mar er mit »einen, kleinen Schritten wieder in das Haus ««UNgen zu

der der

Frechling schon

Straße umbog

Schlacht gewonnen hatte. % m hai

Dann kamen die letzten Bilder vor der Krankheit. In dem Gestcyl stand ein tiefer Leidenszug über dem Munde. Da war auch dos schwarz umränderte Blatt, das den Meister auf dem Totenbett zeigte. Da war sein Grabstein mit der Inschrift, die er selbst ongeordnet hatte:E!N deutscher Maler". Kein Wort weiter.

Christine nahm.zwei von den Heften, das Bild des Toten und dos Bild auf der Bank Im Garten mit dem kleinen Mädchen. Es weht« plötz­lich zu ihr hin durch die Zeit, och. durch die graue, lange Zeit kam der süß« Wind der Erinnerung! Der Grossvater konnte auch singen was konnte der Großvater nicht! So war dos Lied ... ja, so war dos Lied: Ehristinchen wollte Wasser holen In einem Irdenen Topf ..."

Sie » die Hände sinken und schloß die Augen. So blieb sie eine ganze Weile vor der geöffneten Kommodenlade sitzen. Dann wrang sie aus Nicht bange werdenl Man muß nun durch! Von dem Wandbrett nahm sie die große, verschmierte Palette, die der alte Rucktasch bis zum Vorabend seines Todes in der Hand gehalten hatte. Sorgfältig um­wickelte sie die Reliquie und verschnürte das leichte Paket. Das wollte sie auch mitnehmen Bon der anderen Wand nahm sie ein kleines Aquarell, das ein schlafendes Kind zeigte. Der Ausdruck eines aliicklichen Traumes lag über dem kleinen Gesichtchen. Das Werk strahlte Zärtlichkeit aus.

Ach, man würde sich wohl davon trennen müssen, denn man mutzte sa etwas haben, um leben zu können! So, also Handtasche, Palette, das Bildchen, den Mantel, den Schirm und dann noch die große Mappe mit den eigenen Malsachen. Es war reichlich Das Stativ mußte man hier- lassen. Aber es war in nicht weit bis zum Vororlbahnhos und man konnte den Koffer, die Palette und das Mnlgerät an einem Gepäckschalter ab- neben

Sie trat ans Fenster. Bon diesem Fenster war sie einmal hinunter aus den kiesigen Has gesprungen, hinter diesem Fenster hatten die Flocken getanzt, hinter diesem Fenster waren weiße, schöne Sommerwolken ge­segelt. Da stand der Baum, von dem sie jeden Zweig kannte- ein lieber Baum Eben sloß die Sonne warm und zärtlich über die kahlen Zweige, bald würden die ersten grünen Knafpen kommen und dann die weift- raten Blüten . Dann würde sie nicht mehr hier sein. Was war das Hier alles gewesen? Ein Marten, ein Nichtwissen um sich selbst. Es war gut, daß man ging. Nickit bange werden!

Sie trat über die Schwelle, laulckite, horte die alte Henriette In der Küche hantieren, schon stand sie im Flur, die Haustür schnappte ganz leise zu. Sic^chrilt die breite Allee zum Bahnhos, die Februarsonne meinte es

Es ist zuviel."

X».*'«.'««< «'"!« Denn Sie verkaufen doch das Bild nicht aus Spahl

"Ich werde etwas hungern", -sagte Christine. ..wissen Sie. Aber man ist daran schon so gewöhnt, das, es säst gar nichts mehr aumuach»

Es ist ein Skandal zwischen Himmel und Erd«! sagt«! Sraeser. Die Enkelin vom alten Rucktasch hungert Sagen Sie Fräulein ...^ Er beendete den Satz nicht, zuckte die Achseln und sagte dann.Herr

£1""

Zwanzigmarkscheine zu dem kleinen Bündel "vn Banknoten.So, mein Kind, es ist überzahlt. Aber Sie haben recht, Rucktasch wird steigen! Merken Sie sich das, mein Fraulein, Rucktasch steigt!

