Schwester! Es

ein und trinkt. Charlotte Glas, betrachtet es einen

zimmer der Kaiserin. , .......

Napoleon hatte Charlotte zu einem Sessel gesuhrt und richtete einige oberflächliche Fragen an sic. Da trat ein Lakai ein, der ein Tablett mit Gläsern und einen Krug Orangeade trug.

Wäre mein Sohn nicht noch ein Kind, ichmürbe ihn nach Mexiko an 'die Spitze der sranzösischen Armee senden."

Der Diplomat gab schonungslos zur Antwort:

Majestät, danken Sie Gott, daß der Kronprinz noch ein Kmd ist.

Ihr Plan wurde zunichte. Angesichts der Gefahr eines durch Preu­ßens Uebermut zerrütteten Europas hatte sie verstanden, hatte sie Der« ^Aber Charlottens Ankunst, ihr Elend, ihre oerftörte Stimme, ihre hilflosen Gesten peitschten ihren Stolz. Sie trat zu Napoleon und bat zitternd: , . _. _ ....

Kann man denn nicht noch einen Versuch machen? Die Cxpeditions- armee noch einige Zeit drüben lassen?" .

Ich kann nicht, ich habe dem Staatsrat mein Wort gegeben.

schützt die Kaiserin Eugenie. .

Napoleon tritt an den Wagen, um Charlotte beim Ausstelgen be­hilflich zu fein. Sie war groß, gut gewachsen, ein rundes, naives Ge­sicht, ihre braunen Augen glänzen wie die eines Vogels. Em Kleid aus schwarzem Taft, Spitzenmantille, weißer Hut. Sie scheint erregt Zwei kleine Hofdamen, braun, häßlich, begleiten sie.

Die Fürstlichkeiten betreten die Schloßtreppe, gehen in das Arbeits-

Marschall Bazaine behauptete, von Ihnen den Befehl erhalten zu haben, den Rückzug vorzubereiten. Wir konnten es nicht glauben. Das ist nicht möglich. Ober, wenn Sie es getan haben, so kennen Sie unsere Lage nicht. Ich bin hier, um Sie barüber aufzuklären. Er gibt Dinge, die nur unter vier Augen ausgesprochen werden können. Ueberbies trauen wir dem Marschall nicht, weder Max noch ich. Seit seiner An- kunst in Mexiko hat er sich gegen uns gestellt ..."

Liebe Schwester, Bazaine hat nichts anderes getan, als sich an die Weisungen zu halten, die ich ihm geben mußte, blutenden Herzens geben mußte. Gebieterische Gründe zwingen mich, meine Truppen zu- rückzurusen." ... , .

Das ist nicht möglich, Sire! Sie werden uns nicht in dem Moment aufgeben, wo sich unser Thron nach so viel Anstrengungen zu festigen

Eugenie fuhr ihn an:

Warum stört man uns? Was machen Sie hier?

.Halten zu Gnaden, Majestät, Fräulein Bouvet hat mich beauftragt, die Erfrischung Ihrer Majestät der Kaiserin von Mexiko zu reichen; Majestät ist, wie man uns sagte, gewohnt, täglich um x:-" Orangeade zu nehmen."

..Schön,"

Eugenie nimmt das Tablett entgegen und füllt selbst sie der Besucherin reicht.

Charlotte schreckt zurück, sagt ablehnend:

Nein, ich danke, ich habe keinen Durst."

Aber da Sie es doch gewohnt sind bitte, liebe ist so heiß! Ich werde auch davon trinken."

Eugenie schenkt sich ebenfalls ein Glas wendet kein Auge von ihr. Sie hebt ihr

Augenblick... ,

Man muß das da trinken, nicht wahr?" fragt sie auf eine sonder­bare Art. Achselzuckend teerte sie das Glas auf einen Zug. Napoleon und Eugenie sehen sich erstaunt an.

Sie wischt die Lippen mit dem Taschentuch, das sie in ihrer Hand zerknüllt, wendet sich bann erst an ben Kaiser, als fürchte sie, er würbe früher nicht sprechen. Sie beginnt, jede Silbe einzeln betonenb:

Sieber Herr unb Bruder, ich komme, um Ihre Absichten Maxi­milians wegen zu ersahren. Niemanb in Europa weiß von meiner Reise, Weber ber Kaiser von Oesterreich, noch meine Eltern ..."

