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dieser Naturkinder verbindet er die tieferen Kenntnisse die ihm die Wissenschaft an die Hand gibt. Wo ist der „öde", '„leblose", „schweigende" Norden, wo sind die „Schrecken der Polarnacht", di« uns beim Lesen früherer Berichte so tief haben erschauern, taffen? In den „leblosen" Giswüsten gewinnt Stefansson durch Jagd Lebensmittel in Hülle und Fülle. Die „schaurige" Polar- nacht ist für die Eskimos die Zeit der höchsten Freuds in der fre nach Herzenslust tanzen und springen und schmausen And wo feit den grauenerregenden Tagen der Expedition Sir John Franklins, der Amerika im Norden umfahren wollte, Hunderte von Menschen elend ums Leben gekommen sind, gibt sich Stefansson mit seinen Leuten mit leichtem Gepäck in aller Seelenruhe wissenschaftlichen Forschungen hin. Seine Erfolge sind Stefansson nicht leicht geworden. Schiffe gingen ihm verloren, Leute, Ausrüstung, und der Nest seiner Begleiter zersplitterte sich in Änbvtmäßigkeit gegen anscheinend irrsinnige Pläne. Als sich das Gerücht vom Tode des Forschers in Amerika verbreitete, glaubte alle Welt gern daran, nur wenige hatten volles Vertrauen in den Mann und seine Ideen.
Stefansson ist nicht nur ein Mann der Wissenschaft, ein Mann von vielseitigen Interessen und auch im besten Sinne des Wortes ein Menschenfreund, der sich der Eskimos in hilfreicher Weise annimmt. Köstliche Geschichten kann er erzählen von der Aeberlegeiiheit der Eskimos gegenüber den „zivilisierten" Weihen.
Wir haben gelernt, unser Winterlager so behaglich- zu machen dap wir an Land uns nachts immer ausziehen,' dasselbe tun wir auch auf dem Meeres, wenn der Lagerplatz einigermaßen sicher erscheint. Gin wichtiger Schuh vor Gefahr ist der Umstand, daß der Lärm, den das Aufbrechen des Eises verursa<Ä, und sein -Lechzen vom Ezse kilometerweit fort geleitet werden, während .F öie Last fortgeleitete Schall nicht mehr wahrnehmbar Ware. Gin Schneehaus ist so schalldicht, das das Bellen und Knurren und die Balgereien der Hunde draußen im Innern selten zu hören sind. Aber ihr Stampfen und Wälzen im Schnee 1". hörbar, namentlich wenn man mit dem Ohr gegen das Gis im Bett liegt. Infolgedessen hören wir die Hunde-- uirupfe, denen augenblickliche Einhalt getan werden must. Ebenso Huren wir -die Annäherung eines Bären, denn das Kuiricksn
fangen, anernander vvrbet zu mahlen, tritt die Gefahr ein, daß von beiden die Ränder abbrechen. Die größte Gefahr entsteht wenn die Gismasse, die unsere Scholle trifft, so &eranfomnö Ast die Beweg ungsünimi der anstotzenden und der eigenen Scholle sich in spitzen Winkeln von 10 bis 30 Grad schneiden Eroße Stücke werden dann rasch- von den Rändern der beiden Schollen abgerissen, wenn sie von gleicher Dicke sind, oder vom Rande der schwächeren. Hat man zufällig auf der schwächeren gelagert, dann heißt es sich rasch fortmachen. Stücke der eigenen Scholle von der Gröhe -eines Bauplatzes fteHen sich auf die Kante und stürzen , auf einen los, und das Gis rings um das Sager und unter ihm fängt an zu dröhnen und sich- empört zuwolben und einzusenken. Wo es sich einsenkt, stürzen kleine Strome von Seewasser herein, uird wo es sich- wölbt, entstehen kleine Preßrücken. Da die relative Geschwindigkeit der Schollen sich nie um mehr als 3 Kilometer unterscheidet, so beträgt di« Geschwindigkeit, mit der man zu fliehen hat, nicht mehr als 3 Kilometer die Stunde und gewöhnlich- weniger Erfolgt aber die Zertrümmerung während des Schlafes, so geschieht das Erwachen ettvas plötzlich, und manches muh in Eile geschehen.
