, sich den rechten Fuß verstaucht zu haben, und nun war der linke verbunden.

sicht der Sonne entgegen. Und obwohl ein millionenfaches Funkeln und Gleißen die Augen blendete, erkannte Lisa voll Unmut, daß Dix noch immer einen Verband um ihren Fuß trug. Im Näherkommen

Liebeszeichen im Schnee

Von Hans Breiteneichner.

war achtzehn Jahre alt, zählte stumm von eins bis fünfzig und dann leise.

Und wann fährst du Hubert nach, Dix, da du weißt, daß er der einzige ist, der dich liebt? i"

Schon stand Hubert vor ihr, beugte sich besorgt zu ihr nieder.

Tut der Fuß noch sehr weh, Dix?"

Dumme Frage", wimmerte Dix.Freilich der Fuß und nicht

Ellbogen, weil ich mich am Fuß verletzt habe!"

Hubert zuckte mit den Achseln und ging an seinen Platz zurück.

Dir schloß die Augen und zählte weiter, von fünfzig bis hundert, dann stöhnte sie wieder.

hierzubleiben.."

Ich habe eine Idee!" rief. Lisa.Du gestehst Hubert und Erwin einfach ein, daß du sie mit deinem Fuß nur zum Narren gehalten hast."

Dix erschrak.Und was kann ich dabei gewinnen?"

Vor allem Klarheit!" erklärte Lisa.Denn kein Mann, der wirk­lich ein Mann ist, wird sich von einem Mädchen, das er aufrichtig liebt, an der Nase herumfllhren lassen. Betrachtet er aber deinen Schwindel nur als einen netten Spaß, nun ja, dann wird es ihm auch in seiner Liebe zu dir an dem entsprechenden Ernst fehlen."

Wenn aber beide, nachdem ich ihnen meinen Betrug eingestanden habe, nichts mehr vor mir wissen wollen?"

Diese Gefahr mußt du mit in Kauf nehmen, denn anderseits, wenn sowohl Hubert als auch Erwin sich nichts weiter daraus machen werden, daß du mit ihnen falsch gespielt hast, bleibt dir der Vorteil zu erkennen, daß keiner von ihnen der richtige für dich war."

Dix nickte.Ich werde über alles heute Nacht noch einmal nach- denken. Morgen werde ich dir dann sagen ..."

Wie die Entscheidung ausgefallen ist", fiel Lisa Dix ins Wort. Denn morgen früh werde ich mit den anderen fortgehen und dich mit Hubert und Erwin allein lassen. Am Mittag dann, wenn ich zu­rückkomme, werde ich ja sehen, was geschehen ist."

Und so war es dann auch. Es verging eine Nacht, und es verging ein Vormittag.

Am Mittag, als Lisa über den letzten Hang vor der Hütte in schönen Schwüngen absuhr, wölbte sich ein strahlend frischblauer Him­mel über eine Decke herrlich lockeren Pulverschnees, und Dix sah mit geschlossenen Augen vor der Hütte auf einer Bank und hielt ihr Ge<

Als er die Tasse aus ihrer Hand nahm, nickte er ihr zu, und sie sah das gute Lächeln, das fein Gesicht ganz von innen erhellte, und das Ursula ' '

Derantwortllch: Nr. Hans Thyriot. - Druck und Berlag: Brühlsche Untvers itäisdruckerei A.Lange, Gießen.

Schon stand Erwin vor ihr, beugte sich besorgt zu ihr nieder.

Ich glaube, Dix, es wäre doch besser, wir würden dich heute noch ins Tal bringen."

Nein, ich will nicht, auf keinen Fall!" schrie Dix.Laßt mich in Ruhe, geht mir aus den Augen!"

Erwin seufzte und ging auf seinen Platz zurück an den offenen .Kamin der Hütte, wo auch Herbert saß. Beide starrten in die schwelende ©lut und warteten, bis Dix wieder einen Schmerzenslaut von sich geben mürbe. Nach einer stillschweigend getroffenen Uebereintunft wechselten fie ab, durfte keiner zweimal hintereinander zu Dix hingehen. Sie waren Freunde, und als Freund war jeder mit ganzer Kraft bemüht, Dix für sich zu gewinnen.

Nicht weit von Dixs Lager entfernt saß Lisa. Lisa war älter als Dlx. amb Dix bereitete ihr viele Sorgen.