Marschall Bazaine mußte Ihnen jagen ...*, setzt Napoleon ein

Charlotte unterbricht:

, Ich habe vor ungefähr einem halben Jahr schon von dieser feit« ssamen^Gefchichte gehört und mich mit den Brudern Voisin beschäftigt, ^roei Gauner von ganz großem Format, meine Herren!

2[ber es ist doch Tatsache, daß der alte Voistn die Bank gesprengt hat!" warf Direktor Berange ein. ,rt

Gewiß" fuhr ber Oberinspektor fort, dieser Teil ber Geschichte ist vollkommen wahr, boch meine Nachforschungen haben ergeben, daß die Brüder bas ererbte Vermögen in waghalsigen Spekulationen unb tn privaten Klubs verspielt hatten. Es war wirklich eine wunderbare 3bee, diese originelle Spielweise zu erfinden. Sie diente natürlich nur dazu, die falschen Ietons unauffällig gegen die echten umzutaufchen.

.Aber, wie konnten Sie dies vermuten?"

»ÄÄ « KÄS'ÄS» 2 » cÄSÄrÄ-Ksä ZL srM'is

---------- I ist bedroht. Preußen hat Oesterreich bei Sadowa besiegt. Morgen wird

rtfatih hi» £#ihMtdfltatiDtt einer Kaiserin I vielleicht Frankreich von einem vereinigten Deutschland angegriffen. Ich

©I. Q.IPUO/ OIC A,eiveuefiailPli vihvi 3»« I I nlu& schon jetzt alle meine Kräfte um mich sammeln, und ich wurde mein

Von Octave Aubry. k | Land verraten, ließe ich die Veteranen ber Krim unb Italiens sich in

einem enblosen Felbzug aufopfern."

Wie ein Kind hob Charlotte bie Arme bittenb zum Kaiser empor:

, Das ist nicht möglich", wiederholte sie.Sie kennen die Wahrheit nicht. Bazaine täuscht Sie. Er hat Mexiko versengt und verheert. Er hat tausende von Republikanern ohne Urteil erschießen lassen. Er hat unfern Namen verhaßt gemacht, hat Ihre Fahne besudelt."

Napoleon antwortete mit Würde:

Es ist keinem Menschen gegeben, was immer seine Verbrechen sein mögen, die Fahne Frankreichs zu bejubeln. Ich werbe alle Hanblungen

Napoleon III. hatte ben Erzherzog Maximilian von Oesterreich zur Annahme ber mexikanischen Kaiserkrone zu bewegen vermocht, unter Hinweis auf bie Hilfe, die bas fran­zösische Heer, das seit 1861 unter dem Marschall Bazaine in Mexiko stand, der Herrschaft Maximilians gewahren würde. Im Mai 1864 war Maximilian mit feiner Frau, der belgi­schen Prinzessin Charlotte, in Veracruz gelandet. Einem glänzenden Empfang folgte eine Enttäuschung nach der anderen. Dem Präsidenten Iuarez gelang es, alle Par- lllUytii,n v****v- u- - - . , < rf

teien auch ben Klerus, gegen bie brohenbe Frembherrfchaft I des Marschalls Bazaine einer genauen Untersuchung unterziehen lassen, -u vereinigen, auch Bazaine, ber offenbar selbst ehrgeizige 1 und, bas verspreche ich Ihrer Majestät, ist er solcher Ausschreitungen Pläne hatte, zog sich vom Kaiser zurück unb räumte auf ben I fcfjulbig, so wirb er sogleich bei feiner Rückkehr vor e«n Kriegsgericht Druck ber Vereinigten Staaten später ganz Mexiko. Maxi- I gestellt werben. Sie sollen Genugtuung erhalten, liebe Schwester, volle milians Frau die Kaiserin Charlotte, wollte Napoleon, den I und ausreichende Genugtuung. Aber denken Sie auch daran: der Mar. wortbrüchigen Verführer, an seine Pflicht erinnern und begab I schall ringt mit einem hinterlistigen und blutgierigen Feind, er mußte, sich deshalb im Juli 1866 nach Paris. In St. Cloud wurde I leider, im Interesse seiner Soldaten, rücksichtslos vorgehen sie von dem französischen Kaiserpaar empfangen, aber Napo- IEr hat uns verhaßt gemacht unb bas wirb uns Unglück bringen, tote leon, ben bie preußischen Siege in Böhmen heftig beim- I werben es sehen ..." . , ....

ruhiqten, zeigte kein Interesse mehr an bem Schicksal seines I Ihre halberstickte Klage klang so traurig, daß es Eugenie fröstelte..

