I2an löiuDriqeö tuuiuweii tieven rurei yuiyy«ujuuj|viitii, uucicu u1 pinß>' " *. , \ < . 4 X ., . .. «, rr " ,z *

Geprüft wird nicht die Jüngere, sondern ihre Begleiterin, die Mut^Ufmacht hinter diese scheinbare Selbstverständlichkeit em dickes Fragezeichen. X. r .' ----O ; , / , v r____ _____ .. ii ex;. A,IV nnnrnnnifmonlirntprii» nnn nor

Vor 16 .Jahren war sie Sängerin, tanzte gut und sang ganz nett. Die Ehe, die Familie, die täglichen Sorgen entrissen sie der Bühne. Sie verlor die Verbindung mit der Union, zahlte den Beitrag nicht mehr und wurde gestrichen/ Nun starb der Mann, die Tochter war erwachsen und sie beschloß, zur Kunst zurückzukehren. Das Examen läßt sich leider nicht umgehen eine bloße Formalität, wie sie glaubt, denn sie ist doch ein ehemaliges Mitglied der Union, ein alter Kamerad. Trotzdem ist sie ein wenig nervös, aber die Tochter beruhigt sie:Eine Lappalie, Mutter, du wirst schon sehen !"

Alles nimmt jetzt Platz. Der Sekretär verkündet, daß Herr E. als erster geprüft wird und verteilt an jeden zwei Zettel auf denen nur je

Krankheiten befallen nach der herrschenden Ansicht nur Lebewesen. 3as tot ist, kann nicht mehr sterben. Aber die moderne Wissenschaft

Kurcht machte ihre Seele weich, die wütend selbstsüchtige Seele die unkte Seit den meisten Menschen gegeben hat. Sie waren rote Reisende ueinemoom Sturme zerfetzten Schisse die sich°-rtragenumntch unterzugehen; instinktmäßig beauftragten sie den ältesten von ihnen, die Frage zu studieren, einen Architekten aufzusuchen und gaben ihm Voll- "'°Das alte Haus, über diese Gruppe gebeugt, lachte leise. Indem es seine Muskeln aus Stein und Holz strasste sich starker w't seinen gra­nitenen Wurzeln in den uralten Boden verbiß, an das Leben klammerte I mit seinem lange geübten Willen, nahm es sich vor, die Prüfung zu I Überdauern, noch lange Zeit Wachen und Schlummer seiner Kinder zu I bCf)6cit' acht Jahren hat es sich nicht mehr gerührt; Friede herrscht in seinen Mauern, denn unter allen Uhren, die damals stehen blieben, er- I innert ein Holzpflöckchen die Vergeßlichen daran, daß sie im Zeichen I des Schicksals Brüder sind ... y

Ist das nicht übrigens die Geschichte aller Menschen?

(Deutsch von Käthe Minz.)

Schauspielerprüfung in USA.

Von Ossip Dymow.

Willst du dir ansehen, wie Schauspieler gemacht werden?" schlug mir cin "berühmter Schauspieler vor, als ich noch in Neuyork lebte.Morgen f sprach von jenen Prüfungen, die jedes Jahr einmal für diejenigen stottsinden, die sich der Bühnenlaufbahn zu widmen beabsichtigen. Sie werden von derUnion" der Gewerkschaft der Schauspieler veranstalt^ und niemand, der nicht im Besitz derUnion Card ift, darf an einem Theater beschäftigt werden. Jeder Schauspieler mutz Mitglied der .Gewerk« schast sein, den Mitgliedsbeitragdues" zahlen und sich m allem chren Satzungen fügen. Dafür beschützt und beschirmt ihn tue Union und rettet ihn oft aus den allzu griffigen Krallen der Direktoren und Entre- ^^D^Schauspielkunst gilt in Amerika als Handwerk, ebenso wie alle anderen künstlerischen Berufe die der Maler, der Schriftsteller, der Musiker ufro. in gewissem Sinne als Handwerk betrachtet werden. Es gibt eine Gewerkschaft der Komponisten, eine Genossenschaft im Grunde auch Gewerkschaft der Dramatiker.

Es ist nicht nur vorteilhaft, sondern auch unumgänglich notwendig, einer Union anzugehören. Für den Ansänger der Schauspielkunst ist es die erste Bedingung des Broterwerbs, der Karriere, Sinn und Grunv- 109 TOein ^reunb, der Schauspieler, ist kein Mitglied der Union. Er ist einStar". Erdarf" spielen in Anbetracht der Verdienste der Kunst und dem Theater gegenüber. EinStar" steht außerhalb der allgemeinen Regeln. Er braucht keine Prüfung zu bestehen, gleich all den andern, Ebenen, die aus Europa mit gutem Ruf und bereits gemachtem

en herüberkommen. Ost geschieht dies nur pro forma. Meist aber ist es eine ernste Talentprobe. Die europäische Vergangenheit ist für Amerika nicht maßgebend. Nach der Durchquerung des Ozeans wird man gleichsam neu geboren. Wie und wer du jenseits des großen Wassers warst, interessiert niemanden. Wichtig ist, was du im Lande selbst bist, ob duGeld machen" kannstmake money" bas gibt

den Ausschlag.

