ist, sage mir, daß du

Meroven legte langsam die S)anb um ihre jjüften. _ _

Christine fühlte diese starke, gut« Hand. Sie sah sein männliches Ge­sicht, sie sah den Ausdruck der Augen.Meroven, mir hatten doch C*9 Da* n)urbe der^Druck der Hand stärker:Eigentlich, Christine?

Er zog sie an sich heran. Sie wehrte sich mit keiner Geste. Als er den Kopf niederbeugte, bot sie ihm Sie Sippen.

. fieiriricf) 9JZcroD8n, ft>*träumen n)tr!

Sie süßte ihn heiß und leidenschaftlich und legte ihren Arm um leinen Nacken. Sie küßte ihn wieder und wieder. . ,

Der salzige Wind' ging durch ihre Haare, er lag wie ein Mantel

einer strahlenden sungen Frau, in immer neuen und totbaren Ko- ftUT&ine' mit Reportern und mit Herausgebern, sie tras sich /»it Kol­legen sie" lieh sich einladen. Um ihren großen, kühnen Knabenmund stand immer ein Lächeln, in ihren Augen war eure wache und uder- ^S'Sen^nad) ihrer Ankunft arrangierte William Parker die aroüe Auktion für sie. Der Auktionator stand in der großen Halle, vor

eine mächtige Büchse mit Glyzerin. Der Mann schrie ununter­brochen als fei man in einer riesigen Zirkusvorstellung Er erzählte von jeden, Stuhl eine lange Geschichte. Als die PaleUe zur ^usb'etung kam, überschlug sich seine Stimme wie in einem ekstatischen Rausch

Er mußte ein paar Löffel Glyzerin nehmen, um überhaupt weiter- schreien zu tonnen-Sie sehen an dieser Palette noch die Farben, die den Ruhm des Meisters durch die Welt L-tragen haben. Meine Damen und Herren! Diese Palette ist das Sinnbild der Große diese Palette ist eine Erinnerung, wie sie noch niemals, solange Amerika entdeckt wurde, in dieser Auktionshalle ausgeboten worden ist!" .

Christine stand in der Nähe des Auktionators in einem Kalkweißen Kleide, Las au" Raten von William Parker aber mit einer schwarzen Gürtelschleise und mit einem feinen schwarzen Besatz garniert war.Sie müssen so etwas wie Trauer andeuten", hatte William Parker gesagt. Sie trug einen großen Florentinerhut mit schwarzem Bande, so mie ihn das junge Mädchen getragen hatte, das auf dem berühmtesten Frauengemälde des Großvaters in die UnsterbWkeit der Bilder ge­schritten war. Ihr Haar glänjte rötlich, sie trug lange schwarze Hand- ^**Das erste Gebot für die Palette war bereits sünshundert Dollar. Christine lächelte. Sie wußte selbst nicht mehr, ob es die echte oder eine falsche Palette war, die man versteigerte. Sie hatte auch gar keine Zeit, darüber nachzudenken, denn jetzt kam der Schreibtisch des Großvaters

$ Da trat Christine vor:Halt! Für tausend Dollar gebe ich den Schreib­tisch von Christoph von Rucktasch nicht her!"

Sie erhob die schwarz behandschuhte Hand, ihre Augen sahen kühl und großartig in die Menge. Ein paar junge Leute vorn, die aus Neugierde, und um sich die Zeit zu vertreiben, an der Auktion teilgenommen hatten, klatschten in die Hände; die Reporter verließen chnell den Saal.

In den Abendblättern standen große Schlagzeilen:Christine von Ruck- tasch, Enkelin des berühmten Malers, unterbrach Auktion! Gibt Erklärung, daß der Schreibtisch eine zu kostbare (Erinnerung fet, ein Geschenk des Kaisers. Die Baronin von Milottt, wie die Enkelin des Meisters jetzt heißt, hat unter Tränen den (Saal verlassen. Sie kann sich von der groh- artiaen Erinnerung ihrer Jugend nicht trennen. . '

| Am Abend war ein Kunsthändler aus Chikago bei Christtne und bot ihr ohne alle Umstände zehntausend Dollar für das kostbare Stuck. Cr machte ihr auch den Vorschlag, eine Malschule zu eröffnen.

yaw uno yalb!" sagte er.Furdie ersten drei JahregebenSie nur die Hälfte der Summen, die jede Schülerin oder jeder Schuler zahlt. Ich schicke Ihnen nur reiche Leute, und Sie dürfen nur Preise nehmen, vor

*D*er*Kam^lvar hart, der Kampf mit den Menschen, die liebenswürdig und kindlich waren, die naiv und grausam waren und ganz anders auf iedes Wort eingingen, als man es erwarten konnte.