Schützlings. Als Charlotte auch beim Papst Pius IX. in Rom I Charlotte riß von ber Mantille, die sie auf den Knien hielt, kleine

keine Hilfe fand, brach bie Unglückliche, bie ihrem eigenen I Stücke ab. Der Kaiser wollte sprechen. Die Arme hielt ihn mit einer Ehrgeiz nicht mit Unrecht bie Hauptschuld an dem für ihren I Geste zurück. , ,, . ,

Gatten so tragisch verlaufenen Abenteuer beimaß, in Wahn- IWenn Sie Ihre Regimenter zurückziehen, so sind wir verloren, sinn zusammen. Die standrechtliche Erschießung Maximilians | Iuarez hat das ganze Land aufgewiegelt. Selbst die Geistlichkeit unter« durch die Soldaten Iuarez' hat bie unglückliche Fürstin mit stützt ihn jetzt fast überall, biefelbe Geistlichkeit, bie uns bet unserer An-

Bewußtsein nicht mehr erlebt. Erst 60 Jahre später erlöste I tun(t in Prozession unter einem Traghimmel empfing. Unsere Solbaten

ber Tob bie 80jährige Kaiserin im Schlosse Bouchout in ihrer I werben in ben Hinterhalten ber Jnbios aufgerieben. Da ist fein Strauch,

belgischen Heimat. I kein Felsen, hinter bem sich nicht Rebellen verbergen. Wir haben kein

Zj.rrl« ift W-. 8-6« T,-pp- MM. Sh-L"n«L ÄSfluV»Ä"nuf tun Charlotte, Kaiserin von Mexiko, zu empfangen. Die Hitze ist iah I ) umkommen (offen? Sie Sire haben uns nach Mexiko ge» menb. Ein kleiner Sonnenschirm aus grüner Selbe mit losem Besatz | $ { ^jnb ber gedrängt hat, die Krone anzunehmen. Sie haben ihm Ihren Beistand versprochen, ben uneingeschränkten Beistanb, bis zum Enbe. Wir finb nach biefem verfluchten ßanbe gereift, wo selbst bie Weihen wilbe Herzen bekomme«. Wir hatten zu Ihnen Ver- Zwei I trauen. Wir haben uns getäuscht."

1 Napoleon schien erschüttert. Nur ein Zucken bes Munbes verriet ab unb zu seine Bewegung. Er konnte nicht nachgeben. Der mexikanische Krieg war sein Vetter, Prinz Napoleon, wieberholte es bei jeher Gelegenheit, hatte es Eugenie ins Gesicht geschrien ein Fehler ge­wesen, ber ein Kaiserreich kosten konnte. Er mußte diesen Bankrott liquidieren, dabei der Welt gegenüber bas Gesicht wahren, unb von ber Zeit, von glücklicheren Ereignissen bie Wieberherstellung bes geschwächten

I Prestiges erwarten. ., , ,,

......I Sein Herz würbe von ben beweglichen Bitten dieser Unglücklichen r I durchbohrt. Aber er gab nicht nach. Eugenie wlchte es. Sie wußte, wie diese Stunde I notwendig es war, für Frankreich, für bas .Kaisertum, daß sich die

I tlaffenbe Wunbe von Mexiko enblich schlöße. S i e hatte biesen Krieg ge« I wollt Ihre romantische Phantasie hatte barin bas Gegenstück zu bem Aben- ein Glas bas teuer gesehen, bas einst ben Karavellen bes Cortez eine Welt erschlossen ' I hatte Hartnäckig hatte sie alles aufgeboten, bas ungewisse Unternehmen

I zu einem Erfolge zu führen.Das wirb ber größte Gebanke unserer I Regierung sein unb ich, ich habe ihn gehabt!" wieberholte sie zu Pauline 1 non Metternich. Selbst nach bem Bekanntwerben ber ersten Rückschläge hatte sie sich nicht gescheut, bem Gesanbten ber Vereinigten Staaten