Ja, Rucktasch steigt", sagte Christine,ich hasse, daß Rucktasch "X» ging sie über den Lützowplatz, bog in die Fried^lch-Wllhelm- Straße ein und schritt dann die Allee im Tiergarten zum Großen Stern '""Es^war drei Uhr geworden, die frühlingswarme »ust lag über den Sträuchern und dem Rasen. Ach, es war der erste Hauch, der trugerstch« Gruß des Frühlings. Wie ein ganz heller Schimmer wehte es schon über die Fliederbüsche, aus einigen Bänken saßen schon ein paar Leute U"^hriflTriüberlegte^Geld hatte sie nun, setzt mußte man ein billiges Zimmer suchen und dann gegen sechs Uhr zum Prosessor gehen. Ne n, nicht um sechs Uhr zum Prosessor gehen, d-nn dort onnte gerade um fl?c(e Zeit der Vater eintreten, wen er vom Amt gekommen war

Ich gehe nicht mehr zurück, dachte Christine. Dort verkomme ich, ich kann es nicht, und ich will es nichtl . ... .

Sie verlieh die breite Strafte und bog nach links In einen ^arf weg ein. der zum Neuen See führte. Vor einer Bankreihe, W am Waller stand ein Maler und arbeitet«. Christine schritt über das niedrige eiferne' Gitter und stellte sich neben den Kollegen.

Der junge Mensch hatte einen kleinen Ausschnitt des Sees 3um Motiv gewählt. In dem ganz hellblauen Waller spiegelten sich die kahlen Zweige einer Eiche, ein Erlenbaum halte schon ein paar Kätzchen. ge- trieben die spiegelten sich auch in der leuchtenden Helle des Wassers. Der Maler stand da, ohne Mantel und Hut, und arbeitete eifrig. Er nahm von Christine keine Notiz. ~ ,,, ... .

Sie sah aufmerksam aus das sanfte Bild der Landschaft und sah, wie die schmalen Hände Strich für Strich fetzten und wie nun n sparsamer Wirkung dies lichte Blau gegen ein ganz helles Grün gesetzt wurde. Sie vergaß, das, sie eigentlich in den Tiergarten gegangen war um ben Kopf für eine letzte Ueberlegung freizubekommen, sie vergaß>, daß sie wie ein sunger Spatz ohne Nest und ohne sicheren Futterplatz lebte. Sie sali zu, wer der sremde junge Mann arbeitete.

(Fortsetzung folgt.)

schon gut. Es war um diese Mittagszeit so, oks wäre da zu einem ersten Besuch.

Christine wandt« nicht den Kopf, als sie am Ende und in das Bahnhofsgebäude eintrat.

ni(l,t$erftehen SU es möglichst bald, mein liebes Fräulein! Davon hangt ihr Wohlergehen In der nächsten Zeit ab, daß Sie "verstehen.

Schön", sagte Christine,ganz habe ich es nicht verstanden! Soviel habe ich ober verstanden, daß ich für dieses Aquarell mindestens sei) hundert Mark haben möchte."

Sehr viel, sehr viel", sagte der Kunsthändler.

"gelien Sie, dieses Aquarell Ist nämlich echt. In einer, Woche wird es 'allo nach Ihren eigenen Worten noch mehr wert sein

Einen klugen Kops haben Sie, mein Fräulein, einen tlugen .

ffir schloh sorgfältig und langsam den kleinen eisernen Geldschrank au! der im Hintergrund des Ladens stand, und legte zehn Funfzigmark- scheine, die alle aussahen, als ob sie eben aus der Notenpresie kamen, Dl>rffis fehlen nod) hundert Mark", Tagte Christine.

«uaen ansehen und würdeKind! Kind!" sagen. Dann würde sie den Vater antelephonieren, sie würde die ganze Gegend °^rm,eren d«se komische alte" Person, die den Oberregierungsrat als den Statthalter ^°'Muft°te'mmi° überhaupt fort? Der Baler konnte Zwangsmaftnahmen treffen In seiner einsamen Verbitterung war er dazu , Ader würde es vielleicht auch nicht tun. Vielleicht schrieb er an den Profesior, und dann würde der sich weigern, weiter Unterricht zu geben. Nein, man mußte gehen ganz gleich, wohin. Hier vertrocknete man, hier war es so, als sei ^ie Zeit aus Flaschen gefüllt und stände in den Winkeln herum. Man konnte alles tun, die neue Regierung hassen und gegen sie kampsen man konnte die Zeit ablehnen - aber das war eswasdenVar ° unbillla machte ihn |o zerstörte: Er diente weiter, er blieb im Zimt, er haßte L Ärung. ®r lehnte die Zeit ab - e- auch das Leben ab.

