SiehenerLamilienblätter

Nummer 12

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»Mississippi Montana Morning Mountain __" wiederkost»

Sotftai(?"mmar fid)" "2(f>Cr haben Sie denn keinen Munkepunke^ . . Der Rechtsanwalt prustete nur so los. Ich straffte mich bewußter und weiter^ Ab'll'h b' ,0 -9Ut 0in9- Der Rechtsanwalt prustete

sm" » er ^"ben Sie denn eine Ahnung, wer neben Jbnen fleht?

irh "0 s ,0U5 Paulas Buch Die Auferstehung der Dämel Eben las ^. dast man jetzt überall Munkepunke tränke O - da mMen Sie *ÄU e^mlV'^ '«'bst einen Cocktail mischen!' "

i 91,1 77-*^' I)ier flog er mir nun von einer engliftben Lord, »achter entgegen. Sie viele Bekannte man hatte, die einen angeblich frhnn ,e0e" ber gastronomischen Neigungen schätzen hier trat ich mir selbst zum erstenmal m meinem Leben sozusagen als Legende entaeaen ^ehl !®l;nsle doch wohl kaum noch irgendwie komisch aussehen? Mockte

««« "et- nut aus ÄS bÄrftaÄ?Ä^Knenfür W etgeAlich von einer Lordtochter gar nicht anders erwartet d^si der^Mni^e'". Wunder, daß die Gesellschaft von dem plötzlichen Erscheinen der Mylady keineswegs ganz entzückt war, daß ein leises Getuschel unter ben Samen anhub: wie man nur so laut lachen, roi« man so ech?z« Kleid tiagen dürfe, einen solck-en Wuschelkopf haben und aar erft^fn tanzen könne. Und wenn ich bislang in meinem Leben eigentlich nur in XTen ^toumen tanzen konnte, in der schnöden Wirklichkeit dagegen stets

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Wir zogen es vor, bald unseren Platz in der Hotelhalle wieder mit. iuM^renm °, Le$r wohlschmeckenden Munkepunke-Cocktml zurück, zu kehren. Was bedeutete uns noch die Gefellfchaftl 6 a

plötzlich ergriff die Mylady leidenschaftlicher meinen Arm- Wollen S>- mit mir um die Welt fahren - als mein Pressechef? Ick min f.hr b-tuhmt werden. Mein Name und mein Bstd mußin jeher LL Ich wil?in ^nh- "ob°n Sie in den nächsten sechs Monaten zu {ärgern 0$ w'll m Snbien auf einem weißen Elefanten reiten. Ich muß in Afrika L°wen schießen. Ich will den Krieg in China sehen. Sie müssen sich bis wstgeii Abend, nein, bis heute Abend um sechs Uhr entscheiden ?lus- gestattet werden Sie in Paris, wohin wir morgen Abend fahren. Ihr Frack ist wohl schon einige Jahre alt? Im weißen Smoking müssen Sie ganz gut aussehen. Wollen Sie ober wollen Sie nicht?"

,,^'n Herz klopfte mir bis über den Stehkragen hinaus. Das war nun die Stunde des großen Schicksals. Zittern befiel mich. Ganze sechzehn zu betifen .innrf.i ni.x /r__,,g ^öchlaf war nicht

zu denken, einerlei, wie auch meine Entscheidung ausfallen würde. Sie nhckf!. nm xe9atlD au,5tc?!Ien denn '... Ach, was hatte ich alles in den »» riuk ®od)en ZU erledigen, an Aufträgen, Rechnungen, an Freundschaft, ?*!, Lwbe ja, ich muß es schon gestehen. Verwurzelt, verankert, ver- kettet war ich in Dutzenden von Beziehungen, über deren Zwang ich mir nie dar geworden war. Die weite Welt, die mir nun plötzlich offenstand

ach, ich wurde sie je und je nur in meiner Phantasie besitzen in meinem engen Zimmer, zwischen meinen Büchern und meiner Schreib- maiänne, an meinen einsamen Abenden und auch an denen schweig« mein Mund, verstumme 0 Lippe! Glück, das mich vielleicht immer be­trogen hatte anderes Gluck, das d" lachend, blond, mit Wuschelkopf unb leuchtenden Augen vor mir saß, noch einen Munkepunke-Cocktail befteüte und immer lauter lachte - nach sechs Monaten, wenn Reise und mein Pressecheftum beendet waren, wenn ich wieder zwischen meinen »udjern und meiner Schreibmaschine saß wie unglücklich würde ich sein, doppelt betrogen, nun da ich Reichtum, Ruhm, weite Welt frei mein eigen genannt hatte doppelt unglücklich ..

wenn Sie nun doch nicht ja sagen können," hob die Mylady noch metallisch leuchtender ihre großen Augen,so schenke ich Ihnen zur

Trost.

Von Friedrich de la Motte-Fouqu«.

* Wenn alles eben tarne,

Wie du gewollt es hast, Und Gott dir gar nichts nähme Und gab dir keine Last, Wie wär's da um dein Sterben, Du Menschenkind, bestellt? Du müßtest fast verderben. So lieb wär dir die Welt!