3” unserer fünfjährigen Arbeit auf dem in Bewegung be- findlichen Gis ist es tatsächlich nie vörgekommen, dah wir über- sturzt fliehen muhten, von einem einzigenmal abgesehen, wo die Schlitten zu unserem Glück bereits beladen waren Aber auf den Lagemärschen ist es oft vorgekommen, dass eine ebenso gefährliche toenn auch nicht so aufregende Lage entstand Sie kann eintretens, toenn wir über Gis marschieren, das schon in mahlender Bewegung ist und noch immer unter Druck steht, und wenn wir von einer Sch-olle auf die andere an den Kanten, wo sie zusammen- stoßen, hinüberwechseln. Wenn wir uns auf einer dünnen Scholle bon wenig über einem Hektar Umfang befinden, die auf allen Seiten von stärkeren, Schollen umgeben ist, so werfen sich bei stetiger Pressung ihre Kanten auf, und es bildet sich- bringurn ein Ring King von Gisrucken. Je länger die Pressung anhält, um so größer toerben die Rucken, und die Fläche der Scholle verkleinert sich.
s 1 unangenehmes Gefühl, Wenn man sieht, wie
diese Rucken sich von allen Seiten langsam nähern mit einem IVirm, der Zivis chen einem leichten Gepolter und einem ohrenbetäubenden Brüllen schwankt, und wenn das Gis, auf dem ßeht, erbittert. Das schlimmste ist, daß das Zittern und Krachen den Hunden eine lähmende Furcht einjagt und sie ganz unbrauchbar macht. In einem solchen Fall sind mehrere Mann bei einem Schlitten nötig. Das einzige, was man tun kann, ist, stE .?sven ziemlich niedrigen Platz auf einem der anrückendeii Eis rucken auszusuchen, wo die Bewegung langsamer ist und wo sich eine solide Scholle jenseits befindet. Einen solchen Ort zu yuden ist schwierig und um so schwieriger, Ä>il das Gewicht ?" i Ruckens die Kante der eigenen Scholle herab- öructt und einen Seewassergraben erzeugt, der die beiden Schollen ' trennt.
totr standen, ;n Berührung. Das Bersten und Toben und Krachen der Schollen war geradezu betäubend, und Sisstücke, größer als ein gewöhnliches Haus wälzten sich wie Korke im Wasser. Die herantreibende Scholle fuhr mit einer Geschwindigkeit von mehr als anderthalb Kilometer die Stunde Heran, und wenn sie auf baS landfeste Gis stieß mußte etwas .passieren. Rücken von 9 Meter Hohe und mehr wurden im Augenblick gebildet und stürzten wieder ins Meer, wenn die Pressung des in Beweauna besindlichen Eisfeldes nachlieh. Milkins photographierte nllh ullt einem dieser Rucken als Hintergrund. Dann kehrten wir zum nSriAUntdrod-n ersten Eindruck mit von der unwiderstehlichen Gewalt des arktischen Eises, das durch Wind oder gesetzt ist. Es war ein unheimlicher, ein- drucksvollei Anblick. war dadurch etwas ernüchtert worden."
. Mahlen der Sch-ollen gegen das landfeste Eis und gegen- S lvir Eisbrei" nennen, eine Weiche
oUi8 Bruchstücken von der Größe einer Faust, eines Kuche^erdes ober eines Hauses besteht. Wenn die Schollen und" su^tstehen offene Wasserstellen in allen Formen
unb Großen die sich wieder schließen, wenn die Schollen bei ihrer Bewegung beharren. Rach einem so schweren Sturm wie wir
- st^bt hatten, sind Stücks von mehr als fdnf Hektar! t>on Landeis selten. Aber je weiter man sich E'itfentt um so größer werden die Stücke and b^äÄ®i^Cinr F[eat au<6: bm- heftigste Sturm
Tn mächtiger zusammenhängender Massen von ^nn b{^Xe^»^Utr^nefr^3Urrrü,j3uraf?en- Aatürlich bildet sich maffe ^on^ 8ufammenftoßen, eine gewisse
Es M ungeachtet der Entfernung vom Lande.