Schaut!" rief Lisa, und wies zum Fenster.Der Schneesturm ist vorbei. Nun kann die Milch geholt werden."

Unb Dix?" fragten Hubert und Erwin wie aus einem Mund.

Ich werde M)on alles für sie tun, bis ihr zurück seid", beruhigte Lisa die beiden.

Aubert unb Erwin nahmen die Milchkannen, um mit dem Schiern zu dem nicht allzu weit entfernten Berggehäst zu fahren, denn sehr balb, bevor es noch ganz dunkel war, würden die anderen Kame­raden hungr.g zurückkommen, die gemeinsam zu einer größeren Tour unterwegs waren.

Hubert und Erwin hatten, nach einem letzten, besorgten Blick auf D'k kaum k>'° Tür hinter sich geschlossen, als Lisa schon zornig vor Dtx stand. u

Hallo Dix!" rief Lisa, als sie vor Dix ihre Schier abschnallte.Wie geht es? Erzähl!"

Dix schlug fast verträumt die Augen auf.

Ach, ich bin ja so glücklich, Lisa!"

Bogner entwickelte unterdes eine erstaunliche Geschäftigkeit; er ließ Wasser in einen Teekessel laufen, stellte Tassen auf, holte eine Blech­dose herbei; als Ursula sich umsah, sand sie am Fenster einen kleinen Teetisch gedeckt. , ... .

Nun da du einmal hier bist, kannst du auch mit mir zu Abend essen Ich habe so fabelhafte Sachen da, wie Knäckebrot und kleine Fische. Aber zuerst mußt du noch das Glanzstück meiner Wohnung be­wundern*

Er führte sie vor eine große blau- und grüngetönte Karte von Deutschland, die an seinem Schrank angepinnt war. Die einzelnen Städte waren durch kleine humoristische Zeichnungen unb knappe Bemerkungen in ihren Eigenheiten charakterisiert. So gab es bei Freiburg das Bild eines brezeleffenben Jungen, neben einer vogtländifchen Stabt waren spitzen- und klöppelnde Frauen gezeichnet. Bon den Hügeln des Franken­landes ragten Kirchen unb Klöster empor, und rheinische Winzer schlan­gen einen fröhlichen Reigen um die Städte unb Weinberge am Strom.

Bogner unb Ursula standen Schulter an Schulter vor dieser Karte. Er zeigte ihr die witzigsten Bilder und lachte sein jungenhaftes Lachen, wenn ihr eine besonders gut gelungene Skizze gefiel. Bor dem Fenster pfiff eine Amsel durchdringend hell. Ursula hörte den Vogelruf unb als Begleitung dazu die gute warme Stimme, die ihr so ost Rat erteilt hatte. Sie wußte aus einmal, daß sie in den langen Jahren des Kampfes und des Alleinseins immer aus diese Stunde gewartet hatte. Dankbarkeit quoll in ihr auf, zugleich mit Angst unb einem Trieb zur Flucht, dem sie doch nicht nachgeben konnte. Dennoch: stärker als die Angst war die Erwartung. Sie wußte schon alles, was jetzt kommen würde: das Verstummen der Stimme, den zarten Griff um ihre Schultern, das Emporwenden ihres Gesichts zu feinem Antlitz. Tränen verdunkelten ihr den Blick. Die Karte verschwamm vor diesem Schleier, unb sie stand stumm unb schmal in dem kleinen dämmrigen Zimmer, wie die ver­körperte Sehnsucht ...

Aber als Bogner sich zu ihr neigte, schrak sie doch zurück. Leise schob sie seine Hand fort. In ihrem Blick lag etwas, das ihn warnte, jetzt in sie zu bringen. Sehr blaß war das Mädchen geworden, fie erlebte in diesem einen Augenblick die Wandlung zur Frau, in jener Hell­sichtigkeit, die nur die Liebe gibt, spürte sie, daß sie noch hinauszögern mußte, was sich jetzt nahen wollte. Sie wußte nicht warum, nur daß die Stunde noch nicht reif war. Wenn Bogner jetzt nach ihr verlangte, so geschah es wohl ebensosehr aus einem allgemeinen Verlangen nach Zärtlichkeit wie aus der Verlockung der Stunde heraus. Aber war deshalb sein Herz schon bei ihr?