Nun fallt eins nach dem andern Manch süßes Band dir ab, Und heiter kannst du wandern Gen Himmel durch das Grab; Dein Zagen ist gebrochen, Und deine Seele hofft;

Dies ward schon oft gesprochen, Doch spricht mans nie zu oft.

Ruhm »md Weite Welt.

Ein Erlebnis von Munkepunke.

So hell die Lichter durch den großen, menschenwogenden Saal brann- «n, jo fröhlich das Lachen all der tanzenden, elegant gekleideten Men­gen an mein Ohr kam, so verführerisch die Jazzband den allerneuesten ^igo arophonte geigte, posaunte - es zog mich plötzlich in die ein- &"er Hotelhalle hinaus ... wie wenn all meine Sinne um eine kleine Pause gebeten hatten.

Der junge Rechtsanwalt Martin kam mir zigaretterauchend ent- ,,'.'L""9wellen Sie sich auch ein bißchen?", fragte er lächelnd.

,. ..H.°j''ch verneinte ich.Aber man muß doch einmal etwas Luft scyopsen! * 1 * * *

,. .hätte, ich für Sie eine kleine Abwechslung gehabt. Schrift­steller sind doch immer hinter Erlebnissen her."

Abermals muhte ich verneinen, wenngleich noch weniger bestimmt berU' eben. Und da hatte mich auch schon so etwas wie'Neugier ge­hockt.Mit weicher Lockung wollten Sie mich etwa reizen?"

Ja das ist schon etwas ganz Außergewöhnliches, muß ich Ihnen a6en '^tU°^tete>.berr Rechtsanwalt. ,Lch weiß selbst nicht, ob "das Im ms Stunde ist, die Dame anzurufen. Sie wohnt nämlich hier ra sber T <?*!" man kein junges Leben so ganz auf Exzentrik letzten Grades gestellt hat wie diese junge Dame so ist vielleicht auch em telephonischer Anruf kurz nach Mitternacht noch gestattet wenn sie zu House ist, was ich natürlich nicht wissen kann. Wir lernten uns auf der Fahrt von Hamburg nach Berlin kennen. Im letzten Augenblick sprang sie m den Zug. Ich bracht« ihr Gepäck unter, nachdem ich ihr einen Platz m meinem Abteil anbot. Hielt sie für eine bekannte Filrn- bma, muß ich offen gestehen. Heimste mit dieser bann offen ausgespio- *en«i Vermutung schallendes Gelächter ein. Unb was für ein Ge- Mter! Unsere )uftgvn Damen würden sich wohl zu hüten willen so laut und frei zu lachen wie diese schottische Lordtochter von zwe-i- unbzwanzig Jahren, mit diesem blonden Wuschelkopf unb diesem

st®?n;fOrlm> Unb b,efer Freiheit, heute Europa mit jedem anberen Erdteil für Monate vertauschen zu können. Ich wage es ge- fl?u 'elfphvnieren. Wenn die Götter uns günstig sind - na, Ihnen

fo en bie Augen uberge!)en! Und schon gingen wir zu einer Telephon- äeUe hinüber.Bitte Zimmer 428! Ja hier Rechtsanwalt Martin. Verzechen Sie gütigst, Mylady, daß ich oi« zu so ungewöhnlicher habe?° werden' ,felbft |a J.ür n[^s Ungewöhnliche Verständnis

Pinh 'tl b - tmi,r,Jd)on verzeihen. Was Sie langweilen sich? n-, , n,.ilm funf bihr nachmittags zu Bett gegangen, haben Ihr Theaterbillett verfallen lafien, lesen? Melange kann es denn dauerns b ° angezogen sind. Wir haben hier unten im Hotel ein kleines frikh Pnh'r '"'"el groß es Abendkleid genügt völlig. Unb baß Sie nicht rehuon 6 lehrpf -t^r blonder Wuschelkopf ist auch unonbutiert sehr fteflen mäÄfp h bCrl Schriftsteller, den ich Ihnen gern vor-

I11 bem DOn Ihnen vor chwärmte unb ber Ihnen nun gern

'.-gen möchte. Also in einer halben Stunde? Das P sehr Me ÄMpp» lUrlns Iefen Sie denn gerade? Paula von Rezn cek - b?nÄte\r-S>^et?rFnb es gefüllt Ihnen? Das freut mich sehr ihr in wli t Verfasserin und werde Ihnen noch näheres von der Halle " "o" ^aben' ^0 ffuf Wiedersehen wir erwarten Sie in meinem Öeben°S ^el prophezeit. Zum erstenmal in

Sie finh Ihp In r ner -"g''lchen Lorbtochter küssen,

tomito f!inb komisch! , lachte sie mich an.Und ich kann auch sehr sch sein, rote man mir sagt. Aber bevor wir zu Ihrer Gesellschaft

Unterhaltungsbeilage zum Gießener Anzeiger

Jahrgang 1928 Zamstag, den 11. Februar ' ~