Nicht jeher wirb ohne weiteres zur Prüfung in der Union zugelasftn. Man muß gewisse Vorbebingungen erfüllen. Man muß schließlich, wie in allen irbischen Institutionen, Protektionpull" oesitzen. Ader vor allem muß man eine gewisse, ziemlich hohe Summe einzahlen wenn ich nicht irre, 150 Dollar. Diese Summe wirb im Falle eines Durchfalls zurückerstattet. Aber natürlich zieht es jeher vor, sie zu ver- fiercn, wenn er nur angenommen wirb.

Wir betreten ben Saal her Union, er faßt 250 Personen unb ist in ter Art eines kleinen Theaterraums gebaut. Alle Plätze sinh von Schau­spielern besetzt. Die Prüsung ist ossentlich. Jeher Anwesenbe hat bas Recht mitJa" oberNein" zu votieren. Die Stimmung ist gehoben, wie bei einer Premiere. Die Prüflinge halten sich hinter ben Kulissen «us, wo sie sich schminken, zurechtmachen unb maßlos aufregen. Einzelne jedoch befinden sich im Saal, lachen und scherzen mit ihren Freunden. Das gilt als schlechtes Omen für den Ausgang ihrer Prüfung.

Da ist E. Er ist einer her Kandidaten und so blaß wie die Leinwand. Zweimal ist er bereits burchgefallen. Die Prüfungen finden nur einmal jährlich statt, und mehr als dreimal darf man nicht hintereinander kandi­dieren. Heute ist es also für ihn das letztemal. Seine Frau hat ihm erklärt, daß, wenn er auch diesmal durchfalle, er gar nicht erst nach Hause zu kommen brauche. Läßt er sich aber dennoch blicken, so verläßt sie selbst für immer das Haus. Der unglückliche E. brachte einen Revol­ver mit unb ist fest entschlossen sich zu erschießen. Die Münbung bes Revolvers sieht aus der Tasche heraus, jeder kann sie sehen.

Glauben Sie, daß er geloben ist?" fragte ich feinen Freunb.

Ohne Zweifel. Ich kenne ihn. Er ist vollkommen talentlos, und doch wird man ihm durchweg einJa" geben. Werde ich wirklich einmal mit ihm spielen müssen?" seufzt er.

Ein IMhriges Mädchen neben einer hochgeroachsenen, älteren Fr

ein Wort steht:Ja" oberNein". Einer von ihnen muß bei der Ab­stimmung abgegeben werden. Aber welcher? Das ist die große Frage. Jeder Prüfling braucht eine bestimmte AnzahlJa , bann ist er 962lufeI1ber kleinen Bühne erscheint E. Er soll irgenbeinen Monolog sprechen. Einen traurigeren Bortrag habe ich nicht vernommen. Der Mann zittert an allen Gliedern, seine Stimme versagt, die Beine knicken ein. Er ist tatsächlich dem Selbstmord nahe.

Die Zuhörer befinden sich in einer eigenartigen Verfassung. Es ist ihnen zumute, als sei ein jeder von ihnen her Brudermörder Kain.

Genug!" ruft einer.Genug! Genug!" fallen die andern ein. Der unglückselige Monolog bricht ab. E. steht da unb sieht sich ratlos um. Was bedeutet das? Ist er so schlecht, baß man ihn nicht einmal zu Ende hören will? Man führt ihn ab, er selbst kann nicht gehen. Die Zettel fallen. Man zählt sie:Ja, nein, ja, ja, ja ... grau unb Kmb paffen mit blaffen gespannten Gesichtern auf. DasJa roirb immer häufiger. Es ist jetzt schon klar, daß er burchkommt. Das Resultat: E. ist mit einer überroältigenben Mehrheit angenommen. Die gedruckte Stim­mung des Saales verwandelt sich im Nu in eine heiter-gehobene. Man hört Witze unb Scherze. Alle fühlen sich erleichtert. Das Theater ist um einen talentlosen Schauspieler,, bie Welt um bret glückliche Menschen reicher geworben.

Als nächster Prüfling erscheint F. auf her Buhne. Er hat einen großen Namen unb eine 20jährige Bühnenlaufbahn hinter sich. Freilich nicht in Amerika, sondern in Europa. F. ist zweifellos sehr talentvoll. Er tritt in seiner Rolle auf, bie er viele hundert Male gespielt hat unb ba er allein ist, gibt er sich bie Stichwörter selber. Das Ergebnis: em überwiegendesNein". Im Saal entsteht Bewegung.

Wie war das möglich?" fragte ich. meinen Nachbar.