Sie fühlte seinen Blick unb schaute ihn begütigend an, bann wandte sie sich zum Fenster, zu dem Tisch, wo das Wasser im Kessel eben zu sieden begann. Der Mann sah zu ihr hin, enttäuscht und ernüchtert, unb fühlte aus dieser Oede seines Innern doch schon ein neues Gefühl auf­dämmern: ein Verstehen ihrer Abwehr, die Scheu vor dem: zu früh. Diese Scheu umgab sie mit einem neuen knospenhaften Reiz unb er beugte sich dieser Macht. Er mußte wohl warten, bis ihre Zuneigung sich ihm ganz erschloß.

Ich mache den Schwindel mit deinem Fuß nicht mehr länger mit!" Dix fing an zu meinen.

,Zch konnte doch nicht ahnen, als ich den Unfall mit dem Fuß vor­täuschte, daß beide so viel Geduld mit mir haben werden. Ich wollte doch nur erfahren, war mehr Mitleid mit mir hat, wer sich am meisten um mich sorgt, Hubert oder Erwin? Und nun ist es so weit, daß ich dem, der zuerst aufbegehrt, der sich nicht länger mehr dafür, daß er mir helfen will, auch noch dumm anreden und zornig anschreien läßt, vor Dankbarkeit um den Hals fallen möchte."

Lisa schüttelte bedächtig den Kopf.

Darauf, daß Hubert und Erwin zornig werden, wirst du nun keineswegs mehr warten können, Dix. Es muß etwas anderes ge­schehen, damit du erfährst, wer von den beiden dich auftichtiger liebt,"

Dix atmete schwer.

Ja, es ist wirklich nicht einfach, eine Entscheidung zu treffen. Ich möchte keinem, weder Hubert noch Erwin weh tun. Und anderseits quält es mich, daß wir so viel schöne Zeit verlieren. Anstatt draußen im Schnee zu fein und mit den anderen Ausflüge zu machen, liege ich in der Hütte und darf nicht vergessen über Schmerzen zu klageix, die ich gar nicht verspüre. Und nicht nur mich allein, sondern auch dich, Lisa, und Hubert und Erwin dazu, zwinge ich durch meinen dummen Ein-

Dix blinzelte nachdenklich in die

Gewiß, Hubert hat gezeigt, daß er nicht mit sich spaßen läßt. Mag sein, daß darin ein Beweis für seine Liebe liegt, es könnte aber ebenso­gut nur ein Beweis dafür sein, daß Hubert ein Menlch ist den jeder gegen ihn gerichtete Scherz zutiefst kränkt und verletzt. Von Erwin hingegen weiß ich nun so klar, wie es klarer gar nicht mehr $u denken ist, daß er so blind in mich verliebt ist, wie es blinder qar nicht möglich ist!"

Lisa wollte etwas erwidern, aber in diesem Augenblick kam Erwin aus der Hütte und fragte Dix zärtlich besorgt, ob die Schmerzen noch sehr schlimm wären, und ob sie einen Wunsch habe?"

Ja, bitte Erwin, einen neuen Umschlag!"

Dix. band den linken Fuß aus, und während Erwin in die Hütte zurückging, um das Tuch mit warmem Wasser neu anzufeuchten, zog fie einen Strumpf über ihren linken Fuß und bereitete dafür den rechten zum einbinden vor.

Schon zweimal habe ich es so gemacht, und Erwin, ach Erwin, schaut mir immer nur in die Augen!" sagte Dix strahlend glücklich.

Da konnte auch Lisa nur noch lächeln und einsehen daß das alte Sprichwort von der Liebe, die blind macht, sich wieder einmal als wahr erwiesen hatte.

Ich konnte Hubert und Erwin doch nicht einfach sagen: Hört zu, ich habe euch nur zum Narren gehalten. Es war viel leichter für mich, ihnen den Schwindel damit klarzulegen, daß ich ganz einfach den falschen Fuß verband", erklärte sie lächelnd.

Mein Geständnis hatte zwei vollkommen entgegengesetzte Wir- k gen", erzählte Dix.Hubert sagte kein einziges Wort, schnallte die ---.hier an und fuhr ab nach Hause."

Und Erwin?" fragte Lisa atemlos.

Erwin blieb ohne weiteres bei mir", erklärte Dix.

Lisa lächelte befreit.