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agenblicklich Einhalt getan werden muß Ebenso , „ _, -- Annäherung eines Bären, denn das Knirschen
des Schnees unter seinen schweren Tritten ist durch das Eis ms auf 100 Meter zu vernehmen, auch, wenn ein Sturm weht dessen Pfeifen und Brausen etne Unterhaltung unter Männern E dicht nebeneinander im Freien stehen, schwierig machen mürbe’ mn Kampf unter den Hunden aus oder nähert sich ein Bar, bann stürzen wir gewöhnlich- nackt hinaus, gleichgültig, was für eine Temperatur draußen herrscht. Denn Theorie und Praxis buben uns gezeigt, daß ein Frost schauer, der den ganzen Körper trifft, keine üble Wirkung hat, und in dreißig Sekunden bis zwei Minuten kann der Kampf beendet und der Bär getötet fein.
Aus dem mit 'ausgezeichnetem Bildermaterial prächtig aus- gestatteten Werke bringen wir im folgenden Stesanssons Bericht über eine Reise auf treibender Eisscholle die er als Fahrzeug für feine Expedition benutzte:
' . Es ist für den Leser vielleicht von Üntereffe zu wissen, was wir unter dem in Bewegung befindlichen Meereis verstehen Eine gewisse Menge Eis friert im Winter am Ufer fest und ruht in einigen Fällen auf einer Strecke von einigen hundert! Meter und in anderen Fällen von mehreren Kilometer fest auf dem seichten Meeresgrund. Entfernt man sich aber weiter vom Lande, so kommt man an die Stelle, die wir die „Scholle" nannten, an den Ort, wo die Kante des am Lande festg-efrorenen Schelf- mses mit dem in Bewegung befindlichen Packeis zusammenstößt. -ast das Packeis in rascher Bewegung, wie nach einem schweren Sturm, so beträgt seine Geschwindigkeit an der Nordküste von Alaska .etwa 3 Kilometer die Stunde, selten etwas mehr Die Eismassen sind von jeder Größe und Mäch-tigkeit. Wenn eine schwere Scholle sich am Rande des Landeises entlang bewegt und sich- dabei an der Kante reibt, so sagen wir, das Packeis „mahlt . .Gelegentlich ist dies ein furchterweckenbes Schauspiel. Statt e^ selbst zu beschreiben, will ich eine Schilderung aus dem ^agebuch Mac Connells entlehnen, der es jetzt zum erstenmal sah:
u.ach mittags ging der Chef und seine rechte Hand Storkerson nach der Rinne hinüber. Als er zurückkehrte, sagte er zu Witkins unb mir, mir könnten eine Sehenswürdigkeit sehen, wenn mir bort hinübergingen, wir sollten aber nicht zu nahe an den Rand Ijeran. Es war ein großartiges, furchteinflößendes Bild, das Jia) Qlugen bot. Das grMAL jcnfeitigs hxir in Ds- \
Strlfltohmg: Dr. »« OWW« Anw.-Bu». uns eutotafc«!, X. Sans«.
Mit dem Aufbrechen des Eises verhält es sich anbei ; Wenn toir die Erschütterung der hevannahenden Pressung spüren oder das Krachen der brechenden Schollen und das scharfe Quietschm Horen, das entsteht, wenn ein schweres flaches Stück über ein anderes gleitet, bann stürzt einer von uns heraus, um die Lage auszukundschaften. Ist fein Bericht nicht ganz beruhigend so faßren, mir so rasch- in die Kleider wie Feuerwehrleute beim Alarm.
| Nud. Die Schlitten stehen fertigbelaben da, nur das Bettzeug I unb Vas Kochgeschirr fehlen^ und dieses kann rasch aufgerafft ""ö aufgepackt werden. Das Anschirren der Hunde ist ebenfalls Mell erledigt; jeder Mann kann etwa zwei Hunde in der Minute anschirren.