Die Einsamkeit stieg manchmal so hoch, daß man meinte, man muß nun in ihr ertrinken. Christine sah die Bilder ihrer drei Jungens. C lächelte manchmal für sich allem, wenn sie die Bilder lah r-nd sichvor^ stellte, daß sie mit den dreien eine Treppe hinabsteige, eine Treppe, in einen großen Garten führte. Sie dachte an nichts außer an die Sich 1,61 man mrchte immer die Suppen ausessen, die man si^ eingebrockt hatte. | Wenn man wollte, ging es einem dabei ganz gut, man mußte nur rvoll

Die Schisssglocken schrillten, die Beamten tarnen an Bord die Pässe wurden gurü cf gegeben, die riefigen Fallreeps senkten sich aus die Mauer des Piers

Ein grauer, nebliger Morgen. Aus dem Nebel Millionen und Mil­lionen strählende gelbe Augen, böse gelbe Augen aus den Hochhäusern fern über dem Hasen. Sirenenheulen, Rufe. Die Schiffskapesie spielt, es klingt schon fern und verweht. Die Passagiere der ersten Klasse verlassen k^as Schiss. . f

'Christine trägt ihren kleinen Handkoffer; das große Gepäck, die vielen großen Schrankkosser werden folgen. Sie sieht den Nebel, der fast wie dünner Regen niederträufelt, sie sieht auf die fremden Gesichter dort unten, sie preßt die Lippen zusammen. . . . .

Sieben ihr steht Meroven. Sie gibt ihm die Hand:Heinz, ich danke dir! Laß mich nun allein den Weg durch diese Stadt gehen, ich mutz es allein tun, Heinz, ich will es auch allein tun! Ich habe ^esen Abschied im voraus gewußt, in der Minute, als wir dort oben standen. Leb wohl.

$e*Sie drückte ihm feft die Hand und sah ihm fest und klar in die Augen:Du bist der liebste Mann, den ich kenne!"

Nun begann Christine von Milotti, die als junges Mädchen Chri­stine von Rucktasch hieß, ihren Kamps um ein neues Stuck ihres Lebens. , , ,

Sie gab schon in der Hotelhalle die Unterredungen, die sie auf dem machte ihr auch

Schiss versprochen hatte. Jawohl, sie sei die Enkelm von Christoph von | JJalb und h Rucktasch, sie habe Bilder von ihm mitgebrachtl Sie wolle sich Amerika ansehen, nach dem sie seit ihrer Kindheit eine große Sehnsucht gehabt habe, sie liebe die freie und große Art der Amerikaner, sie liebe diese Gesichter, die alle den kühnen Ausdruck einer neuen und lebendigen Welt hätten! O ja, sie wolle auch malen, viel malen! Sie freue sich auf die neuen Eindrücke, auf die Hellen Stirnen und die blauen Augen.

Sie erzählte Anekdoten von ihrem Großvater, so die Geschichte von dem letzten Silbe d.es alten Kaisers. Sie hab« eine silberne Locke ge­erbt die der Kaiser dem Meister damals geschenkt hab«. Sie zeigte den Smäragdring, den der alte Herr ihrem Großvater selbst an den Singer gesteckt hatte. Wie gut, daß sie den Smaragdring in der Not damals M Deutschland nicht verkauft hatte! . .. x;.

Ihr Bild erschien in der Neuyorker Presse ihr Bild ging durch d e hundert Zeitungen und Zeitschriften der großen Konzerne. Das Bild

Vor ^diesem Schreibtisch hatte sie mit einer Schiefertafel gesessen, bas klang heran aus den Erzählungen ihrer Jugendzeit, und hatte geübt nach der Fibel:i" nach einem großen Ei, das >n der Fibel^aufgemalt war,e" nach einem großen störrischen Esel Als base mit ben kleinen Fingern nicht recht gelang, war der Großvater hinter st« ge­treten und hatte mit dem Griffel einen lustigen Esel auf die Schiefer­tafel gezeichnet, einen Esel, der vor Vergnügen mit atten mer Fußen ausschlug. Aber ihre eigenene" waren dadurch nicht besser geworden. Da hatte der Großvater das großeRt" unter den Efel gesetzt und hatte geraten .. Sie sah plötzlich, wie in emer Vision, sein Gesicht, sie sah fein Lächeln und den starken Glanz der grauen Augen ... Er hatte gesagt:Christinchen, bringe die Tafel zu deinem Lehrer, so, wie sie ist, er wird deine«" schon durchgehen lassen."