Ich will aber leben! dachte Christine. Sie nahm den Handkoffer, den sie einmal zu ihrer Einsegnung geschenkt bekommen hatte^ streichelte ub bas schöne, fefte Leder. Lieber Onkel Paul! dachte sie. Svllte man nach bem Gut fahren? Ach, in drei Tagen war der Vater da, und dann gab es wieder Auseinanderfetzungen mit Onkel Paul, und Onkel Paul war so sehr alt und so sehr müde. Er hatte beim letztenmal gesagt als sie ab- uhr:Du wirst mich nun wohl nicht mehr Wiedersehen, Mir

wäre es lieber gewesen, ich wäre während des Krieges gestorben, aber sie haben mich da oben vergessen! So viele haben sie nach oben gern en, mitten aus dem Sturm ihres Lebens, mich hat man vergessen, Christine. Aber ich glaube, ich glaube, der Rus kommt jetzt bald, ich erwarte ihn so!" Seine guten Hellen Augen hatten sie angeblickt:Loft " dir man gut gehen, Ehristinchen, laß dir niemals bangen machen! Du b ft e ne Ruck

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fterr Graeser in der Firma Edmund Graefer & Co. hielt das Aquarell mit ausgeftreefter Hand von sich. Dann nahm er die Lup und prüfte den Namen.Ich glaube Ihnen ja, mein liebes Fraulein "ch glaub« Ihnen ja, haft Sie die Enkelin lind, aber es ist unvorstellbar was heute geschoben wird. Was soll ich Ihnen sagenI Da kam vor acht Taaen ein General, ein oeritabler General, der brachte m.r em B Id

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Hellen Sie sich, bitte, vor: Der Frans Hals war falsch 1

Das wird der General nicht gewußt haben , sagte Christine, di« nicht recht wagte, den Redefluß des alten Mannes emzudammen.

Das wäre ,a auch noch schöner gewesen! Ich meine nur, was sind das" schon für Sachen, wenn ein General einen falschen Frans Hals

"Natürlich ^nich1l°Jch''dhabe°'lhm dreitausend^ Mark gegeben und habe *Ü^"roone^Sk bann, warum klagen Sie bann?" fragte ^rchme.

Der alle Graeser sah Christine lächelnd an: ,Jch, mein liebes^ Qra.u- Msch"' Man "kommt' durch, wen» man die Zähne zusammenbelftt!" Dann I * c in -(c de 1^ Jage uh Mark sind schon heute nicht mehr

war er mit kleinen, kleinen Schritten wieder in bas Haus «W°ngen zu .^ie, wert wie vor acht Tagen. Aber ber Frans Hals, wenn der echt seinem Lieblingsplatz auf ber Veranda, von der man nach ber Elbe sehen 1° märej der wäre noch mehr wert gerne enI konnte .. r * , öhriftine lab den alten Mann an unb dachte nach: ,^ch verstehe e

Nein zu Onkel Paul konnte man nicht. Es gab ba außerdem nach | ^Christme ,ay oen ein Geheimnis um bas Haus, von bem der Onkel nie gesprochen hatte, ein Geheimnis, bas ber Vater aber kannte. Der Vater sprach ja über­haupt nicht von all den Dingen, nicht von der Großmutter und nicht von der Mutter. Zur Cinsegnunq hatte ber Vater versprochen, ihr mehx zu erzählen, aber er hatte geschwiegen, immer geschwiegen. Richtig, wcchr- fchelnlich mürbe er gesprochen haben in zwei Monaten, wenn sie einund­zwanzig Jahre märe. Bann märe sie aber nicht mehr hier, und es hatte ja auch keinen Zweck mehr, es zu hören. Der Vater haßte den Groß- ater, das war klar. Sie versuchte, sich das Gesicht des großen Malers vorzuftellen, aber es gelang ihr nicht.

Sie kniete vor der Schublade ihres Schrankes nieder und zog die alten Zeitschriften heraus. Da sah man den Großvater stehen im Ge­spräch mit bem alten Kaiser, ba stand er vor einem (e ner berühmten Bilder, da verlieft er seine Billa, ach, und da saß er auf ber Bank, die mäklige Hand ganz fest um eine kleine, zarte Schulter geschlungen, den Kops mit den strahlenden Augen geneigt. Das kleine Mädchen im weiften Kleide mar Christine. Da mar ber Professor auf feinem berühmten Pferde, da fuhr er in feinem Wagen, hier war er beim Rennen, und dort saft er am Steuer einer Segeljacht. Immer strahlten die Augen aus dem groften, starken Gesicht, immer war der Ausdruck des G-sichtes jo eigentlich, wie man sich einen Feldherrn vorstellt, der soeben eine grofte