Er will zuerst nicht recht mit her Sprache heraus. Schließlich sagt er: .Sehen Sie mal, biefer F. ist sehr hochmütig unb eingebitbet. Außerbem ist er ein schlechter Kamerab. Als er in Europa Theaterleiter war unter« brückte er bie Schauspieler, zahlte ihnen keine Gagen, beutete sie aus.

I .Union* ist eine große Familie. Er paßt nicht hinein." Man hak noch lange über ben Fall F. in ben Theaterkreisen unb in her Presse bistuhert. Ein Jahr barauf würbe er übrigens angenommen. ,

Da kommt aber auch schon bie Operette an bie Reihe. Das ist jene Sängerin, bie nach 16jähriger Pause wieher zur Bühne will. Aber ach! Sie vergaß, baß hie Zeit nicht still steht, baß sie eine erwachsene Tochter I hat, unb bah bas Leben bereits hinter ihr liegt. Sie singt so, wie sie früher gesungen hat, sie tanzt, wie sie früher tanzte. Aber es ist nicht I mehr basfetbe. Die Stimme ist bahin, bie Grazie unb bie Jugenb ent­schwunden. Sie selbst merkt es nicht. Aber die anderen sehen es. Lächelnd I verläßt sie bie Bühne unb hört zu, wie man bie Zettel zählt. Die ver­hängnisvollenNein" werden immer häufiger, zwischendurch tritt ein vereinzeltesJa" hervor, bas sogleich wieher von den scharfen, unerbitt«

I lichenNein" überflutet roirb.

INicht angenommen", verkünbet der Sekretär.

Da geschieht etwas Unerwartetes, Unheimliches. Die Frau springt von ihrem'Sitz auf, reckt sich in voller Größe auf, sie ist jedem sichtbar...

I Sie hebt bie Hanb unb ihrem Munb entströmt eine Flut von Schmahun- I gen unb Flüchen. Sie beschwört auf bas Haupt eines jeden, der mit INein" gestimmt hat, Tod unb Verberben, Krankheit, Mißgestaltung,

Unglück aller Art herab. Wäre bies Theaterspiel Wiebergade einer Rolle, I so hätte sie zweifellos ein einstimmigesJa" bekommen. Aber bas war | nur L-ben, nur nackte Wirklichkeit, gierig im Streben nach bem Stück I Brot, das ihr entrissen worben ist.

I Es würbe ganz still im Saal. .Niemand antwortete, niemand ver- I suchte, sie zu beruhigen. Man verstand bie Tragik ihres Lebens biefe I ewige Tragik her alternben Frau, bie mit kraftlosen Hänben sich an bas I rollenhe Rad her entschwinhenhen Jugenb klammert.

Das Fazit der Prüfung war ziemlich unbedeutend Es fanden Auf- I nähme außer E noch ein Komiker, die Tochter irgendeiner Schau« I fpielerin, die feit 25 Jahren Mitglied der Union war und ihren Platz I sozusagen der Tochter vermachte, ferner drei unbedeutende junge An- I fängerinnen, die ein bißchen tanzen untj Couplets fingen konnten.

Denn die Zeiten hatten sich gegen früher geändert, bie siegreiche, I gebieterische, seelenlose Operette überschwemmte bie Bühnen Neuyorks | unb forberte bas Ihre... ,,,

I Der mächtige Gott des amerikanischen Lebens die Wirtschaft I herrschte auch in diesem kleinen Saal, auf dieser kleinen Bühne. Nach I seiner Melodie tanzte nun auch dieKunst".

Sterbende Metalle.

Von Bernhard N e u k a m p.

Eine junge Wissenschaft, bie Materialprüsungskunbe, hat uns in der letzten Zeit wichtige neue Erkenntnisse beschert. Wir müssen ben lehrreichen Forschungen um so mehr Beachtung schenken, als sie geeignet sinh, Leben unb Gesundheit der , I Menschen vor vielen bisher unvermeidlichen Gefahren zu

I schützen.

Die Steine gehören doch sicherlich zur anorganischen Materie, von her wir glauben, daß sie weder den Krankheiten noch dem Tod unterworfen sei. Dennoch gibt esSteinkrankheiten". Ebenso verändern sich Metalle unter Umständen so eigenartig, daß wir nicht umhin können, sie als krank zu bezeichnen. So merkwürdig es klingt: Infektionen, Vergiftungen, Siechtum unb vorzeitiger Verfall kommen auch im Reich bes Anorgani­schen vor. Unb wenn sie hort anbere Ursachen haben als in her belebten Natur, so ergeben sich bei näherer Betrachtung hoch eine ganze Reihe wichtiger unb aufschlußreicher Aehnlichkeiten.

Den natürlichen Verfall, bem auch die anorganische Materie ausgesetzt ist bie Verwitterung her Gesteine unb bie Zersetzung her Metalle