Der Lehrer hatte die Tafel genommen und hatte gesagt.Rucktasch, bestelle deinem Großvater eine Empfehlung verstehst dch eine Emp­fehlung, und ich ließe bitten, ob ich die Tafel behalten dürfe. Du hast ! ° Sann 'hatte ^ihr^der Lehrer eine große Tafel Schokolade geschenkt. | Oh, was muhte sie für schönee" gemacht haben .. - . .

| Der Auktionator aber schrie:Dies ist der ©cf)reibti[d), an dem der unsterbliche Meister seine Briefe diktiert hat, di« Briese an Seme Maje­stät den Kaiser und König Wichelm L, den Gründer des germanischen

Aber" e*s^ zeigte sich, daß die Millionäre und die Kunsthändler, di« Snobs und die Aufkäufer, die ba in dem arofjen Saal umherstanden uno saßen, die Ide« hatten, daß für einen Maler ein Schreibtisch nicht viel bedeute. Die ersten Gebote waren zögernd. Langsam steigerten sich die Summen, bei taufend Dollar blieb der Preis stehen.

Der Auktionator brüllte zwar mit der ganzen Kraft feiner Lungen, eine solche Gelegenheit, ein historisches Stück zu erstehen, das höchstens noch mit dem historischen Schreibtisch verglichen werden könne den Na­poleon aus St. Helena benutzt habe, eine solche Gelegenheit dürfe nie­mand vorübergehen lassen. Aber niemand meldete sich. Er hob den

**^Si*?*schritten°auf und ab. Sooft. Meroven anfangen wollte zu spre­chen legte ihm Christine die Hand auf den Mund. Endlich nahm er die Hand, küßte sie und hielt sie fest in der seinen:Christine, wir sind in zwei Tagen in Neuyork!"

Das weih ich, Heinrich Meroven.

Christine, ich liebe dich!"

Das weiß ichl"

Christine schwieg und preßte jeden Finger seiner Hand mit kurzem, festem Druck. Sie fuhr ihm durch das Haar, sie streichelte sein« Wange, sie lehnte sich an ihn und ließ sich von ihm küssen.

Christine, sage mir, daß dies kein Traum mich nie verlassen willst!"

Das kann ich dir nicht sagen. Heinz, es ist em Traum!

"Christine, ich bin nicht ein Mann, du wußtest es, mit dem man

bist ein Mann. Wer ich bin, wußtest du auch! Du wühlest alles, Heinz sei nicht so töricht, frage nicht Ich kann nicht antworten.

Meroven blieb vor ihr stehen. Er nahm ihre beiden Hände:Chr^ stine, so geht das nicht! Mir ist das Geben nicht sv leicht geworden, ich habe nicht umsonst etwas Letztes aufgespart, weißt du, Christine, wo­von man nicht gerne spricht, wenn man sich schlagen muß unb roenn man kämpfen muß: ein bißchen Herz, weiht du, mein Herz weißt du Es ist über mich gekommen, Christine, ich habe mich gewehrt, obwohl , ich mit einem Blick sah, wie deine Ehe aussieht! Weiht du, Chnsttne, dah ich oft an dich gedacht habe, an das kleine Mädchen da, das ich nur ein paar Minuten gesehen hatte?"

Heinz, das redest du dir jetzt em.

Du weißt genau, daß es dies gibt, Christin«, du weiht, wie es sehr bald mit mir stand, als ich dich Wiederwahl"

Heinz wenn du nicht träumen willst, wollen wir uns gegenseitig nicht quälen. Wenn das Schiff festmacht in Neuyork am Pier ist der Traum zu Ende. Ich habe ihn mir erlaubt, ich habe ihn dir erlaubt ... Heinz, Gründe sind gleichgültig, sie sind anders für dich als für mich. Es ist möglich, daß ich Fehler gemacht habe in meinem Leben dann muß ich dafür geradestehen. Heinz, dies ist mein letztes Wort, das du hören kannst darüber: Ich habe drei Jungens, drei entzückende Jungens die ich liebe und mit denen ich glücklich sein willl Das kann man nicht wieder ändern, Heinz!"

Heinrich Meroven wollte antworten.

Sie legte ihm die linke Hand auf den Mund und streichelte über feinen Arm:Schweige, Heinz Meroven! Man muh einen Traum recht­zeitig austräumen. Sieh, Heinz, es ist ein bitteres Wort, ich weiß es, aber id) muß es aussprechen. Man mutz entsagen, man muß entsagen können, weil man sonst ja doch nie wieder mit sich selbst ganz glücklich wird.